Soll ich zum Psychologen?

    Hi,


    ich bin männlich und 25 Jahre alt.


    Ich war noch bis vor Kurzem in Therapie, habe es allerdings abgebrochen weil mir der Psychotherapeut nur einen Haufen Medikamente verschrieben hat die nichts bewirkt haben.


    Citalopram, Venlafaxin und Fluoxetin.


    Die haben in versch. Mengen und Dosierungen absolut gar nichts gebracht außer neon gelben Urin und erektile Disfunktion.


    Mein Psychotherapeut hat sich auch nur auf einen Aspekt konzentriert, und zwar meinen Motivationsmangel zu kurieren.


    Wahrscheinlich um mich in ein produktives Arbeiterbienchen zu verwandeln...die braucht ja der Staat.


    Auf alle anderen Probleme ist er nie eingegangen.


    Ich habe keinerlei Freude am Leben, keine Hobbies, keine Freunde oder Bekannten, keine Beziehungen, keine Interessen und kein Wille zu leben.


    Warum?


    Weil ich unsere Gesellschaft hasse, die Menschheit verachte und weder an Erfolg, Macht oder Reichtum interessiert bin.


    Ich will niemanden in meinem Leben, ich will keine Freunde, ich will keine Beziehung und ich will keine Kinder.


    Ich habe kein Interesse an Politik, Mode, Social Media, Trends, TV, YouTube, Musik, Alkohol, Drogen oder was auch immer gerade angesagt ist.


    Ich habe auch nicht vor etwas daran zu ändern, denn unglücklich oder traurig bin ich nicht...ich habe einfach kein Verlangen nach irgendwas...ich bin einfach nur leer, neutral, nichts fühlend.


    Meine Verachtung geht soweit dass ich Schwierigkeiten habe das Haus zu verlassen weil mich andere Menschen einfach nur ankotzen.


    Sie stehen im Weg, nehmen Platz weg, gucken einen dumm an und es sind einfach zu viele.


    Ich habe schon 5 Tage einfach nichts gegessen weil ich mich nicht dazu bringen konnte die Wohnung zu verlassen und einkaufen zu gehen.


    Ich schlafe und esse gerne. Essen schmeckt und Schlafen ist schön ruhig, entspannend und unkompliziert.


    Ich rege mich nämlich sehr leicht auf und würde am liebsten die gesamte Menschheit wegbomben.


    Meine Aggressions"probleme" (ich seh darin kein Problem) führen dazu dass ich bei Lapalien wütend werde und Sachen kaputt mache und gegen Wände boxe, z.B. wenn mir irgendwas runterfällt oder ich mich stoße.


    Mir ist das Leben einfach zu anstrengend und kompliziert.


    Ich würde mich tierisch freuen wenn ich bei irgendwie ums Leben kommen würde, dann wäre mir das alles erspart und diese Farce ist endlich vorbei.


    Einziger Dorn im Auge sind meine Eltern, die wären wahrscheinlich sehr traurig wenn ich sterben würde, deshalb habe ich mich auch noch nicht umgebracht.


    Ich sehe einfach keinen Sinn im Leben, wozu mich verstellen und normale Menschen "imitieren" um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden wenn ich doch eh irgendwann sterben werde.


    Außerdem will ich gar nicht akzeptiert werden, ich hasse Menschen und gebe einen Scheiß auf den ihre Meinungen.


    Ich habe halt nur Schwierigkeiten meinen Unterhalt zu bestreiten wenn ich mich nicht verstelle.


    Ich beziehe seit einem Monat ALG I (vorher Krankengeld) und muss mich ständig auf jedes Drecksangebot bewerben und so tun als wenn ich hochmotiviert und äußerst interessiert wäre.


    Dass schaffe ich nach 7 Jahren einfach nicht mehr und gehe einfach nicht mehr zu Bewerbungsgesprächen falls ich eingeladen werden.


