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    BenitaB., es gibt verschiedene Formen der Therapie und es geht nicht immer um die "böse Kindheit"...


    Manche Menschen brauchen länger um mit traumatischen Erfahrungen umzugehen. Geht ja oft nicht nur um die Bilder, sondern auch um Kontrollverlust etc.

    Aber hier spricht die TE doch nur von dem Unfall. Und von den Folgen, mit komischem Gefühl daran vorbeizufahren.


    D a s ist doch ihr Problem. Und eben nicht die Kindheit, oder habe ich etwas überlesen?


    Und da die TE EMDR ja gar nicht kennt, woher nimmt hier jemand die Gewissheit, es könne ihr nicht kurzfristig helfen sondern sie bräuchte nun eine lange, wie auch immer geartete Therapie?


    Davon mal ganz ab, bin ich auch kein Übermensch, aber rumliegende Leichenteile setzten mir schon recht was zu, ich habe auch schon versucht, einen Toten mit Mund zu Nase Beatmung zu helfen, der war aber schon tot...


    Ich habe ein Pony totgefahren, auf dem saß ein Kind, Gott sei Dank ist war Pony tot, nicht das Kind....


    Und immer hat mir jeweils eine Stunde bei einem darauf spezialisierten Therapeuten, der auch den Helfer damals vom ICE- Unglück in Eschede geholfen hat, geholfen diese grausamen Bilder zu verarbeiten.


    Schnell und effektiv.


    Warum sollte das hier nicht auch so sein???


    Hier ist doch immer auch nach persönlichen Erfahrungen gefragt. Und gibt man die bekannt, ist das alles idiotisch?

    Ich achte jetzt noch mehr auf den Gegenverkehr auch die ganzen "Überholer" finde ich immer ziemlich riskant, da spielen sich immer wieder diese Bilder im Kopf vom Unfall ab. Und in Kurven, wo ich den Gegenverkehr nicht sehen kann, muss ich 2-3 mal tief einatmen. Davor hab ich mir über sowas nie Gedanken gemacht. Und auf dem Weg hab ich 2 scharfe Linkskurven.

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    Mag jetzt nicht jedem gefallen, aber Traumatherapie-Elemente "mal eben so einmalig" sind nicht unbedingt ideal. Und man sollte kritisch hinterfragen, WER das so anbietet. Die Wirksamkeit von EMDR an sich ist unbestritten; der einmalige Einsatz ohne den Betroffenen genauer zu kennen... fragwürdig.

    Sunflower, ob Du es nun wahrhaben willst oder nicht, das ist ein Spezialist, mit entsprechender Ausbildung, eigener Praxis seit Jahrzehnten, sehr anerkannt, schon öfter im TV zitiert, hat Bücher rausgebracht.


    Dort wird mit Methoden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gearbeitet, die Gehirnforschung schreitet ja immer weiter vor.


    Gibt natürlich Therapeuten, die üben nach anno dazumal aus, was sie mal gelernt haben und das ist gut für alle Ewigkeit....

    Achso. Ich war auch in einem Auto Unfall und habe ein Polytrauma erlitten und musste aus dem Wrack geschnitten werden und per Hubschrauber ins Krankenhaus. War nicht der Fahrer.


    Es dauerte 1 Jahr bis ich bei andere mitfahren könnte. Ich musste immer selber fahren.

    @ Benita:

    Etwas mehr Freundlichkeit wäre nett und weniger abwertende Kommentare ebenfalls. Du musst meine Meinung nicht teilen. Gegen EMDR an sich habe ich nichts gesagt.


    Was ich aber erlebe: "Einfach mal so" für eine Sitzung bekommt man in vielen Regionen bei seriösen Behandlern eh keinen Termin. Bleibt dann das Feld der Heilpraktiker, und da sind die Kompetenzen und das Hintergrundwissen nun mal sehr unterschiedlich. Kann funktionieren, kann schiefgehen. Wenn's schräg läuft, haben die Menschen ein Problem.


    Daher erstmal nach nur 14 Tagen darauf vertrauen, dass einem der Schock in den Knochen sitzt, es aber besser wird, wenn man einfach weitermacht. Nicht jede Reaktion muss gleich pathologisiert und therapiert werden.

    Sunflower, von Deinen Zeilen fühle ich mich aber auch nicht gerade freundlich streichelt sondern übers Maul gefahren.


    Und ich spreche hier von einem Spezialisten. Statt darauf einzugehen, beginnst Du gegen zu argumentieren mit Heilpraktikern. Ich gehe trotzdem mal darauf ein: von denen halte ich auch nichts.

    Hab heute wieder einen Schreckmoment gehabt 🙈 kam von der Arbeit und fuhr meine gewohnte Landstraße, und jemand meinte überholen zu müssen, obwohl ich hohes Tempo drauf hatte. Musste natürlich volle kanne abbremsen. Sowas passiert total oft das Überholer einfacher die entgegenkommenden Fahrzeuge nicht einschätzen können😣🙈

    Oder vor Kurven überholen und am besten noch 3-4 Autos, da denk ich mir immer so eilig kann man es doch gar nicht haben, das man sich und andere so in Gefahr bringt🙈 aber das erlebe ich leider tagtäglich

    Ich fand den Verkehr gestern ganz wuselig, irgendwie ist er mir chaotischer als sonst erschienen. Es gibt so Tage, wo alle mehr genervt wirken.


