• Studium einfach sein lassen? Oder: Wie motivier ich mich dafür?

    Ich hab Anfang letzten Monats mit meinem Studium angefangen. Und um ehrlich zu sein jetzt schon kein Bock mehr. Ich habe 4 Professoren von denen 2 einfach 1 zu 1 das Skript ablesen. Mein Matheprof. macht zwar schon einiges selber, allerdings ist vielen für mich auch chinesisch. Der letzte Professor ist zwar gut drauf, allerdings lerne ich da nichts…
  • 27 Antworten

    Um paar Sachen klarzustellen:


    Dass ich und nur ich für meine Leistungen verantwortlich bin und nicht die Profs., weiß ich selber. Und wenn ich beispielsweise nichts tue, ist es auch nicht die Schuld der Professoren sondern meine. Das hab ich auch nicht bestritten. Ich wollte nur sagen, dass es auch nicht gerade motivierend ist, wenn diese halt 1 zu 1 vom Skript ablesen, auch wenn man dagegen natürlich nichts tun kann.


    Auch, dass das was ich im Fachabitur gemacht habe in ein paar Wochen abgearbeitet wird, ist mir klar (vor allem weil mein Berufskolleg gar nicht mal so gut war). Nur momentan (!) ist es halt so, dass ich bei einem Prof nichts lerne.


    Nur ist mir momentan alles ein bisschen "zu viel". In dem Sinne, dass es mir auch psychisch oft nicht gut geht (was allerdings nicht an der Hochschule liegt, das hatte ich schon vorher). Auch, dass man sich jetzt selber die Zeiten einteilen muss, ist neu für mich und ziemlich ungewohnt. Generell ist es bei mir so, dass ich mich für immer weniger Sachen motivieren kann. Egal ob Hochschule, Hobbys o.Ä.


    Deswegen war ja von mir die Frage, ob es besser ist eine Ausbildung zu suchen und solange halt zu versuchen an mir selber zu arbeiten.

    Anfangskrise. Alles neu und so. Entwerder durchhalten und Dinge wie Selbstorganisation so langsam mal angehen (ggf. mal bei der ZSB nachhaken; es gibt i.d.R. auch Kurse zum Lernen lernen und und und).


    Und ansonsten:


    Jetzt geht es halt darum, langen Atem zu haben. Vorlesungsstil des Dozenten motiviert nicht? Egal. Es geht um den Stoff, nicht um Action vorne am Podium. DU willst DAS FACH studieren, also erwerbe das erforderliche Wissen.


    Ich habe mein erstes Studium auch nach 2 Semestern hingeschmissen. Eigentlich schon nach dem ersten, aber ich musste halt a) noch überlegen und b) bis zum nächsten Wintersemester überbrücken.


    Und auch im Traumfach war der Einstieg, trotz Uni-Vorerfahrung, nicht leicht. Gib' Dir Zeit - und bewerbe Dich halt parallel für 2017 auf Ausbildungsplätze.

    Zitat

    Deswegen war ja von mir die Frage, ob es besser ist eine Ausbildung zu suchen und solange halt zu versuchen an mir selber zu arbeiten.

    Eine Berufsausbildung bietet einen sehr viel strukturierteren Rahmen. Nach einer beruflichen Ausbildung studiert es sich oftmals sehr viel leichter. Man hat mehr Sachkenntnis, ist etwas reifer, sich zu motivieren fällt dann auch allgemein etwas leichter, als wenn man nur durchwegs auf der schulischen/studentischen Ausbildungsschiene unterwegs ist (Ermüdungsfaktor).


    Davon abgesehen gibt es immer Lehrer und Dozenten, die einem nicht so schmecken, aber damit kann man leben.


    In der Zwischenzeit kannst du sicherlich auch an deinen anderen "Problemen" arbeiten.


    Die schlechteste Entscheidung ist wahrscheinlich die, sich jetzt irgendwie durch zu quälen, bis es irgendwann gar nicht mehr klappt, dann ist die Zeit tatsächlich verloren.

    auch gut sind Berufsakademien wo Ausbildung und Bacelor bei einer Firma gemacht wird und der Lehrling alles bezahlt bekommt.

    Wieso ist es eigentlich ein Traum, ein Studium zu machen?


    Weil man damit meint zur Bildungselite zu gehören?


    Weil man mit anderen jungen Leuten zusammen wohnt, und weg von den Eltern kommt?


    Bullshit.


    Das einzige was ein Traum ist, ist im Arbeitsleben etwas zu tun, was dich inspiriert, und wofür du geschaffen bist.


    Dass du am Studium keine Freude hast, betrachte ich als krasses Warnzeichen.


    Es ist eine Kleinigkeit sich zu überwinden, ein Studium aus Prinzip durchzuziehen. Drei, vier Jahre sind damit schnell verbrannt. Das macht nur Sinn, wenn man etwas studiert, das einen inspiriert, und (ganz wichtig) wo man auch zufriedenstellend danach drin arbeiten wird.

    Zitat

    Dass du am Studium keine Freude hast, betrachte ich als krasses Warnzeichen.

    Das kann ich so überhaupt nicht unterschreiben. Man muss nicht gleich den Teufel an die Wand malen - der TE schreibt, dass er vor 'nem Monat erst anfing (!) - mal ganz davon abgesehen, dass ein Studium sowieso nicht dafür da ist, um "Freude" zu bereiten. Ich habe meins vor kurzem erfolgreich abgeschlossen und kann rückblickend sagen, dass die Anfangszeit auch bei mir mit die schwierigste war. Die volle Motivation hat sich erst entfalten müssen. Nach und nach kam eine Art "jetzt beiß ich mich durch, egal was kommt"-Einstellung.


