tics nerven

    hallo

    ich hab tourette- und tic- diagnosen, hab medis dagegen genommen, hab psychotherapien gemacht


    aber ich wäre gerne schlauer. beziehungsweise ich wäre die genannten probleme gerne los, in der form dass ich das richtige tue. klappt aber nicht.


    ich habe zeitweise asperger-verhalten und denkstörungen, grüble, und verzweifle an der ich-dystonie. die tics wirken dort, wo ich will, dass sie nicht wirken. dieser mechanismus waltet seit langer zeit in mir, und ich würde mich als verrückt bezeichnen.


    die tics sind täglich da, seit mehreren dekaden. zwangsgedanken hab ich nicht unbedingt täglich, aber vielfältig. leistungsträger bin ich keiner, lebensinhalt sind internet und fernsehen, freunde hab ich keine mehr.


    ich weiß nicht so ganz, was nicht stimmt, trotz diagnosen. ratschläge und therapieziele zielen auf mich als extrovertierten menschen, der auch organisiert ist. passieren tut das gegenteil. seit langer zeit. ich plane insgeheim und auch offiziell immer nur dahin, dass ich so lange wie möglich alleine sein kann.


    ich habs nicht drauf, diese tourette sache zu akzeptieren. ist für mich wesensfremd, und ich verstehe die reaktionen meines körpers nicht, und ich verstehe mich nicht, falls das beides zusammengehören sollte.


    ich fass es noch mal zusammen. sobald ich die chance hab, mich in soziale isolation zu begeben, tu ich das, obwohl ich davon depressive phasen bekomme. die sind in der häufigkeit so, dass ich nicht direkt zu den lebensbejahenden menschen zähle. zu denen würd ich zwar gerne gehören, aber das ist wohl nur noch sache des zufalls, was mit mir passieren wird.


    wünsche allen das beste

  • 8 Antworten

    Da hast du ein schweres Paket zu tragen und du hast mein volles Mitgefühl. Viele Menschen kennen das Tourette Syndrom nicht und wissen damit nichts anzufangen. Man versteht nicht, das deine Tics willkürlich und krankheitsbedingt sind, daher wenden viele Menschen sich von dir ab. Traurig, aber leider die Wahrheit. Welche Medikamente nimmst du denn? Risperidon, als Alternative Aripiprazol? Hast du schon einmal über eine Selbsthilfegruppe nachgedacht, ein Austausch mit anderen Betroffenen könnte dir gut tun. Auf diesem Wege lernst du Menschen mit der gleichen Problematik kennen. Dir ist das Ultima Ratio der Therapiemöglichkeiten bekannt, eine Tiefenhirnstimulation. Hat dein behandelnder Arzt das schon einmal erwähnt? Denke daran, trotz deiner Krankheit bist du ein guter und vollwertiger Mensch und wenn andere sich von dir abwenden, versuche es zu ignorieren. Sei stolz auf dich, trotz deiner schweren Erkrankung hast du einen Text geschrieben, den jeder versteht, Kompliment an dich. Ich wünsche dir das allerbeste für dein Leben!

    danke


    dabei hab ich alles klein geschrieben. mir war so sehr danach.


    Danke für deine Worte. Ich bin seit längerem mal wieder genervt gewesen. Und ich weiß wie gesagt nicht so richtig, wie ich mich verkaufen soll sozusagen. Viele Leute sind verständnisvoll, manche nicht so sehr.


    Vor allem aber bin ich mit mir nicht im Reinen. Mein Unterbewusstsein spielt mir ständig Streiche und erfindet sich neu. Es weiß, was ich eigentlich will, und es hat sozusagen Einwände.


    Also reflektiere ich dann auch viel, bemerke diesen Mechanismus, aber komme so nicht gerade weit.


    Ich hab Risperdon und Abilify genommen, ja, aber die Wirkung ist dann mitunter Schläfrigkeit, und so hab ich gefunden, dass Schlafen im Prinzip nicht viel anders als die Neuroleptika ist.


    Die Tiefenstimulation will ich mir gar nicht vorstellen. Ich hab gelesen, die Öffnung könnte sich vielleicht infizieren. Aber letztendlich ist es eher so ein Video gewesen, wo jemand mit eingestellter Tiefenstimulation trotzdem getict hat.


    Also wäre ich eher beim Risperdal. Das in den Alltag einzubauen ist irgendwie komisch. Weil es die Tics ja nur weniger macht. Ich kalkuliere da wie so ein... sorry.. wie ein Süchtiger, was ihm die Substanz bringt? Es regelmäßig zu nehmen heisst, dass der Hunger groß wird, dann der Durst. Die Vorteile von den Tics sind ja so eine Sportlichkeit und andere Sachen. Mit Risperdal kriege ich Durst, mit Abilify hatte ich ein Problem mit Autoaggression.


    Ich lehne Neuroleptika nicht ab. Naja, ein Bisschen halt.


    Diese Extrovertiertheit der Anderen hätte ich gerne, aber in der Öffentlichkeit übermannt mich das Schamgefühl und ein gewisser Fluchtinstinkt mehr oder weniger.


