Und wieder diese Wintermonate überleben...

    Überleben, aushalten, ertragen.Als müsse man nicht genug im Leben ertragen und immer heißt es weiter machen stark sein, nicht aufgeben, keine Schwäche zeigen. Aber doch, ich habe eine Schwäche: es ist meine Angst vor dem Erbrechen, diese sch**** Emetophobie..Emetophobie..Emetoblabla Emoblabla , meine BlaBla. Ja meine BlaBla macht mich Bala Bala.


    Diese Wintermonate mit seinem Hochsaison an Gastroenteritiden. Jeder um mich herum ist gefühlt krank. Überall in den Nachrichten. Und ich schmier dieses Zeug was sich Händedesinfektionsmittel nennt immer und immer wieder auf meine Hände, rieche daran mach mir Mut und sage mir "Los weiter geht's!" . Und dann dieses Kopfkino: Lauter Bilder, Forumtexte, Bilder, Erinnerung, Bilder, Nachrichten.


    Mich nervt diese Phobie, mich nervt die insbesondere wenn ich funktionieren muss, arbeiten, lernen, Uni.. Und mich nerven diese Menschen im Internet die meinen dass eine Psychotherapie nichts gebracht hat. Wieso? Wieso hat es euch nichts gebracht? HEYOO wo seid ihr Menschen die mir was "schönes" über ihre BlaBla berichten können? Geheilte, wieder glückliche? Gibt es euch? Wo kann ich euch den Suchen außer im Internet ?


    Mich nervt diese "Kontrolllosigkeit". Ich habe keine Kontrolle. Ich habe die Situation nicht im Griff, überall kann es passieren und noch schlimmer: Ich kann meine Mitmenschen nicht kontrollieren, meinen Partner nicht , mein Bruder nicht meine Kommilitonen nicht.


    Ich schmiere mir dieses Zeug was sich Händedesinfektionsmittel nennt immer und immer wieder auf meine Hände doch immer dieses Restrisiko. Ich hasse es. Ich hasse generell Risiken. ALso solche Art von Risiken. Keine Aktienrisiken, oder Immobilienrisiken, also nicht Risiken des Lebens. Ich meine eher BlaBlaRisiken. Immer diese kranken Menschen um mich herum. Ich hab doch nur diese eine Phobie, wieso ist die verdammt so schwer kontrollierbar?


    Will einer tauschen mit mir? Clown-Phobie, Spinnen-Phobie, Angst vor Löcher, Höhe, Männer, Schlangen? HEYOO, will jemand tauschen?


    Ich bin es satt. Wisst ihr was mich am meisten nervt? Ja diese Dinger die so unberechenbar sind ,die man nicht aufhalten kann, die sich einnisten in dein Gastrointestinaltrakt und Party machen für höchstens 50 h. NUR 50 Stunden, haha. Da sage ich nur haha, "Nur" 50 Stunden die das Seelenleben von xy nicht kaputt machen, doch meinen schon.


    Oktober- Überlebt


    November- nein noch nicht. mal schauen was mir das Leben noch beschert


    Dezember- verschone mich ich hab Klausuren


    Januar- verschone mich ich hab Ferien


    Februar- verschone mich weil, ich weiß es nicht


    März, April- bitte verschont mich, ich will einfach nicht


    Ich glaube das Problem der ganzen Sachen liegt an folgenden Punkten:


    Geduld- ich bin laut meiner Mutter ungeduldig, quengelig, unausstehlich wenn ich krank bin, mache viel Dreck und Arbeit


    Stärke- ich bin laut meiner Mutter, meinem Vater, meinen Freunden und meinem Partner nicht stark genug. Obwohl ich finde schon, wegen viel Situationen..


