Vaterkomplex als Junge?!

    Hallo,


    ich hab leider niemanden dem ich das aus dem privaten Umfeld anvertrauen mag, ich bin auch ehrlich und habe das meinem Therapeuten verheimlicht.


    Ich denke ich bin bisexuell, ich weiss auch es gibt ein Hetero, Bi, Homo Unterforum aber meine Frage geht eher in die psychologische Richtung.


    Ich hatte bisher immer Beziehungen zu Mädels, auch sexuell. Allerdings reizen mich auch Daddies, also weitaus ältere reife Männer.


    Männer die das Gefühl von Geborgenheit, Erfahrung und Männlichkeit ausstrahlen. Es klingt absurd, es ist mehr als der sexuelle Reiz, es ist dieses Gefühl Zuneigung und Anerkennung zu bekommen, allerdings keine "Liebe" wie verliebtsein was ich einem Mädchen gegenüber aufbringe.


    Ich selbst bin Anfang 20 und generell fühle ich mich in Gegenwart ältere Männer ab 50+ wohl, also Männer die mein Vater sein können. Und ich glaube auch hier rührt der Komplex her, mein Vater war nie für mich da. Hat seit meiner Kindheit mich nie unterstützt und mir all die schönen Emotionen wie Geborgenheit, Zuneigung, Erfahrung und Männlichkeit verwehrt.


    Mal davon abgesehen das er ein Säufer war und ich darunter litt, habe ich immer andere Kinder um Ihre fürsorglichen Väter beneidet.


    Ich kann mir sonst mit anderen Typen nichts vorstellen, keine gleichaltrigen, jüngeren oder etwas älteren. Sie müssen für mich das "Vaterbild" entsprechen. Habe einen kennen gelernt der mir bei so Männersachen über Frauenzeugs immer wieder hilft. Das tut sehr gut, von meinem eigenen Vater dem Versager kam nie was.


    Es fühlt sich an wie ein seelisches Pflaster für meine tiefen Narben, andererseits wollen die Männer primär mit mir vögeln.


    Habe da durch bekannte Seiten echt dutzende verheiratete Familienväter kennengelernt.


    Ich weiss, was ist heute schon normal, jeder hat seine Vorlieben (sexuell) aber ich frage mich ob ich weiss was ich eigentlich tue. Ob es mir nicht schlecht gehen sollte zu wissen ich habe Affären mit verheiratenen Männer?


    Ich frage mich inwiefern meine Depressionen damit zu tun haben.


    Meist ist der Sex nicht so berauschend. Manchmal frage ich mich hinterher warum hast du das getan, und dann mache ich es doch wieder beim nächsten mal denn dieses tolle Gefühl "Das Objekt der Begierde" in den Augen der Väter zu sein pusht mich so enorm.


    Wahrscheinlich genau dieses tolle Gefühl wie wenn ein Vater seinem Sohnemann bei einem Fußballspiel auf die Schulter klopft und voller Stolz strahlt. Ich hab en Knacks oder?

  • 35 Antworten
    Zitat

    Und ich glaube auch hier rührt der Komplex her, mein Vater war nie für mich da. Hat seit meiner Kindheit mich nie unterstützt und mir all die schönen Emotionen (...) verwehrt.

    Es klingt halbwegs plausibel, ob man es nun "Komplex" nennen mag oder nicht.

    Zitat

    ... und habe das meinem Therapeuten verheimlicht.

    Du bist zur Zeit in einer Psychotherapie? Dann solltest Du dir ein Herz fassen und dem Therapeuten das alles sagen. Wie soll er Dir gut helfen können, wenn er über wichtige Bereiche Deines (Seelen-)Lebens gar nichts weiß?

    Zitat

    Ob es mir nicht schlecht gehen sollte zu wissen ich habe Affären mit verheirateten Männern?

    Ich denke eher nicht, daß Du deshalb ein schlechtes Gewissen haben musst. Wenn Du nicht da wärst, würden es die Männer in der Zeit möglicherweise mit einem anderen treiben, vielleicht sogar mit einem "Escort", den sie dafür bezahlen müssen.


    Es könnte sein, daß Dein Bedürfnis nach älteren Männern geringer bzw. seltener wird, wenn Du es in der Therapie gründlich "bearbeitest". Ich würde das auf mich zukommen lassen und sehen, wie es sich entwickelt. Oder vielleicht ergibt sich irgendwann eine längere Beziehung (mit Sex oder auch ohne) zu einem Mann, die für dich befriedigender ist als kurze "Affären".

    Für mich wirkt es so, als wärst du heterosexuell. Man kann auch Beziehungen zu älteren Männern aufbauen, ohne zwangsläufig auf die sexuelle Ebene zu gelangen. Ob du deswegen ein schlechtes Gewissen haben musst, hängt von deinen moralischen Werten ab.

    Ich denke, mit dir ist alles in Ordnung. Deine Versuche, dir dich selbst zu erklären passen mMn allerdings noch nicht ganz.


    Ich finde es eine sehr unglückliche Formulierung von "Vaterkomplex" zu sprechen, Komplex klingt immer so, als wäre etwas nicht normal. Jeder Mensch hat von Natur aus Bedürfnisse. Aufgabe der Eltern ist es, diese soweit wie möglich zu erfüllen, bis man als Mensch mehr und mehr selbst in der Lage ist, diese selbständig zu befriedigen.


    Du hast ein großes unbefriedigtes Bedürfnis nach allem, was dein Vater zu liefern gehabt hätte. Passiert sehr vielen Menschen, denn "perfekte" Eltern sind ziemlich rar auf dieser Welt, d.h. es gibt sie eigentlich so gut wie gar nicht, was jedoch ein guter Versöhnungsansatz ist.