    Ich kann und will einfach nicht mit Menschen interagieren. Ich kann kein Small Talk und freundliches offenes Auftreten ist einfach gegen meine Natur.


    Sollen die mir halt irgendeine stumpfe Arbeit ohne Menschen geben.


    Ich sehe das Leben einfach nur als sinnlos an und sehe nicht ein mir Mühe zu geben für Vergänglichkeiten wie Karriere, Freundschaften usw.


    Im Grunde warte ich nur darauf dass meine Eltern mal abnippeln damit ich ohne schlechtes Gewissen endlich alles beenden kann.


    Ich sehe die Welt wie Sie wirklich ist und passe einfach nicht in die Gesellschaft weil ich komplett anders bin als alle anderen.


    Früher war das Leben noch viel unkomplizierter.


    Holzhütte in der Wildnis, Holz hacken, Gemüse anbauen, jagen und fertig ist die Kiste - entweder du überlebst oder nicht.


    Nur leider habe ich kein Geld um Land zu kaufen, ein Haus zu bauen, Genehmigungen und Lizenzen einzuholen nur um dann trotzdem bei Lidl einkaufen zu müssen weil das Flusswasser untrinkbar und das Jagen/Fischen verboten ist.


    Ich hab einfach kein Bock mehr.

  • 30 Antworten

    Bei so viel Hass auf sich selbst und das Leben und andere Menschen wird sich der Hass auch auf einen Therapeuten beziehen,


    ich empfehle zwar einen, aber bei Nichteinbringenwollen sehe ich das als völlig nutzlose Maßnahme an.


    Du beschreibst Dich als aggressiv. Liest sich alles auch so.


    Aber eigentlich ist der Mensch von Natur aus so, er möchte geliebt werden.... Das scheint tief verschüttet zu sein....

    Klingt nach einer Depression. Warum haben die Medis bei dir nicht angeschlagen? Hast du sie nicht lange genug genommen, oder zeigte keines davon auch nach mehreren Wochen Einnahme eine spürbare Wirkung?


    Ein Psychologe wird sich in deinem Fall sehr schwer tun, denn deine Depression hat eine körperlich-biologische Ursache, nämlich eine Störung im Hormonhaushalt in deinem Gehirn. Das ist keine Frage von schlechter Laune und Unlust, sondern in schwerer Form zuerst ein körperliches Problem. Schau mal, was es für Angebote für Depressionskranke in deiner Nähe gibt, eventuell eine Fachambulanz an einem Krankenhaus.


    Wenn deine Gefühle wieder richtig funktionieren, kriegst du auch wieder Spaß und Lust am Leben. Etwas Zeit wird es allerdings brauchen.

    Ich habe ja auch keine Depression, vllt. eine Persönlichkeitsstörung oder einfach nur Nihilist/Misantroph etc.


    Ich habe diese Medikamente von Mitte Juni bis Ende September genommen.


    Sie haben nicht gewirkt, da ich keine Hormonstörung habe.


    Warum muss immer alles eine Depression sein und mit Pillen behandelt werden?


    Kennt sich die Menschheit immer noch so wenig mit Gehirnen aus?

    Zitat

    Sie haben nicht gewirkt, da ich keine Hormonstörung habe.

    Umgekehrt wird mMn eher ein Schuh draus. Hast du das bei einem Endokrinologen abklären lassen? In deinem anderen Faden schreibst du über dein erhöhtes Schmerzempfinden, das kann durchaus hormonell bedingt sein. Natürlich ist eine Depression keine reine Hormonstörung, aber für ein gesund funktionierendes Gehirn ist ein ausgeglichener Hormonhaushalt nötig. So viel ist bekannt, auch wenn man vieles noch nicht weiß.

    Zitat

    Ich war noch bis vor Kurzem in Therapie, habe es allerdings abgebrochen weil mir der Psychotherapeut nur einen Haufen Medikamente verschrieben hat die nichts bewirkt haben.

