Wandersmann, theoretisch ist so viel möglich- inklusive ausgelebte Homosexualität trotz Familienlebens.


    Meine Güte, du bist sicher nicht der einzige homosexuelle Mensch der trotzdem den Traum einer klassischen Familie in sich trägt.


    Mal angenommen... eine enge Freundschaft zu einer lesbischen Frau, gemeinsame Kinder und jeder seine Sexualität außerhalb des Familienbildes.


    An deiner Stelle würde ich beides angehen- die Hinterfragung der vermeintlichen Homosexualität unter der mir selbst gestellten Bedingung sie zu akzeptieren wenn ich sie nicht ändern kann und mich damit abfinden dass das Leben nie ganz nach Plan verläuft.


    Ich hab meine Lebensplanung mehr als einmal über den Haufen geworfen- und ich bin 23.


    Es kann immer was dazwischen kommen, egal ob positiv oder negativ. Ein hoher Lottogewinn wirft das Leben genauso aus der Bahn wie eine Krankheit oder auch die Entdeckung dass man homosexuell ist.

    @ Fluchtgedanke

    Du hast ja recht, dass im Leben nicht immer alles 100%ig so läuft wie man es sich vorgestellt hat. Aber man muss doch wenigstens versuchen seine Ziele zu erreichen und wenns halt wirklich nicht mehr geht, dann muss man es wohl oder übel akzeptieren. Das würde dann für mich bedeuten für immer Single zu bleiben und enthaltsam zu leben. Nicht gerade ein traumhaftes Leben oder? Und deshalb will ich wenigstens alles versucht haben, bevor ich mich ganz aufgebe.


    Ich habe gelesen, dass Freud alle Menschen für bisexuell hielt und auch Kinsey hat doch sowas festgestellt, dass in jedem Menschen bisexuelles Potential steckt. Das würde mir ja schon reichen, ein heterosexuelles Potential in mir zu entdecken und zu wecken. Damit könnte ich ja so leben wie ich will.


    Ich habe dem Therapeuten bei dem Gespräch nicht ganz so viel erzählt, weil ich erstmal unvoreingenommen seine Meinung hören wollte und auch nicht gleich so tun wollte, als würde ich seine Kompetenz in Zweifel ziehen. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal nochmal klipp und klar sagen was Sache ist und wenn er darauf nicht richtig eingeht, es abbrechen, dann bringts ja nix.

    Hallo,


    Ich habe ein ähnliches Problem. Leider steht diese Neigung mir und meinem Glück gerade sehr im Weg und das belastet mich enorm. Hast du inzwischen Fortschritte in deiner Therapie gemacht Wandersmann? Kannst du mir vielleicht ein paar Tipps geben? Wäre schön, wenn du hier nochmal antwortest.


    Für jeden anderen guten Tipp wäre ich aber auch sehr dankbar.


    MFG


    Phill

    Hallo Wandersmann,


    Ich möchte dich noch einmal auf einen Punkt aufmerksam machen, den bmed bereits kurz erwähnt hat: Homosexuelle leben nicht unbedingt ein anderes Leben oder einen anderen Lebensentwurf als Heterosexuelle. Glaubst du wirklich, alle Schwulen sind ledertragende Cocktailtrinker mit Make-up und femininer Gestik? Definitiv nicht. Wenn du kein "homosexuelles Leben" (klischeehaft gedacht) leben möchtest, dann musst du das auch nicht. Dann kannst du auch ein ganz "normaler" Fussballfan mit unrasierter Brust und Reihenhaus sein. Wenn man sein Leben so gestaltet, wie man will und einen Partner findet, der diese Vorstellungen teilt, ist es glaube ich relativ egal, ob dieser Partner männlich oder weiblich ist. Entscheidend ist dann tatsächlich was / wer dich körperlich mehr anzieht und auch diesen Bereich deines Lebens erfüllen kann.

    Ach so und noch eine Frage: Kennst du denn eigentlich Homosexuelle (nicht im Sinne von "mal auf der Straße gesehen", sondern tatsächlich im Freundes- oder Bekanntenkreis)? Vielleicht fehlt dir ja ein "lebendes Beispiel" für homosexuelles Leben und dadurch die Erkenntnis, dass das nun so anders auch nicht ist?

    Warum solltest du mit einem männlichen Partner nicht als Familie mit Kindern, Hund und Reihenhaus leben können? Schwule Paare können genauso Kinder adoptieren wie lesbische und heterosexuelle Paare.

    Zitat

    Dürfen Therapeuten es eigentlich ablehnen einem Menschen zu helfen?

    Ja. Insbesondere dann, wenn sie dem Patienten nicht helfen können, weil die Therapieziele unrealistisch sind. Dann ist es sogar die Pflicht des Therapeuten, den Patienten abzulehnen.

    Zitat

    Aber da des net unbedingt die feine art ist,versuch doch einfach ma ne Frau klarzumachen(ich meine das nicht wie son matscho),sondern für ne Beziehung.Ich meine,spätistens beim sex müsste man das doch merken obs einen antörnt oder nicht?

