Wieviel Stunden hat es dein voriger Therapeut mit dir ausgehalten?


    Wenn 1980 dein Geburtsjahrgang ist, dann hätte dich meine Chefin nach den ersten Stunden ganz freundlich verabschiedet: "ich denke, ich kann für Sie nichts tun...." , heißt im Klartext: will zwar was, hat aber keine Vorstellung davon und ein wirklicher Wille ist nicht erkennbar.

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    Wieviel Stunden hat es dein voriger Therapeut mit dir ausgehalten?

    14 Monate lang jede Woche eine Stunde.

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    Dein Therapeut kann dir doch nicht sagen was du dir erarbeiten solltest. Hast du einen Leidensdruck, möchtest du eine Veränderung? Anscheinend nicht.

    Genau, und weil ich das alles nicht will frage ich hier wie ich es angehen soll ... Macht Sinn ... ":/


    Ich verstehe nicht warum mir ein Therapeut denn NICHT dabei helfen können sollte, heraus zu arbeiten was ich selbst will. Ist doch wohl keine Seltenheit dass Menschen in einer Krise orientierungslos sind ...


    Und, ja ich weiß nicht was ich will, bzw. ... auf eine sehr grobe und diffuse Art weiß ich es schon.


    Ich will nicht mehr alleine sein. Aber ich kann nicht benennen was mir dafür fehlt und was ich ändern muss um dieses Ziel zu erreichen. Na, und es gibt halt noch ein zwei weitere Dinge die ich hier nicht benennen möchte.


    Um ehrlich zu sein fühle ich mich hier schon wieder viel zu sehr angegriffen. Mir scheint hier nicht wirklich jemand helfen zu wollen. Ich verstehe nicht warum ständig auf Leuten die Hilfe suchen herum gehackt wird (dies wird vermutlich die nächste Welle von Angriffen gegen mich einläuten).


    Ich wollte wissen wie ich am besten einen Therapeuten finde. Aber es geht hier leider nicht mehr um diese Frage, sondern nur noch darum was ich alles falsch mache.


    Ich denke ich werde es lassen, war eine dumme Idee es noch mal mit einer Therapie zu versuchen.


    Ich versuche es noch so lange es geht auszuhalten. Und wenn es nicht mehr geht ... da werde ich dann schon einen Weg finden.

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    Ich will nicht mehr alleine sein. Aber ich kann nicht benennen was mir dafür fehlt und was ich ändern muss um dieses Ziel zu erreichen.

    Da ist doch dein Ziel, und auch das was dich quält.


    Hast du soziale Ängste? Welche Diagnose hat man dir gestellt in der letzten Therapie? Du musst es hier nicht schreiben, aber mit diesen Infos machst du dich auf die Suche.


    Du musst bei keinem Therapeuten bleiben mit dem du nicht warm wirst. Es gilt die Schweigepflicht.

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    Um ehrlich zu sein fühle ich mich hier schon wieder viel zu sehr angegriffen. Mir scheint hier nicht wirklich jemand helfen zu wollen. Ich verstehe nicht warum ständig auf Leuten die Hilfe suchen herum gehackt wird (dies wird vermutlich die nächste Welle von Angriffen gegen mich einläuten).

    Ich möchte dich nicht angreifen, aber du musst schon ein bisschen deutlicher werden um was es dir geht.


    Wenn du meinst es könnte etwas körperliches dahinter stecken, dann geh halt mal zum Hausarzt und sprich es an. Schilddrüse, B12 Mangel...das alles kann sich auf die Psyche auswirken.

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    Da ist doch dein Ziel, und auch das was dich quält.


    Hast du soziale Ängste? Welche Diagnose hat man dir gestellt in der letzten Therapie? Du musst es hier nicht schreiben, aber mit diesen Infos machst du dich auf die Suche.

    Das ist nur ein kleiner Teil-Aspekt. Eher eine Art Symptom. Mein eigentliches Problem ist dem noch übergeordnet.

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    Wenn du meinst es könnte etwas körperliches dahinter stecken, dann geh halt mal zum Hausarzt und sprich es an. Schilddrüse, B12 Mangel...das alles kann sich auf die Psyche auswirken.

