Stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie - Wie sind eure Erfahrungen?

    Wollte gerne meine Erfahrungen teilen und auch anderen Mut machen, die schon jahrelang psychische Probleme (bei mir Major Depression/Ängste/Zwänge..) haben, den Schritt stationär zu gehen unbedingt zu wagen! :)^


    Ich bin jetzt seit drei Wochen in der Klinik und muss sagen, es war die Beste Entscheidung überhaupt.

    Das neue Medikament auf das ich zusätzlich noch eingestellt wurde vertrage ich bislang gut. [...]

    Die Therapien tun mir sowohl körperlich als auch seelisch sehr, sehr gut.

    Jeden Morgen steht eine Stunde Fitnessraum auf dem Plan.

    Daneben Einzel- und Gruppentherapie, Ergotherapie, Psychoedukation und Achtsamkeit. Ebenso eine ACT Gruppe (Akzeptanz und Commitment).


    Ich kann nur jedem dazu raten. Sehe endlich wieder Licht am Ende des Runnels und frage mich eigentlich nur noch warum ich das nicht VIEL früher gemacht habe.

  • 10 Antworten

    das klingt ja auch gut. Allerdings scheint die Qualität da stark schwankend zu sein, man liest häufig auch viel negativere Geschichten (vor allem, dass die eigentliche Therapie - da scheint bei Dir ja viel zu passieren - viel zu kurz kommt).

    Finde ich toll dass du mal was positives berichtest.

    Leider liest man im Netz viel Schlechtes, wer gutes zu berichten hätte schweigt oft.

    Ich denke wie gut oder schlecht die Erfahrungen sind hängt unter anderen davon ab, welche Diagnose man hat und in welcher Psychiatrie man landet.

    Magst du vielleicht berichten in welcher Klinik du zur Zeit bist?

    Damit könntest du anderen helfen die den Schritt noch vor sich haben.

    Gerne! Ich bin in der Freiburger Uniklinik.

    Eingangs wurden EKG, EEG und ein MRT des Kopfes gemacht, um organische Ursachen ausschließen zu können.

    Die Blutwerte werden jede Woche gecheckt, ebenso der Spiegel des Medikament oder der Medikamente im Blut. Ich kann die Klinik wirklich sehr empfehlen. Die Chefärztin wurde bereits zum dritten Mal hintereinander vom Burda Verlag unter Deutschlands Top Mediziner gewählt und ausgezeichnet.

    Jeden Tag hat man ein zehn Minütiges bis viertelstündiges Gespräch mit der Oberärztin und der Stationsärztin, einmal die Woche ein Konzil mit den Ärzten, dem zuständigen Psychologen, der Sozialarbeiterin, dem Physiotherapeuten und der Bezugskrankenpflegerin.

    Verbena1 schrieb:

    Wollte gerne meine Erfahrungen teilen und auch anderen Mut machen, die schon jahrelang psychische Probleme (bei mir Major Depression/Ängste/Zwänge..) haben, den Schritt stationär zu gehen unbedingt zu wagen! :)^

    :)^:)^


    Das finde ich sehr gut das du deine Erfahrungen teilst und das betroffene lesen können das eine Therapie Sinn macht und helfen kann wenn man Angststörungen ect hat.

  • Noomyia

    Hat den Titel des Themas von „Psychiatrie Erfahrungen“ zu „Stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie - Wie sind eure Erfahrungen?“ geändert.

    Ich glaube, es kommt da wirklich sehr auf die Klinik an, ob einem gut geholfen werden kann. Auch muss man schauen, ob man der Typ für einen Klinikaufenthalt ist. Klar, bevor man sich was antut sollte man immer in die Klinik gehen. Aber es gibt auch Menschen, die von einer ambulanten Therapie weit mehr profitieren.

    Hallo Verbena1!


    Ich bin auch vor 2 Jahren für 4 Wochen im Krankenhaus auf der offenen psychiatrischen Station gewesen. Dort gab es auch Ergotherapie, Bewegungstherapie, Psychoedukation, Musiktherapie und Kunsttherapie. Gespräche mit den Ärzten gab es nur einmal pro Woche.


    Ich würde sagen, dass der Aufenthalt dort eine wichtige Erfahrung für mich war und dass ich die Therapien nicht schlecht fand. Nur haben sie mir in Bezug auf meine psychischen Probleme wenig geholfen, da es eher Beschäftigungstherapien waren. Ich hatte erwartet, dass es mehr individuelle Gespräche mit den Therapeuten gab, damit man besser an seinen Problemen (Psychose, Zwänge) arbeiten konnte. Statt dessen wurde man nur medikamentös eingestellt.


    Daher würde ich grundsätzlich eher einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik empfehlen, da dort besser an den individuellen Problemen der einzelnen Patienten gearbeitet wird.


    Viele liebe Grüße

    von Schmetterling@:)