    Ehm... einen Menschen zu Testzwecken missbrauchen? Super Vorschlag..

    Zitat

    Wandersmann, Du hast es immer noch nicht verstanden: HOMOSEXUALITÄT IST NICHT THERAPIERBAR.

    Auch wenn ich mich damit in deinen Augen disqualifiziere, Wandersmann: er hat Recht.


    Als einzige Alternative sehe ich eigentlich das Zusammenleben incl Familiengründung mit einer asexuellen Frau. Ob du dann deine homosexuellen Neigungen neben der "Beziehung" (oder Freundschaft) zu der Frau (ggf mit Familie) auslebst, ist dann eine andere Sache.

    So, vorweg: Ich hab nicht das geringste gegen Schwule, und betrachte sowas auch nicht als Krankheit.


    Aaaaaber, Homosexualität politisch korrekt als gottgegeben hinzustellen und per se eine ultraliberale Meinung hierzu zu vertreten ist mir auch immer ein bisschen suspekt. Schließlich hat doch so ziemlich alles was wir denken, tun, und sind seine Ursachen in der Psyche. Zur Homosexualität gibt es durchaus einige psychoanalytische Ansätze, die kein bisschen diskriminieren wollen. Und wenn deine sexuellen Unsicherheiten Dir zu schaffen machen, dann qualifiziert dich das so oder so dazu, mal einen Therapeuten aufzusuchen. So wie ich Dich verstanden hab, is eh eher die Unsicherheit als die "Konfession" das Problem. Ich würd einfach mal hingehen, und beide Standpunkte emotional von jemandem durchleuten lassen, der sich auskennt.


    Dieses ewige "Toll, dann bist Du eben schwul, sowas Gutes wiederfährt nicht jedem, warum freust Du dich denn nicht!?" kaum das sich mal wer seiner Sexualität nicht sicher ist, kann ich nicht mehr hören.


    Hoffe ich krieg jetzt nicht gleich Eins mit der Nazi-Keule.


    Alles Gute,


    Travis

    Zitat

    Aaaaaber, Homosexualität politisch korrekt als gottgegeben hinzustellen und per se eine ultraliberale Meinung hierzu zu vertreten ist mir auch immer ein bisschen suspekt.

    Wie will man etwas dauerhaft verändern, was aller Wahrscheinlichkeit nach genetisch determiniert ist?

    Naja, ist ja die Frage, ob man das überhaupt will, oder sollte.


    Homosexualität finde ich durchaus nicht unbedint schlimm. (Um das nochmal klarzustellen!)


    Aber eine Wahrschinlichkeit, daß etwas, das sich definitiv nicht fortpflanzen kann(!) genetisch bestimmt sein soll, sehe ich beim besten Willen nicht.

    Zitat

    Aber eine Wahrschinlichkeit, daß etwas, das sich definitiv nicht fortpflanzen kann(!) genetisch bestimmt sein soll, sehe ich beim besten Willen nicht.

    Ich schon. Homosexualität ist ja nicht auf den Menschen beschränkt, sondern kommt durchaus auch im Tierreich vor.


    Zudem hat man herausgefunden, dass weibliche Verwandte von homosexuellen Männern fruchtbarer sind.


    Zumal man sich nicht selbst fortpflanzen muss, um Kinder großzuziehen. Der eigene genetisch bedingte Verzicht auf Kinder, kommt dann wiederum einer Großfamilie zugute, bei der sich mehr Erwachsene um die Brut kümmern können.


    Das sind alles sinnvolle Erklärungsansätze.

    Nicht dass ich davon viel Ahnung hätte...


    ...aber warum sollte es nicht möglich sein, an seiner sexuellen Ausrichtung zu arbeiten? Der gemeine Deutsche ist ja auch überzeugt, dass Pädophile, Serienmörder und andere Intensivtäter einfach ein bisschen therapiert werden müssen, und -zack!- sind sie ganz nette Menschen, ganz einfach könne ihr Wesen geändert werden. Da ist dann die Prägung in der Kindheit Schuld, Aufwachsen in der sozialen Unterschicht etc. – alles kein Problem!


    So weit ich informiert bin, ist auch kein Beweis erbracht, dass an Homosexualität irgendetwas genetisch determiniert ist (wie sollte dieser Beweis denn auch aussehen?).

    Zitat

    Genauso wenig, wie ich mir erkläre, warum manche Hunde gerne Frisbee Spielen. Wozu auch?

    Der tiefere Sinn deiner Äußerung bleibt mir verborgen.


    Du warst es doch, der sich nicht erklären kann, welchen Sinn Homosexualität macht.

    Zitat

    Einige Trauerschwäne Australiens bilden sexuell aktive männliche Paare, die entweder Nester stehlen oder zeitweilige Dreierbeziehungen mit Weibchen eingehen, um in den Besitz von Eiern zu gelangen. Sobald die Eier gelegt sind, wird das Weibchen vertrieben. Der von homosexuellen Paaren aufgezogene Nachwuchs erreicht das Erwachsenenalter dabei häufiger als derjenige von gemischtgeschlechtlichen Paaren.

    Quelle Wikipedia