    Kontrolle- ich weiß ich kann nicht alles kontrollieren, aber doch mein Körper will ich schon kontrollieren


    Angst- ich zitiere :" ich bin so ein ängstliches Mädchen/Kind/ ängstliche Frau /ängstliche Freundin /ängstliche Partnerin " .. finde ICH aber nicht. Nein, ich bin gewachsen, weniger ängstlicher. Ja ich hab Angst vor dem Kotzen und vor Dünnschiss aber ich bin weniger ängstlicher. Ich habe so viele Hürden in meinem Studium geschafft, bin über hohe und tiefe Täler gegangen und mache es immer noch, hättet ihr meinen Weg auch so beschreiten können?


    Liebe med1User danke dass ihr diesen bunten Kartoffelsalat der in meinem Kopf herrscht, gelesen habt. Ich wende mich hier speziell an, mhh.. (ehemalige- gibt es euch?) Emetophobiker. Ja an meine BlaBlaGeschwister, wie überlebt ihr diese Wintermonate? Ich wende mich generell an alle die mit mir , über diesen Kartoffelsalat reden wollen. Ja, ich will eure Meinung, Kritik. Ich will reden, mit anderen reden die nicht ihre Augenverdrehen wenn ich mit denen über meine Phobie spreche. Ich mein ihr könnt ja auch eure Augenverdrehen, stöhnen, genervt wirken, aber ich sehe es wenigstens nicht. Ich gehe weiter lernen..


    Lieben Dank und depressionsfreie Wintertage wünsche ich euch

  • 16 Antworten

    Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, daß Schwierigkeiten, Niederlagen, Mißerfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen. Erinnere mich daran, daß das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Ich möchte dich und die anderen immer aussprechen lassen. Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst, sie wird einem gesagt. Ich weiß, daß sich viele Probleme dadurch lösen lassen, daß man nichts tut. Gib, daß ich warten kann.


    Antoine de Saint-Exupéry

    und nun? zur falschen Zeit am falschen Ort auf dieser Welt - noch mal von vorn anfangen: andere Mitmenschen, anderes Land, andere Universität .....


    unter den Kindergeschichten gibt es eine von einer Kuh die meinte, dass das Gras auf dem Berg jenseits des Tales viel grüner sei.... sie lief dorthin und sah, dass das Gras auf dem Berg jenseits des nächsten Tales noch grüner ist..... das Ende kann sich jeder ausdenken. Oder er kennt die Geschichte vom Vorlesen.

    Weltschmerz. Ja, er ist schwer auszuhalten. Melancholie, auch so eine fiese Sache. Und das ist noch mal härter, wenn es draußen trübe und dunkel ist.


    Nicht umsonst ist jetzt die Hochkonjunkturzeit der Kerzen und der Lichtlein allüberall.

    Zitat

    Stärke- ich bin laut meiner Mutter, meinem Vater, meinen Freunden und meinem Partner nicht stark genug. Obwohl ich finde schon, wegen viel Situationen..

    Die Engländer haben einen schönen Spruch darauf: Bevor du über mich urteilst, walk a mile in my shoes.

    Sorry. der Spruch heißt urteile nicht über mich, ehe du nicht einen Meter in meinen Schuhen gegangen bist und er ist von den Indianern.

    Ich glaube als erstes mal einfach nicht, dass Magen-Darm-Infekte im Winter verbreiteter sind als im Sommer. Salmonellen z.B. haben im Sommer viel leichteres Spiel.


    Dann: was hast du bis jetzt konkret gegen deine Phobie getan? Bist /warst du in Therapie? Dann: hör auf, im Internet Dinge zu suchen und zu lesen, die deine Angst noch befeuern, das ist völlig kontraproduktiv.


    Die Welt wird sich nicht dir zuliebe ändern, will heißen, du musst dich ändern. So jedenfalls kannst du nicht dein restliches Leben verbringen. Wie ein verschrecktes Kaninchen den Kalender anzustarren, bringt dich nicht weiter.