    Ja, aber warum muss ich als Patient mich da erst selbst schlau machen oder dem Arzt / Therapeuten darauf aufmerksam machen? Ich finde da wird noch viel zu oberflächlich diagnostiziert und therapiert. Es ist doch schon lange bekannt, dass es sowohl Psychosomatische als auch Physiosomatische Erkrankungen gibt. Denn etwas wie "B12", Schilddrüse, ... das weiß ich doch als Laie alles nicht. Ich habe vielleicht eine grobe Ahnung das es so etwas gibt. Aber weiß ich was außer B12 und Schilddrüse noch alles möglich ist ...? Genau DAS erwarte ich doch von den Fachleuten. Ich bin mit ca. 10 Jahren mal beim Fahrradfahren bei einem Sprung über einen Baumstamm aus ca. 1,5m Höhe und mit größerer Geschwindigkeit auf den quer gestellten Lenker gefallen. Also der Lenker stand senkrecht nach oben. Meine Brust und mein Becken haben dabei den Boden berührt. Bei einer Höhe des Lenkers von ca. 40cm muss sich der Lenker also ziemlich extrem in meinen Unterleib gebohrt haben. Ich weiß nur noch dass ich fast ohnmächtig wurde und ca. eine Stunde bloß gekrümmt da lag bis ich mich wieder aufrichten konnte. Ich habe seit meiner Kindheit (evtl. seit diesem Vorfall, das weiß ich nicht genau) auch immer mal wieder Probleme mit meiner Verdauung (Krämpfe). Und früher war mir morgens immer übel. Ein Ultraschall hatte aber damals nichts ergeben. Vielleicht ist dabei irgendetwas dauerhaft verletzt worden, so dass ich bestimmte Stoffe nicht aufnehmen kann, was dann wiederum zu psychischen Problemen (oder gar eine Entwicklungs-Störung) geführt hat.


    Ich habe aber mit solchen Mutmaßungen gegenüber Ärzten keine guten Erfahrungen gemacht. Genau genommen habe ich insgesamt keine guten Erfahrungen mit Ärzten gemacht. Einen "Hausarzt" müsste ich mir überhaupt erst mal suchen, ich habe keinen. Die letzten 7 Jahre hatte ich nicht mal eine gültige Krankenkassen-Karte.

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    Ja, aber warum muss ich als Patient mich da erst selbst schlau machen oder dem Arzt / Therapeuten darauf aufmerksam machen? Ich finde da wird noch viel zu oberflächlich diagnostiziert und therapiert.

    Das es Probleme in unserem Gesundheitssystem gibt ist unbestritten. Ich hab seit Jahren massive Beschwerden und stehe damit auch recht alleine da, suche und nerve und informiere mich. Natürlich fände ich es auch toller wenn sich jemand meiner mal gründlich annehmen würde. Dem entsprechenden Mediziner würde ich vermutlich die Füße küssen, aber bis dato hat keiner sich so reingekniet, dass diese Geste nötig wurde. Bisweilen habe ich sogar Ärger bekommen, weil ich die Ärzte belästigt habe, obwohl doch offensichtlich sei, dass hier das Problem nicht läge und überhaupt, man könne halt nicht alles diagnostizieren und ich solle halt damit leben lernen.


    Find ich scheiße, aber ich will auch nicht warten und leiden bis das System sich ändert, falls es das überhaupt noch während meiner Lebensspanne in einer positiven Art und Weise tut. Also such ich selbst, frage nach und nerve rum, auf der Suche nach der Ursache meiner Probleme. Und ich fluche derweil über das System und treffe Wahlentscheidungen entsprechend.

    Eine Aufnahmestörung zeigt sich nicht allein über psychische Beschwerden. Deine Theorie klingt ziemlich unlogisch.


    Dass dir ein Arzt das offen und ehrlich sagt musst du schon vertragen.

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    Ja, aber warum muss ich als Patient mich da erst selbst schlau machen oder dem Arzt / Therapeuten darauf aufmerksam machen? Ich finde da wird noch viel zu oberflächlich diagnostiziert und therapiert.

    Eben drum geht man vorher zum Arzt. Wenn ich zur Physiotherapie muss, war ich vorher auch beim Orthopäden.

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    Eine Aufnahmestörung zeigt sich nicht allein über psychische Beschwerden. Deine Theorie klingt ziemlich unlogisch.

    Es handelte sich um ein BEISPIEL. Nur eine mögliche Variante. Ich bin ja gerade KEIN Arzt. Und ich habe auch keinen Anspruch auf Richtigkeit meiner "Theorie" erhoben.

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    Dass dir ein Arzt das offen und ehrlich sagt musst du schon vertragen.

    Ich habe nie gesagt dass ich das "nicht vertrage". Es ist ja nicht mal so dass mir das je ein Arzt gesagt hätte, es wurde ja nie richtig untersucht.

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    Von welchen Mutmaßungen sprichst du denn dann? ???

