Unterdrückte Sexualität / Lust - was tun? Welche Therapie?

    Hallo,


    gerne würde ich von euch erfahren, was man gegen die Folgen von unterdrückter Sexualität machen kann und welche Therapieformen zu empfehlen sind? Und in welches Fachgebiet eine evtl. Therapie fällt?


    Während einer längeren Beziehung nahm die Libido meiner Freundin ab, was dazu führte, dass wir immer seltener Sex hatten. Mit der Zeit versuchte ich meine Lust immer mehr zu unterdrücken, da es mir sogar unangenehm war, wenn ich welche verspürt habe, aber keine Möglichkeit hatte, dieser nachzukommen.


    Wir haben damals nicht darüber gesprochen. Ich vermute, dass ich dieses Beziehungsproblem verdrängt habe, mich die Auswirkungen aber immer wieder einholen, wenn ich mit einer Frau intim werde.


    Danke im Voraus für eure Ratschläge!

  • 15 Antworten

    Habe ich das richtig verstanden, Du möchtest Dich therapieren lassen, weil Du mehr Lust auf Sex hast als Deine Freundin?


    Gibt es da echt Therapie-Formen? ":/


    Vielleicht passt ihr einfach in dem Punkt nicht mehr zusammen ?!


    Ist halt die Frage, ob Du so glücklich bist mit Deiner Partnerin? Oder Dir dann selber machst?


    Warum hast Du nicht mit ihr darüber gesprochen?


    Und hast Du nun eine neue Freundin, weil Du schreibst "wenn ich mit einer Frau intim werde".


    Oder verstehe ich da was falsch?

    Zitat

    Während einer längeren Beziehung nahm die Libido meiner Freundin ab, was dazu führte, dass wir immer seltener Sex hatten

    Das ist in den allermeisten Fälle die Folge von hormoneller Verhütung (Pille usw). Falls deine (ehemalige) Freundin auch auf diese Weise verhütet hat, dann könntest du dich damit mal etwas intensiver auseinandersetzen und wie belastend diese Verhütungsmethoden für den Körper einer Frau sind. Viele Männer übersehen das bzw. blenden es aus. Im Grunde ist es aber ein respektloser Umgang mit dem Körper der Frau - klar ist jede Frau für ihren eigenen Körper verantwortlich, aber viele Männer profitieren davon einfach nur (Sex ohne das Risiko einer Schwangerschaft) ohne sich weiter Gedanken um die Gesundheit ihrer Partnerin zu machen. Möglicherweise solidarisiert sich dein Unterbewusstsein durch den Libidoverlust mit deiner Ex-Freundin bzw. versucht dadurch, ein Stück "Verantwortung" dafür zu übernehmen.


    Ich kann natürlich mit dieser Interpretation daneben liegen, aber vielleicht kann sie dir auch dabei helfen zu verstehen, was da eigentlich passiert ist, und so für dich eine Lösung zu finden...

    Hallo,


    danke für eure Antworten!

    Zitat

    Gibt es da echt Therapie-Formen?

    Das ist ja meine Frage

    Zitat

    Vielleicht passt ihr einfach in dem Punkt nicht mehr zusammen ?!

    Richtig, wir sind ja auch schon seit sieben Jahren auseinander. Es geht um meine jetzige Partnerin.

    Zitat

    Ich verstehe es so, dass er durch das jahrelange Unterdrücken seiner Bedürfnisse Probleme hat, und deshalb nun einer Therapie bedarf.

    Ja, das ist meine Vermutung und auch Hoffnung, dass mir eine Therapie helfen könnte. Wir haben bald ein Beratungsgespräch, das vllt. einige Möglichkeiten aufzeigen wird, was uns / mir helfen könnte.

    Zitat

    Folgen? Welche Folgen? Frustration? Erhöhter Taschentuchverbrauch? Geht das etwas genauer?


    Nicht alles kann therapiert werden, besonders letzteres zB.