    Zitat

    Weil ich unsere Gesellschaft hasse, die Menschheit verachte..

    Zitat

    .ich bin einfach nur leer, neutral, nichts fühlend....

    Zitat

    Ich habe keinerlei Freude am Leben, keine Hobbies, keine Freunde oder Bekannten, keine Beziehungen, keine Interessen und kein Wille zu leben.

    Zitat

    ich hasse Menschen und gebe einen Scheiß auf den ihre Meinungen.

    Zitat

    Meine Aggressions"probleme" (ich seh darin kein Problem) führen dazu dass ich bei Lapalien wütend werde und Sachen kaputt mache

    Zitat

    am liebsten die gesamte Menschheit wegbomben.

    Zitat

    gehe einfach nicht mehr zu Bewerbungsgesprächen falls ich eingeladen werden.

    Es ist zu überlegen ob eine ambulante Therapie dir wirklich Helfen kann. Ich denke das in deinem Fall eine stationäre Psychiatrie sinnvoller ist.


    Besprich das mal mit deinem Hausarzt bzgl einer Einweisung in eine Klinik.


    Vorausgesetzt das du etwas an deiner Situation verändern und auch Hilfe in Anspruch nehmen möchtest.

    Hi,

    Zitat

    Ich war noch bis vor Kurzem in Therapie, habe es allerdings abgebrochen weil mir der Psychotherapeut nur einen Haufen Medikamente verschrieben hat die nichts bewirkt haben.


    Citalopram, Venlafaxin und Fluoxetin.


    Die haben in versch. Mengen und Dosierungen absolut gar nichts gebracht außer neon gelben Urin und erektile Disfunktion.

    Hat er das so beurteilt, dass die nix bringen? Hast du die Behandlung vorzeitig abgebrochen, oder erst auf anraten des Arztes? Wie lange hast du die Medikamente jeweils ausprobiert?

    Zitat

    Mein Psychotherapeut hat sich auch nur auf einen Aspekt konzentriert, und zwar meinen Motivationsmangel zu kurieren.


    Wahrscheinlich um mich in ein produktives Arbeiterbienchen zu verwandeln...die braucht ja der Staat.


    Auf alle anderen Probleme ist er nie eingegangen.

    Man geht nur in Psychotherapie, wenn man bereits einen Job hat. Denn sonst dreht sich in der Therapie alles nur darum, dich zum Arbeiten zu bringen, da hast du recht. Letztlich ist das ja auch die Aufgabe eines Therapeuten: Menschen arbeitsfähig zu machen.

    Zitat

    Ich habe auch nicht vor etwas daran zu ändern, denn unglücklich oder traurig bin ich nicht...ich habe einfach kein Verlangen nach irgendwas...ich bin einfach nur leer, neutral, nichts fühlend.

    ->

    Zitat

    Meine Verachtung [...]

    Ja was denn nun? Kannst du das erläutern?


    Ansonsten kann ich viel von mir in deinem Text wiedererkennen. Bis auf den Todeswunsch und diese Art des Hasses auf die Gesellschaft.

    Ich frage mich hier, was dich so verbittert hat werden lassen.


    Und gerade dieses Gefühl von Leere spricht sehr für Depressionen.


    Du scheinst momentan sehr überfordert mit allem zu sein.


    Du scheinst auf dem Trip zu sein, lasst mich bloß alle in Ruhe.


    Du hast momentan offensichtlich das Gefühl dass du das für Andre machen sollst.


    Und solange du das denkst bringt da eine Therapie nicht viel.


    Und dass ein Therapeut jemanden arbeitsfähig macht hat nichts damit zu tun,


    dass der Staat fleißige Arbeiterbienen braucht.


    Wer es schafft arbeiten zu gehen bekommt auch sonst sein Leben eher auf die Reihe.


    Man hat Hobbys, trifft sich mit Leuten hat Sozialkontakte und gammelt nicht nachts vor dem PC herum um tagsüber zu schlafen.