    Von komplett anderen ... Im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. Ich habe schon mal eine Praxis verlassen / verlassen müssen, weil ich den Arzt gefragt hatte, "könnte es vielleicht sein, dass ... ich habe gelesen ...". Worauf hin der Arzt mich angemacht hat was mir einfiele, und das er der Arzt sei und wenn ich so schlau bin könne ich gleich wieder gehen. Was ich dann auch getan habe. Deswegen halte ich mich vollständig zurück mit solchen Äußerungen. Wenn ich etwas gelesen habe oder einen anderen Verdacht habe als der Arzt (man hat ja auch im Bezug auf seinen Körper oft eine recht gute Intuition) und ich das Gefühl habe dass der Arzt nicht für andere Ideen empfänglich ist, dann verlasse ich die Praxis und suche mir einen neuen Arzt. Nach meinen Erfahrungen ruhen sich die Ärzte in unserem Land sehr darauf aus dass sie auf einen sehr hohen Ross sitzen (Kassenhonorar, Ärztemangel). Sie können es sich schlicht erlauben Patienten raus zu werfen oder wie Dreck zu behandeln. Ist mir passiert mit akuten chronischen Gelenk-Beschwerden durch eine verschleppte Chlamydien-Infektion. Ich wurde von der unhöflichen Assistentin auf einen Termin in zwei Monaten verwiesen. Meine Beschwerde bei der Kassenärtzlichen-Vereinigung wurde abgewiesen ("Beschwerden bearbeiten wir seit 2015 gar nicht mehr"). Also bleibt einem nur noch der Gang vor Gericht. Und ein Orthopäde hatte damals meinen Bandscheibenvorfall als Verspannung abgetan und mich bei seinen Pseudo-Chiropraktischen Techniken alles noch viel schlimmer gemacht und mir meine Lendenwirbel vollends verschoben. Und mit seiner Spritze für Muskelentspannung hat er ein Gefäß getroffen und mir nicht mal gesagt dass hinterher meine Klamotten am Rücken voller Blut waren. Ich persönlich würde, wenn ich die Wahl hätte, meine Kassenbeiträge selbst einkassieren. Mit der Kohle in der Tasche wäre ich vermutlich ein deutlich glücklicherer Mensch und könnte im Zweifel aus eigener Tasche Experten bezahlen die ihren Job ernst nehmen und sich anstrengen. Da geht in meinen Augen etwas gehörig schief in unserem Land. Ich gehe vielleicht alle 8 Jahre mal zu einem Arzt. Und was bekomme ich? Wartezeiten über mehrere Wochen / Monate und unhöfliche Bedienung. Und wenn man dann mal dran ist behandelt der Arzt einen auch noch wie einen lästigen "Kunden". Ich weiß gar nicht wann ich mal das Gefühl hatte das mir ein Arzt wirklich zugehört hat. Meist gucken die einen nicht mal an. Das sind meine Erfahrungen mit Ärzten. Das ist aber sicherlich auch abhängig von der Lage (Städtisch / Ländlich, Bundesland, usw.).


    Mit jedem Erlebnis das ich bisher hatte wurde meine Arzt-Vermeidungs-Strategie zunehmend größer. Ich habe aber auch ein wenig das Gefühl als wäre genau DAS das Ziel unserer Politik bzw. der Lobby-Arbeit der Krankenkassen, Kassenärztlichen-Vereinigungen und der Ärzte selbst. Nicht dass unsere Halbgötter in Weiß noch als "normale" Menschen mit "gewöhnlichen" Jobs zu "normalen" Bezahlungen degradiert werden ... Mitleid habe ich mit denen zumindest noch lange nicht. Es gibt allerdings auch einige die meinen vollen Respekt haben. Z.B. mein damaliger Orthopäde der mein Knie zusammengeklebt hat. Das hält zum Glück bis heute. Und das mit minimalem Einsatz, das UKE in Hamburg das sich zuvor daran versucht hatte, hatte nach 6 Monaten meine Akte verloren und ich sollte denen erzählen was während der OP passiert ist (Entschuldigung, ich hatte eine Narkose ...). Und die Methoden des UKE waren mittelalterlich ... Da konnte ich 3 Monate mein Bein nicht belasten. Mit der folge dass meine Wirbelsäule schief wurde, was in dem erwähnten Bandscheibenvorfall mündete. Ärzte sind für mich ein rotes Tuch. Deswegen will ich, wenn ich mich entschließe noch mal zu einem Therapeuten zu gehen, 120%ig sicher sein dass es der richtige ist und dass er mir mit hoher Wahrscheinlichkeit helfen kann und helfen will.

    Ob es passt wirst du aber erst während der Therapie merken. Ein bisschen Vertrauen musst du schon vorschießen.


    Ich glaube es gibt keinen der da nur positive Erfahrungen gemacht hat.


    Nach meinen Ärzten hab ich auch lange gesucht.

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    Ob es passt wirst du aber erst während der Therapie merken. Ein bisschen Vertrauen musst du schon vorschießen.

