Zitat

    ...was es noch immer nicht zu einer Tatsache macht :)

    Das ist richtig. Es ist und bleibt ein subjektiver Eindruck, da es objektiv nicht beurteilbar ist, ob die Therapeutin tatsächlich ihren Beruf verfehlt hat. Man kann es auch anders ausdrücken: Es kann auch sein, dass die Therapeutin nicht die Richtige für dein Problem war. So oder so lässt sich jedoch nicht aussagen, ob es an der Therapie selbst lag, da du bisher keine anderen Vergleichsmöglichkeiten hattest.

    Zitat

    Mein Charakter ist nicht schlechter als deiner, oder all denjenigen, die meinen hier mit Beleidigungen um sich werfen zu müssen.

    Witziger weise habe ich kaum Probleme mit den Mitmenschen.


    Ja, ich weiß, bei dir liegt es nur an deinem Aussehen, dass du schlecht behandelt wirst :=o


    Wie auch immer, ich gehe jetzt nicht mehr näher auf deine Aussagen ein. Bringt ja eh nix.

    Zitat

    Stattdessen könntest du dich ja auch einfach zu dem Fadenthema äußern, nicht wahr?

    Gern:


    Meiner Meinung nach darf grundsätzlich jeder einen Therapeuten aufsuchen, der einen Leidensdruck verspürt und sich nicht in der Lage fühlt, die dafür verantwortlichen Probleme selbst zu lösen. Ja, und gerade auch die, die wegen Kleinigkeiten (was auch immer das sein mag) den Therapeuten aufsuchen, haben es erst recht nötig. Denen könnte der Therapeut Techniken vermitteln, die die Resilienz stärken.

    @ Topic:

    Ich bin riesig froh darüber, dass es die Möglichkeit gibt, tatsächlich in Therapie gehen zu können. Mich hat sie vor dem Tod bewahrt. Und mein Problem, welches ich hatte, hätten viele andere Menschen vermutlich auch leichter weggesteckt, als ich es konnte. Aber deshalb bin ich nicht schwach. Deshalb hatte ich nicht weniger Anrecht auf den Therapieplatz. So sehe ich das zumindest. Und ja, vermutlich hat mich auch gerettet, dass ich Privatpatient bin, weil ich nach 4 Tagen Wartezeit bereits einen Platz hatte und in die Klinik konnte. Ein halbes Jahr Wartezeit hätte ich - trotz ambulanter Therapie - vermutlich nicht überstanden. Einzige Möglichkeit wäre gewesen, in die Geschlossene zu gehen, indem ich von meinen Selbstmordabsichten berichtet hätte.

    @ JB:

    Nach deiner Meinung hätte ich sterben sollen, weil ich schwächer als Andere war, die mit meiner Situation besser klar gekommen wären, oder? Weil ich mich einfach hätte zusammenreißen müssen und fertig? [...] Wegen genau solcher von dir getroffenen Aussagen trauen sich manche Menschen nicht, Hilfe anzunehmen. Weil sie sich schämen und schlecht fühlen und Angst haben, sich anderen gegenüber zu öffnen. Wegen diesem falschen Scham kommt es jährlich dazu, dass sich sehr viele Menschen das Leben nehmen, die noch Leben könnten, wenn Sie Hilfe bekommen hätten. Und du [...] erdreistest dich, darüber zu urteilen, wer Hilfe bekommen darf und wer nicht? Nach deinen eigenen Kriterien? Was meinst du, wer oder was bist du? Verachtenswert für solche Aussagen! Mehr nicht!


    (@Admins: Ich möchte mich für die vorherigen Zeilen entschuldigen, aber das musste so einfach mal gesagt werden. Nach den hier von JB getätigten Aussagen, muss so etwas einfach erlaubt sein. Ich weiß, Beleidigungen sind gegen die Forenregeln, aber jede der Aussagen von JB, die hier toleriert werden müssen, sind für Betroffene genau so beleidigend. Daher hoffe ich auf etwas Verständnis bzgl. meines Verstoßes.)