    Und die Asperger-Sache. Ich bin nicht zielstrebig. Ich folge einem Therapeuten schon. Aber ich muss erst mal eine neue Therapie finden für irgendwann. Denn ich bin bei der letzten wieder direkt in die Isolation als Lösung geflüchtet.


    Es ist so eine Stress-Sache.


    Danke dir nochmals für die Antwort.

    Ich verstehe dich vollkommen und ich würde dir gerne mehr helfen, als durch ein paar Worte. Du schreibst einfach top, da kann sich mancher gesunder Mensch eine Scheibe von abschneiden. Hast du keine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe, wo du dich mit Betroffenen austauschen kannst? Keine Videos über die Tiefenhirnstimulation anschauen, dein Neurologe wird dir das Verfahren genau erklären und dir ggfs.die entsprechende Spezialklinik empfehlen. Deine Lebensqualität könnte sich dadurch erheblich verbessern. Was die Zukunft bringt, weiß niemand. Bei diesen Erkrankungen positiv zu denken, ist nicht leicht. Wie wäre es mit einem zusätzlichen Antidepressivum? Ein Antidepressivum ist nicht gleich Antidepressium. Einige machen müde, andere steigern die Motivation, den persönlichen Antrieb. Das könnte dir auch helfen und gib nichts für Menschen, die dein Krankheitsbild nicht verstehen, ignoriere diese, solche Menschen wird es immer wieder in deinem Leben geben. Alles Gute und ganz viel Kraft!

    Ich hoffe, dass ich nicht zu viel schreibe und mich nacher zwanghaft ärgere.


    Aber ich wollte hier jetzt gerade doch rein schreiben, dass ich neulich von Louis Rossmann ein Video sah. Der befasst sich mit dem Reparieren von Macbooks, aber in diesem einen Video gab er Ratschläge.


    Und ich hatte den Ratschlag schon von einer Bekannten gehört, sogar oft. Man solle sich nicht als der Schuldige in einer Situation fühlen. Andere lüden nur ihre Sorgen an mir ab, was ihre eigenen Probleme wiederspiegelt.


    Wie verstehe ich das mit Tics? Ich fühle mich, als wäre ich an der Situation schuldig. Ich hab folglich .. dem Louis Rossmann zugerufen, mehr oder weniger zugerufen, dass ich doch keinen Plan hab, ob ich nicht doch der Schuldige bin.


    Jetzt ist Tourette bekannt geworden durch Manche, die sozusagen Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber ich denke trotzdem, ich sei schuld. Denn meistens tice ich nicht vokal, sondern mit Rumpf, Kopf und Extremitäten halt.


    Es ist kein Anschauliches Ding. Und man erklärt auch, kein Parkinson, keine Epilepsie, nur unkomplexe Tics sind es. Das hab ich früher immer mal erklärt, vor der vielen Isolation.


    Aber ich bin kein Mensch für Öffentlichkeit.

    Nur verstehe ich da wohl was falsch. Jeder will wahrscheinlich viel Privatsphäre und Ruhe.


    Das ist genug Text. Danke euch, danke ans Med1-Forum für die Möglichkeit des Postens. Ich will nicht Gefahr laufen, Zwangsgedanken für mich loszutreten, was mir online leider oft passiert ist.


    Lg...

    Du hast motorische Tics und dich betrifft KEINERLEI !!!!!! Schuld. Du kannst hier soviel schreiben, wie du möchtest, aber nur wenn es dir gut tut. Hut ab, daß du überhaupt in der Öffentlichkeit geschrieben hast und zu schämen brauchst du dich für NICHTS!!! 🌹🌹🍀☀️🌈

    Trastevere, ein SSRI wäre vielleicht echt nicht schlecht. Soll auch gegen Zwangsgedanken helfen, solange man es nimmt. Was mal etwas Abwechslung wäre, weil ich da in ziemlich viel Zwangsgedanken rein gekommen bin in letzter Zeit. Und dann hab ich vokale Tics davon gehabt. Gegen die motorischen Tics helfen mir wiederum Risperdal und so. LG

    navrat schrieb:

    Trastevere, ein SSRI wäre vielleicht echt nicht schlecht. Soll auch gegen Zwangsgedanken helfen, solange man es nimmt. Was mal etwas Abwechslung wäre, weil ich da in ziemlich viel Zwangsgedanken rein gekommen bin in letzter Zeit. Und dann hab ich vokale Tics davon gehabt. Gegen die motorischen Tics helfen mir wiederum Risperdal und so. LG

    Spreche mit deinem Neurologen darüber. Falls er dir ein Antidepressivum rezeptiert, nicht die Geduld verlieren, es dauert einige Wochen, bis diese Medikamente ihre volle Wirkung zeigen. Manchmal wirkt das erste rezeptierte AD überhaupt nicht, dann muß der Arzt auf ein anderes ausweichen, aber das braucht bei dir ja nicht der Fall zu sein. LG