    Und dann bin ich wieder dabei, dass ich, nur um das heraus zu finden, bereits Termine machen muss die vermutlich erst in 1 - 2 Jahren stattfinden. Da habe ich schlicht keine Lust zu. Da bin ich ganz ehrlich. An diesem Punkt hört mein Wille etwas zu ändern dann auf.


    Ich lasse mich maximal zwei mal beleidigen, beim dritten mal ist dieser Mensch für mich nicht mehr existent.


    Ich frage andere 2 - 3 mal ob sie etwas mit mir unternehemen möchten, wenn ich dann nur absagen bekomme denke ich dass derjenige nicht will. Und wenn doch habe ich meine Bereitschaft ausreichend kenntlich gemacht, dann ist der andere an der Reihe. Wenn nichts kommt, laufe ich nicht hinterher.


    Für mich hat alles seinen Preis und gewisse Grenzen. Wenn unser Gesundheitssystem so angelegt ist dass es einem so schwer gemacht wird, dann ist es vermutlich auch nicht gewollt. Ich dränge mich nicht auf oder laufe dem hinterher. Ich halte mich selbst nicht für so wichtig oder unersetzbar dass ich unbedingt gesund sein muss. Es wäre schön, aber wenn es nicht gewollt ist...


    Ich werde früher oder später sterben, und einige Jahre später wird sich nicht mal mehr jemand an mich erinnern. Ich bin vollkommen unbedeutend. Ich teile nicht die Vorstellung dass der Mensch etwas ganz besonderes ist und dass ein Mensch unersetzbar ist usw.


    Im Sekundentakt sterben auf der Welt Menschen. Und niemand vermisst sie. Und ich hinterlasse nicht mal ein Erbe in irgendeiner Form. Ich habe nichts besonderes geschaffen, gesagt oder geschrieben. Und ich habe keine Familie.


    Und das ist noch sehr klein gedacht. Gemessen an der Menschheitsgeschichte bin ich persönlich nicht mal ein Bruchteil eines Wimpernschlages. Es interessiert wirklich niemanden ob ich hier bin, ob ich gesund bin oder ob und wann ich sterbe.


    Natürlich würde ich mich selbst besser fühle wenn es mir besser ginge. Deswegen frage ich ja hier auch nach Lösungen. Aber wenn es einem tatsächlich so schwer gemacht wird ...

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    Es wäre schön, aber wenn es nicht gewollt ist...

    Die Frage ist doch wie wichtig es dir ist wie du deine kurze Lebenszeit hier auf Erden verbringst. Wieso machst du dich in dem Punkt von anderen abhängig?

    Hm, meine Erfahrungen zum Gesundheitswesen in der GKV allgemein: Sicherlich am manchen Stellen verbesserungswürdig, aber ich war noch immer ausgesprochen zufrieden mit der Behandlung. Manchmal habe ich auch ein paar Monate auf einen Facharzttermin gewartet, bin aber für Notfälle auch immer vorgezogen worden oder konnte in der Notfallsprechstunde vorsprechen. Dass man bei Notfällen ggf. ein paar Stunden sitzt (kommt aber auch nicht immer vor), gibt es auch und ein gewisser Nachweis für Motivation muss in der Situation halt sein.


    Eine Versorgung mit maximaler "Convenience" hätte bestimmt mal locker den doppelten Beitragssatz nur Folge - das ist wirklich nicht gewollt.


    Bei Therapeuten habe ich auch immer kurzfristig einen Termin bekommen können, nur eben selbstredend nicht bei jedem - da gehört auch ein bisschen Motivation dazu, zu suchen und weiter zu suchen. Und gerade in Psychotherapien ist die Motivation noch entscheidender als bei den organischen Medizinern, weil sich in Psychotherapie ohne Motivation gar nichts bewegt.


    Was ich ansatzweise nachvollziehen kann ist das Unbehagen bei Erstgesprächen und den Unwillen oder die Unfähigkeit, manche Dinge preiszugeben :=o Gerade in psychodynamischen Verfahren ist die Situation in Erstgesprächen schon ein bisschen vertrackt, weil der Zusammenhang zwischen Ursache und Symptomen ziemlich verschleiert ist und man ggf. gar nicht weiß, wo man anfangen soll, weil man nur ahnt, dass man das Problem ohnehin nicht wirklich "trifft". Man weiß, dass etwas nicht stimmt, aber weiß auch, dass man erstmal einen Zusammenhang herstellen muss zwischen dem Erleben und dem ICD-10. Man hat etwas ganz persönliches, entwicklungsgeschichtlich bedingtes und soll es dann in einem Katalog wiederfinden ":/