    Hier ist eine Emo-Schwester, der es manchmal besser, manchmal schlechter geht. Aber im Moment genauso wie Dir... sch... Wintermonate. Jeden Tag werde ich am Eingang des Kindergartens vor "Magen-Darm-Erkrankung" gewarnt. Auch noch vor vielem anderem, aber das andere ist mir ziemlich egal.


    Ich versuche mich abzulenken, eben nicht dran zu denken. Leichter gesagt als getan, wenn man es täglich 2 x vor Augen geführt bekommt.


    Ich kann Dir leider nicht viel helfen, außer zu schreiben: Du bist nicht alleine mit dem Mist :°_ Und man stirbt nicht dran, weder an Magen-Darm noch an der Phobie. Nur macht diese Phobie das Leben wahrlich nicht leichter...

    Ich habe eine simple, wenn auch nicht gerade einfache Lösung für dich: Stell dich deiner Angst. Erbrechen wird dich nicht umbringen. Es ist unangenehm, aber es geht innerhalb weniger Minuten vorbei. Konfrontationstherapie ist bisher das einzige, dass mir mit meiner Zwangsstörung geholfen hat. Auch wenn es nicht von heute auf morgen geht.

    Ich bin eine zu großen Teilen geheilte Emo-Schwester...


    Soweit man das sagen kann, wäre ich jetzt akut in der Situation würde ich wohl immer noch Panik bekommen, aber ich lasse mir von der Emo nicht mehr mein Leben bestimmen.


    Was mir geholfen hat:


    - Sich weniger mit der Thematik beschäftigen, das heißt nicht mehr in Foren darüber lesen, irgendwelchen Magen-Darm-Geschichten, die gefühlt immer irgendwo herumschwirren, nicht die große Aufmerksamkeit schenken...


    - Eine lockere Einstellung: Früher hab ich mich reingesteigert, wenn ich irgendwo war und mir der Gedanke gekommen ist, was jetzt passiert wenn mir schlecht wird. Jetzt habe ich eher die Einstellung: Wenn mir schlecht ist, gehe ich halt einfach heim... Also nicht mehr das "ich mus hier sein, das tun und kann nicht weg" sondern die geistige Möglichkeit zu haben aus der Situation rauszukommen. Das hat mir psychisch sehr geholfen weil es mir den Druck genommen hat. Und der ist es ja oft, der erst diese psychische Übelkeit hervorruft.


    Also ja, es kann definitiv auch besser werden :)^


    Alles Gute

    Zitat

    aber ich lasse mir von der Emo nicht mehr mein Leben bestimmen.

    Den Satz, wenn er auch genauso umgesetzt wird, finde ich klasse. Nehme ich mir ganz oft vor ...in sicheren Situationen, kommt dann allerdings eine bedrohliche Situation, ist alles vorbei. Ich fühle mich einfach nur schwach, ängstlich, kann kaum klar denken und will einfach nur fliehen.


    Kennst Du solche Situationen, Winterkind? Wenn ja, wie hast Du sie gelöst?

    Hallo Vijo,


    ja, ich habe auch lange gebraucht, den Satz so gut es geht umzusetzen. Ich kämpfe auch in manchen Situationen noch damit, z. B. wenn ich ans Fliegen denke... Damit habe ich Probleme (also davor dass mir und/oder anderen schlecht wird), gerade weil ich da nicht aus der Situation fliehen könnte, wo mich doch gerade dieser Gedanke ruhig bleiben lässt...


    Bei dem Satz geht es aber finde ich auch darum, dass man der Emo nicht den großen Raum im Alltag gibt. Was habe ich mir früher Gedanken gemacht... Sehen die Leute in meiner Umgebung aus als könnte ihnen schlecht werden? Auf jedes Husten habe ich geachtet. Sind kleine Kinder in der Nähe, die krank sein könnten? Also was wäre wenn? Und diese Gedanken haben mich fertig gemacht. Stattdessen versuche ich heute zu denken: Ist was? Nein. Was, wenn jetzt was wäre? Dann kann ich immer noch in Panik verfallen.


