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    Zumal man sich nicht selbst fortpflanzen muss, um Kinder großzuziehen. Der eigene genetisch bedingte Verzicht auf Kinder, kommt dann wiederum einer Großfamilie zugute, bei der sich mehr Erwachsene um die Brut kümmern können.

    Kinderverzicht ungleich Homosexualität.

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    Das sind alles sinnvolle Erklärungsansätze.

    Ja, sind es. Empirische Wahrscheinlichkeitsnachweise gehen zwar anders. Aber darum ging es hier ja so oder so nicht.

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    Der gemeine Deutsche ist ja auch überzeugt, dass Pädophile, Serienmörder und andere Intensivtäter einfach ein bisschen therapiert werden müssen, und -zack!- sind sie ganz nette Menschen, ganz einfach könne ihr Wesen geändert werden

    Also "Serienmörder" und "Intensivtäter" hat nichts mit der sexuellen Präferenz zu tun, daher kannst du das hier nicht bringen. Pädophilie wiederum ist bekanntermaßen nicht änderbar und so zielt die Therapie darauf ab, den Betroffenen zu helfen, ihre Selbstkontrolle zu verbessern und insgesamt zu verhindern, dass sie diese ausleben (diejenigen, die in Therapie gehen, wollen es ja auch nicht ausleben, und nehmen entsprechend die Unterstützung an). Aber änderbar ist sie nicht.

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    Kinderverzicht ungleich Homosexualität.

    Ich schrieb "genetisch bedingter Kinderverzicht".


    Wobei es dann immer noch hinkt, denn ungleich deiner Aussage ist es Homosexuellen durchaus möglich Kinder zu bekommen.


    Homosexualität ungleich Unfruchtbarkeit.

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    Aber änderbar ist sie nicht.

    Ah ok. Von Psychologie hab ich nicht wirklich viel Ahnung. Nur fällt es mir als Laie schwer zu verstehen, warum ausgerechnet sexuelle Präferenzen nicht zumindest ein wenig änderbar sein sollen, wo doch sonst fast alles am Wesen eines Menschen änderbar ist. Gibt es dafür einen Grund?

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    Du warst es doch, der sich nicht erklären kann, welchen Sinn Homosexualität macht.

    Und Du warst es, der mir den Sinn von H. damit erklären wollte, daß sie auch bei Tieren vorkommt. Ich hab weder mit dem einen, noch mit dem Anderen ein relevantes Problem. Geschenkt. Wir schweifen ab. Der ultramoralischen Runde, die sich hier gerade einzustellen droht werde ich mich vorenthalten. Meine Antwort richtete sich vor Allem an den Threat-Eröffner.


    :)D

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    Ah ok. Von Psychologie hab ich nicht wirklich viel Ahnung. Nur fällt es mir als Laie schwer zu verstehen, warum ausgerechnet sexuelle Präferenzen nicht zumindest ein wenig änderbar sein sollen, wo doch sonst fast alles am Wesen eines Menschen änderbar ist. Gibt es dafür einen Grund?

    Bis du heterosexuell? Wenn ja, dann versuch dir einfach mal vorzustellen, was man alles mit dir anstellen müsste, damit du dich in einen Mann verliebst, wahnsinnig erfüllenden Sex mit ihm hast, ihn heiratest und mit ihm alt wirst. (wenn du homosexuell bist, einfach statt "Mann" "Frau" einfügen) Dann verstehst du es vielleicht.

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    ultramoralischen Runde

    Was hat das alles mit Moral zu tun?


    Bisher war es eine recht sachliche Debatte.

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    Und Du warst es, der mir den Sinn von H. damit erklären wollte, daß sie auch bei Tieren vorkommt

    Herrje. Du hast gefragt welchen Sinn Homosexualität genetisch evolutionär macht. Und ich hab dir Beispiele aus dem Tierreich gebracht.


    Von Tieren, die man kaum als "moralisch" beeinflusst bezeichnen kann.

    @ benzo (v.a.):

    Wie Barceloneta schon schrieb:


    Man kann die gesamte Persönlichkeit nun mal nicht umkrempeln. warum mögen wir best. Farben, kaufen best. Möbel, kleiden uns auf eine best. Art, hören best. Musik, gehen in best. Filme? Warum mögen wir best. Nahrungsmittel und andere nicht? KAnn man das Wesen eines Menschen wirklich so grundlegend beeinflussen, dass dieser Mensch auch noch glücklich damit ist?


    Man kann nicht alles therapieren – und muss auch nicht alles therapieren. Außerdem ist bekannt, dass das Unterdrücken eigener Wünsche etc. langfristig das Risiko bspw. einer Depression erhöht, v.a. wenn es um sehr gravierende grundlegende Dinge im Leben geht.


    Therapiert wird erst, wenn eine Neigung schwerwiegende Konsequenzen haben kann (Bsp. Pädophilie). Da geht es um Stärkung der Selbstkontrolle, um Vermeidung kritischer Reize (wie auch in Suchttherapien). Da geht es um Korrektur von Überzeugungen (nein, Kleinkinder gehen nicht gerne und freiwillig eine sexuelle Beziehung mit Erwachsenen ein).


    Aber Homosexualität ist nicht (mehr) illegal; es wird niemand geschädigt – warum also therapieren? Es ist nicht möglich und nicht sinnvoll.