    Und dem TE würde ich prinzipiell empfehlen, genau diese Einstellung zu verinnerlichen. Hinter dem Studium steckt schließlich ein Ziel und dieses Ziel musst du dir immer vor Augen halten. Falls allerdings kein Ziel da ist, dann hat es wirklich keinen Sinn.


    Also: Ziel ins Visier nehmen, sich zusammenreißen, auf den neuen Alltag einstellen und weitermachen. Der Anfang ist schwer, sofort aufgeben würde ich deswegen aber nicht. Umso stolzer wirst du auf dich sein, wenn du es geschafft hast.

    Zitat

    Nur ist mir momentan alles ein bisschen "zu viel". In dem Sinne, dass es mir auch psychisch oft nicht gut geht (was allerdings nicht an der Hochschule liegt, das hatte ich schon vorher). Auch, dass man sich jetzt selber die Zeiten einteilen muss, ist neu für mich und ziemlich ungewohnt. Generell ist es bei mir so, dass ich mich für immer weniger Sachen motivieren kann. Egal ob Hochschule, Hobbys o.Ä.


    teeta1

    Zitat

    Anfangskrise. Alles neu und so. Entwerder durchhalten und Dinge wie Selbstorganisation so langsam mal angehen (ggf. mal bei der ZSB nachhaken; es gibt i.d.R. auch Kurse zum Lernen lernen und und und)


    Sunflower_73

    Sicher, dass sowas nur eine Anfangskrise ist? ... Er schreibt immerhin, dass es ihm auch vor der Hochschule psychisch nicht gut ging. Dazu der Antriebs- & Motivationsverlust, der sich selbst auf Hobbys erstreckt.


    Klar kann man natürlich ein Studium auch unter solchen Bedingungen schaffen. Nur würde ich das rückblickend keinem empfehlen und dann doch etwas aufmerksamer sein bzgl. solcher Beschwerden.

    @ teeta

    Zitat

    Auch, dass man sich jetzt selber die Zeiten einteilen muss, ist neu für mich und ziemlich ungewohnt.

    Da hilft nur, sich selbst einen "Stundenplan" für jede Woche zu erstellen und sich auch daran zu halten.


    Das kann man jedes Wochenende für die kommende Woche machen. Ist wenigstens etwas Struktur dann. Aber das nimmt dir niemand ab und das musst du selbst machen.


    Ich studiere jetzt nach dem ersten Bachelor weiter / parallel angefangen an der FernUni Hagen. Und da muss man sich erst recht selbst motivieren. Wenn man WILL, findet man Wege. :)^

    Mein Studium war für mich von Anfang an mein ein und alles. Ich engagierte mich und hatte auch schon ab dem 2. Semester einen Job an der Uni. Damit konnte ich meine Ausbildung finanzieren, für die ich von Anfang an sehr viel tat.


    Die vollkommen demotivieren Studenten kenne ich natürlich auch. Sie waren in den Seminaren die ungeliebten Bremser. Die meisten gaben das Studium nach 4-5 Semestern auf. Dennoch war in meinem Fach die Durchfallquote mit 80% sehr hoch. Für mich war dies vollkommen unverständlich. Ich ging in die Abschlussprüfungen mit der Gewissheit, dass man mich wirklich alles fragen kann.


    Mein Mann gehört zu jenen halbherzigen Studenten. Er gab erst mitten in der Abschlussprüfung auf. Sehr schade um die vielen Jahre, in denen verdammt wenig gelernt hatte ...


    Mein Rat ist deshalb: Wende Dich einer anderen Ausbildung zu. Im Studium ist sehr viel Eigenarbeit gefragt, ohne die man hoffnungslos untergeht. Ein Studium liegt nun mal nicht jedem.

    @ Monsti

    Zitat

    Im Studium ist sehr viel Eigenarbeit gefragt, ohne die man hoffnungslos untergeht.

    Auch da gibt es Unterschiede. Vielleicht ist es bei reinen Präsenz- / Vollzeitstudiengängen anders, als bei berufsbegleitenden Teilzeitstudiengängen.


    Ich habe mein berufsbegleitendes Studium (B.Sc.) ohne großen Aufwand und Eigenarbeit besser als 2,0 abgeschlossen. Aber mir fiel es immer schon leicht, mir Wissen schnell anzueignen.


    Es gibt auch verschiedene Lerntypen.

    Ich würde erst mal ein Semester abwarten. Ich fand die ersten Monate im Studium teils langweilig und teils zu stressig. Begeisterung war jedenfalls zu Beginn nicht da.


    Man muss sich da auch erst rein finden. Entscheiden, welche Vorlesungen man sich vielleicht sparen kann, z.B. wenn der Prof. eh nur das Skript vorliest. Und die wenigsten Studenten können sich in den ersten Monaten schon zum konsequenten Lernen aufraffen. Ich war auch nie die super engagierte Studentin. Lehrstuhlarbeit wäre für mich nie in Frage gekommen.


    Trotzdem hab ich mein Studium mit einem guten Abschluss absolviert.


    Jetzt schon die Flinte ins Korn zu werfen, finde ich zu früh.