Soziale Phobien und Andere...

    Hallo liebe User,


    erst seit kurzem habe ich einen Namen, für eine meiner Baustellen. Er lautet: Soziale Phobien!


    Es war für mich schon immer sehr schwierig, soziale Kontakte über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Ich habe zwar Freunde, aber nur wenige und darunter auch viele, die ich nur sporadisch sehe. Damit komme ich gut klar. Alles Andere wird mir ganz schnell zuviel, ich fühle mich völlig überfordert, über die Maßen gestresst und rutsche dann ganz schnell in depressive Phasen ab und ziehe mich zurück. Geht dann einfach nicht anders.


    Seit Jahren habe ich u. a. auch Probleme, in Gesellschaft zu essen. Das wurde durch eine (mitlerweile chronische) Gastritis leider noch verstärkt. Zuletzt war es jetzt so, dass ich gar nicht mehr schlucken konnte. Der Schluckreflex hat einfach versagt und ich bekam erst recht große Panik, so dass ich Essenseinladungen etc.. nun wirklich nur noch mit Horror begegnen konnte. War früher auch schon immer Stress für mich, aber ich wußte nie wirklich warum. Mir wurde immer schon speiübel, wenn ich nur daran dachte..


    Inzwischen nehme ich Opipramol und es geht etwas besser. Ich kann auch mal wieder ausserhalb was essen, aber ich muss nach wie vor aufpassen und es ist großer Stress für mich.


    Freundschaftliche Kontakte sind auf ein Minimum reduziert, weil mich nach wie vor alles überfordert und stresst, ich brauche sehr viel Ruhe. Ich arbeite Vollzeit und habe ein zeitintensives Hobby, darüber hinaus ist alles einfach viel zu viel. Auch wenn ich einen schönen Abend mit meiner Freundin bei Pizza und schönem Film dann doch geniessen kann (bis auf's Essen), wenn ich einmal da bin.


    Kurzum.. alles was vom üblichen Alltag abweicht, ist Stress für die Psyche und führt immer und immer wieder in Erschöpfungsphasen, in denen ich am liebsten nur im Bett bleiben möchte. Bin dann auch natürlich deswegen häufig krankgeschrieben. Der Antrag auf Schwerbehinderung läuft (nicht nur wegen der Psyche) und mein Psychiater unterstützt mich da.


    Wem geht es genauso? Vielleicht mag sich jemand austauschen? Egal ob Soziale Phobie, oder sonstige Phobien (von denen ich auch noch welche zu bieten hätte ;-) ).


    Wie geht es euch damit? Wie meistert ihr euren Alltag und vor allem, wie meistert ihr Situationen, die eben nicht Alltag sind?


    Liebe Grüße


    PradaTeufel

  • 9 Antworten

    Hallo,


    geht mir bis auf das ess prob. genauso. Glaube ich bin eine schizoide Persönlichkeit.


    Grüße Dirk

    Hallo Diek,


    vermutest du das "nur" selbst, oder gibt es einen ärztlichen Verdacht?


    Wie dem auch sei, schlimm genug wenn die Psyche einen krank macht. Aber irgendwie ist es doch gut zu wissen, dass man mit diesem Problem nicht alleine ist.... @:)


    Liebe Grüße


    Prada

    Huhu Prada *:)


    Das mit dem Essen kenne ich auch. Es ist ein Übrigbleibsel von Panikattacken die ich mal hatte. Ich versuche da zwecks Essen in Gesellschaft in Übung zu bleiben. War Freitag bei ner Feier und das 4 Gänge Menü war lecker, ich konnte problemlos essen. Treffen ne Woche vorher mit Freundinnen war Essen kaum möglich.

    Huhu sweeny *:)


    Ich hoffe, ich komme irgendwann auch an den Punkt, wo mir das keine Panik mehr macht. Panikattacken etc.. kenne ich ja zur Genüge. Momentan durch das Medikament ist es auch etwas besser. Davor hatte ich sogar zu Hause solche Probleme, dass ich hungrig vor dem vollen Teller saß und einfach nur noch geheult hab. Das war dann der Punkt, wo ich mir nach über 16 Jahren dann doch etwas hab verschreiben lassen. Obwohl ich davor auch große Angst hatte. Die Einschleichphase war dann auch kein Spaziergang, aber ich bin froh das ich es gemacht habe. Momentan möchte ich auch auf keinen Fall absetzen, weil ich zu große Angst hätte, es wird wieder SO schlimm.


