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    Dem muss man dann nicht zwingend folgen.

    Richtig, leider nicht.

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    Je höher der eigene Leidensdruck, desto eher der Wunsch bzw. die Notwendigkeit einer Therapie.

    Für die meisten ließe sich der Leidensdruck ohne Therapie verringern. Für alle anderen, die trotzdem diese Entscheidng:

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    Aber manche leiden lieber Jahre lang vor sich hin.

    treffen. Selbst Schuld.

    Aber was spricht dagegen, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen?


    Ich persönlich will mir jedenfalls nicht anmaßen, darüber zu urteilen, wer vielleicht auch ohne Hilfe klarkommen könnte. Wenn jemand das Gefühl hat, dass therapeutische Unterstützung gut tun und helfen könnte, warum zur Hölle nicht?


    Dass es grundsätzlich viel zu wenig Therapieplätze gibt, ist ein anderes Thema.


    Und ja, das Phänomen der Überpathologisierung von Kleinscheiß existiert mit Sicherheit, aber da alle über einen Kamm zu scheren, das Bedürfnis nach Therapie mit der Suche nach Aufmerksamkeit und Schwäche in einen Topf zu werfen und mit Beispielen wie "Kein Hunger" anzukommen, ist hochgradiger Bockmist.

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    Dass es grundsätzlich viel zu wenig Therapieplätze gibt, ist ein anderes Thema.

    Nein, ist es nicht. Überempfindlichkeit nimmt Menschen, die wirklich Unterstützung brauchen, aufgrund von Krankheiten, die Chance sie auch zu bekommen. Und die Qualität der Therapien sinkt dadurch auch.

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    Und ja, das Phänomen der Überpathologisierung von Kleinscheiß existiert mit Sicherheit, aber da alle über einen Kamm zu scheren, das Bedürfnis nach Therapie mit der Suche nach Aufmerksamkeit und Schwäche in einen Topf zu werfen und mit Beispielen wie "Kein Hunger" anzukommen, ist hochgradiger Bockmist.

    Warum? Wer wegen einer Kleinigkeit eine Therapie braucht, für die eine riesige Mehrheit keine braucht, der ist eben schwächer als diese Mehrheit, also schwach. Wer die Therapie hingegen wegen einer Krankheit benötigt, der sucht ja weder Aufmerksamkeit, noch ist er schwach.

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    Wer wegen einer Kleinigkeit eine Therapie braucht, für die eine riesige Mehrheit keine braucht,

    Vielleicht macht die riesige Mehrheit das Problem mit sich selbst aus, oder leidet einfach vor sich hin,


    oder bekommt keinen Therapieplatz, oder das Problem erledigt sich irgendwann von selbst.


    Das kannst du doch gar nicht wissen, ob man eine Therapie braucht.


    Entscheidend ist der eigene Leidensdruck und nicht, ob die Allgemeinheit wegen so was auch eine Therapie bräuchte.

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    Überempfindlichkeit nimmt Menschen, die wirklich Unterstützung brauchen, aufgrund von Krankheiten, die Chance sie auch zu bekommen. Und die Qualität der Therapien sinkt dadurch auch.

    Bloß ist unser Empfinden total individuell. Es gibt vermeintliche "Kleinigkeiten", die manch einen am Arsch vorbei gehen und nichts anhaben, aber einen anderen richtig fies umwerfen. Dafür kann er mit anderen Problemen oder gar Krankheiten womöglich gut oder gar besser umgehen, als viele andere Leute.


    Es ist einfach total individuell. Warum sofort Schwäche und Überempfindlichkeit unterstellen?


    Dass es das gibt, Überbesorgtheit und -sensibilität, zum Beispiel in Form von Helikopter-Eltern, die wegen Schnupfen des Nachwuchses die Notaufnahme stürmen, glaube ich durchaus. Aber im ziemlich überspitzten Einzelfall vielleicht, nicht in dem Ausmaß, dass Arzt- und Therapeutenpraxen mit Menschen geflutet und besetzt sind, die Krankheiten und Probleme haben, die womöglich eigentlich keiner Behandlung oder Hilfe bedürfen. Von diesen von dir angesprochenen Einzelfällen bis zu den Menschen, die es richtig doll erwischt hat, durch schwere Lebenskrisen, Traumata, Krankheiten (und die deiner Meinung nach das Recht auf Therapie haben) liegt eine riesengroße Bandbreite. Und ja, in meinen Augen darf und soll sich jeder, der das Bedürfnis hat, einen Therapieplatz suchen. Egal ob ich persönlich mit dem Problem vielleicht auch ohne Therapie klarkommen könnte.

