Situation mit Vater eskaliert

    Hi, ich sag lieber gleich am Anfang, dass ich hier vor ein paar Wochen schon mal unter einem anderen Namen war. Musste mich nochmal neu anmelden, weil ich mir für den Account damals extra eine neue Mailadresse gemacht habe und in das Konto jetzt nicht mehr reinkomme um das Passwort zurücksetzen. Wenn jemandem Teile dessen, was ich schreibe, bekannt vorkommen, liegt das daran.


    Ich hab hier schon mal über mein problematisches Verhältnis mit meinem Vater geschrieben. Mir geht es nicht darum, hier rumzujammern oder meinem Vater die Schuld an allem zu geben, auch wenn es wahrscheinlich so klingt. Ich hab einfach nur das Bedürfnis, über einige Sachen zu reden und ich hoffe irgendwo die Hoffnung, dass ich besser damit klarkommen würde, wenn mir jemand helfen könnte, meinen Vater besser zu verstehen, damit ich das alles vielleicht nicht mehr so persönlich nehme und dadurch besser mit allem klarkomme.


    Es war schon seit ich mich erinnern kann so, dass mein Vater mich immer falsch verstanden hat, mir böse Absichten vorgeworfen und mich für Dinge bestraft hat, die ich gar nicht getan habe. Das hat dazu geführt, dass ich permanent Angst habe, etwas falsch zu machen, deshalb lieber nichts mache und oft vielleicht auch zu defensiv reagiere.

    Ich bin es gewöhnt, entweder ignoriert oder angebrüllt zu werden. Mein Selbstbewusstsein ist komplett im Arsch.


    Das fing schon an als ich so vier Jahre alt war. Ich hatte ohne böse Absicht etwas scheinbar unpassendes gesagt, woraufhin er mir eine gescheuert hat. Das gleiche als ich mal aus Versehen was kaputt gemacht habe. Kann man in dem Alter überhaupt schon niederträchtige Absichten haben? Meinem Vater zufolge scheinbar schon.

    Für die Entwicklung meines Selbstbewusstseins hat es jedenfalls nichts getan, ständig eine geballert zu bekommen oder angebrüllt zu werden.


    Daraus wurde dann ein Teufelskreis weil ich halt unsicher war, was meinen Vater genervt hat, weshalb er sich aufgeregt hat, weshalb ich noch unsicherer wurde usw.


    Inzwischen ist die Kommunikation zwischen uns gleich null. Wir reden im Grunde nicht miteinander und alle paar Wochen eskaliert es wieder, er scheißt mich total zusammen, ich ziehe mich noch mehr zurück.


    Ich weiß selber, dass das kindisch klingt, aber ich komme mit der ganzen Sache einfach überhaupt nicht mehr klar und ich krieg es auch selber nicht hin, zu kommunizieren, weil ich direkt in diesen Verteidigungsmodus gehe und total dicht mache und kein Wort mehr rausbringe.


    Inzwischen habe ich das Problem auch mit anderen Leuten. Ich traue mich kaum noch, überhaupt was zu sagen, weil es immer falsch verstanden wird und mir falsche Absichten unterstellt werden. Ich weiß nicht, warum das so ist und krieg es deshalb nicht hin, es zu ändern.


    Irgendwie habe ich inzwischen resigniert weil ich oft denke, meine Kommunikatonsfähigkeit ist so gestört, dass da kaum noch was zu retten ist.


    Keine Ahnung. Ich hab einfach keine Lust mehr.

  • 205 Antworten

    Nicht hin kriegen heißt du traust es dir nicht zu?


    Wohnst du noch zu Hause?


    Wie ist dein Verhältnis zu deiner Mutter? Hast du Geschwister?

    Keine Ahnung. Es überfordert mich einfach, das anzugehen. Und weil ich demnächst umzieheund noch nicht genau weiß wohin ist es eh schwierig gerade.


    Ich wohne bei meinem Vater und seiner Freundin.


    Meine Mutter interessiert sich nicht für mich. Hab eine Halbschwester aber die ist viel jünger als ich.

    zieh doch aus , gewinne Abstand, lebe dein eigenes Leben.

    Erkundige dich, was dir finaziell zusteht und löse dich von deinem Vater.

    Da bin ich grade bei (WG-Besichtigungen aber bisher ohne Erfolg). Ändert am Grundproblem trotzdem nichts. Ich kann nicht kommunizieren und fühle mich dauerhaft scheiße

    Und wie sollen wir dir helfen, wenn du dich nicht in psychologische Hilfe begeben möchtest? Dies wurde dir schon so oft nahegelegt und erscheint mir auch als erster, sinniger Schritt, denn du musst erstmal an dir arbeiten.

