Ich stimme dir zu, Schnecke.


    JuliaFee, ich habe meine Absicht, dir eine längere Nachricht zu schreiben, nicht vergessen und möchte es baldmöglichst wahrmachen.


    Konntet ihr den Besichtigungs-Termin wahrnehmen und wenn ja, wie gefällt die Schule deinem Sohn?


    Ich wünsche alles Gute :)*

  • Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.

    Ich habe den Beitrag von Mayana nicht gelesen und das ist sicher auch gut so.


    Ich habe einen tieftraurigen Sohn zu Hause, der einfach so wie er ist nicht akzeptiert wurde.


    Wenn er nicht mit den anderen Kinder raufen wollte, war er das Weichei, wenn er Reden wollte, war er das Weichei, weil die anderen lieber Fußball spielten.....die Liste ist unendlich lang.


    Ich habe selber noch einen Sohn. Er rauft sich, er spielt Fußball.....


    Er passt gut ins Schema.


    Mein anderer Sohn leider nicht. Und das wurde nicht akzeptiert. Es hieß, ein Junge der kein Fußball spielt, wehre dich doch, hau doch mal zurück, der ist mir zu brav, der weiß ja alles besser (neunmalklug), der ist so ruhig......


    Nie war er richtig. Für mich ja, aber von außen kamen immer solche Sprüche. Natürlich machte ihn das krank und er glaubte am Ende selber daran doof zu sein.


    Mein Sohn kann durchaus sehr offen sein und er ist durch und durch lieb. Er liebt die Natur, kann sich an solchen Dingen erfreuen. Er sagt selbst das er sich "anders" fühlt. Doch aber nur anders, als seine derzeitigen Mitschüler.


    Er stellt mir Fragen, ihn beschäftigen Dinge, die niemandem sonst hier so beschäftigen. Es gibt aber Menschen, die würden sich gern mit meinem Sohn austauschen, mit denen kann er sich über all seine Fragen austauschen.


    Ein Aushängeschild war die Hochbegabung nie. 1. wir haben erst in der 5. Klasse davon erfahren,


    2. nach unserem Umzug vor 3 Jahren, wurde die HB nie wieder angesprochen. Weder von mir, noch von meinem Sohn, der übrigens das Gutachten in diesen Tagen das erste mal gelesen hat. Ich habe es ihm gegeben, weil er so wenig an sich glaubt. So viel zum Aushängeschild. Ich habe das in der Schule 1 mal erwähnt, nämlich, als wir den Schulwechsel vollzogen haben.


    So, mein Sohn hat sich in dieser Zeit angepasst, hat sich runtergeschraubt, bis hin zur Depression. Erst im November 09 habe ich das Thema HB zu einem THEMA gemacht. Vorher nie. Weshalb ich mir allerschwerste Vorwürfe mache.


    Mein Kind ist in keiner Sache(schulisch, außerschulisch) "gut". Er macht nichts, was ihm Bestätigung bringt. Bisher jedenfalls nicht. Er ist hier zur Schule gegangen, hat alles über sich ergehen lassen, hing dann mit den anderen ab. Das wars. Nichts davon erfüllte ihn.


    Ich will auch nicht alles 1000 mal erklären. Es gibt Menschen, die können über den Tellerrand hinaussehen, die können verstehen was mit meinem Sohn ist. Ich werde meine Energie nicht für die anderen verschwenden, weil ich all meine Energie brauche, um meinem Sohn zu helfen.


    Eins ist klar, ich bin wahnsinnig froh das sich mein Sohn mir geöffnet hat. Andere bringen sich um. Er hat mich damit nie unter Druck setzen wollen und will damit auch nichts erreichen. Genau wie mit dem Ritzen. Mein Sohn ritzte sich 3 Monate, bevor er mir den Arm zeigte und seitdem hat er es dann auch nur noch einmal gemacht und dann nie wieder. Er ritzt sich seit 4 Wochen nicht mehr.


    Wir sind in den letzten Monaten viel enger zusammengewachsen. Wir vertrauen einander. Er vertraut mir das ich ihm helfe und alles für ihn gebe und ich vertraue ihm. Ich habe seinen Hilferuf im November 09 endlich gehört.


    Mein Sohn hat sich gestern in der Wohngruppe vorgestellt. Der Leiterin (Psychologin) dieser Wohngruppe, erging es wie meinem Sohn in ihrer Kindheit und Jugend. Mein Sohn passt sehr gut in die Gruppe, weil die anderen Jugendlichen auch eher ruhig sind. Er hat sich ganz toll mit dem Team unterhalten. Er wird von dort aus nach und nach in eine Schule integiert, in der im Vorfeld dann aber Gespräche laufen und Lehrpläne erstellt werden. Mein Sohn soll endlich zeigen können, was in ihm steckt. Seine HB wird von jetzt an kein Tabuthema mehr sein!!! Ich bin endlich auf Menschen gestoßen, die keine negativen Gefühle beim Thema HB bekommen, sondern Menschen, die HB als Segen verstehen und nicht wie auch ich vorher, als Fluch.

