Tipps zu Zwangsgedanke

    Meine Psychotherapie bezüglich hartnäckiger Angststörung findet aktuell jede Woche statt.

    Nebst Sertralin Morgens, nehme ich auch Mirtazapin zum Schlafen. Ich mache Atemübungen, Meditation, Sport etc.


    Einen Zwangsgedanken, der immer wieder rein blitzt und mich lähmt bzw. mitten in einer fröhlichen Situation mich plötzlich verstimmt und beängstigt, werde ich nicht los. Es ist der Gedanke an die letzten Tagen/Stunden/Minuten meines Lebens. Gedanken in Bilder tauchen, wonach ich in einer Situation kurz vor dem Sterben wäre und mir das völlig bewusst ist.


    Ein Bild wonach ich weiss, dass ich palliativ sediert werden muss. Ein Bild wo ich aufgrund einer extremen Krankheitssituation assistierte Sterbehilfe nehme, oder durch einen natürlichen Sterbeprozess kurz vor dem Tod stehe... Bilder von Situationen mit der Ungewissheit, was für Qualen, Luftnot bwz. Panik auf mich zukommen während dem Vorgang. Ein dunkles Bild des Verlassen seins, der Hoffnungslosigkeit und Trauer.


    Ich weiss, das was ich schreibe ist irrational. Das ist Angststörung. Ich bin auch in Therapie. Vielleicht hat jemand einen sehr nützlichen Tipp gegen diese hartnäckigen Gedanken.

  • 62 Antworten
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    Sterben müssen wir alle. Ich bin Fachärztin für Palliativmedizin. Man sollte sich schon mit der eigenen Endlichkeit beschäftigen, aber es darf nicht die Lebensqualität beeinflussen. Warte deine Therapie ab, was diese bringt. Ich kann dich aber beruhigen, niemand braucht am Lebensende zu leiden. Die moderne Palliativmedizin ist dafür da, alle Symptome wie Schmerzen, Ängste, Übelkeit, Atemnot mit den entsprechenden Medikamenten so zu lindern, daß es für den Patienten erträglich ist. Das gelingt fast immer. In seltenen Fällen, wo alle Massnahmen der Palliativmedizin versagen, gibt es als Ultima Ratio die palliative Sedierung. Der Patient wird mit Medikamenten so sediert, daß er nichts mehr spürt und in den Tod hineinschläft. Ein guter Therapeut wird die Ursache der Zwangsgedanken ergründen und dir helfen. Einfach ein bißchen Geduld und versuchen das Leben zu genießen. Alles Gute!

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    Hyazynthe schrieb:
    BeautifulDay89 schrieb:

    Ach Galaxy... *seufz*

    Wie ist deine Antwort zu verstehen?

    Ich lese die Beiträge von Galaxy nun schon das eine oder andere Jahr. Weiter als sich im Kreis zu drehen ist nicht drin. Leider.

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    BeautifulDay89 schrieb:
    Hyazynthe schrieb:
    BeautifulDay89 schrieb:

    Ach Galaxy... *seufz*

    Wie ist deine Antwort zu verstehen?

    Ich lese die Beiträge von Galaxy nun schon das eine oder andere Jahr. Weiter als sich im Kreis zu drehen ist nicht drin. Leider.

    Danke. Das wußte ich nicht.

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    BeautifulDay89

    rr2017

    hallo ihr Lieben, ja ich drehe mich im Kreis. Aber ich habe einige Empfehlungen auch ernst genommen. Ich gehe öfters in Therapie, habe zusätzlich das Sertralin akzeptiert. Es war ein langer Umweg bis ich über viele Ängste dann die ursächliche lähmende Angst reflektieren konnte. Das Ersticken ist das Übel. Therapie bringt mir eine nur kurfdauernde Erleichterung, dann blitzen mir irgendwann wieder diese einengenden Vorstellungen in den Kopf.


    Hyazynthe

    Fachärztin für Palliativmedizin ist eigentlich die richtige Adresse für meine vielen unbeantworteten Fragen in Bezug auf das Lebensende. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich dir diese über Privatnachricht stellen könnte.


    liebe Grüsse

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    kommt man dann nich irgendwann an den punkt wo man denkt "scheiss drauf, dann erstick ich halt, kann ich eh nich änder und geht auch schnell und dann ists vorbei, und sterben tun wir eh alle, aber ich mag mir davon jetzt nich mehr mein leben vermiesen lassen"? also mir geht das wohl so. ich gehe auch davon aus dass sterben scheisse wird, aber was solls..

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    jo so ist es. irgendwann bin ich so abgekämpft, dass ich denke "nun ersticke ich halt ein paar Minuten lang", ist immer noch besser als mir das ganze Leben mit der Angst davor zu versauen. Das hilft auch für eine kurze Zeit.

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    anders geht das wohl auch nicht. der tod ist ein nicht lösbares problem. man kann nur irgendwie damit umgehen. die meisten verdrängen es.

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    Das passiert mir auch gerade..

    Ich habe gerade so komische Symptome das ich solche Szenarien drehe.. Ich kann dich so gut verstehen.

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    @ galaxy31

    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Bei mir knüppelt mich immer der Gedanke nieder, überhaupt sterben zu müssen,...dieses ewige Nachts danach verleiht mir Todespanik.

    Das dümmliche Argument, dass alle mal sterben müssen, ist da mehr als nur nutzlos.

    Das sind einfach nur sachliche Fakten, die Dir null helfen. Dein Problem liegt woanders, genau wie bei mir.

    Jemand, der gesund und normal groß wurde und lebt, kann den Tod annehmen. Wir können es nicht. Da gilt es, wenn man daran arbeiten will, einen guten Therapeuten zu finden, der da kompetent Hilfe leisten kann.

    Ich glaube (weiß es aber nicht genau...), wenn man nur alt genug ist, z.B. 93 Jahre alt, hat man niemals Angst vorm Sterben, auch nicht, wenn man es als jüngerer Mensch hatte, einfach wohl, weil man mit 93 Jahren alles schon zig mal durchgelebt hat. Man hat dann von Natur aus einfach keinen Bock mehr.

    Ich jedenfalls kenne keine alten Leute mit Panik vorm Sterben.

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    Du kannst mir jederzeit eine Frage per PN stellen.