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    Wer wegen einer Kleinigkeit eine Therapie braucht, für die eine riesige Mehrheit keine braucht, der ist eben schwächer als diese Mehrheit, also schwach.

    Die Sichtweise und Beurteilung teile ich nicht und möchte ich auch nicht teilen. Wenn es dir hilft, die Menschen in schwach, schwächer und nicht-schwach einzuteilen: bitte, have fun!

    Ich war wegen komplett mangelnde Krankheitseinsicht und gefährliches Verhalten in Therapie.


    Z.B. ich habe ein gestörtem Gleichgewicht und eingeschränktem Gesichtsfeld und spontane Bewusstseinsverluste. Ich führ mit hohen Tempo auf der Strasse Fahrrad was ein paar mal richtig nach hintern losgegangen ist - gebrochene Knochen. Habe trotzdem nicht damit aufgehört. Es passierte mehrfach.


    Bin 1 woche nach ich der Fuss gebrochen habe, mit gebrochener Fuss 30 km wandern gegangen (während der Reha). Es ist natürlich nicht geheilt.


    Es ging so weit, dass ich der Rehagelände nicht mehr alleine verlassen dürfte.


    Jetzt lasse ich solche Aktionen sein.

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    Für die meisten ließe sich der Leidensdruck ohne Therapie verringern. Für alle anderen, ...

    Das finde ich ein wenig verwirrend. Magst Du dies bitte konkretisieren? Meinem Verständnis braucht es zunächst einen Überblick, wie viele dieser Menschen Therapiebedarf haben (auch: hatten), um dann eine Einschätzung/Einteilung ansetzen zu können. Zum Teil sehe ich Schwierigkeiten gerade da, wo noch keine Diagnose gestellt wurde. Gibt es dazu Quellen?

    JB da muss ich dir widersprechen. Mir bist du bezüglich des Jammerns hier im Forum aufgefallen.


    Du schreibst immer wieder, dass du ein Mensch 2. Klasse bist. Du bist zu klein, zu dünn (BMI über 25), hast einen unmännlichen Körper. Nur deine Probleme sind unlösbar. Andere Menschen sollen sich nicht so anstellen, sondern ihr Leben ändern.

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    Vielleicht macht die riesige Mehrheit das Problem mit sich selbst aus oder das Problem erledigt sich irgendwann von selbst.

    Vorallem daran glaube ich. Das unterscheidet die Mehrheit von diesen Menschen.

    Zitat

    Das kannst du doch gar nicht wissen, ob man eine Therapie braucht.


    Entscheidend ist der eigene Leidensdruck und nicht, ob die Allgemeinheit wegen so was auch eine Therapie bräuchte.

    Finde ich überhaupt nicht. Den Leidensdruck kann der Leidende oftmals anpassen, heißt: Wenn man sich in etwas hineinsteigert leidet man unnötig mehr. Das kann man so weit reduzieren, dass man eigentlich gar keine Therapie braucht. Nur gibt es natürlich tatsächlich traumatische Erlebnisse, deren Wirkung man nicht beliebig reduzieren kann.

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    Bloß ist unser Empfinden total individuell. Es gibt vermeintliche "Kleinigkeiten", die manch einen am Arsch vorbei gehen und nichts anhaben, aber einen anderen richtig fies umwerfen. Dafür kann er mit anderen Problemen oder gar Krankheiten womöglich gut oder gar besser umgehen, als viele andere Leute.

    Genau deswegen ist der eine in einem Bereich schwächer, als der andere. Ich glaube wir meinen doch im Endeffekt sehr ähnliche Dinge, nur dass ich eben den Begriff "schwach" zur Beschreibung benutze.