    Waldfee,

    Danke für den Link.


    Das ist wirklich mal ein günstiges Internat. Dennoch, mein Kind ist noch lange nicht stabil. Er kann jetzt nicht in den normalen Schulalltag hineingeworfen werden.


    Er fängt in der Wohngruppe an, Vertrauen zu sich selbst zu haben und dann seiner Begabung zu vertrauen. Er muß erst lernen diese zu akzeptieren. Wenn er sich vertraut und Erfolge hat, kann er in eine Schule integriert werden. Das wird unser Ziel sein. Aber jetzt ist erst mal wichtig das er lernt wie großartig er ist. Ein Schritt nach dem anderen.

    Parallelweltleber und Schnecke,

    Danke euch beiden. @:)

    Schülerin,

    ich freue mich immer von dir zu hören. Aber bitte, lass dir Zeit, mach dir keinen Stress. :)*:)*:)*

    Schnecke :)_ das hast du nicht. Du hast es mit deinem Beitrag ja nur gut gemeint und du hast ja auch recht.


    Es ist ganz ganz sicher nicht gut, wenn ein Kind ständig zu hören bekommt :" du kannst es besser, das weiß ich, denn du bist hochbegabt".


    Das hast du gemeint und das ist richtig.


    Bei uns lief es nicht so. Ich hätte das mehr zum Thema machen sollen. Nicht bei meinem Sohn, aber den Kampf, den ich jetzt führe, hätte ich vor 3 Jahren zuende kämpfen müssen. Ich habe mit dem Umzug und dem Schulwechsel aufgehört und habe gehofft das es sich zurechtläuft.


    Wo ist die Wand, gegen die ich rennen kann!!!!

    Liebe JuliaFee,


    wie geht es dir, wie geht es deinem Sohn? Wie geht es deiner Familie, wo dein Sohn heimgekehrt ist?


    Auch ich habe mir oft eine Zeitmaschine gewünscht. Nun, fast 2 Jahre nachdem ich zuletzt auf einer Staatschule war, fühle ich mich, als sei ich aus einem Wachkoma erwacht, in das ich durch meinen Schuleintritt gelegt worden war. Das erste Mal seit dem Kleinkindalter nehme ich wieder die Jahreszeiten in ihrer Entfaltung war. Mein Wissensdurst deckt sich langsam auf, den ich für immer verschüttet gesehen habe. Und die grässlichen Erinnerungen verlieren auf meiner Lebenswaage an Gewicht, auch wenn sie oft mit aller Wucht nach unten drücken. Oft habe ich mir gewünscht, krank zu werden, um aus dem System zu kommen; nun bin ich krank und draußen.


    Von diesen Worten kannst du dir wahrlich nichts kaufen, doch ich wünsche deiner Familie, dass sie diese Zeit einmal als Phase bezeichnen kann und darauf zurückblicken kann @:)


    Wenn weitere Informationen über die FAS eine Hilfe für dich sind, gib mir Bescheid.


    Bald schreibe ich dir wieder :)_

    Schülerin,

    es geht unserer Familie ganz gut. Wir halten fest zusammen und unterstützen meinen Sohn.


    Leider läuft alles sehr schleppend.


    Es ist Urlaubszeit. Unser Fall wird erst in 2 Wochen weiter bearbeitet. Es dauert sehr sehr lange.


    Mein Sohn hat jetzt Aufgaben bekommen, die er zu Hause lösen darf. An einen Schulbesuch ist nicht zu denken.


    Er arbeitet an den Aufgaben und kommt ganz gut klar.


    Momentan ist seine Klasse auf einer Klassenfahrt. Er wollte nicht mitfahren.


    Dann sind Ferien, ich hoffe das sich bis zum Ende der Ferien was ergeben hat. Wir halten nach wie vor an dieser bestimmten Wohngruppe fest. Das ist das einzige was passieren darf. Dort muß er unterkommen. Ich habe nur bei dieser Wohngruppe ein sehr gutes Gefühl. Auch mein Sohn möchte dorthin.


    Ich denke, mein Sohn fühlt sich wie du. Ich hoffe für ihn das er aus seinem "Koma" auch erwachen kann und mit Hilfe erfahrener Psychologen den Schritt in eine Schule schaffen wird.


