@ future

    wenn du ernsthaft erkrankt bist und das sieht so bei dir aus brauchst du keine Angst vor einer Exmatrikulation zu haben. Allerdings brauchst du einen Nachweis. Schon alleine deswegen wäre ein Gang zum Psychiater oder Neurologen wichtig. Ein Psychiater verschreibt in akuten Fällen auch ein AD kombiniert mit einem Beruhigungsmittel, was einem zunächst die Ängste nimmt, zudem kann er beurteilen ob eine stationäre Aufnahme sinnvoll ist.

    Der absolute Kracher:


    War eben bei meinem Hausarzt und hab ihm meine Lage geschildert...und das einzige was er macht ist mir einen Krankenschein für heute zu geben.


    Hab ihm gesagt, dass ich auf Grund eines traumatischen Erlebnisses, dass 3,5 Jahre zurückliegt psychische Beschwerden habe: Lustlosigkeit, keine Lebensfreude, keine Selbstvertrauen, Soziale Isolation. Und das ich eben bis letzte Woche meine Klausuren hatte und heute hätte anfangen sollen, aber einfach nicht konnte, weil ich die letzte Nacht garnicht und die letzten beiden Nächte zusammen vllt. grade mal 7 Stunden geschlafen hab.


    Und was mach er? Er gibt mit tatsächlich nur einen Krankenschein und das wars. Wenn ich was für länger brauchen sollte, soll ich wiederkommen.


    Bin daraufhin direkt noch zu nem anderen, der hat gesagt, dass muss sich n Psychologe anschauen, dann hat er noch Blutdruck gemesser, der viel zu hoch war (170 – 90) und verschrieb mir da erstmal Tabletten und Johanniskraut – viel Ruhe und Sport soll ich machen.


    Am Mittwoch soll ich dann nochmal kommen und dann schauen wir, was für weitere Tests wir machen.


    Von nem Psychologen hat er noch nix gesagt, also nicht direkt ne Überweisung oder ähnliches, warum nicht? Und Psychiater zwecks Medikation auch nichts...


    Alles ein wenig verwirrend. Jetzt steh ich wieder bisschen alleine da.


    Ich habe das komplette Trauma, also die ganze Geschichte, wie es angefangen hat, welche Symptome wann wie und wo aufgetreten sind und ganz einfach alles was in den letzten 3,5 Jahren in meinem Leben diesbezüglich wichtiges passiert ist in einem umfangreichen Brief (14 Seiten) zusammengeschrieben.


    Jetzt habe ich ja eine Liste von Psychotherapeuten von meiner Krankenkasse bekommen. Meint ihr es ist gut, wenn ich diesen Brief mit meiner bitte um einen Therapieplatz an die ganzen Therapeuten schicke? Natürlich auch mit der bitte um Rückantwort.


    Dann hätte theoretisch jeder Therapeut die Zeit dazu sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dann selbst entscheiden ob er mit therapieren möchte oder nicht.


    Zudem würde es mir den Einstieg in die Therapie sehr erleichtern, da das Thema sehr persönlich ist, es sich auch um Sexualität dreht und mir persönlich einfach unendlich peinlich ist, zumal ich Öffentlich mit der Geschichte aufgezogen wurde, was wahrscheinlich erst das Trauma ausgelöst hat.


    Was haltet ihr von dieser Idee? Die Therapeuten telefonisch zu erreichen gestaltet sich ja immer ungemein schwer und raubt mir jeden verbleibenden Nerv. So würde mir die ganze Sache etwas leichter fallen.


    Gruß future

    Zitat

    Jetzt habe ich ja eine Liste von Psychotherapeuten von meiner Krankenkasse bekommen. Meint ihr es ist gut, wenn ich diesen Brief mit meiner bitte um einen Therapieplatz an die ganzen Therapeuten schicke? Natürlich auch mit der bitte um Rückantwort.


    Dann hätte theoretisch jeder Therapeut die Zeit dazu sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dann selbst entscheiden ob er mit therapieren möchte oder nicht.