    Liebe Grüße


    Prada

    Ach herrje, das kenne ich. :)_


    Prada, es macht die Übung. Ich bin lange immer in diese Situation gegangen. Jetzt habe ich sogar meine Flugangst überwunden. :)z. Auch gehen mein Mann und ich vermehrt irgendwo hin zum Essen eben um in Übung zu bleiben. Manchmal brauche ich da etwas Zeit und es dauert länger bis ich entspannt bin. Er ist da aber total cool und lässt mir die Zeit auch damit ich mich entspannen kann. Er sagt auch keinen Ton was es dann einfach für mich macht.


    Manchmal schaffe ich auch nur ein paar Bissen und dann ist das auch ok.


    Beim Mädelsabend ging's daneben weil alle schon regelrecht am lauern waren. Ich hatte es da seit langer Zeit probieren wollen und Essen bestellt. Natürlich haben sie mich darauf angesprochen und schon war fertig. ;-D


    Ich gebe ihnen nicht die Schuld. Sie können damit schlicht und ergreifend nicht umgehen. Das ist ok.

    Weist du wo deine Panik herkommt ? Ich war insgesamt6 Jahre in Therapie. Das war hart aber mir war klar das ich mich meiner Vergangenheit stellen muss da ich die Panikattacken sonst nie los werden würde.


    Mittlerweile hatte ich seit 10 Jahren keine mehr :)-

    Was mir in akuten Panikattacken geholfen hat war mich hinzulegen und die anzunehmen. Das schlimmst ist die Angst vor der Angst. Die Panik anzunehmen ist nicht ganz einfach, erfordert etwas Übung. Ich habe mir dann gesagt - ich bin bereit für dich. Wenn du denkst du musst jetzt kommen dann tu das. Irgendwann kamen die aber nicht mehr. Am besten geht das bevor die Attacke da ist. Die kündigen sich an.

    Ich weiß, die Übung macht es.. Aber es ist natürlich schwer, die Angst vor der Angst ist groß. Und bei mir ist es nicht mehr so, dass ich die Panikattacken einfach so zu Hause bekomme, das habe ich nur noch sehr, sehr selten. Es sind Situationen, die nicht zu meinem Alltag gehören und davon gibt es verdammt viele.


    Mein Freund und ich gehen auch immer wieder auswärts essen, um zu üben. Das mache ich aber momentan wirklich nur mit ihm, nicht mit Freunden o. ä. Das würde schiefgehen und mich wieder zurückwerfen. Wenn's mit meinem Freund zusammen besser klappt, werde ich aber auch wieder mit meiner besten Freundin z. B. mal was essen gehen. Sie weiß Bescheid und hat Verständnis dafür, aber trotzdem tu ich mich sehr schwer damit.


    Ja ich weiß sehr genau, woher die Panik kommt und habe schon sehr viel daran gearbeitet. Ich mache momentan Therapie Nummer 5 seit dem Jahr 2000. Als ich angefangen habe war es so schlimm, dass ich meine Wohnung kaum noch verlassen konnte und die Panikattacken kamen unvermittelt einfach so, vor allem am Abend.


    Es ist aber in all den Jahren nicht wirklich besser geworden, nur eben anders. Wobei ich auch immer mal sehr, sehr gute Phasen habe und ich dachte schon häufig, dass ich den Mist nun los sei. Aber sobald es wieder stressig wird, kommt auch die Panik wieder. Das Jahr 2016 fing aber auch besonders unschön an. Da hab ich wieder ein Trauma mitbekommen.


    Das habe ich aber glaube ich ganz gut aufarbeiten können. Das Jahr war aber insgesamt sehr turbulent und es kam eigentlich keine Zeit zum Durchatmen. Ich fühl mich total ausgebrannt und dann lässt die Panik eben auch wieder grüßen..


    Ich finde es toll, dass du dich deinen Ängsten stellen und sie dadurch überwinden konntest! Flugangst habe ich z. B. auch. Aber ich würde wohl trotzdem wieder fliegen. Der letzte Flug ist schon eine Weile her, aber den habe ich gut gemeistert. Das ist eine positive Erfahrung und die würde ich in den nächsten Flug mitnehmen können.


    Liebe Grüße


    Prada