    Das glaube ich dir! Ist echt ein Päckchen zu tragen!


    Aus Erfahrung kann ich dir nur sagen, man schleppt solche tiefsitzenden Erfahrungen und Verhaltensweisen immer mit sich rum, wenn man sich damit nicht in therapeutische Hände begibt.

    Im Moment scheint dir der Weg nicht gangbar zu sein, dass ist auch verständlich.

    Vielleicht brauchst du erstmal die räumliche Trennung um zu erkennen, dass der Weg Therapie tatsächlich nur für dich ist!


    Ich wünsche dir sehr, dass du aber nicht zu lange damit wartest!

    Deine Überzeugung unsicher zu sein, das falsche zu sagen etc wird immer mal je nach Umständen mehr oder weniger ausgeprägt sein.

    Aber unbewusst wird es dich begleiten und dir das Leben sauer machen.


    Daher wäre es gut, wenn du dich gedanklich schon mal mit einer Therapie anfreundest.


    Fehlt denn nur noch die Wohnung und steht sonst schon alles? Studienplatz, Unterhalt etc?

    Taavi schrieb:

    Hi, ich sag lieber gleich am Anfang, dass ich hier vor ein paar Wochen schon mal unter einem anderen Namen war.

    Ich fürchte dieses Forum ist nicht die richtige Adresse für deine Probleme. Du musst dich an deinem Wohnort nach Unterstützung umsehen. Gibt es soziale Stellen, die Hilfe leisten, ProFamilia, Caritas, Diakonie, Kummertelefone oder andere soziale Einrichtungen oder Träger in deiner Nähe, die Unterstützung bieten?

    Du musst weg von deinem Vater, auf eigenen Beinen stehen, dich abgrenzen.

    Taavi schrieb:

    Irgendwie habe ich inzwischen resigniert weil ich oft denke, meine Kommunikationsfähigkeit ist so gestört, dass da kaum noch was zu retten ist.

    Ich finde, hier konntest du dein Anliegen sehr klar und deutlich kommunizieren. Also zumindest aus dem Beitrag heraus beurteilt, sehe ich dich als sehr kommunikationskompetent. Ja, "im Arsch" oder "scheißt mich zusammen" müsste jetzt vielleicht nicht so plastisch ausgedrückt werden, da würde auch reichen "mein Selbstbewusstsein ist nur noch sehr gering" und "er regiert mit wütenden Beschimpfungen und brüllt mich an."


    Ich finde, du solltest derzeit erstmal nicht versuchen, deinen Vater zu verstehen. Das Verhalten des Vaters, so wie du es schilderst, ist höchst unsozial und ich erspare mir Spekulationen über den oder die Auslöser.


    Studium und WG klingt schon mal super. Wenn es schneller gehen soll: schau mal nach z.B. einem Jugendherbergszimmer oder einem Zimmer in einer Pension.


    Hast du noch andere erwachsene Bezugspersonen? Oma/Opa, Tante/Onkel, Patentante/Patenonkel, einen Freund? Gibt es da welche, wo du dich wohler fühlen würdest und wo du ggf. eine Weile bleiben könntest? Nur zur Überbrückung. Und jemanden, mit dem du auch gern kommunizierst?

    Hast Du Dich mal mit Kafka beschäftigt? Was Du beschreibst, ist sehr kafkaesk.. bestraft werden für etwas was man nicht getan hat, oder ohne überhaupt zu erfahren wofür, wegen Verstoßes gegen Regeln von deren Existenz man nichts wusste oder die so irrational sind, das es gar nicht möglich ist, sie einzuhalten.


    In der Tat ist so etwas dazu geeignet, eine massive Störung der Persönlichkeit hervorzurufen. Obs Dir gefällt oder nicht, das einzige was Dir hilft ist wirklich, das ganze fundiert anzugehen. Die Probleme sind viel zu groß um sie ohne professionelle Hilfe in den Griff zu kriegen.


    Wichtig ist dann vor allem auch Abstand. Dringend da raus, sich diesem System entziehen, am besten weit weg, und natürlich eine Therapie.


    Einen Versuch der direkten Kommunikation mit dem Vater kannst Du Dir tatsächlich sparen. Einsicht wird sich nicht einstellen und es wird Dir immer wieder nur aufs neue weh tun.