    Die Zeit, einen 14-Seitigen Brief zu lesen, wird sich wohl (denke ich) keiner nehmen. Vor allem wirst du dadurch auch nicht schneller an einen Therapieplatz kommen. Wenn kein Platz frei ist, ist keiner frei oder, wenn du auf eine Warteliste kommst, wird man dich auch nicht schneller dran nehmen.


    Es hat auch keinen Sinn, dass dann jeder x-beliebige Psychotherapeut bis ins Deteil über dein Problem bescheid weiß. Ob sie dich behandeln wollen/können, kann auch kurz telefonisch geklärt werden. Aber da musst du dich kurz fassen und kannst nicht so sehr ins Detail gehen. Sag einfach, dass du gerne eine Therapei machen möchtest und, wenn man dich fragt warum, dann sag, dass bei dir wahrscheinlich eine Depression vorliegt welche eventuell durch ein sexuelles Trauma ausgelöst wurde. Mehr musst du dazu erst mal nicht sagen. Alles weitere kann dann in einem Vorgespräch bei einem Psychotherapeut deiner Wahl klären.


    Die Vorgespräche dienen auch dazu, um zu sehen, ob du und der Psychotherapeut einen guten Draht zueinder habt. Ist der Therapeut dir unsympathisch, gehst du eben zu einem anderen. es kann auch sein, dass der Therapeut mit dir nicht klar kommt und dich bittet, zu einem Kollegen zu gehen.

    Zitat

    Die Therapeuten telefonisch zu erreichen gestaltet sich ja immer ungemein schwer und raubt mir jeden verbleibenden Nerv.

    Viele haben einen Anrufbeantworter. Sprich da drauf und bitte um Rückruf. Dann wird man sich gegebenenfalls zurück melden. Meist sprechen die Therapeuten auch auf dem AB, ob überaupt noch Therapieplätze frei sind. Wenn nicht, kann man den Therapeuten erst mal abhaken. Manche Therapeuten teilen auch über den AB mit, an welchen Tag und zu welcher Uhrzeit sie telefonisch erreichbar sind. Dann schreibt man sich das auf und meldet sich dann eben an besagten Tag telefonisch.


    Ich fand das, als ich nach einen Therapeuten suchte, jetzt nicht so kompliziert und zeitaufwendig.


    Weiter könnte vielleicht dies noch interessant für dich sein (insbesondere der letzte Absatz):

    Quelle: http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/psychotherapie-326.html

    @ future

    parvati hat Recht Psychotherapeuten haben fast immer einen Anrufbeantworter , damit sie in ihren 1-2 Stündigen Sitzungen nicht gestört sind. Man spricht drauf und bekommt dann einen Rückruf, falls sie einen Termin frei haben lernt man sich in 2 Sitzungen kennen und entscheidet beidseitig ob es passt.


    Psychologen wollen meist immer ein persönliches Gespräch.


    Die Erfahrung habe ich schon mit zweien gemacht.

    Was ich auch noch sagen wollte: Jeder psychisch Kranke empfindet sein Problem erstmal als extrem dringlich. Leider ist das bei fast allen Leuten so, die sich therapeutische Hilfe suchen, die sind alle mehr oder weniger in psychischer Ausnahmesituation und wollen – nach dem Entschluss sich fachliche Hilfe zu suchen – von jetzt auf gleich einen Therapieplatz.

    Ruf doch mal in der nächstgelegenen Psychiatrie an. Die müssen immer aufnehmen. Jeder Neurologe vor Ort nimmt Notfälle auf. Dein Hausarzt scheint mir ein bißchen unsensibel und desinteressiert. Du scheinst ein Burn out zu haben, aber man kann dir helfen. Bitte laß den Kopf nicht hängen. Ein Antidepressivum hilft sofort, läßt Dich nicht mehr grübeln.Setz Dich morgen in di Praxis eines Neurologen und sag, dass Du nicht eher gehst, bis Du den Arzt gesprochen hast. sag, dass es Dir richtig dreckig geht.


    Viel Erfolg!