Die richtigen Medikamente richtig eingesetzt helfen in erster Linie erstmal. Wenn man Kopfschmerzen hat, nimmt man doch auch Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Klar hat jedes Präparat auch Nebenwirkungen aber diese sind immer aufzuwiegen zum Nutzen der eigentlichen Wirkung und wer auf die Kopfschmerztablette verzichter weil er angst vor eventuellen Nebenwirkungen hat, ist selber schuld, wenn er dann unnötig leidet. Bei Psychopfarmaka ist das analog.

    suca

    Zitat

    Wenn man Kopfschmerzen hat, nimmt man doch auch Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Klar hat jedes Präparat auch Nebenwirkungen aber diese sind immer aufzuwiegen zum Nutzen der eigentlichen Wirkung und wer auf die Kopfschmerztablette verzichter weil er angst vor eventuellen Nebenwirkungen hat, ist selber schuld, wenn er dann unnötig leidet.

    Dem moechte ich aber schon mal widersprechen. Auch wenn's nur um Kopfschmerzen geht: Mal ganz unabhaengig von den direkten Nebenwirkungen schwaecht gewohnheitsmaessige Einnahme von Schmerzmitteln die Abwehrkraefte und bringt die natuerliche Selbstregulation des Koerpers durcheinander. Auf lange Sicht bekommt man haeufiger Kopfschmerzen, braucht hoehere Dosen und wird allgemein anfaelliger. Ausserdem ignoriert man Signale des Koerpers, die eigentlich auf Probleme des eigenen Lebensstils hinweisen koennten.


    Wenn man viele unterschiedliche Medikamente nimmt, verstaerken sich diese Probleme noch. Man macht es dem Koerper unmoeglich, klare Signale zu geben und sich selbst zu heilen. (Wobei es natuerlich Ausnahmen gibt, die "sanfter" sind, z.B. Homoeopathie).


    Ich bin nicht grundsaetzlich gegen alle Medikamente; in jeder Lage hat man die Wahl und es ist eine schwierige Entscheidung. Klar ist ein AD besser als so einiges, was ihr habt erleben muessen. Und trotzdem ist meine Meinung: Im Zweifelsfall verzichten, wann immer es einem ertraeglich erscheint! Die meisten Kopfschmerzen lassen sich aushalten, und als Preis, meine Selbstheilungskraefte zu stuetzen und naeher an meinem Koerpergefuehl zu sein, ist es mir das wert.

    Also wenn ich einmal im Monat richtige Kopfschmerzen habe, die übrigens mitunter nicht aushaltbar sind, dann nehme ich Paracetamol und damit schädige ich weder mein Abwehrsystem noch sonstwas. Der Schmerz lässt nach und das ist gut so. Und daher nehme ich auch ein Tricyclisches Antidepressivum da mit ich nachts schlafen kann, andernfalls hätte ich mich vielleicht schon umgebracht weil diese Nächte einfach quälend waren.

    eigentlich seh ichs gleich wie lewian. ich nehm kaum medis. nur wenn ich ne grippe hab, dann gönn ich mir neocitran. hat glaubs paracetamol drin. aber nicht mal wenn ich einen kater hab, nehm ich was. (gut ... ich hätt auch nichts im haus)


    aber das sind kleinigkeiten ... es gibt krankheiten oder leiden, die nur mit medis zu ertragen sind.


    suca


    war ein insiderscherz. in einer diskussionssendung hat eine ... nicht ganz so helle politikerin eben gemeint, es werde hier etwas heraufsterilisiert ... statt stilisiert. ;-)

    suca

    Ich wollte dich nicht angreifen. Du bist natuerlich absolut selber dafuer verantwortlich, wann du ein Medi nimmst, und du entscheidest, was du aushalten kannst. Ich habe dir nicht zu sagen, was du tun und lassen sollst.


    Ich halte es aber fuer unhaltbar, zu behaupten, dass das, abgesehen davon, dass es hilft, sonst absolut folgen- und harmlos waere. Wissenschaftlich ist der Nachweis in vielen Faellen erbracht und in anderen kaum systematisch zu erforschen. Ich denke, das sollte man sich schon klarmachen, dass man ein schwer kalkulierbares (wenn auch in einigen Faellen zugegebenermassen kleines) Risiko eingeht.

    Ich habe auch nicht behauptet daß Medikamente ohne jegliche Nebenwirkung sind. Ich meinte nur, daß man eben die Wirkung gegen die Nebenwirkung aufwiegen sollte und im Einzelfall dann entscheiden, ob man ein bestimmtes Präparat einem bestimmten Patienten verabreicht oder besser ein anders wählt.

    Prinzipiell deiner Meinung (wobei als Alternative immer auch "gar kein Medikament" in Betracht gezogen werden muss).


    Allerdings ist das schwieriger als du dir das moeglicherweise vorstellst. Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten sind normalerweise nicht systematisch erforschbar, weil man schon aus ethischen Gruenden keine ordentlichen Patienten-Stichproben zusammenbekommt. Aehnliches gilt fuer sehr langfristigen Medikamenteneinsatz, ausser bei den allergaengigsten Praeparaten. Das bedeutet, wenn man mehrere Medikamente nimmt, ist es in keiner Weise zuverlaessig prognostizierbar, was das mit dem eigenen Koerper macht.

    Ja, ich hatte psychische Probleme und weiss, wie elend man sich fühlt in all dem was ihr hier beschrieben habt. Die Erfahrungen, die ich daraus gemacht habe sind die:


    - Hausärzte verschreiben oft und gerne leichtsinnig Antidepressiva und/oder Schlaftabletten ohne genau darüber informiert zu sein, wie süchtig sie machen. (Meine Mutter hat arge Schlafprobleme und kriegte ein Medikament verschrieben, davon ist sie jetzt nach 6-monatiger Einnahme süchtig und der HA behauptet nach wie vor, es mache nicht süchtig) :(v)


    - Wichtig bei einer Therapie mit AD's sind zusätzliche Therapie beim Psychiater oder Psychologen; weil die Chancen, dass man alleine die Gründe der Depression herausfindet, gering sind. Zusätzlich entscheidet dann ein Fachmann/frau darüber, in welchen Dosierungen (nämlich angepasst der momentanen Verfassung!!!!) das AD eingenommen werden kann. Ebenfalls kann er über eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Auskunft geben.


    Es geht mir hier nicht darum AD's zu verdammen. Ich weiss, dass sie helfen, aber immer nur unter strenger Kontrolle eines Facharztes und nicht indem man selber rauf- runterdosiert, oder dies sogar auf Antraten eines Forummitgliedes macht! Von Grasi habe ich viel in Clara's Faden gelesen und dass was hier hier in dem Faden steht.