Menschen verfolgen bei der Verarbeitung von Informationen verschiedene Motive. Die verbreitetsten sind Akkuratheit, die Verfolgung sozialer Ziele und die Verteidigung der eigenen Meinung. Dementsprechend selektiv und/oder gründlich verarbeiten sie Informationen. In den von dir vorgebrachten Fällen geht es offensichtlich um die Verteidigung. Diese Motive sind den Menschen übrigens nicht immer bewusst.

    DU wolltest nicht mehr als 4 Kilo weniger wiegen.


    Das muss aber nicht bei jedem so sein, der Kalorien zählt.


    Kalorien zählen und bemerken dass man damit Erfolg hat kann ganz schnell dazu führen,


    dass man immer Erfolge sehen will.


    Warum soll man bei einem Teenie dieses Risiko eingehen?


    Warum kann man sie nicht einfach ermutigen ihren Körper so anzunehmen, wie er ist?

    Zitat

    Ich verstehe auch bis heute nicht, warum meine Eltern so einen Tanz um diese vier kg weniger gemacht haben. Der sich anschließende Machtkampf ist dann eben ziemlich eskaliert. Aber ich habe dadurch viel gelernt.

    Ich habe den Eindruck, dass Du den Machtkampf jetzt hier unbedingt gewinnen willst, weil es wohl immer noch dein Thema ist? In dem besagten Thread waren 16 User einer Meinung. Ein paar Beiträge, die in eine komplett andere Richtung gingen, wurden gelöscht.


    Willst Du ernsthaft darauf bestehen, dass deine Meinung die einzig richtige ist/war. Das ohne Ausnahme alle falsch gelesen haben? Und wer hat dort oder hier wem was unterstellt?

    Zitat

    Meine Hypothese ist, dass manche bei Themen, die für sie sehr emotional besetzt sind, nicht mehr sinnerfassend lesen können und zu einer schwarz-weiß-Einteilung der Beiträge neigen.

    Dies gilt für den Sender ebenso wie für den Empfänger. Mal ist man der eine Part, dann der andere.


    Der Hinweis, dass dauerhaft zu wenige Kalorien zu sich zu nehmen ungesund ist (auch ganz unabhängig vom aktuellen Gewicht und der Größe), lässt für mich nicht darauf schließen, dass derjenige, der diesen Hinweis äußert, die Welt schwarz-weiß sieht oder demjenigen, dem er dies schreibt, Böses wünscht oder irgendetwas missgönnt. Eher im Gegenteil. Ich für meinen Teil lese daraus Sorge um die Gesundheit dieser Person.


    Du empfindest es als Bevormundung sowie Panikmache.


    Sehr unterschiedliche Wahrnehmung ein- und desselben Sachverhaltes.


    Ich sehe mich bei diesem Thema übrigens nicht emotional involviert, da ich weder in die eine noch in die andere Richtung Probleme habe. Liege ich deshalb jetzt richtiger?

    @ Plüschbiest

    Meine Eltern haben wohl so gedacht wie du. Mit ihrer vorsorglichen Panikmache haben sie damals ironischerweise genau das begünstigt/mitherbeigeführt, was sie verhindern wollten.


    Das muss natürlich nicht so extrem laufen bei anderen.

    Zitat

    Warum kann man sie nicht einfach ermutigen ihren Körper so anzunehmen, wie er ist?

    Wieso schließen sich deiner Meinung nach die Akzeptanz des eigenen Körpers und Abnehmen aus?


    Wenn ich ein persönliches Problem oder eine Schwäche von mir akzeptiere, dann bedeutet Akzeptanz doch auch nicht, dass ich deshalb die Arbeit an diesem Problem/dieser Schwäche einstelle. Akzeptanz bedeutet eher, dass man sich selbst nicht dafür runtermacht und abwertet, so sehe ich das jedenfalls.

    @ Benutzerin005

    Ah ok. Na wir beide kennen uns jedenfalls nicht, da besteht dieses Problem schon mal nicht.

    @ Fizzlypuzzly

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass Du den Machtkampf jetzt hier unbedingt gewinnen willst, weil es wohl immer noch dein Thema ist?

    Nein, diesen Machtkampf nicht. Ich bin längst ein freier Mensch und kann tun und lassen, was ich möchte, insbesondere auch wiegen und essen, was ich will, ohne dumme Panikmache von Mitmenschen. Was mich nach wie vor stört ist, wenn behauptet wird, dass:


    - ich 600-700 kcal auf Dauer statt nur vorübergehend zum Abnehmen für völlig ok gehalten hätte


    - dass ich behauptet hätte, dass UG besser als Übergewicht sei


    - niemand schlanke Leute "basht" und ich insofern etwas missverstanden hätte, aber in dem Beitrag, auf das sich das bezieht, deutlich eines der plattesten Klischées über dünne Menschen breitgetreten wird: "Schon die neueste Befunde gelesen? Dass insgesamt ein etwas höheres Normalgewicht in vielen Fällen die längste Lebenszeit mit sich bringt und so mancher leicht rundliche Mensch gesünder ist als die Dünnen mit ihrer ständigen Hungerdiät?"


    ach den Rest kann sich ja jeder selbst durchlesen:


    http://www.med1.de/Forum/Ernaehrung/724489/

    Zitat

    Willst Du ernsthaft darauf bestehen, dass deine Meinung die einzig richtige ist/war. Das ohne Ausnahme alle falsch gelesen haben? Und wer hat dort oder hier wem was unterstellt?

