Umzug nach Deutschland der richtige Schritt?

    Hey Ihr.


    Kurz zu mir:


    - Ich bin 26 Jahre


    - Ich lebe seit 2.5 Jahren in den USA


    - Ich arbeite als Software Entwickler im Silicon Valley und verdiene deutlich mehr als ich jemals in Deutschland verdienen wuerde


    ...und ich bin ungluecklich ueber alles ausserhalb der Arbeit. Ich liebe meinen Job, ich bekomme mehr und mehr Verantwortungen, aber ausserhalb der Arbeit ist einfach alles bescheuert. Ich hatte letztens eine kurze Beziehung (hielt keine 3 Monate) wo es mir gut ging, aber mittlerweile bin ich wieder alleine und bin einfach nicht froh mit dieser Situation.


    Ich habe einen normalen Freundeskreis und unternehme manchmal was (sagen wir 2-3x im Monat) aber das erfuellt nicht wirklich meinen Alltag.


    Ich arbeite mittlerweile 60-70 Stunden, oftmals am Wochenende, weil ich einfach nicht weiss was ich sonst machen sollte. Mit ner Freundin habe ich immer relativ viel zu tun, verlasse die Arbeit puenktlich nach 8 Stunden und geniesse den Alltag richtig.


    Aber sobald ich Single bin (was 90% der Zeit der Fall ist) bin ich nur ungluecklich.


    Ich lebe nicht direkt in San Francisco, sondern ausserhalb in nem kleineren Kaff (wo die Mieten nicht ueber 2000/Monat gehen...). - Vielleicht ist das etwas, was ich aendern sollte. In die Stadt ziehen und dort Leute kennenlernen, vielleicht eine Freundin dort finden. Aber das Pendeln zur Arbeit wuerde am Tag ungefaehr 1-1.5 Stunden in Kauf nehmen (der Verkehr ist abnormal schlecht in der Bay).


    Oder ich gehe zurueck nach Deutschland, zu meinen Freunden und Familie, wo ich relativ gluecklich war (wobei ich auch dort wenig Erfolg mit den Frauen hatte ;-)). Aber dann habe ich das Gefuehl dass es ein 'Rueckschritt' in meiner Karriere ist. Was ich hier in den letzten Jahren gespart habe und in den naechsten Jahren Spare reicht um mich auf Dauer vom Arbeitsleben zu verabschieden zu koennen (sollte ich denn noch zumindest ein paar Jahre hier aushalten).


    Ich weiss nicht ob ich zu diesen Schritt bereit waere - das Gehalt soweit zu reduzieren dass ich dann doch mein Leben lang arbeiten muesste (was nicht grundsaetzlich schlecht ist)... oder halt einfach 2-3 Jahre noch weiter hier aushalte, genug Geld spare und dann in Deutschland einen Neustart zu versuchen..


    Wie wichtig ist fuer euch Arbeit/Gehalt/Freundschaft/Familie ? Wie soll ich meine Entscheidungen treffen? Den Beruf den ich hier auslebe ist mein absoluter Traumberuf, das Gehalt sowieso... :/ (Ich hoffe ich komme hier nicht als First World Problem rueber...)

  • 18 Antworten

    Ganz interessant was ich in den vorherigen Beitraegen von mir hier so geschrieben habe...


    http://www.med1.de/Forum/Psychologie/694301/ :

    Zitat

    Wenn ich Abends ins Bett gehe, zähle ich die Tage, bis das Studium vorbei ist und ich einen kompletten Cut machen kann. Ich denke immer wieder daran, einfach meine Koffer zu packen und für immer zu verschwinden, Amerika, Australien, Neuseeland, einfach möglichst weit weg von Deutschland, obwohl ich hier meine Familie und meine Freunde habe.

    und... http://www.med1.de/Forum/Psychologie/654482/ :

    Zitat

    Ich würde am liebsten jetzt mit dem Studium abbrechen, nach Amerika gehen und dort für immer bleiben.

    Zumindest kann ich behaupten dass gemacht zu haben was ich damals wollte...

