üble Angststörung, wer kennt einen Weg daraus zu kommen?

    ich habe innert 3 Wochen eine üble Angststörung entwickelt, die mich komplett lähmt. Ich erlebte aufgrund einer beobachteten Muttelmalveränderung eine Angststeigerung anfänglich in Zusammenhang mit einem Zweitmelanom. Da war ich wieder mal so blöd und habe gegoogelt. Habe dann einige Studien entdeckt, die anscheinend darauf hinweisen, dass Menschen welche unter 40 ein Hautkrebs, oder Vorstufe entwickelten später für weitere Krebserkrankungen anfällig wären. Dann war ich wie vom Blitz getroffen. Bis anhin konnte ich meine Krankheitsängste durch einen medizinischen Test temporär ausschalten. Jetzt erlebe ich eine ständige Angst, die ich nicht mehr runterbringe.


    1.5 Std. Schlaf pro Nacht, extreme Anspannung des Körpers, fühle wie Stromleitungen im Körper, Summen in den Ohren, Zittern, warme Beklemmung in der Brust, Druck und brennen im Kopf, schlechtes Atmen etc.


    Kennt jemand solche Krankheitsängste? Meine bisherigen Gesprächstherapien haben leider nichts geholfen. Ich suche verzweifelt nach Alternativen, die meinen Körper und meine Angst runter holen. Gibt es "milde" Medis gegen Angststörungen? Jeder Erfahrungsbericht ist willkommen.

  • 177 Antworten

    Hallo galaxy,


    als es bei mir mit der Angst akut so schlimm wurde, dass es mich sehr sehr stark beeinträchtigt hat (stärker als ohnehin schon), habe ich mir auch endlich etwas verschreiben lassen. Ich nehme ein angstlösendes Antidepressivum in geringer Dosierung. Anfangs habe ich davon erstmal geschlafen wie ein Weltmeister (es sediert zusätzlich leicht, die Wirkung lässt aber mit der Zeit nach) und mein Kreislauf war nicht ok. Ich habe mich aber von mehreren Leuten beruhigen lassen können, dass das zu Beginn ganz normal sein kann / ist. Und so habe ich durchgehalten, ganz niedrig dosiert und bin bis heute auf der Mindestdosis hängen geblieben, die ich weiter nehmen möchte und gut vertrage ??Opipram heißt das Medikament??


    Vielleicht hilft dir sowas, über den akuten Stress hinweg zu kommen. Es macht nicht abhängig, dennoch wird empfohlen, es langsam auszuschleichen. Die stimmungsaufhellende Wirkung bemerkte ich etwa nach 4 Wochen und das war wirklich eine Wohltat! Mir ging es damit schnell zumindest soweit besser, dass ich meinen Alltag wieder bestreiten konnte.


    Ich lese gerade ein Buch, welches mir gegen die Angst auch sehr, sehr hilft ??Panikattacken und andere Angststörungen loswerden??. Das Buch wird in den Rezensionen teils hochgelobt, teils total zerrissen. Ich denke, da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Ich finde das Buch großartig und mir hilft es sehr. Das Erste, was mir wirklich weiterhilft und mir vieles verständlich macht! Und nein, ich bin mit dem Auto weder verwandt, noch verschwägert ;-) Der Autor hat auf Youtube auch Podcasts, die du zunächst kostenlos anschauen kannst. Vieles davon findet sich im Buch wieder. Wenn dich die Podcasts ansprechen, wäre das Buch vielleicht eine gute Idee für dich.


    Machst du Entspannungsübungen? Wenn nein, wäre es sicher gut eine Methode zu erlernen und täglich, wirklich täglich zu üben.


    Machst du Sport? Auch das ist sehr hilfreich, für mich ist Sport Gold wert! Ich bin abgelenkt, die Bewegung tut gut, schüttet Glückshormone aus und nach dem Sport bin ich viel entspannter und relaxter!


    Wenn alle Stricke reißen und es akut so schlimm ist, könntest du auch eine Klinik in Betracht ziehen. Dort könnte man dich auch medikamentös einstellen, unter Beobachtung.


    Alles Liebe @:)

    Hallo Prada


    Danke für die schnelle Rückmeldung! Ich habe bereits mehrere Bücher bezüglich Angstbewältigung erhalten. Leider alles nichts genützt. Ich mache auch Entspannungsübungen. Mein Körper fühlt sich an wie ein angegriffenes Wesen. Stets angespannt in Fluchthaltung. Ich habe diverse Methodiken und schon zwei Psychiater hinter mir. Leider als resistent erwiesen. Ich bin (mein Gehirn) ist zu sehr fixiert. Ich hatte auf gut Glück eine Melanomvorstufe rausschneiden lassen. Auch mit Hartnäckigkeit liess ich mir eine autoimmune Krankheit diagnostizieren. Darum sitzt die Angst tief. Ich hasse Medis, aber ohne diese komme ich wohl nicht mehr raus. Ich nehme aktuell nur 2mg Remeron, damit ich überhaupt 1.5Std. schlafen kann. Darf ich dich nach dem Medikament fragen?

    Schau mal in die Sternchen oben in meinem Text (draufklicken), da steht das Medi schon drin und auch der Titel des Buches, welches ich gerade lese. Auch ich habe schon zig Bücher zur Angstbewältigung gelesen, aber keines hat mir geholfen. Dieses ist das Erste, was mir nachhaltig hilft und was mir so logisch und verständlich ist, dass ich endlich begriffen habe, warum es mir die letzten Jahre gar nicht besser gehen konnte.


