Streit zwischen meinem Vater, seiner Freundin und Mir

    Ich muss das jetzt alles hier mal loswerden, weil ich gerade ziemlich am Ende bin. Es ist ziemlich viel Text.


    Zu mir:

    • 22 Jahre alt, männlich

    • wohne noch bei meinem Vater

    • bin transsexuell (lebe bereits vollständig als Mann, hatte auch schon ein paar Op's)

    • zurzeit arbeitslos


    Allgemein & Vorgeschichte: Meine Eltern trennten sich als ich 14 war. Meine Mutter hatte meinen Vater betrogen und ist in die Schweiz ausgewandert. Dazu wurde ich gleichzeitig in der Schule gemobbt genau zu der Zeit. Musste dann die Schule wechseln deswegen, habe aber zum Glück meinen Realschulabschluss geschafft. Ich war psychisch schon ziemlich im Eimer. Gleichzeitig kam die Erkenntnis hinzu, dass ich im falschen Körper stecke.


    Meine Mutter war dann ja weg und mein Vater hat sich früher NIE um mich gekümmert als ich kleiner war. Sie hat immer alles allein gemacht. Er half auch nie im Haushalt. Als sie weg war, wurde es noch schlimmer. Er schrie mich dauernd nur an und sagte bei allem was ich tat, dass es nicht gut genug ist bzw. ich zu dumm bin und gar nichts kann. Ich war nur noch depressiv, hatte Selbstmordgedanken und sah einfach keinen Sinn mehr.


    Ich fing mit 16 eine Ausbildung an, die ich dann nach 2-3 Monaten abbrach, weil ich psychisch komplett am Boden war. Alte Schulkameraden von mir hatten alle schon ihre Ausbildung fertig und ich saß mit nichts daheim, weil mir keiner bei irgendetwas half. Ich lag nur im Bett und er schrie mich noch an, wieso ich nur im Bett rumliege. Habe dann zwischendurch auch mal gearbeitet für ein halbes Jahr, bis es psychisch nicht mehr ging. Lernte zu der Zeit auch meine jetzige Freundin kennen. Machte sogar Sport ll und letztes Jahr im Winter hatte ich meine ersten Op's (wegen trans). Zu den Op's fuhr meine Mutter mit mir. Sie unterstützt mich sehr bei der Sache! Mein Vater zwar auch, aber dafür behandelt er mich sonst wie Dreck.


    Meine Mutter versteht auch wie schlecht es mir psychisch geht, ich kann sehr gut mit ihr reden, sie ist trotzdem für mich da, auch wenn sie weiter weg ist. Er dagegen sagt immer, ich habe einen Knall und tu nur so, als würde es mir schlecht gehen und dass ich endlich meinen Arsch hochkriegen und damit aufhören soll "rumzuheulen". Ich mache das aber ja nicht mit Absicht. Er nimmt es nicht ernst. Als ich dann vor ca. 6 Monaten zu ihm sagte, dass ich mich bewerbe und mir eine Arbeit suche, antwortete er mit: "Haha, du kriegst sowieso nichts auf die Reihe und eine Wohnung wirst du auch nicht finden." Er hat meine Hoffnung wieder "niedergestampft" mit seinen Worten. Jetzt habe ich noch mehr angst, mir eine Arbeit zu suchen bzw. eine Wohnung, weil ich denke, dass ich eh zu blöd für alles bin und versagen werde.


    Er hat seit ca. 4 Jahren eine neue Freundin, die immer nur über's wochenende hier ist. Ich habe keine nähere Verbindung zu ihr, aber redete immer normal mit ihr. Ich hatte jedoch immer das Gefühl, dass sie mich nicht leiden kann und hinter meinem Rücken schlecht über mich redet.


    Sie und mein Vater waren jetzt 1 Woche im Urlaub und kamen vorhin wieder. Während der Woche habe ich seinen Online-Shop für ihn übernommen (er ist selbstständig). Ich habe auch Ordnung im Haus gehalten! Habe mir sehr viel Mühe gegeben! Vorhin kam er in mein Zimmer und schrie mich an: "Wieso hast du nicht in der Waschküche Staub gesaugt? Du hast wieder keinen Handschlag gemacht, die ganze Woche nur faul rumgelegen und gegammelt." Ich sagte dann: "Ich habe aber Ordnung gemacht, gab mir Mühe bei allem, habe die Waschküche wohl leider übersehen." Er dann: "Nein hast du nicht, hör auf zu lügen." Er hat sich nicht mal dafür bedankt, dass ich seinen Online-Shop übernommen hatte.