    @ Alle,

    die Hilfe brauchen: NEHMT HILFE AN! SCHÄMT EUCH NICHT! IHR SEID ES WERT, DASS EUCH GEHOLFEN WIRD!

    Zitat

    Ja, ich weiß, bei dir liegt es nur an deinem Aussehen, dass du schlecht behandelt wirst :=o

    Richtig, aber das wird jemand wie du nie verstehen können.

    Zitat

    Nach deiner Meinung hätte ich sterben sollen, weil ich schwächer als Andere war, die mit meiner Situation besser klar gekommen wären, oder?

    Nein, wie kommst du darauf? Sterben soll niemand.

    Zitat

    Weil ich mich einfach hätte zusammenreißen müssen und fertig?

    Weiß ich nicht, kann schon sein.

    Zitat

    [...] Wegen genau solcher von dir getroffenen Aussagen trauen sich manche Menschen nicht, Hilfe anzunehmen. Weil sie sich schämen und schlecht fühlen und Angst haben, sich anderen gegenüber zu öffnen.

    Nein, das gibt es auch (beziehungsweise primär!) bei Menschen, die richtige Probleme haben, die meiner Meinung ja nach Hilfe suchen sollen. Das Leben nehmen sich Leute, weil es nicht genügend Therapieplätze gibt.

    Zitat

    Wegen diesem falschen Scham kommt es jährlich dazu, dass sich sehr viele Menschen das Leben nehmen, die noch Leben könnten, wenn Sie Hilfe bekommen hätten.

    Das kann man ja nicht mit Sicherheit sagen.

    Zitat

    Und du [...] erdreistest dich, darüber zu urteilen, wer Hilfe bekommen darf und wer nicht? Nach deinen eigenen Kriterien?

    Klar.

    Zitat

    Verachtenswert für solche Aussagen! Mehr nicht!

    Verachtenswert ist es jemand anderen als verachtenswert zu bezeichnen.

    @ alle,

    bitte lasst die Diskussion nicht zu einer Diskussion über die Ansichten J_Bs werden, denn es ist weder seine Diskussion noch stehen seine Meinungen hier (primär) zur Diskussion.

    @ J_B,

    an dich möchte ich die Bitte richten, immer erst nochmal über deine Worte nachzudenken, bevor du sie hier veröffentlichst und die Diskussion nicht zu deiner zu machen. Vielleicht lässt du nun auch andere erstmal noch zu Wort kommen, die Frage des FS ging ja an alle:

    Zitat

    Warum braucht man heute zu tage für alles eine Therapie.


    Mal ganz ehrlich Leute, wer macht gerade eine Therapie von euch.

    Zitat

    Das Leben nehmen sich Leute, weil es nicht genügend Therapieplätze gibt.

    Es gibt ne Menge Leute, die sich umbringen, ohne jemals zu versuchen, einen Therapieplatz zu bekommen. Leute, die keine Therapie wollen, aus unterschiedlichen Gründen. Aus Stolz, aus Scham, aus Angst, aus Hoffnungslosigkeit etc. Und manchen hilft die Therapie nicht, ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen. "Ich vermute, es nehmen sich viele Leute das Leben, die sich hätten retten können, wenn es mehr Therapieplätze gäbe" ... da würde ich unter Umständen mitgehen.


    Wie sieht es eigentlich mit Selbsthilfegruppen aus, ist das hier schon mal als Option benannt worden? Als mein Vater schwerkrank war und absehbar wurde, dass er sterben wird, hat meine Mutter nach einer Selbsthilfegruppe gesucht, und ich wollte dann auch hin. Das fand ich sehr hilfreich, und ich persönlich würde tendenziell eher in einer Selbsthilfegruppe Unterstützung suchen als in einer Therapie, wenn ich so darüber nachdenke.

    Zitat

    und ich persönlich würde tendenziell eher in einer Selbsthilfegruppe Unterstützung suchen als in einer Therapie, wenn ich so darüber nachdenke.

    Man kann das durchaus kombinieren, auch nacheinander, um die Vorteile der beiden, sich ergänzenden Möglichkeiten zu nutzen. Bei Suchterkrankungen z.B. ist das wohl der Normalfall, zumindest wird das angestrebt, daß der/die Betroffene nach der Therapie nicht allein dasteht.