    Es fällt mir (sehr) schwer mich "fallen zu lassen" und Lust zu empfinden.

    Zitat

    dann hast du immer noch erektionsstörungen und kannst nicht abschalten?

    Ja, genau das kommt vor. Und es belastet mich umso mehr - ein Teufelskreis. Physisch scheint alles zu stimmen, nur wenn wir intim werden, bin ich nicht selten gehemmt und wie gelähmt.

    Zitat

    Das ist in den allermeisten Fälle die Folge ...

    Nein, ich sorge mich schon sehr um die Gesundheit meiner Partnerin.


    Das ist eine Idee, mit meiner Ex darüber zu sprechen. Nur haben wir damals schon nicht verstanden miteinander zu Kommunizieren, dann wird es sieben Jahre nach der Trennung nicht einfacher. Daher der Gedanke an eine Therapie bzw. Hilfe von außen.

    Zitat

    Zitat

    Zitat

    mich die Auswirkungen aber immer wieder einholen, wenn ich mit einer Frau intim werde.

    Was genau für Auswirkungen sind das? ":/


    Irgendwie ist dein Problem nicht verständlich.

    Es fällt mir (sehr) schwer mich "fallen zu lassen" und Lust zu empfinden.

    Zitat

    kannst Du selber Hand anlegen?

    Du meinst wahrscheinlich Onanieren?! Ja, damit ist alles okay. Auch die Morgenlatte ist normal, außer ich bin halt verspannt / gehemmt, dann macht sich auch dabei bemerkbar.

    Danke, da steht ja schon einiges Wissenswertes. Was unter Lustlosigkeit aufgeführt wird, trifft das eine oder andere auf mich zu, was ich beim bevorstehendem Therapiegespräch anmerken kann.


    Was mich interessiert ist, was wir / ich grundsätzlich tun können (Gespräche, Übungen oder auch Medikation?!).

    Zitat

    Was mich interessiert ist, was wir / ich grundsätzlich tun können (Gespräche, Übungen oder auch Medikation?!).

    Naja, der klassische, systematische Weg bei Gesundheitsfragen geht so:


    Symptome => Anamnese => Diagnose => Therapie.


    http://www.gesundheitsthema.de/symptome/


    Das "tun können" ist dann der Therapie-Teil:


    Gespräche als Therapie - z.B. Gesprächstherapie, Paarkommunikation


    Übungen als Therapie - z.B. Verhaltenstherapie (stufenweise Konfrontationstherapie gegen Ängste), praktische Paarkommunikation


    Medikation als Therapie - wären eine Menge denkbar vom Glas Sekt/Wein um Hemmungen zu verringern, über körpereigene Endorphine durch Sport, bis zu Antidepressiva, enthemmende/angstlösende Medikamenten für den Steuerungsteil Gehirn, und Sildenafil für den mechanischen Teil am Aktor Penis


    Aber die hängen an der Diagnose davor, und die wieder an deinen Symptomen und deinem sonstige gesundheitlichen Vorleben. Und dazwischen sind auch Bewertungsschritte, wo man Frequenzen, Häufigkeiten, Intensitäten mal quantitativ ausdrückt und Zusammenhänge analysiert. Ich würde das hier nicht abkürzen wollen.


    Ich denke, der Kanon an diesen Therapiemöglichkeiten ist relativ breit. Und einige mögliche Ansätze stehen dort ja schon drin.


    Wenn du dich dort auf den "systematischen" Weg einlässt, dann hab doch einfach mal Vertrauen, dass die dort mit Fragebögen, Erstgespräch, aus deinen natürlichen Antworten auch schlüssige, erfolgversprechende Ansätze ableiten. Und nicht, dass du versuchst, "alles richtig zu machen" oder "das richtige zu sagen", indem du sagst, was in einem Wikipedia-Artikel stand.


