a.fish


    Ich glaube, das Ganze ist viel weniger eine Frage von Argumenten als eher von irgendwelchen emotionalen Sachen, die da tief in dir (und natuerlich in anderer Weise auch bei den Diskutanten, die das anders sehen) verankert sind. Weswegen das Thema, soweit es dich beschaeftigt, auch etwas ist, das du mit dir selber ausmachen musst, und Aenderung wird nicht von den guten, aber persoenlichen Argmenten anderer Leute kommen. Was du dich immerhin mal fragen koenntest, ist, ob es die Stimme, die hier von anderen repraesentiert wird und gegen die du wenigstens mal auf dich ganz persoenlich bezogen hier anredest, nicht auch in dir selber vertreten ist, und wie du in dem Fall mit diesem Teil von dir umgehen magst (der z.B. vielleicht so ungezogene Sachen denken koennte wie "eigentlich faende ich es ganz gut, auch mal mit mir zufireden zu sein" 8-) ).

    Zitat

    Was nicht heißt, dass ich nicht gern mal belehre, was jemand meiner erlauchten Meinung nach tun sollte. ;-D

    das ist gut, dann kann mein Bekehrungsversuch ja nicht zu aufdringlich auf dich gewirkt haben ;-D ;-)

    Shojo

    Zitat

    so ein leises Unbehagen, so ein ganz schwammiger Eindruck, als würdest Du es Dir hier und da ein bisschen leicht machen.

    Ist mir noch nachgegangen |-o .


    Du, Shojo, bist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Geschichten beschreiben Einzelfälle. Man kann sich beim Zuhören (oder Lesen) auf seine je ganz eigene Art identifizieren oder distanzieren. Und selbst wenn man nicht einverstanden ist: Hey, so ist es halt passiert, bin nicht stolz, will aber auf eine schwammige Weise noch was draus lernen. Und diese Lektionen kann jeder für sich halten, wie er will und meint.


    Ich habe es nicht so mit Geschichten, dafür versuche ich mich immer wieder mit Erklärungen, Modellen, Verstehensgerüsten, Denkkorsetten, Landkarten in geistig-seelischem Terrain... Ihnen ist gemeinsam, dass sie vom Einzelfall abstrahieren und dafür klassifizieren, gruppieren, verallgemeinern. Damit geht auch immer Wichtiges eines Einzelfalles verloren, was die Erklärung in Kauf nimmt, weil sie ja nicht auf Vollständigkeit aus ist, sondern die Fokussierung auf einen typischen Aspekt bezweckt.


    Ich denke, dass das Erfinden von Geschichten und das Ausknobeln von Erklärungen komplementäre Erkenntniswege sind, auch wenn einem der eine Weg mehr liegt als der andere.