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    Es ist einfach total individuell. Warum sofort Schwäche und Überempfindlichkeit unterstellen?

    Na was soll es denn sonst sein? Wenn einer etwas schafft, was ein anderer nicht schafft, dann ist der eine stark/unempfindlich und der andere schwach/empfindlich.

    Zitat

    Dass es das gibt, Überbesorgtheit und -sensibilität, zum Beispiel in Form von Helikopter-Eltern, die wegen Schnupfen des Nachwuchses die Notaufnahme stürmen, glaube ich durchaus. Aber im ziemlich überspitzten Einzelfall vielleicht, nicht in dem Ausmaß, dass Arzt- und Therapeutenpraxen mit Menschen geflutet und besetzt sind, die Krankheiten und Probleme haben, die womöglich eigentlich keiner Behandlung oder Hilfe bedürfen. Von diesen von dir angesprochenen Einzelfällen bis zu den Menschen, die es richtig doll erwischt hat, durch schwere Lebenskrisen, Traumata, Krankheiten (und die deiner Meinung nach das Recht auf Therapie haben) liegt eine riesengroße Bandbreite. Und ja, in meinen Augen darf und soll sich jeder, der das Bedürfnis hat, einen Therapieplatz suchen. Egal ob ich persönlich mit dem Problem vielleicht auch ohne Therapie klarkommen könnte.

    Überall im Leben wird nach Prioritäten und Schweregraden sortiert. Das sollte hier auch so sein.

    Zitat

    Das finde ich ein wenig verwirrend. Magst Du dies bitte konkretisieren? Meinem Verständnis braucht es zunächst einen Überblick, wie viele dieser Menschen Therapiebedarf haben (auch: hatten), um dann eine Einschätzung/Einteilung ansetzen zu können. Zum Teil sehe ich Schwierigkeiten gerade da, wo noch keine Diagnose gestellt wurde. Gibt es dazu Quellen?

    Ich glaube kaum, dass es da Quellen gibt. Und ja: Ich sehe auch ein Problem darin, dass zum Teil überhaupt keine Diagnose während der Therapie gestellt wird.


    Zum Zitat: Man kann jeglichen Leidensdruck bis ins Unermessliche steigern. Wer besonders steigert, kann auch von sich aus das Leiden wieder reduzieren.

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    JB da muss ich dir widersprechen. Mir bist du bezüglich des Jammerns hier im Forum aufgefallen.


    Du schreibst immer wieder, dass du ein Mensch 2. Klasse bist. Du bist zu klein, zu dünn (BMI über 25), hast einen unmännlichen Körper. Nur deine Probleme sind unlösbar. Andere Menschen sollen sich nicht so anstellen, sondern ihr Leben ändern.

    Das Problem liegt bei dir. Das ist eine Beschreibung von mir. Wenn jemand sein Problem beschreibt, was ja notwendig ist, jammert er nicht gleich. Deine Sichtweise solltest du da unbedingt überdenken, wenn du das sofort mit Jammerei assoziierst.

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    Natürlich jammerst du. ;-D


    Gibt zig Männer die deine "Probleme" haben und das überhaupt nicht als Problem ansehen.

    Nein, der Großteil nimmt sich das Leben.


    Interessant ist, dass du nun Probleme in Anführungszeichen setzt. Letztlich entscheidet doch der Leidensdruck, nicht wahr? ;-)

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    Gibt es eigentlich eine TV Serie,wo es ohne Therapie abgeht.

    Akte X. Ich glaube Fox Mulder war nie in Therapie wegen seiner Wahnvorstellungen in Bezug auf Aliens. ;-D


    Ne im Ernst: Ich glaube das Problem ist halt auch, dass heute jeder (Arzt, Schulpsychologe, Sozialarbeiter, Arbeitsvermittler) immer gleich zur Therapie rät. Vermutlich ist das auch bequemer sein Kind jede Woche wegen ADHS zum Psychologen zu schicken und mit Ritalin vollzupumpen als mit dem Kind regelmäßig zum Sportverein zu gehen und draußen auf dem Spielplatz rumzutoben.