    Sehr schön zum Thema: die Videos von Ann-Marlene Henning


    http://www.make-love.de


    Wer sich dort mal 1-2 DVDs anschaut, sieht eigentlich schon so ein bisschen die Mittel, wie sie zumindest arbeitet.


    http://www.make-love.de/artikel/make-love-dvds


    Immer steht am Anfang ein Paar mit seinen 2 Individuen, mit deren Problemen. Dann Einzelgespräche, dann Übungen des Paars, dann Zwischengespräche, weitere Übungen, dann Abschlussgespräch. Mal erklärt sie Zusammenhänge, mal motiviert sie, mal nimmt sie Ängste, mal stellt sie Zahlen und Fakten gegenüber.


    Es gibt dort (und auch auf Youtube im Kanal Makelove)


    https://www.youtube.com/channel/UCGkMWVc_4LNnKs-PQmE7zQQ


    auch jede Menge kostenlose Kurzvideos zu gängigen Einzelthemen. Schau dich dort mal um.


    Oder längere Themenvideos:


    https://vimeo.com/ondemand/makelove


    Zum Beispiel passend hier zum Threadtitel:


    4. Make Love - Wenn unten nicht macht, was oben will


    8. Make Love - Wenn Mann weniger Lust hat


    13. Make Love - Keine Lust auf Sex


    Aber das dort ist halt allgemein und nicht auf deinen Fall bezogen.

    Zitat

    Mein Gedanke ist nur, wenn man "nach Bedarf" onaniert, kann man doch eigentlich nicht von "unterdrückter Sexualität" sprechen, oder? Eher von nicht 100% wunschgemäß ausgelebter.

    Doch kann man. Da sind wir Menschen nun mal sehr unterschiedlich ...

    @ Pythonist

    Vielen Dank für die Infos, die sind sehr informativ! :-)


    Das Wichtigste dabei, es sind Ideen und Ansätze dabei, wie die nächsten Schritte zu gestalten sind. Es gibt heutzutage zum Glück viele Möglichkeiten, doch wenn man betroffen ist, steht man womöglich so ziemlich hilflos da.


    Dem "systematischen" Weg stehe ich sehr offen gegenüber und, würde man mir dazu raten, hätte auch keine Scheu mich darauf einzulassen. Parallel zum Beratungsgespräch werde ich einen Urologen aufsuchen, um auch auf diesem Wege versuchen mir helfen zu lassen.


    Hat jemand Erfahrungen mit Akupunktur, wenn es darum geht Verspannungen zu lösen? Vllt. könnte das in meinem Fall ja schon dazu führen, dass ich mich zumindest körperlich etwas entspanne. Andererseits kämen auch Medikamente infrage, da unser / mein Wunsch nach einem lustvollen Sex halt gegeben ist.

    Also um Verspannungen zu lösen, fällt mir ja keine Akupunktur ein, sondern:


    "Schatz, mein Nacken ist so verspannt. Ich würd mich freuen, wenn du mich da massierst. Ok, und jetzt tiefer. Noch tiefer." Das ist doch ein super Auftakt für weit mehr als eine Nackenmassage. :=o


    Und kann in eine erotische, immer expliziter werdende gegenseitige Ölmassage des ganzen Körpers münden. :-) Auch als Nuru-Massage oder Body-to-Body Massage. Wer das mit einer zugrundeliegenden Lehre machen will, für den gibt's Neotantra mit seinen Tantramassagen, inkl. Lingam- (Penis) und Yoni (Vagina)-Massage.


    Massagen sind doch ein super Anlass, um gegenseitig am Körper des anderen rumzunesteln! Und wer kann es einem da verdenken, wenn man sich den erogenen Zonen des anderen ganz besonders liebevoll, zärtlich oder intensiv widmet?


    Sonst:


    Muskelverspannungen => Physiotherapie beim Profi (geht ins Geld) oder Blackroll / Faszientraining (Eigenmassage mit so harten Bällen) - sehr günstig im Vergleich