    Ich weiß nicht, ob meine Gedanken verständlich sind ;-D


    Wie oft hat man wirklich jemanden in seiner Umgebung mit Magen-Darm? Und wie oft hört man nur von jemandem, der von jemandem erzählt, der gerade krank war?


    Wie gesagt, die Emo ist in gewissen Teilen immer noch ein Thema. Ich weiß auch nicht, wie es mal wird, wenn ich Kinder bekomme, die dann mit Magen-Darm heimkommen... Aber damit lernt man dann wahrscheinlich auch umzugehen.


    Es war jedenfalls definitiv schon wesentlich schlimmer bei mir und ich bin auf einem guten Weg :)z

    Hallo Winterkind,


    danke für Deine Antwort. Deine Gedanken kann ich zu 100% nachvollziehen. Meine sind zum Teil identisch.


    Ich denke auch, dass es darum geht, seine Gedanken "einfach" zu kontrollieren. Das Gedankenkarussell ist eigentlich das, was am schlimmsten ist und viel Zeit, Kraft und Lebensqualität kostet.


    Mit eigenen Kindern wird es natürlich nicht einfacher. Meine beiden sind jetzt 5 und 7 und ich lebe noch ;-), allerdings haben mich nur die Erzählungen, dass ein Kind im Kindergarten gespuckt hat, schon an meine Grenzen gebracht.


    Oder gestern sagt die jüngere, sie bräuchte die Spuckschüssel. Hat sie dann natürlich auch bekommen und mein Körper hat sofort mit seinem Programm (Herzrasen, Angst usw.) reagiert %:| Passiert ist nix... passiert ja - wie Du auch schon schreibst- eher selten etwas.


    Freut mich sehr, dass Du auf einem guten Weg bist :)^

    Huhu,ich bin auch eine Kotzphobikerin (heißt das so?) *:)


    Meine Kinder 10 und 6 sind zum Glück aus dem Kindergartenalter raus. Dort war jeden Herbst Kotzalarm und ich bin wie ein Zombi durch die Monate maschiert.


    Jeden Herbst/Winter hatten wir Magen/Darm %-| %:| für mich der persönliche Horror.


    Ich nehme seit die Kinder da sind immer Okoubaka (ist homöophatisch) Und seit dem (TOI TOI TOI) hat es mich mit Erbrechen verschont (letztmalig 2008 gekotzt) Wenn Magen/Darm,dann "nur" Übelkeit und/oder Durchfall. Damit kann ich gut leben.Ob es an dem Zeug liegt, weiß ich natürlich nicht.


    Fakt ist:man kann sich nicht schützen. Ich nehme auch gefühlte 100x am Tag Desinfektionszeug , hab überall kleinen Fläschchen damit (in der Handtasche,imAuto,zu Hause sowieso) stehen.


    Aber diese Viren schwirren in der Luft,wenn es irgendwo ist. Dh. wenn im Kiga Magen/Darm ist, sind die Viren auch in der Luft...da reicht das bloße einatmen fürs Anstecken.


    Für mein Kopfkino ist es aber gut, wenn ich mir sage "Ich kann es eh nicht verhindern,wenn es so ist..."also lebe ich erstmal angstfrei ,solange es mir gutgeht. Rumjammern kann ich immer noch,wenn mir übel ist ;-) Damit fahre ich insgesamt ganz gut. Wenn ich allerdings weiß,jemand hat Magen/Darm,meide ich die Person für einen Umkreis von 100km ;-D ]:D ]:D


    Ich hatte früger fast nie Magen/Darm und kotzen muss ich wirklich ganz ganz selten.Richtig schlimm konfrontiert, wurde ich damit erst, als meine Kinder da waren (und in den Kiga gingen).


    Nun sind wir seit demSommer nicht mehr im Kiga und ich erhoffe mir,dass es besser wird.