    Ich denke selbst wenn du nach Deutschland umziehen würdest wirst du dein grundsätzliches Problem, das du mit dir alleine nichts anzufangen weißt, nicht los. Auch hier könntest bzw. würdest du nicht jeden Tag was mit Freunden und Familie machen, auch hier würdest du dieses Problem ausstrahlen und damit für Frauen eher unattraktiv wirken.


    Wichtig ist das du mit dir selbst klar kommst und was mit dir anzufangen weißt. Das können jetzt irgendwelche Hobbies sein, es kann aber auch ehrenamtliche Arbeit oder was auch immer sein, da kann man wenig gute Ratschläge geben, es läuft nur darauf hinaus das du nicht erwarten darfst das andere Menschen dir ein Unterhaltungsprogramm bieten bzw. dafür da sind um die Zeit tot zu schlagen.

    Ich denke das du dort das bessere Los gezogen hast.


    Das würde ein ziemlicher Kulturschock werden zurück in Deutschland. Die USA sind immerhin ein Land in dem die persönliche "Freiheit" weit höher ist als in Deutschland/Europa.

    Zitat

    Ich arbeite mittlerweile 60-70 Stunden, oftmals am Wochenende, weil ich einfach nicht weiss was ich sonst machen sollte.

    Nun, dass liegt an dir alleine und hat nichts mit dem Aufenthaltsort zu tun.

    Zitat

    Ich liebe meinen Job

    Besser kann es also nicht werden. Zumal du auch erstmal einen ähnlichen Job mit einem ähnlichen Gehalt hier finden musst. Letztlich kommt es darauf an wie viel du netto in der Tasche hast jeden Monat.

    Zitat

    (wobei ich auch dort wenig Erfolg mit den Frauen hatte

    Auch das hat nichts mit dem Land zu tun, von einigen kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden abgesehen sind alles nur Menschen.


    Du bist 26, hast 'nen super Job, einen Freundeskreis und lebst in einem Land in dem der Einzelne viel mehr Möglichkeiten hat.


    Du kannst natürlich auch zurück nach Deutschland kommen, wo jeder Nachbar erstmal den Neid raushängen lässt, wo du für alles erstmal ein dreifach abgestempeltes Papier brauchst, wo du mit deutlich mehr Verordnungen, Abgaben usw. eingeengt wirst.


    Und warum? Nur weil du nicht an jeder Straßenecke eine Traumfrau aufgabeln kannst?


    Du lebst bereits das Leben das sich viele in Europa ersehnen!


    Und alles andere sind deine inneren Baustellen, die du nicht lösen kannst wenn du nur das äußere veränderst.

    Zitat

    Du lebst bereits das Leben das sich viele in Europa ersehnen!

    60 - 70 Stunden pro Woche beruflich am Computer, damit die Langeweile nicht so auffällt?


    Na gut, mit 26 ... aus Langeweile Geld machen. Nicht das Dümmste.


    Ich denke, deine Kontaktprobleme kannst du nicht "auf Eis" legen und dann als reicher Rentner plötzlich Mädels aufreißen. Mit jedem Jahr festigt sich dein Charakter, deine Eigenschaften, deine Einsamkeit, deine Selbstzweifel.

    Ich meinte damit das du in den USA, wenn du den Arsch hoch kriegst, mehr Chancen und Möglichkeiten hast, der Staat sich weniger einmischt und die Bevölkerung "sozialer" eingestellt ist.


    Sicher ist das zum Teil auch übertriebenes Klischee ("das Land der unbegrenzten Möglichkeiten") aber irgendwo stimmt das ja doch.


    Ob jemand 70 Wochenstunden arbeiten muss, weil man sonst nichts mit sich anzufangen weiß, ist seine persönliche Baustelle und hat wenig mit dem Umfeld zu tun.

    Zitat

    Umzug nach Deutschland der richtige Schritt?

    Ich denke, nein. (Zumal du damals auch unbedingt aus Deutschland weg wolltest). Die Probleme, die du mit dir selbst hast, reisen dir immer hinterher. Am Anfang fällt das nicht so auf, alles/vieles ist neu, Herausforderungen wollen bewältigt werden, Euphoriewelle und Spannung inklusive. Aber sobald der Alltag eintritt, du dich also eingelebt hast, kommen deine Probleme wieder hoch.


