• Vater neidisch auf Sohn

    Ich wollte an dieser Stelle fragen ob ein Begriff für krankhaften Neid auf seinen eigenen Sohn bekannt ist, oder ob oder was allgemein bekannt ist und öfter vorkommt. Zu mir und meinem konkreten Problem: Ich bin momentan männlich 21 Jahre und wohne noch Zuhause. Mein Vater hat nach der Realschule eine Ausbildung gemacht und dann studiert an einer FH.…
  • 28 Antworten
    Zitat

    Mein Vater hätte auch über genug finanzielle Mittel verfügt mir eine Privatuni zu finanzieren aber der Neid, dass aus dem Sohn einmal mehr werden könnte sprach wohl dagegen.

    Das stösst mir etwas sauer auf, wenn ich ehrlich bin. Du bist 21 und hast anscheinend noch nicht kapiert dass du damit tun und lassen kannst was du willst. Such dir einen Job und finanziere dir selbst worauf du lust hast.

    Du suhlst dich aber auch sehr bequem in deiner Opfer Rolle oder? Ja, vielleicht ist dein Vater wirklich ein Arschloch, aber du bist 21 und seit drei Jahren in der Lage, dein Leben selbst zu bestimmen.


    Du willst Medizin studieren, aber deine Noten sind zu schlecht? Dann mach doch eine Ausbildung als Krankenpfleger. Die Krankenhäuser bieten doch sogar WGs für die Krankenschüler an. Heisst quasi, du machst eine mega anspruchsvolle Ausbildung, kannst ausziehen und verdienst Geld!!!


    Vielleicht findest du die Ausbildung in einer etwas entfernteren Stadt, das hieße, du könntest dich prima entfalten und Leute kennenlernen, ohne dass dein Vater mit dran hängt.


    Aber dafür muss man den Allerwertesten hoch kriegen!!!!

    Wenn du die Krankenpflegeausbildung hast, kannst du dein Studium sehr gut durch Nachtschichten finanzieren. Und du kannst die Ausbildung als Wartesemester anrechnen lassen. Und die Ausbildungsvergütung ist tatsächlich sehr hoch.


    Dein Vater bzw. deine Eltern schulden dir finanziell eine Ausbildung. Einen Anspruch auf eine Privatuni hast du nicht.


    In der Tat scheint dein Vater sonderbar zu sein, aber du bist von ihm nicht abhängig. Also, nimm dein Leben in die Hand, du bist alt genug.

    Hi A97,


    woraus leitest du Neid deines Vaters ab? Er hat mittlere Reife, er hat ein FH- Studium absolviert, er hat sein finanzielles Auskommen- sogar ein so gutes, dass du ihm vorwirfst, dass er dir eine Privatuni finanzieren könnte aber es nicht tut.


    Dass ihr vielleicht nicht gut auskommt, Gespräche zwischen euch nicht gut gelaufen sind, du dich nicht verstanden fühlst- kann ich alles nachvollziehen. Aber nicht den Neid. Worauf soll er denn neidisch sein. Außerdem sehe ich auch nicht wo dir Steine in den Weg gelegt wurden.


    In der Oberstufe wird man in der regel gesiezt- wie ein Erwachsener angesprochen- die Lehrer haben keine Holschuld mehr für mündliche Beteiligung. Du wirst wie ein Erwachsener behandelt und musst demnach auch, wie ein Erwachsener, selbst mit Disziplin für gute Leistungen sorgen und deinen weiteren Weg planen. Ja man ist noch jung, man kann sich mal verrennen...aber dann muss man auch selbst für seine Fehler oder Versäumnisse gerade stehen.


    Das Medizinstudium ist für dich nicht verloren. Nur der Weg, den du gerade beschreitest- der führt nicht wirklich dahin oder bringt dich nicht näher ans Ziel. Du hast sehr viele gute Ratschläge erhalten, wie du Wartesemester sinnvoll überbrücken könntest und wie du schon Erfahrungen im medizinischen Bereich sammeln könntest. Auch menschlich würde es dich vielleicht weiterbringen mit einer anderen Perspektive auf Patienten oder Pflegekräfte einzusteigen und Erfahrungen zu sammeln. Damit würdest du eventuell viel Empathie und Mitgefühl für deine Patienten und deine spätere Arbeit entwickeln...was ich bei Ärzten für eine sehr wünschenswerte Eigenschaft halte. Auch ein eher technischer Beruf nahe am medizinischen Bereich wäre eine Übergangslösung.


    Hast du eigentlich bereits Vorpraktika im medizinischen Bereich absolviert? Mich interessiert einfach woher der Berufswunsch kommt und was dich darin bestärkt.

    Guten Tag aus Maspalomas auf Gran Canaria


    Gestern habe ich mich bei http://www.med1.de/ angemeldet (registriert) und nun probiere ich eben einmal das Forum aus.


    Das Thema von A97 ist ja recht aktuell und gestartet am 26.03.2018 um 03:28 Uhr.