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    Du hast gefragt welchen Sinn Homosexualität genetisch evolutionär macht

    Das habe ich nicht.

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    Und ich hab dir Beispiele aus dem Tierreich gebracht.

    Ja, das hast Du.

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    Herrje

    Geschenkt!


    Lassen wir das!

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    was man alles mit dir anstellen müsste, damit du dich in einen Mann verliebst,

    Was weiß ich, aber warum sollte es unmöglich sein? Das ist keine Begründung. Ich esse wahnsinnig gerne Tomaten, ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass meine Liebe zu Tomaten gottgegeben oder genetisch bedingt ist. Ich denke nicht, dass es unmöglich ist, Präferenzen jedweder Art mehr oder weniger stark zu verändern, warum sollte es in sexuellen Dingen unmöglich sein? Ist mir unverständlich, ich sehe auch keine nachvollziehbare bzw. bewiesene Begründung.

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    Man kann die gesamte Persönlichkeit nun mal nicht umkrempeln.

    Durch Traumen oder Schicksalsschläge können Persönlichkeiten sehr wohl von Grund auf umgekrempelt werden. Oder liege ich falsch? Warum kann man mit sanfter Therapie dann nicht einen einzigen Aspekt versuchen zu ändern? Auch ändern wir unsere Persönlichkeit doch ständig selbst im Laufe des Lebens, oder sehe ich das auch falsch?


    Nicht, dass ich es für sinnvoll hielte, Homosexualität zu "therapieren" – ich sehe nicht, warum man das machen sollte? – aber dieses ewige "kann man halt nicht ändern", wenn es um Sexuelles geht, ist mir unerklärlich.

    Es ist doch eigentlich ganz simpel:


    Es gibt 2 Möglichkeiten die der TE nun hat.


    a) Er lebt eine Lüge. Er gesteht sich seine Homosexualität nicht ein und leugnet diese (ob nun durch Psychopharmaka oder Psychologische Hilfe..).


    Dies wird mit ziemlicher Sicherheit darauf hinauslaufen das er entweder sich selbst im laufe der Zeit verletzen wird (wenn die Gefühle zu stark werden, Depressionen einsetzen wenn er sein persönliches Lügendickicht nicht mehr aufrechterhalten kann).. oder aber seine eventuelle Frau dadurch verletzt das er heimlich seinen Neigungen nachgehen wird und dabei Lügengebilde aufbauen wird.


    b) Er steht zu seinen Gefühlen und fängt an sich selbst so zu akzeptieren wie er ist (und von einem möglichen Gott auch gewollt zu sein scheint). Er wird vermutlich die ein oder andere Negative erfahrung in seinem Umfeld nach einem Outing machen.. ABER er kann sein wie er wirklich ist, ohen sich zu verstellen oder zu verleugnen.


    Also hast du die Wahl zwischen Tor A oder B. Bei einem wirst du 100 % verlieren, beim anderen Gegenwind haben aber dafür niemals das Gefühl haben das du dich selber belogen hast.


    Du hast die freie Wahl..

    Ich poste jetzt mal von meinem Wissenstand her – man möge mich korrigieren, wenn jemand genaueres weiß

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    Durch Traumen oder Schicksalsschläge können Persönlichkeiten sehr wohl von Grund auf umgekrempelt werden. Oder liege ich falsch?


    Warum kann man mit sanfter Therapie dann nicht einen einzigen Aspekt versuchen zu ändern? Auch ändern wir unsere Persönlichkeit doch ständig selbst im Laufe des Lebens, oder sehe ich das auch falsch?


    Nicht, dass ich es für sinnvoll hielte, Homosexualität zu "therapieren" – ich sehe nicht, warum man das machen sollte? – aber dieses ewige "kann man halt nicht ändern", wenn es um Sexuelles geht, ist mir unerklärlich.

    Auch eine Psychotherapie kann tief verwurzelte Gefühle nicht umpolen. Man kann höchstens lernen, mit diesen Gefühlen anders umzugehen. Aber die Gefühle sind trotzdem noch da, man ändert nur die Reaktionsweise AUF die Gefühle ab. Mit manchen Strategien kann man es erreichen, dass z.b. Ängste weniger werden. Aber gefeit ist man deswegen vor emotionalen Rückfällen nicht.


    Beispielsweise verfällt ein Angstkranker bei einer Angstattacke in Todesängste und die Reaktion ist z.b. das Vermeiden der angstauslösenden Situation oder sozialer Rückzug. Eine Therapie ändert im gegebenen Fall die Reaktion auf die Emotion, z.b. sich der Situation zu stellen.




    Genauso bei der Sexualität. Man kann zwar vielleicht irgendwie die jeweils andere Sexualpräferenz akzeptieren, aber die (in diesen Fall) homosexuelle Tendenz bleibt bestehen.

    @ schnecke

    Du beschreibst da die Verhaltenstherapie. Die wäre hier in keinem Fall angezeigt, schließlich kann es nicht Sinn der Sache sein Homosexualität zu "verlernen". Eine klärungsorientierte Therapie könnte dagegen dazu beitragen, sich selbst besser zu verstehen. Sei es, das hierdurch die eigenen Neigungen angenommen, oder als Fehlinterpretationen wieder verworfen werden, Das Gefühl der Unsicherheit wäre idealerweise in beiden Fällen weg.