    Dann hörte ich nur, wie seine Freundin unten herumflüsterte und hörte, dass sie mich vor meinem Vater 'runtermachte. Sie sagte Sachen wie: "Der ist sowas von stinkend faul. Wie kann man so selten dämlich sein." Mein Vater hat mich nicht verteidigt, sondern nur zu ihr "Pscht" gesagt. Sie hatte mich damals schonmal hinter meinem Rücken beleidigt und er gab ihr Recht (ich verdrängte es damals, sprach sie nicht drauf an).


    Dann bin ich vorhin in die Küche. Mein Vater kam dann und ich habe ihn darauf angesprochen, wieso seine Freundin hinter meinem Rücken über mich lästert und mich 'runtermacht. Er sagte: "Es ist doch die Wahrheit, da hat sie recht." Ich darauf: "Vorne herum tut sie so, als würde sie mich mögen und hinten herum dann so. Da hört es bei mir auf. Ich lasse mir sowas sicher nicht gefallen." Das bekam sie dann mit und kam in Richtung Küche, während sie sagte: "Pass nur auf, jetzt kriegst du richtig was zu hören." (damit meinte sie mich). Dann fing sie an mich anzuschreien und sagte Dinge wie: "Du bist so faul und machst gar nichts, liegst den ganzen Tag nur im Bett herum. Du hast nicht einen Finger krumm gemacht die ganze Woche, was ist nur los mit dir." Dann sagte ich: "Ich kann es nicht leiden, wenn man hinter meinem Rücken schlecht über mich redet. Wenn du mir was sagen möchtest, dann sag es mir in's Gesicht, du bist eine 50-jährige Frau, da hatte ich mir erhofft, dass du auf mich zukommst, wenn dich etwas an mir stört. Ich hatte auch bis dato Respekt vor dir und sagte nichts schlechtes über dich. Du bist nur am Wochenende da und weißt fast gar nichts über mich oder was in meinem Leben bis jetzt abging, also kümmer dich um dein Leben und deinen eigenen Sohn." Die dann so: "Du bist 22 und kriegst gar nichts auf die Reihe, das ist echt traurig. Mein Sohn ist in der Firma seines Vater angestellt, arbeitet von früh bis spät und hat sein Leben im Griff. Und jetzt weiß ich ja, dass ich dir egal bin, dann muss ich dich ja auch nicht mehr bei deinem jetzigen Vornamen ansprechen (hatte den gerichtlich geändert). Dann nenne ich dich ab jetzt *alter Name* Und hör auf dich aufzuregen, dass deine Großeltern es nicht so gut hinbekommen dich so zu nennen wie du jetzt heißt, die kannten dich ihr Leben lang nur als *alter Name* und dann akzeptier das gefälligst und kümmer dich mal um wichtige Dinge im Leben und nicht um so einen Scheiss die ganze Zeit, was läuft nur falsch mit dir?"


    Mein Vater stand daneben, gab ihr recht und redete auch schlecht auf mich ein. Er verteidigte sie zu 100%. Er schrie mich an und sagte Dinge wie: "Ich zerr dich gleich an deinen Löffeln in den Hof und schrei im ganzen Dorf deinen Namen von früher herum und dass du trans und stinkend faul bist und nichts auf die Reihe bekommst." Seine Freundin lachte mich, während er das sagte, aus. Dann ging er in einen anderen Raum und hat die Tür zugeknallt und die hackte weiter auf mir herum: "Wenn ich hier her komme will ich, dass es sauber ist und da hast du vorher zu putzen und nicht faul im Bett herum zu liegen." Ich darauf: "Ich verstehe nicht wieso du hier her kommst wenn dir eh nichts passt, dann geh doch wieder nach Hause. Keiner zwingt dich." Sie dann so: "Und hör auf mit deiner Mitleidstour, das geht allen schon auf die Nerven. Wir bekommen auch alle unser Leben auf die Reihe und mein Sohn bekommt auch alles hin." Ich dann: "Es ist mir egal was dein Sohn macht. Kümmer dich um ihn und hör auf dich über mich aufzuregen, du hast kein Recht dazu, weil du nicht meine Mutter bist. Bei deinem Sohn und vor allem bei dir ist auch alles anders verlaufen, also hör auf euch mit mir zu vergleichen." Sie sagte noch: "Deine Mutter ist damals abgehauen, also tu nicht so, als wäre sie ein Engel. Die lügt dich auch nur an, bilde dir mal nichts darauf ein, wenn sie dir mal bei etwas hilft."


    Dann ging es noch ein paar Minuten so weiter. Das sind alle Sätze, an die ich mich erinnern kann. Es sind noch schlimmere Sätze gefallen, aber wie gesagt, ich weiß nicht mehr alles bis in's Detail. Was ich noch weiß, ist, dass er zwischendurch, als ich ihr meine Meinung sagte (ich bin sachlich geblieben, hab niemanden beleidigt!) schrie: "Ich klatsch dir gleich eine, dass es richtig scheppert und das ganze Dorf es hören kann."