    Du bist jetzt natürlich sensibilisiert, die gefährlichen Seiten stärker zu sehen. Auch wenn sich nicht alle hundertprozentig an die Regeln halten, passiert relativ wenig. Irgendwie gehört es dazu, dass wir auf die Fehler anderer reagieren.

    @ :) :)*

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    Die Wirksamkeit von EMDR an sich ist unbestritten; der einmalige Einsatz ohne den Betroffenen genauer zu kennen... fragwürdig.

    ... und gar nicht erlaubt. Die Psychotherapie-Richtlinie lässt EMDR nur im Rahmen einer PTBS-Behandlung zu.

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    Und ich spreche hier von einem Spezialisten.

    Der Spezialist ist nicht mehr lange "Spezialist", sollte jemand spitz kriegen, dass er gegen die Richtlinien verstößt.

    Ich werde mich jetzt auch um einen Termin beim Psychologen kümmern. Ich habe die letzten Tage gemerkt, das ich vor lauter Angst und Zittern wirklich schlecht fahre. Ich fahre so weit rechts, das ich schon fast die Leitplanken streife🙈 weil ich mich nicht mehr traue mittig zu fahren. Denke jedes mal jemand zieht wieder rüber auf meine Spur. Die Angst ist einfach so groß, das ich mich kaum noch auf die Straße konzentriere sondern nur noch auf den Gegenverkehr. Das Problem ist einfach ich kann nicht sagen ich vermeide jetzt Landstraßen! Dafür müsste ich ja meine Ausbildungsstelle kündigen, und das will ich ja eigentlich nicht. Habe schon mit dem Gedanken gespielt mir eine Stelle in der Nähe zu suchen, wo ich wirklixh nur 5 km Fahrweg habe und nur innerorts. Mich beschäftigt 24 h nur der Unfall, ich träume sogar schon davon😱. Habe sogar überlegt mir extra eine AU zu holen, NUR damit ich ein paar Tage kein Auto fahren muss🙈 und das überlege ich tagtäglich. Sobald ich aufstehe, ist das mein Thema. Ich fahre die Strecke ja trotzdem täglich, aber Autofahrer hinter mir hupen mich ständig an, weil ich halt sehr unsicher fahre. Die müssen doch echt denken ich wäre betrunken😄🙈

    Und nein es wird nicht besser, wenn ich die Strecke öfter fahre sondern immer schlimmer habe ich das Gefühl. Ich habe beim Psychologen angerufen, ich müsste ein halbes Jahr auf einen Termin warten😣

    Ich fahre auch sehr gerne Auto, schon seit 40 Jahren. Bisher (!) hatte ich einen Unfall. Vollbremsung, quietschende Reifen, ich wusste auch ganz genau, das reicht vorne und hinten nicht. Ergebnis: gewaltiger Blechschaden, zum Glück keine Personenschäden. Ich fahre auch an der Selle vorbei, habe sogar extra angehalten. Die Brems und Kreidespuren sah ich noch. Ich fahre weiterhin gerne Auto.


    Zwar kein Autounfall, aber auch ein Unfall. Ich schwimme gerne, aber nicht im Schwimmbad, sondern am Baggersee. Vor etlichen Jahren hatte ich dort einen Unfall. Flache Stelle, beim Reinspringen mit dem Kopf aufgeschlagen. Ergebnis: Halswirbel gebrochen, querschnittgelähmnt, seitdem Rollstuhlfahrer. Nachdem ich wieder schwimmen konnte, ging ich wieder an Baggersee - was glaubst du an welchen? Ich schwimme heute noch gerne am See, ohne komisches Gefühl.


    Der Hauptunterschied liegt wohl darin:

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    mimixxx


    und hätte nie damit gerechnet das so etwas mir mal passieren könnte��

    Dass ist eben der Trugschluss. Jedes Jahr passieren Baggerseeunfälle, täglich passieren Autounfälle. Das ist eigentlich jedem klar. Die Frage ist nur wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit - glücklicherweise nicht all zu hoch. Ich habe damals in der Klinik extra gefragt, ob schon jemand zweimal querschnittgelähmnt wurde. Das ist extrem selten. Daher gehe ich heute nicht weniger gerne an See, schon mangels Anlauf wäre ein zweiter Unfall unwahrscheinlich. Aber letztendlich nicht ausgeschlossen, daher habe ich eingangs auch bisher(!) geschrieben.


    Das Leben beinhaltet ein gewisses Risiko. Diese nicht ignorieren, sondern im Bewusstsein halten. Dann fährt man vernünftig, d.h nicht zu schnell, null Alkohol, und vor allem aufmerksam. So lässt sich entspannt autofahren und auch am Baggersee schwimmen.