Therapieziel

    Hallo,

    ich habe eine Therapie begonnen, da ich mich nicht gut fühle, aber es ist sehr schwer konkret an etwas zu arbeiten, da ich mein Problem teilweise nicht konkret benennen kann. Ich weiß, dass es mir schlecht geht, aber ich kann gewisse Gefühle nicht benennen, nicht konkret sagen, warum es mir so geht. Das stellt zunehmend ein Problem in der Therapie dar, da die Therapeutin nicht weiß, wo sie ansetzen soll. Ich hatte schon ein paar Stunden und jedes mal besprechen wir einen anderen Aspekt um herauszufinden, wo wir ansetzen. Ich fühle mich deswegen total schlecht, dass ich selbst unfähig bin. Einerseits tut es mir gut, dass es nun die Möglichkeit gibt, Mal alles zu besprechen, aber was ist alles? Nach der Therapie fühle ich mich so schlecht, dass ich noch negativere Gedanken bekomme, alleine aufgrund der Tatsache meiner Unfähigkeit. Dann habe ich die Gedanken, dass ich einsehen muss, dass man mir nicht helfen kann. Mittlerweile ist sich die Therapeutin auch bezüglich meiner Diagnose nicht sicher, da immer wieder andere Dinge aufkommen. Ich weiß nur eins, so kann es nicht weitergehen aber scheinbar geht es das auch nicht. Wahrscheinlich kann auch mein Thread keiner verstehen, weil ich nicht Mal in der Lage bin, meine Gedanken klar zu formulieren, alles scheint so nebelig und undurchdringbar aber meine Seele tut weh. Was ist das? :°(

  • 17 Antworten

    Ich würde mich mit mir auseinandersetzen, nachdenken und versuchen herauszufinden, was mein Problem ist. Ich würde es schriftlich machen, eher handschriftlich und das täglich.

    Hi Meldete,

    das versuche ich schon seit einigen Tagen, leider reißen meine Gedanken immer wieder ab, irgendetwas blockiert mich total, langsam habe ich echt das Gefühl, dass irgendetwas ganz grundlegend mit mir nicht stimmt.

    Dragona schrieb:

    das versuche ich schon seit einigen Tagen, leider reißen meine Gedanken immer wieder ab, irgendetwas blockiert mich total, langsam habe ich echt das Gefühl, dass irgendetwas ganz grundlegend mit mir nicht stimmt.

    So schnell geht das mit der Selbsterkenntnis nicht. Ich würde mich nicht unter Druck setzten und weiter in mich schauen. Da ist ja auch noch die Therapeutin und ihr werdet es schaffen einen Ansatz zu finden.

    Ich hoffe es...ich habe nur Bedenken, dass meine Therapeutin darauf so bald auch keine Lust mehr hat. Sie sagt immer wieder, dass sie nicht weiß, wie sie mir helfen kann...und dann sind die zunächst genehmigten 12 Stunden um (fast die Hälfte hatte ich bereits)...manchmal spreche ich dann schon kleinere Probleme an, wo ich etwas formulieren kann, um ihr überhaupt irgendetwas zu geben, aber das scheint mir dann auch immer kontraproduktiv zu sein, weil das dann meistens gewöhnliche Problem sind, die jeder sicher Mal hat und wofür man ja keine Therapie braucht.

    Du schreibst, du hast mit einer Diagnose die Therapie bekommen. Was ist es denn für eine Diagnose und warum meint die Therapeutin, dass sie möglicherweise nicht zutrifft?

    Dragona schrieb:

    ich habe nur Bedenken, dass meine Therapeutin darauf so bald auch keine Lust mehr hat. Sie sagt immer wieder, dass sie nicht weiß, wie sie mir helfen kann...und dann sind die zunächst genehmigten 12 Stunden um (fast die Hälfte hatte ich bereits)...manchmal spreche ich dann schon kleinere Probleme an, wo ich etwas formulieren kann, um ihr überhaupt irgendetwas zu geben, aber das scheint mir dann auch immer kontraproduktiv zu sein, weil das dann meistens gewöhnliche Problem sind, die jeder sicher Mal hat und wofür man ja keine Therapie braucht.