    Nein, meine Meinung ist so menschlich wie deine und damit per se fehlbar. Natürlich bin ich kein Heiliger, auch wenn ich versucht habe nicht so ausfallend zu werden wie andere, und meine Meinung ist nur eine von vielen. Zu den Unterstellungen siehe oben.

    @ Chance007

    Zitat

    Der Hinweis, dass dauerhaft zu wenige Kalorien zu sich zu nehmen ungesund ist (auch ganz unabhängig vom aktuellen Gewicht und der Größe), lässt für mich nicht darauf schließen, dass derjenige, der diesen Hinweis äußert, die Welt schwarz-weiß sieht oder demjenigen, dem er dies schreibt, Böses wünscht oder irgendetwas missgönnt. Eher im Gegenteil. Ich für meinen Teil lese daraus Sorge um die Gesundheit dieser Person.

    Ach mich stört insbesondere diese Behauptung, dass ich eine Ernährung mit 600-700 kcal auf Dauer empfohlen hätte. Davon war nie die Rede.


    Ich kann ja noch einigermaßen nachvollziehen, wenn es in diesem Beitrag von mir etwas untergegangen ist, was ich jetzt mal gefettet habe:

    Spätere Reaktionen im weiteren Threadverlauf u.a.:

    Zitat

    Ich fass es nicht, dass es ernsthaft Leute gibt, die unter einer Diskussion, bei der es um 600-700 Kalorien täglich geht, tatsächlich sinngemäß von sich geben, dass das ja eigentlich gar nicht so gesundheitsschädigend sei. >:( >:( ??Hier bitte sämtliche obszöne Gesten einsetzen??

    Zitat

    Ich krieg auch grad Schnappatmung


    Niemand "basht" schlanke Leute, aber MAGERSUCHT (worauf die TE zusteuert) IST GEFAEHRLICH!!!

    Das kam ja noch nach meinem Beitrag:

    Zitat

    Vielleicht weniger selektiv lesen, Nala85. Die TE möchte abnehmen, was legitim ist. Das geht auch mit 600-700 kcal ohne gesundheitsschädlich sein zu müssen. Siehe auch: https://fettlogik.wordpress.com/2015/07/25/langsamundgesund/


    Es wäre so gesehen nicht schlimm, wenn die TE sich kurzzeitig so ernährt, um das ein oder andere kg abzuspecken. Interessant ist ihre innere Einstellung zum Thema Essen, Gewicht und Figur. Dass sie Angst hat wieder zuzunehmen, wenn sie mal mehr als diese 600-700 kcal isst, ist das bedenkliche. Das ist der Punkt.

    Da steht deutlich drin m. E., dass diese Ernährung nicht für die Ewigkeit gedacht ist. Habe cih aber auch vorher nicht geschrieben und finde es nicht in Ordnung, dass trotzdem so getan wird, als wäre es so. Die Reaktionen haben sich zwar möglicherweise nicht ausschließlich alle auf meine Beiträge bezogen, aber ein Großteil davon schon.


    Mag man mir da jetzt auch Wahrnehmungsstörungen oder reine Missverständnisse unterstellen.

    Zitat

    Du empfindest es als Bevormundung sowie Panikmache.

    Ja.

    @ Akasha767

    Zitat

    Menschen verfolgen bei der Verarbeitung von Informationen verschiedene Motive. Die verbreitetsten sind Akkuratheit, die Verfolgung sozialer Ziele und die Verteidigung der eigenen Meinung. Dementsprechend selektiv und/oder gründlich verarbeiten sie Informationen. In den von dir vorgebrachten Fällen geht es offensichtlich um die Verteidigung. Diese Motive sind den Menschen übrigens nicht immer bewusst.

    Danke, das ist sehr interessant zu wissen. Du meinst die Verteidigung des eigenen Weltbildes oder?

    Zitat

    Ach mich stört insbesondere diese Behauptung, dass ich eine Ernährung mit 600-700 kcal auf Dauer empfohlen hätte. Davon war nie die Rede.

    Dann hast Du meines Erachtens an der TE dieses Fadens und ihren Ausführungen dazu vorbei geschrieben. Um sie ging es doch dort und nicht um andere. Und sie hat wie ich finde im Eingangsbeitrag sehr deutlich gemacht, dass es nicht um eine vorübergehende Abnahme geht, sondern ein Dauerthema in ihrem noch recht jungen Leben ist, dem sie sich jetzt schon nicht mehr entziehen kann, selbst wenn sie wollte. Sie ist gar nicht in der Lage, später die Kalorienzufuhr selbstständig wieder zu erhöhen. Deutlicher kann doch die Warnlampe gar nicht an sein, hm?