    Dein beruflicher Traum hat sich erfüllt, nun mache was aus dem Rest. Was ist mit Hobbys, Vereinen, Sport? Was ist mit Online-Dating? Kannst du generell etwas mit dir alleine anfangen, oder musst du immer Leute um dich herum haben?


    Einen sofortigen Umzug "in die Bay" würde ich derzeit nicht planen, sondern nach Möglichkeiten suchen (Appartment, Hotel, Hostel, whatever), um quasi ein Wohnen und Pendeln auf Probe durchzuziehen.


    Und anstatt dich in Überstunden zu vergraben, solltest du deine Freizeit nutzen, um Kontakte aufzubauen. Das würde allerdings voraussetzen, dass du aktiv wirst, und nicht auf Mrs. Right wartest und hoffst, dass dein Leben dann endlich vollständig und wertvoll ist. :-)

    Zitat

    Dein beruflicher Traum hat sich erfüllt, nun mache was aus dem Rest. Was ist mit Hobbys, Vereinen, Sport? Was ist mit Online-Dating? Kannst du generell etwas mit dir alleine anfangen, oder musst du immer Leute um dich herum haben?

    Ich bin viel Reisen - oftmals auch mit Freunden. Manchmal auch auf Wunsch alleine - sehe relativ viel von der Welt. Sport kann ich koerperlich nur Fitness machen (mein Knie streikt seit Jahren) und da bin ich im Firmen-Fitnesscenter natuerlich nur unter Typen.


    Hobbys sind eigentlich wandern und reisen... Auch wirklich keine Ahnung was man sonst unternehmen koennte. Online-Dating ist die einzige Art und Weise in der Bay ueberhaupt Frauen anzutreffen - das hat in den letzten Jahren zu 3-4 kurzen Beziehungen gefuehrt. 2x habe ich die Beziehungen beendet, weil es einfach nichts dauerhaftes werden konnte und 2x wurde mit mir Schluss gemacht - und auch wenn es bloed klingt, beide Male ohne wirklichen Grund ausser dass 'die Gefuehle schwaecher wurden' - was bei kurzen Beziehungen (2-4 Monate) meiner Meinung nach auch einfach passieren kann.


    Vielleicht bin aber auch ich das Problem und die Frauen fuehlen sich weniger angezogen durch meine Art und Weise (ich nehme mir IMMER Zeit wenn meine Freundin was machen wollte, bin wahrscheinlich zu aufdringlich? Schreibe relativ oft und moechte soviel wie moeglich mit Ihr unternehmen... Das habe ich mir zumindest vorgenommen etwas zu reduzieren..)

    Zitat

    Ich denke, deine Kontaktprobleme kannst du nicht "auf Eis" legen und dann als reicher Rentner plötzlich Mädels aufreißen. Mit jedem Jahr festigt sich dein Charakter, deine Eigenschaften, deine Einsamkeit, deine Selbstzweifel.

    Ich habe nicht vor Maedels aufzureissen - schon gar nicht mit Geld. Ich moechte einfach was festes, so wie jeder meiner Kollegen/Freunde und Bekannten. Ich bin immer der einzige auf Familienfeiern ohne Freundin - alleine auf Hochzeiten und alleine an Wochenenden wo andere mit ihren Freundinnen abhaengen. Mir fehlt die Zweisamkeit. Mir fehlt meine Ex-Freundin die ich nur 3 Monate gedated habe und die nachdem sie fuer 2 Wochen Urlaub gemacht hat einfach keine Gefuehle mehr fuer mich hatte. Mir fehlt die Schulzeit, wo man immer etwas mit Freunden unternehmen konnte.


    Natuerlich kann ich hier jeder Zeit mit Freunden ins Kino, mal am Wochenende verreisen, mal was trinken gehen. Aber im Endeffekt ist jeder 'weitergezogen' und in festen Beziehungen. Sie haben eben nicht mehr den Bedarf, staendig in Bars zu ziehen, sich zu treffen, am Wochenende ohne ihre Freundinnen zu verreisen. Ich bin der einzige Single auf meiner Arbeit und in meinem Freundeskreis. Jedes mal wenn ich eine Freundin hatte verlief das deutlich besser - ich reduzierte meine Stunden auf 40/Woche, hatte an Wochenenden was zu tun und mir ging es durchaus besser als es mir als Single geht.