    Hallo Dragona,

    ich verfolge ja schon lange deine Threads und weiss um deine Probleme. Es gab Threads, die iwann gesperrt wurden, in manchen hast Du nur eine Frage gestellt und/oder hast dich nach ein paar Antworten der Userschaft zurück gezogen. Das war - so empfinde ich es - deine Möglichkeit auf dem Weg zur Veränderung. Jetzt bist Du in Therapie und den Weg bis dahin zu gehen war für dich bestimmt nicht einfach. Du hast es aber geschafft.:)^


    Deine Zweifel, die dich jetzt begleiten sind ganz normal. Akzeptiere das und bleibe am Ball, egal was Du fühlst oder meinst.


    Mir ist hier aufgefallen das Du viel von der Therapeutin sprichst, Du Zweifel hast das sie bald keine Lust mehr hat, sie nicht weiss wie sie dir helfen kann usw. und es sind ja schon sechs Std. von den genehmigten zwölf verbraucht.


    Von diesen Gedanken solltest Du dich verabschieden. Aus diesen zwölf Std. können Hundert und mehr werden, es ist üblich das nur eine bestimmte Zahl von Std genehmigt wird. Deine Thera hat dich angenommen und es ist ihre Aufgabe dich zu begleiten.


    Wenn Du Bedenken hast ob sie bald die Lust daran verliert oder dir nicht helfen könne, kannst und musst Du das Ansprechen. Das ist jetzt eine Angst, die Du versuchst über deine Gedanken wegzudrücken. Das ist jetzt das, was dich belastet und um hier für dich weiter zu kommen musst Du das klären, sonst ziehst Du dir selbst den Boden unter den Füssen weg. Bleibe bei dir, alles andere ist nicht deine Aufgabe.


    Niemals wird verlangt, dich so auszudrücken das deine Thera dich versteht. Sie versteht dich schon, denn deine Blockaden sind auch ein Indiz für (d)eine Problematik. Und oft liegt in der vermeintlichen Banalität - das es für dich ganz normale Probleme sind - der Schlüssel zu der darunter liegenden Problematik. Und ich weiss wovon ich spreche.


    Ich diskutiere mit dir hier nicht ob es die richtige Thera für dich ist oder nicht. Es geht hier um dich und deine Ängste, die auch dazu führen etwas anders zu verstehen als gemeint ist. Du musst und das sage ich ganz bewusst, lernen, diese Herausforderung anzunehmen und diese Probleme sofort an- und auszusprechen.


    Denke einfach mal in Ruhe hierüber nach @:)

    Das ist eigentlich ganz normal. Natürlich gibt es Menschen, die haben ganz ganz klar eine klassische Lehrbuchsache, sie haben genau die erwartbaren Probleme und der Therapeut kann mit ihnen nach Schema F sprechen. Aber meist braucht das doch Zeit. 6 Stunden sprechen ist doch erstmal nicht viel, was soll da denn bei rum kommen.


    Wenn Du Probleme hast, etwas in "Worte zu fassen", Sätze zu formulieren, könnte es sein, dass bei Dir zuviele Gedanken gleichzeitig kreisen? Eine Sache könnte sein, dass auf dem Gesprächsweg immer wieder momente kommen, an denen sich 2, 3 neue Richtungen auftun in die das Gespräch gehen könnte. Nun kannst Du nicht parallel über alles reden, versuchst Dich für eine zu entscheiden, die anderen Gedanken hämmern aber noch auf Dich ein, sie wollen mitbesprochen werden (aus Angst etwas wichtiges nicht angesprochen zu haben oder so?). Am Ende kann man dann gar kein Thema richtig sprechen, weil der Kopf mit Themenwechseln beschäftigt ist.


    Eine andere Sache könnte sein, dass Du vielleicht über lange Zeit gelernt hast, negative Gedanken zu verdrängen. Obwohl Du nun einen Raum hast, in dem Du die Themen besprechen könntest, führt Dein Kopf unwillentlich diesen Verdrängungsvorgang durch. Du versuchst angestrengt über das Thema nachzudenken, versuchst Worte zu finden aber Deine Gedanken schweifen ständig ab weil das antrainierte Verhalten nicht zulassen will, intensiv darüber nachzudenken.