    Also auch mit viel Wohlwollen empfinde ich daher Deinen diesbezüglichen Beitrag als sehr kontraproduktiv, auch wenn Deine Intention, das mag ich Dir gar nicht absprechen, eine gut gemeinte war.

    @ Chance007

    Ich hatte die TE so verstanden, dass sie besagte Kalorienzahl isst (außer an den Wochenenden, an denen sie feiert bzw. mit Freunden unterwegs ist), um abzunehmen und nicht als dauerhafte Ernährungsform für den Rest ihres Lebens will. Dass es ein Problem ist, dass sie nicht unbefangen mehr essen kann, hatte ich durchaus wiederholt geschrieben. ??Das war auch ein Grund, warum ich überhaupt etwas zum Hungerstoffwechsel geschrieben habe und dazu, dass man sich durch eine unterkalorische Ernährung den Stoffwechsel nicht ruiniert und mit Zunahme rechnen muss, wenn man wieder etwas mehr isst als die bisherige niedrige Kalorienzahl. Die TE hat sich ja nicht getraut mehr zu essen aus Sorge davon dick zu werden/zuzunehmen?? Diesbzgl. hatte ich den anderen Usern gar nicht widersprochen. Aber das ist wohl "mituntergegangen".

    Zitat

    Sie ist gar nicht in der Lage, später die Kalorienzufuhr selbstständig wieder zu erhöhen. Deutlicher kann doch die Warnlampe gar nicht an sein, hm?

    Kommt drauf an, warum sie davon ausgeht, dass sie vom Essen von mehr Kalorien als diesen 600-700 kcal gleich wieder zunehmen würde. Auch da könnte man ihr mit Aufklärung mehr helfen m. E. als mit anderen Reaktionen.

    @ Plüschbiest

    Ja kann durchaus sein, dass sie an diesen Wochenenden nur deshalb mehr isst. Aber die 600-700 kcal kann sie in meinen Augen eigentlich nur deshalb essen und sich als Grenze gesetzt haben, um (schnell?) abzunehmen, und nicht, weil sie das als neue Ernährungsform generell favorisiert und deshalb ihren Thread mit ihrer Frage aufgemacht hat.




    Würde man ihr erklären, wie sich der Grund- und Leistungsumsatz für sie errechnet, könnte sie z.B. nachvollziehen, warum sie zum einen zum Abnehmen mehr essen könnte und zum anderen nicht gleich zunimmt, wenn sie am WE mehr isst. Ich meine, wenn sie eh schon Kalorien zählt und sich für ihr Essen interessiert, warum das nicht konstruktiv nutzen?


    (Ok, ich weiß ja nicht, wie viel sie da mehr isst, aber halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sie da derart hohe Kalorienmengen zu sich nimmt, dass damit ihr Defizit unter der Woche wieder ausgeglichen wird, sodass insgesamt weder eine Zu- noch eine Abnahme stattfinden würde).


    Ernährungsirrtümer sind weit verbreitet. Dafür muss man nicht bereits essgestört sein. Gibt genügend Menschen jeder Gewichtsklasse, die z.B. fest davon überzeugt sind, dass man nur abnimmt und schlank bleibt, indem man hungert und wenig isstweshalb dünne Menschen in deren Augen quasi auf Dauerdiät sein müssen, und andererseits bereits von einer Tafel Schokolade, einer Pizza etc. zunehmen würde.

    Das *thread sollte da nicht hin.


    Vielleicht rede ja wirklich Chinesisch und kann mich nicht ausdrücken, aber ich meine, dass es nicht so selten und essstörungsspezifisch sein muss, dass jemand, der eine Diät macht, davon überzeugt ist aufgrund von Ernährungsirrtümern, dass er wenn er einmal Kalorienmenge Z hier: 600-700 kcal täglich zu sich nimmt, zum einen nur abnehmen würde, wenn er Z nicht überschreitet, und zum anderen fürchtet zuzunehmen, wenn er Z+ X isst. Also deutlich über Z liegt.


    Das kann zwar bereits gestörtes Denken sein wie es Esssgestörte haben, aber es kann auch auf schlichtes Unwissen über Kalorien/Abnehmen/Ernährung zurückgehen bzw. das gestörte Denken dadurch deutlich begünstigt werden. Ich nehme mich davon übrigens gar nicht aus und habe früher selbst so gedacht. Übrigens auch lange vor der Essstörung. Und Mitschülerinnen, egal ob auf Diät oder nicht, waren da nicht besser informiert. Eher im Gegenteil.


    Vernünftige Informationen dazu zu bekommen, hinter denen eine sachliche Motivation steckt (nämlich Aufklärungswille statt Abschreckung), war enorm hilfreich.

    Na ja egal. Ich werde mir einfach merken, mich nicht mehr zu solchen Themen zu äußern, dann gibts auch keine Missverständnisse oder andere Sachen, die mich ärgern. Danke an alle für eure Beteiligung/Antworten. @:)