    Sei ganz herzlich gegrüßt,


    Julia

    Ja, dieses Mühsame und Schleppende kenne ich... Fluch wie Segen ist, dass erst Entspannung und intensivere Regeneration beginnen können, wenn sich auch die Lage entspannt.


    Und so wünsche ich dir und deiner Familie auch weiterhin viel Energie :)*


    Ich freue mich immer, von dir zu lesen,


    schöne Grüße,


    Schülerin

    @ :) Hallo Schülerin,

    uns geht es tatsächlich nicht so gut.


    Wir haben eine wunderbare Wohngruppe für meinen Sohn gefunden. Er fühlt sich dort sehr wohl und bei jedem Gespräch mit der Leiterin weiß ich mehr, dass das genau die richtige Wohngruppe ist. Sie weiß so genau wie mein Kind sich fühlt, wie es ihm geht und was er braucht!


    Auch mein Sohn will einfach nur dort hin.


    Das Jugendamt hat aber diese WG abgelehnt, genauer gesagt, die kennen die WG nicht und geben denen auch keine Chance. Die wollen sie nicht kennen lernen. Die haben bereits ihre WG's, mit denen die zusammenarbeiten, mit denen sie Erfahrungen haben. Mal über den Tellerrand schauen und vielleicht eine neue WG kennenlernen ist denen nicht möglich.


    Ich habe inzwischen eine Anwältin an meiner Seite. Alles läuft weiter schleppend. Dabei ist dort ein Platz frei. Wir möchten das mein Kind dorthin kommt und die warten auf meinen Sohn.


    Das ganze zieht sich jetzt schon über 10 Wochen hin.


    10 Wochen, in denen nichts passiert ist. 10 Wochen, in denen mein Sohn schon richtig hätte gefördert werden können. 10 Wochen, in denen er stattdessen nur in seinem abgedunkelten Zimmer liegt und wartet, das die Tage vergehen.


    Es ist kaum auszuhalten.


    Das nennt sich Kinder und Jugendhilfe! Ich kann nicht sagen, wie verzweifelt wir beide sind.

    Sag mal, kannst du dich nicht ans Fernsehen wenden? Was hast du denn noch zu verlieren? Das ist wirklich schlimm hier in Deutschland, dass es so was gibt. Oder vielleicht an eine Zeitung?


    Warum muss das Jugendamt hier das letzte Wort haben? Geht es um die finanzielle Unterstützung?


    Liebe Grüsse von Verrückter

    Zitat

    Das Jugendamt hat aber diese WG abgelehnt, genauer gesagt, die kennen die WG nicht und geben denen auch keine Chance. Die wollen sie nicht kennen lernen. Die haben bereits ihre WG's, mit denen die zusammenarbeiten, mit denen sie Erfahrungen haben. Mal über den Tellerrand schauen und vielleicht eine neue WG kennenlernen ist denen nicht möglich.

    Wie sind denn die anderen Bewohner in die Wohngruppe gekommen? Irgendjemand muss ja das Wohnen dort "genehmigt" haben, ggf. ein anderes Jugendamt? Vielleicht kann ja hier ein Gutachten o. Ä., das von einem anderen Jugendamt erstellt wurde, helfen. Vielleicht gab es auch schon ähnliche Fälle in der WG, an denen man sich orientieren kann. Auf jeden Fall ist die anwaltliche Unterstützung schon mal einige gute Sache.

    verrückte

    ja genau, es geht um die Kostenübernahme.


    Meine Güte, JEDE WG kostet Geld. Es ist ja auch bestätigt das er in eine WG kommt. Nur bei der Auswahl lassen die uns nicht mitreden.


    Das ist aber DIE Wg, die mein Sohn braucht. Die haben mit Hochbegabten Erfahrung und haben auch hochbegabte Jugendliche da. Was soll mein Kind in einer Einrichtung, wo Kinder und Jugendliche leben, die ganz andere Probleme haben. Das passt doch dann wieder nicht zusammen.


    Ganz ehrlich, an die Öffentlichkeit habe ich auch schon gedacht. Mehr aber nicht.


    Ich möchte meine Kinder auch schützen und würde nichts machen, was ich nicht mit den beiden abspreche. Mein Sohn würde das nicht wollen.


    Zumindest haben wir die Anwältin.

    Kongo-Otto

    Die anderen Bewohner der Wg kommen aus anderen Landkreisen. Mein Sohn ist wohl das erste Kind aus unserem Landkreis, was dorthin möchte.


    Leider will sich das Jamt an rein gar nichts orientieren. Die wollen nur das, was sie kennen.