    Falls etwas davon passen könnte oder Du das probieren willst, würde ich den Tipp von Melete erweitern:

    Melete schrieb:

    Ich würde es schriftlich machen, eher handschriftlich und das täglich.

    Du kannst das auch während einem Gespräch machen. Einfach ein Stichwort aufschreiben, damit das Thema "anerkennung" gefunden hat. Dann bekommt man es leichter aus dem Kopf, weil das Thema weiß es wird nicht vergessen. Du kannst ordentlich das aktuelle Gespräch zuende führen und Dich dem aufgeschobenen Thema später widmen.

    Melete schrieb:

    Du schreibst, du hast mit einer Diagnose die Therapie bekommen. Was ist es denn für eine Diagnose und warum meint die Therapeutin, dass sie möglicherweise nicht zutrifft?

    Ursprünglich war die Diagnose Borderline. Die Therapeutin meinte, dass es früher, wenn man sich meine Probleme anschaut, zutreffen könnte, aber jetzt hat sie noch andere Vermutungen, so konkret würde sie nicht. Irgendwann erwähnte sie Mal Autismus, ich glaube davon ist sie wieder angekommen. Das letzte Mal ging es viel um das Thema Psychose. Als ich ihr sagte, dass wenn ich eine Psychose hätte, mir dem ja nicht bewusst wäre, nickte sie nur und meinte ja das stimmt.

    Hi Fizzlypuzzly,

    ich danke dir sehr für deinen Beitrag!

    Ja, eigentlich geht es ja um mich und nicht um meine Therapeutin, ich werde meine Ängste nächste Woche ansprechen. Wahrscheinlich sind ja auch die Ängste Teil meines Problems, irgendwelche Verlustängste...

    Hallo Mike578,

    ich denke, dass beide Aspekte eine Rolle spielen, jedoch der zweite überwiegt. Manchmal sind dann Sachen für mich klar und ich wunder mich, dass ich vorher nicht den "Durchblick" hatte, das passiert meistens, wenn ich alleine bin. Ganz oft passiert es dann dass ich etwas später noch weiß, dass ich da einen klaren Gedanken zu meinen Problemen hatte und dann ist er weg, dann weiß ich es nicht mehr, es ist wie ausradiert. Dann habe ich absolut keinen Zugang mehr zu diesen Gedanken. Ich habe mir nun vorgenommen, dass ich Versuche das alles zu notieren und selbst wenn ich dann später meine Notizen anschaue und es nicht mehr nachvollziehen kann, verwerfen ich sie nicht, ich will das Mal meiner Therapeutin zeigen. Es ist so als hätte ich teilweise Zugang zu dem Problem aber nur kurz und dann switche ich zurück zu einer Art Schutzmechanismus und alles ist weg. Als ob ich mit dem negativen nicht klarkommen kann und mich selbst davor schützen muss. Ich wüsste aber nicht, dass es irgendwie beispielsweise ein Trauma oder so gab was so schwer war, dass ich es verdränge, obwohl ich diese Möglichkeit auch schon in Betracht gezogen habe. Weil ich weiß, dass mir dazu manchmal komische Gedanken kommen bzw Gefühle, dass da doch etwas war. Genau das sind die Gefühle, die ich danach null nachvollziehen kann.

    Dragona schrieb:

    Es ist so als hätte ich teilweise Zugang zu dem Problem aber nur kurz und dann switche ich zurück zu einer Art Schutzmechanismus und alles ist weg. Als ob ich mit dem negativen nicht klarkommen kann und mich selbst davor schützen muss.

    Insgesamt hast Du alles in deinem Beitrag sehr gut beschrieben. In dem Zitat oben, finde ich mich auch wieder und kann dir von daher sagen das es mir nicht anders ergangen ist und z.Zt auch manchmal wieder vorkommt.


    Ich muss erst mal weg, bis später. :)_