    Ich denke hier wären Antidepressiva und Therapie nicht verkehrt.


    Was für Erwartungen hast du denn an Antidepressiva?


    Antidepressiva sollen dafür sorgen, dass du dich wohl in deiner Haut fühlst und dein Leben als schön empfindest.


    Die sollen einfach verhindern, dass du in "tiefe Löcher" fällst und dich über Stunden nur Scheiße fühlst.

    Zitat

    Meine Aggressions"probleme" (ich seh darin kein Problem) führen dazu dass ich bei Lapalien wütend werde und Sachen kaputt mache und gegen Wände boxe, z.B. wenn mir irgendwas runterfällt oder ich mich stoße.

    Und Du siehst darin kein Problem? ???

    Zitat

    Früher war das Leben noch viel unkomplizierter.

    Da irrst Du Dich gewaltig.


    M.E. bist Du ein klarer Fall für einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, was Dir aber nur dann etwas bringen wird, wenn Du an Dir selbst arbeiten möchtest. So, wie Du Dich äußerst, willst Du aber gar nichts an/in Dir verändern. Was sollen wir Dir also raten?

    Es tut mir leid, dass du als Kind anscheinend keine Liebe erfahren hast und deswegen einen tiefen Hass gegen alles und alle inklusive dir selbst (auch wenn du es verneinst) hegst.


    Wenn dir die Meinung der Leute scheißegal ist, wozu fragst du dann hier, ob du in Therapie sollst? Wenn du glücklich bist, wie du lebst und keinem anderen Menschen damit leid zufügst, wozu fragst du dann, ob du in Therapie sollst?


    Wenn du ganz tief in dich blickst und den Mut hast, es vor dir selbst zuzugeben, wirst du merken, dass du eigentlich ein tief unglücklicher Mensch bist, der sich nie geliebt gefühlt hat. Die Frage ist, ob du etwas daran ändern willst, und zwar aus dir heraus. Wenn nein, dann lass es bleiben.

    @ madani

    Ich kann jedes Wort von dem was du geschrieben hast, nachvollziehen. Befinde mich zur Zeit in einer fast zu 100 % gleichen Situation. Darüber hinaus wurde auch bei mir oft versucht, alles mit Tabletten zu lösen, Hauptsache ich bin irgendwie arbeitsfähig... >:(


    Irgendjemand schrieb sinngemäß ein paar Beiträge vorher, dass wenn man arbeitet, man auch sonst andere Dinge auf die Reihe bekommt. Dazu muss ich sagen, dass man das nicht pauschalisieren kann. Bei mir hat diese Sichtweise dazu geführt, dass ich noch 2 Jahre länger arbeiten konnte, aber währenddessen nur noch einen Hass geschoben habe und außerhalb der Arbeit absolut nichts mehr gemacht habe.


    Jetzt bekomme ich im Moment ebenfalls Krankengeld und mir dreht sich schon der Magen um, wenn ich daran denke, wieder von einem Vorstellungsgespräch zum nächsten zu gehen, wo ich dann mich selbst verleugnen muss.


    Sorry, ich schweife ab |-o Jedenfalls... meine Einschätzung ist, dass es wahrscheinlich hilfreich ist, noch einmal eine Therapie zu machen, allerdings bei einem Therapeuten, der dich wirklich versteht. Der anstatt dir Tabletten zu verschreiben, vielmehr nach der Ursache für diese Gedanken und Gefühle auf den Grund geht. Ich habe jetzt nach sehr langem Suchen eine Therapeutin gefunden, die mir wirklich zuhört und hoffe, dass es mir durch die Therapie besser gehen wird (stehe noch am Anfang).


    Tabletten schlucken ist nichts für jeden, vor allem weil du es ja eben schon probiert hast. Gib die Hoffnung nicht auf, irgendwo findet sich jemand, der dich versteht.