Beim Lesen diverser Beiträge scheint es mir, dass das Wesen einer psychischen Erkrankung für den Betroffenen ebenso wie für Außenstehende schwer zu fassen ist.


    Wie einfach ist es doch, wenn sich jemand den Fuß bricht. Hergang ist klar, Bruch ist im Röntgen sichtbar, Gips wird angelegt, jeder sieht und weiß, was da los ist und in zwei drei Wochen ist der Knochen wieder zusammen gewachsen.


    Völlig anders verhält es sich bei psychischen Erkrankungen, falls man sie denn überhaupt als Erkrankung versteht.


    Die Symptome sind hier ganz andere und auch nicht immer als Symptom erkennbar oder auszumachen.


    Der Eingangspost des TE kann hier jedoch bereits als Symptom einer psychischen Erkrankung betrachtet werden, ganz einfach deshalb, weil i.d.R. niemand einen Menschen kennt, der sich bei gesunder Psyche, auf diese Art und Weise äußern würde. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir i.d.R. Freude bei dem empfinden können, bei dem was wir tun, bei dem was uns Spaß macht. Dafür hat die Natur die (Glücks-)Hormone "erfunden" und die machen ihren Job normalerweise auch gut und zuverlässig.


    Nun können sich die Hormone zwar kein Bein brechen, allerdings kann es bei deren Produktion und späteren Funktion zu verschiedensten Störungen kommen. Dazu muss man wissen, dass Hormone unser Denken und Verhalten steuern, ohne dass uns dies bewusst ist, selbst beobachten können wir es allerdings durchaus.


    Eine Depression ist wie wenn der Saft ausgeht oder jemand den Stecker zieht. Das Gehirn arbeitet zwar weiter, allerdings nur mehr im Leerlauf, Kraft und Antrieb sind weg, da hilft auch kein gut Zureden.


    Insofern bringt es null komma null, einem Depressiven Faulheit vorzuwerfen, ohne Hilfe von außen kommt er nicht mehr in Gang. Er benötigt professionelle Hilfe, zu der muss er sich allerdings hin begeben, das ist die Hürde, dazu sollte man ihn motivieren und unterstützen.


    Dass es dann immer noch schwierig ist, die richtige Behandlung und den richtigen Therapeuten zu finden, steht auf einem anderen Blatt. Um wieder Lebensqualität und Freude im Leben zu genießen, ist es unumgänglich.


    Über 10 000 Menschen jährlich schaffen dies leider nicht, so hoch ist nämlich die ziemlich konstante Zahl der Selbstmordrate in Deutschland.