    Wie kann man sich als Single gluecklich fuehlen wenn man jeden Augenblick daran erinnert wird, dass man alleine ist?

    Zitat

    Jedes mal wenn ich eine Freundin hatte verlief das deutlich besser - ich reduzierte meine Stunden auf 40/Woche, hatte an Wochenenden was zu tun und mir ging es durchaus besser als es mir als Single geht.

    Na dann steht die Lösung doch fest: Such dir ne Freundin. Online, offline, am WE, unter der Woche. Machst Du Sport? hast ein Hobby?


    Wie haben deine Kollegen ihre Partner gefunden?

    Zitat

    Oder ich gehe zurueck nach Deutschland, zu meinen Freunden und Familie

    Woran ist es bisher drüben gescheitert, einen Freundeskreis aufzubauen, durch den du auch anderes außer Arbeit im Kopf hast?


    Gibt es so gar nichts, was dich interessiert, womit man sich auch alleine beschäftigt?

    Zitat
    Zitat

    Ich würde am liebsten jetzt mit dem Studium abbrechen, nach Amerika gehen und dort für immer bleiben.

    Zumindest kann ich behaupten dass gemacht zu haben was ich damals wollte...

    Damals hast du dich mit der Diplomarbeit überlastet gefühlt. Fühlst du dich jetzt im Job auch wieder überlastet, weshalb wieder dieser Flucht-Reflex aufkeimt, oder ist das alles in Ordnung soweit?

    Zitat

    Natuerlich kann ich hier jeder Zeit mit Freunden ins Kino, mal am Wochenende verreisen, mal was trinken gehen. Aber im Endeffekt ist jeder 'weitergezogen' und in festen Beziehungen. Sie haben eben nicht mehr den Bedarf, staendig in Bars zu ziehen, sich zu treffen, am Wochenende ohne ihre Freundinnen zu verreisen. Ich bin der einzige Single auf meiner Arbeit und in meinem Freundeskreis.

    Quarterlife-Crisis? Die wilden Jahre zu vermissen ist ja nicht so selten. In Deutschland ists aber dasselbe Problem.


    Selbst wenn es aktuell nicht so sein sollte, kann es passieren, dass du zurückkommst und schon bald auch in DE deine Freunde plötzlich die Liebe des Lebens finden und zum Pantoffelhelden mutieren...

    Ich bewundere Dich ja, wie Du in den USA Fuß gefaßt hast und dann auch noch steile Karrière gemacht hast, alles fremdsprachlich.


    Ich könnte das wohl nicht, als Deutsche nun nur noch englisch zu quasseln, selbst wenn ich es sprachlich komplett und umfassend drauf hätte und es an keiner Vokabel fehlen würde. Aber es wäre eine Art Fremdgefühl.


    Da Du ja aber super dort klar kommst und Dich dort wohl auch beheimatet fühlst und kein Heimweh hast, würde ich Dir doch raten, noch eine Zeit weiterzupowern und zu sparen.


    Du hast einen derart tollen Job, den man nicht einfach zu Testzwecken des Privatlebens wegwerfen sollte.


    Mach doch erstmal noch bis 30 weiter und dann guck mal, wie es dann ist. :)*

    Ich bewundere Dich ja, wie Du in den USA Fuß gefaßt hast und dann auch noch steile Karrière gemacht hast, alles fremdsprachlich.


    Ich könnte das wohl nicht, als Deutsche nun nur noch englisch zu quasseln, selbst wenn ich es sprachlich komplett und umfassend drauf hätte und es an keiner Vokabel fehlen würde. Aber es wäre eine Art Fremdgefühl.


    Da Du ja aber super dort klar kommst und Dich dort wohl auch beheimatet fühlst und kein Heimweh hast, würde ich Dir doch raten, noch eine Zeit weiterzupowern und zu sparen.


    Du hast einen derart tollen Job, den man nicht einfach zu Testzwecken des Privatlebens wegwerfen sollte.


    Mach doch erstmal noch bis 30 weiter und dann guck mal, wie es dann ist. :)*