    Vielleicht ist ein dauerhaftes, gut ausgesuchtes Medikament für dich wirklich eine gute Sache - um überhaupt erstmal runter zu kommen und etwas Ruhe da rein zu kriegen. Bei mir hat es auf alle Fälle geholfen und ich möchte gar nicht mehr ohne. Und bei der geringen Dosierung die ich nehme ist das aus ärztlicher Sicht auch gar kein Problem. Und so habe ich noch jede Menge Luft nach oben, sollte es doch nochmal wieder schlimm werden.

    Ich bin selbst wahnsinnig von der Angst geplagt. Teilweise neige ich schon zu Todesangst. In den verschiedenensten Situationen. ich hatte mich dann vor längerem Entschlossen in eine Klinik zu gehen. Die haben mir erstmal einen Weg bereitet (noch keine besserung). Seither mache ich eine Therapie und ich konnte jetzt schon zwei Jahre mein Leben wieder normal bestreiten. Alles ohne medis. Aktuell habe ich wieder einen kleinen Rückfall, werde den aber auch in den Griff bekommen! Da bin ich mir sicher!


    Wichtig: Kopf hoch. Und nicht unterbuttern lassen. Es ist eine Krankheit. Mir hat es geholfen auch genau so damit umzugehen. Auch in meinem Umfeld. Ich sage, wenn mich jemand fragt wie es mir geht, wie es ist. Ich schäme mich nicht für meine psychische Erkrankung und das hat mir wahnsinnig geholfen, weil du nicht glaubst wie vielen es ähnliche geht und wie viele verständniss zeigen (ein paar ??Arschlöcher?? sind immer dabei, aber die wurden dann eben aussortiert).


    Da hier viele Berichte zu Medis gekommen sind, hiern och meine: Ich habe alles ohne medis geschafft, da ich vor denen zuviel Angst habe (wahrlich bescheuert). Mir wurde gesagt dass das auch geht, aber länger dauert, dafür aber ohne Absetzsymptomatik, wenn die Medis mal weg kommen :).


    Btw: Wenn ich nicht pennen Kann schmeisse ich mir immer zwei Neurexan ein. Hat mir auch mein Doc empfohlen. Ich habe viel Körper, daher nehme ich zwei statt einer, die beruhigen mich gut und ich kann einschlafen :).


    Viel Erfolg!

    Jetzt habe ich gelernt was die Sternchen zu bedeuten haben ;-)


    Werde mal beide Sternchen ausgiebig nachforschen. Das Problem mit meiner Angst sie, dass sie auch auf reell durchgemachte Krankheiten basiert. Das ist dann extrem schwierig halt zu machen. Bei mir steht dann die Schlaflosigkeit extrem in Vordergrund.


    Danke Prada!

    Zitat

    Werde mal beide Sternchen ausgiebig nachforschen. Das Problem mit meiner Angst sie, dass sie auch auf reell durchgemachte Krankheiten basiert. Das ist dann extrem schwierig halt zu machen. Bei mir steht dann die Schlaflosigkeit extrem in Vordergrund.

    Lass dir doch mal ein Schlafmedi verschreiben vom Hausarzt? Ich finde Zolpidem ganz OK, da hat man am nächsten Tag nicht so nen krassen durchhänger. Wenn neurexan bei mir nicht hilft schmeiss ich Cetirizin ein. Ist ein Antiallergikum, macht aber scheisse müde :P.

    Zitat

    Da hier viele Berichte zu Medis gekommen sind, hiern och meine: Ich habe alles ohne medis geschafft, da ich vor denen zuviel Angst habe (wahrlich bescheuert). Mir wurde gesagt dass das auch geht, aber länger dauert, dafür aber ohne Absetzsymptomatik, wenn die Medis mal weg kommen :).

    Ne CptCptCpt, ich finde nicht, dass das bescheuert klingt. Mir ging es nämlich genau so :-) Ich habe über Jahre sämtliche Medis abgelehnt, weil ich totalen Schiss davor hatte. Habe ich heute immernoch vor Medis, die mir fremd sind.. Aber bei meinem Antidepressivum bin ich heute froh, dass ich mich nach mehreren Anläufen doch dazu durchringen konnte und durchgehalten habe. Und wenn man die Dosis anschaut die ich nehme, meinen die Ärzte immer, sie sei homöopathisch oder fast wie ein Placebo. Mir egal, mir reicht das und hilft :-)

    Hm... bei mir meist in großer innerer Unruhe mit der Angst zu ersticken, also wirklich Todesangst und ich muss dann aus der Situation raus, flüchte also. Blöd, wenn es mich zu Hause überkommt (was zum Glück nur noch selten ist) und ich eigentlich Ruhe hab und es eine Situation ist, vor der ich gar nicht flüchten kann. Ablenkung ist dann meine Strategie.. also irgendwas mit den Händen tun, oder spazieren gehen.


    Symptome sind eben sehr starke Unruhe, Herzrasen, Atemnot, manchmal Hyperventilation etc.. Vorhergehend gerne auch mal Schwindel etc...


    Schlafen kann ich auch nicht wirklich gut, vor allem wenn mich was belastet nicht. Und das können Kleinigkeiten sein, dann grüble ich und grüble.. Und werde in der Nacht wach und grüble weiter, kann dann nicht mehr einschlafen über Stunden..


    Das geht aber mit dem Medi sehr viel besser, seitdem schlafe ich die Nächte meistens durch. Einschlafen ist manchmal noch erschwert und dauert lange, aber wenn, dann werde ich meist auch erst durch den Wecker wieder wach. Ich schlafe aber auch mit Ohrstöpseln, weil ich super geräuschempfindlich bin.