    Shojo

    Zitat

    Wie sieht es eigentlich mit Selbsthilfegruppen aus, ist das hier schon mal als Option benannt worden? Als mein Vater schwerkrank war und absehbar wurde, dass er sterben wird, hat meine Mutter nach einer Selbsthilfegruppe gesucht, und ich wollte dann auch hin. Das fand ich sehr hilfreich, und ich persönlich würde tendenziell eher in einer Selbsthilfegruppe Unterstützung suchen als in einer Therapie, wenn ich so darüber nachdenke.

    In diesem Fall halte ich das für eine sehr gute Möglichkeit, weil die Hinterbliebenen den Verlust eines geliebten Menschen verarbeiten wollen. Hier ist die Gemeinsamkeit für alle in der Verarbeitung der Trauer vorhanden, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung dadurch gegeben.


    Che

    Zitat

    Bei Suchterkrankungen z.B. ist das wohl der Normalfall, zumindest wird das angestrebt, daß der/die Betroffene nach der Therapie nicht allein dasteht.

    Gerade bei Suchterkrankungen sind Selbsthilfegruppen unerläßlich, werden in den Städten immer - mittlerweile auch vereinzelt auf dem Lande - angeboten. In meinem Leben habe ich mit einigen Sucherkrankten gesprochen. Durch diese Gruppen findet die Unterstützung gegenseitig statt, indem jedeR - auch telefonisch - einen direkten Ansprechpartner hat. Das hat viele davor bewahrt, wieder in die Sucht einzusteigen. Und hier besteht die Gefahr der Sucht wieder zu verfallen immer.


    Meine Meinung zu den anderen - Psychotherapien.


    Ich war selbst wegen einer psychosomatischen Erkrankung (nach Diagnoseerstellung) Jahre in Behandlung. Die Option, mich auch heute noch bei meinem damaligen Therapeuten melden zu dürfen, besteht immer noch. Ohne große Genehmigung und Bewilligung, weil mir 3-5 Std reichen.


    Deshalb würde ich aufgrund meiner Erfahrung abraten, in eine Selbsthilfegruppe ohne Betreung eines Therapeuten zu gehen. Die Erkrankungen sind einfach zu vielschichtig - Borderline, Depression usw.. Durch die unterschiedlichen Verläufe und Auswirkungen können die wenigsten auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Und manchmal kann das für Betroffene nach hinten losgehen, weil es eher eine Belastung als Unterstützung darstellt.


    Das wird ja hier schon in diesem und ähnlichen Threads sichtbar. So sichtbar, dass selbst bei mir erstmalig ein Teil meines Kommentares entfernt wurde.

    Ich beziehe mich jetzt erstmal nur auf den Ausgangsbeitrag - und kann nur sagen "So ein Blödsinn". Sorry. Ich bin beruflich das Gegenstück zum Patienten - und angesichts von monatelangen Wartezeiten auf einen Therapieplatz rennt tniemand wegen Kleinigkeiten SOFORT zum Therapeuten. Außerdem darf eine Therapie nur bewilligt werden, wenn eine Erkrankung nach ICD-10 diagnostiziert wird. Inkl. Leidensdruck und Perspektive auf Verbesserung. Ich habe in jedem Bewilligungsschreiben einer Krankenkasse drin stehen, dass die Therapie vorzeitig zu beenden ist, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht etc.


    Entscheiden tun somit zwei Personen: Potenzieller Patient und Therapeut. Und nein, wir sind nicht so geldgeil, dass wir jede anfragende Person krankreden/-machen.


    Und dass die Therapieplätze Mangelware sind, liegt nicht an nicht kranken Patienten. Sondern einer Bedarfplanung, die auf dem Ist-Zustand von 1998 beruht; dabei die Steigerungsraten der psychischen Erkrankungen außer Acht lässt. Allein fürs Ruhrgebiet (spezielle Sonderregelung bzgl. Zulassung) fehlen laut Berechnungen 300-350 Therapeuten. Neu geschaffen werden sollen ganze 80 Kassensitze.