    Am vergangenen Sonntag konnte ich meinen 77. Geburtstag feiern und nun sind meine Gedanken zurück gegangen auf meine Jugendzeit.


    "Von alleine dreht sich Garnichts" - das hatte Albert Einstein einmal geschrieben.


    Mein Jugendtraum war es einst - "Werkzeugmacher" zu werden. Jedoch mein Vater als Tischlermeister wollte par tout durchsetzen, das ich auch wieder ein "Holzwurm" zu werden habe.


    Mein Weg zur Erlösung war es damals - ich bin mit 17 1/2 Jahren zur Nationalen Volksarmee geflüchtet. Anschließend konnte ich an der Hochschule studieren - "Fertigungstechnik".


    Glücklicherweise hatte ich es rechtzeitig geschafft, mich selbständig und unabhängig vom Tyrannen zu machen. Mein Vater hatte es mir bis zu seinem Tode nicht verziehen, dass ich meinen eigenen Weg beschritten hatte und damit sehr glücklich geworden bin.


    Ciao de Ebi

    i

    Zitat

    ch bin mit 17 1/2 Jahren zur Nationalen Volksarmee geflüchtet. Anschließend konnte ich an der Hochschule studieren - "Fertigungstechnik".


    Glücklicherweise hatte ich es rechtzeitig geschafft, mich selbständig und unabhängig vom Tyrannen zu machen.

    Sehe ich ja jetzt erst.....

    Zitat

    .... oder medizinnahe Ausbildung? Und eben am Ziel, Medizin zu studieren, festhalten?

    @ hallo A97

    ich halte in deinem Fall diesen Weg machbar. Meine Frauenärztin hat erst eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und danach erst hat sie Medizin studiert. Sowas dauert halt länger, aber auch auf Umwegen und in Serpentinen kann man sein Ziel erreichen.


    Die Vorteile gegenüber einem ungeliebten und noch darüber hinaus schlecht bezahlten Studium liegen klar auf der Hand. Du hättest später während des Studiums und in den Ferien auf jeden Fall eine Möglichkeit dir gut(bezahlt) was dazuzuverdienen. Aber die abgeschlossene Ausbildung kann dir im schlimmsten Fall als Auffangnetzt dienen, wenn du zB. das Physikum nicht packst.


    Verlier deine Ziele im Leben nicht aus den Augen, glaub an dich, fang ganz bewusst damit an, dich von deinem Elternhaus und vor allem von dem negativen Einfluß deines Vaters abzunabeln. Steh zu dir und deinen Bedürfnissen und beruflichen Zielen.


    Alles Gute und viel Glück! :)*

    Hallo hier der Threadersteller,

    ich habe den "sinnbefreiten" Bachelor nun fast abgeschlossen und einen Medizinstudienplatz in Österreich ergattert.

    Danke für die antworten, manchmal lässt mich das Thema aber nicht los und würde gerne wissen was der "Dachschaden" meines Vater nun genauer sein könnte.

    In den letzten zwei Jahren sind mir immer auch retrospektiv immer mehr komische Punkte bei meinem Vater aufgefallen, sodass ich heute eigentlich den Anfangspost noch um viele weitere Punkte ergänzen müsste. Dinge bei denen ich mir früher nicht sicher war ob Sie Zufall waren oder Schikane sind aus meiner heutigen Sicht ganz klar als zweites einzuordnen.


    Er hat wirklich überall in meiner Kindheit schikaniert und sich selber gesellschaftlich vollkommen Realitätsfern eingeordnet, war sich für alles zu fein, was in anderen Familien eine reine commodity für Väter ist.

    Er hatte eine absolute es steht mir zu Haltung mich zu ärgern gehabt und wirklich nie den Anspruch gehabt, dass beste aus der Situation und den Möglichkeiten zu machen, sondern eher alles nach seinem sonderbaren Wohlbefinden zu richten.


    Der nächste Aspekt den ich im ersten Post überhaupt nicht erwähnt hatte ist, dass mein Vater auch weitere massive Dachschäden hatte.

    Er hatte mich beispielsweise als Kind am Tisch beim essen mich oft angepustet, was mich irgendwann massiv gestört hatte und er es absolut nicht lassen wollte. Ein weitere Punkt war sein übertriebenes Nasehochziehen/ Schnaufen.

    Er hatte sich ein massives Fell in der Nase gezüchtet und ab demonstrativ geschnauft wie er irgendwann man rausgefunden hat das mich das Geräusch nervt.


    Zudem hat er extrem eklige Sachen gemacht.

    Nach dem Sport mit schwitzigem freien Oberkörper die Handtücher der Familie an seiner Brust zusammengelegt. Extrem alte schwitzige Sportshirts ins Wohnzimmer gehängt zum "lüften".

    Die Toilette nicht abgespült und den Uringeruch in das Treppenhaus gelüftet und vieles ähnliches mehr.

    Man konnte sich beschweren wie man sich wollte, aber er hatte nie davon abgesehen.


    Seit diesem Sommer spreche ich mit ihm nicht mehr.

    Lerne für den Med AT solange bis du ein Platz hast. Und studiere das was du willst!