    Ich bin seitdem wieder in meinem Zimmer. Er steht im Hof und grillt bzw. pfeift gut gelaunt zu Musik und sie staubsaugt die ganze Zeit (obwohl ich das die Woche über schon gemacht hab). Eben kam er in mein Zimmer, öffnete die Tür und sagte mit einem Grinsen: "Schäm dich". Dann schloss er sie wieder. Mit ihr redet er seitdem richtig lieb. Die tun so, als wäre nichts gewesen.


    Ich bin gerade echt so am Boden und weiß nicht was ich machen soll. Ich habe auch keine Freunde, weil ich ja damals nur im Bett lag, deshalb hab ich alle verloren. Meine Schwester wohnt bei ihrem Partner und das ist auch 1h entfernt. Meine Mutter wohnt in der Schweiz. Am liebsten würde ich hier weg, aber ich weiß nicht wohin. Ich würde gerade lieber im Wald schlafen als hier. Meine Freundin wohnt auch 3h entfernt. Jetzt liege ich hier und weiß einfach nicht mehr weiter.


    Mich würde mal interessieren wie Außenstehende das Ganze bewerten. Ich suche immer die Fehler bei mir. Und ich verstehe nicht wieso mein Vater nicht auf meiner Seite steht und sie dabei unterstützt auf mit herum zu trampeln.


    Danke..

  • 7 Antworten

    such dir irgendeinen Job und eine eigene Wohnung, und geh deinem Vater aus dem Weg


    er war wohl von Anfang an überfordert, und in Kombination mit Unkenntniss über psychische Erkrankungen äußert sich das eben in diesem herablassenden Ton


    aber du musst wirklich da raus und auf eigenen Beinen stehen sonst wird sich nie was ändern, es muss ja keine 40h Stelle sein, aber eine die für eine kleine Wohnung reicht

    Ich würde so schnell wie möglich versuchen auf eigenen Beinen zu stehen. Kannst du momentan arbeiten? Dann würde ich alles daran setzen was zu finden. Wäre es eine Option zu deiner Mutter übergangsweise zu ziehen und dir von dort was zu suchen? Mal dahin gestellt ob du etwas getan hast im. Haushalt oder nicht (manchmal ist der Blick da etwas subjektiv angehaucht), scheint dein Vater deine Entscheidung zur Angleichung nicht zu akzeptieren. Das ist ein höchst schwieriges Umfeld für dich.

    metal526 schrieb:

    Und ich verstehe nicht wieso mein Vater nicht auf meiner Seite steht und sie dabei unterstützt auf mit herum zu trampeln.

    wahrscheinlich weil dein Vater die gleiche Meinung hat, wie sie und es ihn eben auch nervt, dass du nichts auf die Reihe kriegst.

    Arbeitest du denn irgendwas oder bist du nur zu Hause - das ist echt kein Zustand, dass solltest du schnellstens ändern. Regelmäßig irgendeinen Job erstmal, dann Lehre suche - so kommt wieder struktur in dein Leben.


    Ja und es hört sich schon sehr nach Selbstmitleid an. Vergangenheit war nun mal so , das kannst du aber nicht mehr ändern. Aber deine Zukunft hast du in der Hand - nur du allein.

    Madame Charenton schrieb:

    such dir irgendeinen Job und eine eigene Wohnung, und geh deinem Vater aus dem Weg

    das wäre auch mein Tipp. Mit 22 sollte das schon drin sein und dann hast du deine Ruhe:)*

    Du kannst dich auch ans Jobcenter wenden. Vielleicht gilt eure familiäre Konstellation als Härtefall und das Amt würde dich trotz deines Alters U25 unterstützen. Dafür müsstest du allerdings grundsätzlich arbeitsfähig sein.

    raus aus der Situation. Such dir einen Job.


    Wenn du das nicht kannst, geh in eine Klinik, lass dich aufbauen und dann bau dir ein Leben auf.


    Du bist kein kleiner Junge mehr, sondern ein erwachsener Mann. Also nimm dein Leben in die Hand.


    Alles Gute

    Du bist erwachsen und nicht von Deinem Vater abhängig (finanziell natürlich schon).

    Machst Du eine Therapie? Tust Du irgendwas anderes als zu jammern und im Bett zu liegen?

    Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, die Gegenwart schon. Wieso ziehst Du nicht erstmal zu Deiner Mutter? Vielleicht schaffst Du dort einen Neuanfang.