    Warum musste dein Vater mit zum Abi Ball?

    Weißt du, die wird das alles nix bringen, darüber nach zu denken. Dein Vater ist so, wie er eben ist. Ich hab mich auch öfters gefragt, warum meine Mutter früher so war und auch was meinen Stiefvater zu dem ein oder anderen verhalten getrieben hat. Letzten Endes ist es egal. Ich bin jetzt 36 und kann sagen, dass das Verhalten meiner Eltern in vielen Punkten scheisse war, aber auch, dass ich nicht ich wäre mit ihrem Verhalten. Ich wäre nicht so froh selbstständig gewesen, hätte vielleicht dem „Rat“ gefolgt und irgendein BWL-Zeug gelernt, was ich absolut hasse, hätte niemals meinen Mann kennengelernt, wenn ich als Jugendliche nicht im selben Verein, wie er rumgelungert wäre, weil es daheim einfach scheisse war und und und.
    Ich hinterfrage das Verhalten schon noch ab und an, vor allem wenn es selbst heute noch Ungerechtigkeiten zwischen meinen Schwestern und mir gibt, aber es ist eigentlich energieverschwendung. Manche haben einfach einen Knall..

    Ich kann dich gut verstehen. Wenn Eltern es wegen eigener Defizite versäumt haben, dem Kind etwas über die eigene Autonomie, Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl und Regulationsfähigkeiten beizubringen, dann steht eben jenes Kind gegebenenfalls mit Anfang 20 da und hat aus eigener Kraft heraus viel aufzuarbeiten, Entwicklungsschritte nachzuholen und sich zu organisieren.


    Das Bedürfnis, sich das Verhalten deines Vaters logisch/theoretisch zu erklären und nachvollziehbar/vorhersagbar zu machen, ist sicherlich Teil der persönlichen Validierung und Verarbeitung des Erlebten. Das ist vollkommen legitim. Aber als künftiger Arzt solltest du anhand dieser sehr persönlichen Erprobung schonmal herausfinden, wie du ein Problem ohne Diagnose/Kategorisierung löst. Denn solche Stigmatisierungen nageln sowohl einen selbst als auch Betroffene fest und können Schritte zur Verarbeitung behindern.


    Aber natürlich, Einschätzungen helfen uns auch erstmal, unsere Erlebnisse als "gültig", also als "wirklich belastend" aufzuschlüsseln. Denn paradox ist, dass Menschen, die auch rein objektiv etwas Belastendes erlebt haben, oft nicht einzuschätzen wissen, wo da die Grenzen vom Normalen zum Pathologischen liegen und oft fehlt es eben an Selbstwertgefühl, sodass Betroffene sich schwer damit tun, Pathologisches als solches zu benennen - sie sind sich einfach nicht sicher, ob es nicht vielleicht doch "normal" war und SIE durch ihre "Empfindlichkeit" nicht das Problem sind.


    Jedenfalls hat dein Vater dir sehr unangenehme Gefühle bereitet. Ein guter Vater sollte das nicht tun. Und das reicht auch schon: Das, was du fühlst, hat seine absolute Daseinsberechtigung. Jetzt musst du eben herausfinden, wie du für dich damit umgehst. Welche Kompetenzen dir noch fehlen, die du gerne erwerben möchtest und wie du deine Erlebnisse mit ihm Stück für Stück verarbeitest. Den Kontaktabbruch halte ich für einen gesunden und wichtigen Schritt. Gut gemacht!


    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Ich wünsche dir alles Glück der Welt für dein Medizinstudium, lieber TE.

    Ich finde es toll, dass du deinen Weg trotz allem gemacht hast.

    Und nein, so haben sich Väter nicht zu verhalten. Das ist absolut unterste Schublade.

    Gut, dass du den Kontakt abgebrochen hast. Dieser Mann würde dir niemals gut tun.

    tiramisu01 schrieb:

    Weißt du, die wird das alles nix bringen, darüber nach zu denken. Dein Vater ist so, wie er eben ist. Ich hab mich auch öfters gefragt, warum meine Mutter früher so war und auch was meinen Stiefvater zu dem ein oder anderen verhalten getrieben hat. Letzten Endes ist es egal. Ich bin jetzt 36 und kann sagen, dass das Verhalten meiner Eltern in vielen Punkten scheisse war, aber auch, dass ich nicht ich wäre mit ihrem Verhalten. Ich wäre nicht so froh selbstständig gewesen, hätte vielleicht dem „Rat“ gefolgt und irgendein BWL-Zeug gelernt, was ich absolut hasse, hätte niemals meinen Mann kennengelernt, wenn ich als Jugendliche nicht im selben Verein, wie er rumgelungert wäre, weil es daheim einfach scheisse war und und und.
    Ich hinterfrage das Verhalten schon noch ab und an, vor allem wenn es selbst heute noch Ungerechtigkeiten zwischen meinen Schwestern und mir gibt, aber es ist eigentlich energieverschwendung. Manche haben einfach einen Knall..

    :)z