    Dein Vaterdefizit ist Teil deiner Persönlichkeit, daran kannst du arbeiten. Viele gefühlte Defizite, Entbehrungen und was auch immer, sind dabei bereits in den Bereich des Unbewussten abgesackt, dass Bewusstsein wäre überfordert, dies über Jahre im Arbeitsspeicher zu halten.


    Dadurch ist dir nicht immer bewusst, welche Aktionen nun eigentlich welche Bedürfnisse befriedigen sollen, da die Initiierung im Unterbewusstsein stattfindet und dein Bewusstsein mehr oder weniger nur ausführendes und steuerndes Organ dabei ist.


    So landest du mit Männern im Bett, dein Bewusstsein hat alles arrangiert, nur leider kannst du die Stimme deines Unterbewusstseins nicht hören, die keinen Sex mit einem Mann wollte, sondern all das was ein Vater einem Sohn i.d.R. zu geben hat und dies ist bekanntlich nicht Sex, sondern alles andere.


    Nun musst du lernen, mit deinen ungestillten Bedürfnissen von damals umzugehen. Möglichst ohne Selbsttäuschung, mit möglichst klarem Blick darauf, was dir die Aktion eigentlich bringen soll und ob sie es bringen kann.


    Man muss auch damit leben lernen, dass einige Dinge unerfüllt bleiben werden. Die Traurigkeit darüber kann man aber aushalten, sich mit der Situation versöhnen, nach vorne schauen und es für sich selbst besser machen.


    Seinem Therapeuten etwas zu verheimlichen ist eigentlich dumm. Wenn dir das Vertrauen zu ihm fehlt, fehlt eine sehr wichtige und für eine erfolgreiche Therapie notwendige Arbeitsgrundlage. Darüber solltest du dir Gedanken machen, um nicht verlorene Zeit mit deinem Therapeuten zu verbringen. Den Therapieerfolg brauchst nur du, der Therapeut braucht nur seine Stunden bezahlt.

    Ja, das ist schade. Du suchst väterliche Liebe von diesen Männern, weißt aber, dass Du nur Sex bekommen wirst und nimmst dann lieber den, als gar keine Zuwendung.


    Obwohl es auch homosexuelle Männer gibt, die das gesamte Paket liefern, samt Beziehung und Umsorgung.


    Mein homosexueller Onkel ist so einer, der verhätschelt junge Männer und lobt die ständig für irgendwelche tolle Dinge, die sie vollbracht haben und und und....ein ein Vater zum Sohne.


    Wenn du allerdings solche Männer suchst, dann findest du die nicht bei verheirateten Männern sondern bei den rein Homosexuellen.

    Guten Abend,


    vielen Dank allen für eure Meinungen & Ratschlägen. Frohe Feiertage euch.

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    Du bist zur Zeit in einer Psychotherapie? Dann solltest Du dir ein Herz fassen und dem Therapeuten das alles sagen.

    Ich bin nicht mehr in Therapie. Meine erste Therapie hat nun vor 2 Monaten geendet. Es war diese tiefenpsychologische Therapie bei einem Psychologen (Zeitraum kurzfristig https:// 25 Sitzungen) Habe das Thema verheimlicht, ich bin selber im Disput. Ich denke auch es war falsch von mir, denn der Therapeut hat gemerkt das ich mich nicht so ganz öffne und er tat sich dann und wann reichlich schwer einen Zugang in mein Innerstes zu finden.


    Immer wieder sind wir durch Hypnose- und Tranceähnlichen Situationen in meine Kindheit zurück und es war verdammt schwer. Alle die Emotionen und Bilder kamen wieder hoch. Von meinem Vater der jeden Tag blau war und auch gewalttätig gegenüber uns war.


    Die ganzen Nächte als ich ein 8 Jähriger Knirps war und nur durchgeheult habe wegen ihm.


    Es war eine sehr sehr schwierige Konstellation, aber vom Therapeuten als wichtig empfunden mich meiner Vergangenheit zu stellen.


    Ich habe dann öfters angemerkt wie wohl ich mich in Gegenwart älterer Männer fühle, wenn diese quasi als Vaterersatz mir gut zu sprechen. Habe da ältere Arbeitskollegen, Chefs, Bekannte die mir öfters das geben wozu mein Vater einfach nicht fähig war...


    Aber ich denke der nette Therapeut hat nicht ahnen können was ich noch so treibe...

    Zitat

    Man kann auch Beziehungen zu älteren Männern aufbauen, ohne zwangsläufig auf die sexuelle Ebene zu gelangen.

    Wie sieht denn so eine Beziehung aus und wie finde ich sie? Meinst du sowas in der Art wie ein "Ziehvater"?

    Zitat

    Deine Versuche, dir dich selbst zu erklären passen mMn allerdings noch nicht ganz.

    Das tut mir leid, ich verstehe mich selbst momentan nicht. Es ist in den letzten 2 Jahren der Therapie soviel passiert, habe viel Gewonnen aber auch verloren. Ich dachte mit der Diagnose Depressionen bekomme ich eine große Chance zurück mein Elend in die richtige Bahn zu bringen. Aber irgendwie ändert es nichts an dem Gedankenchaos was in meinem Kopf abgeht. Leider fällt es mir dann doch auch recht schwer klare Dinge einfach auf den Punkt zu bringen. :-|

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    "perfekte" Eltern sind ziemlich rar auf dieser Welt, d.h. es gibt sie eigentlich so gut wie gar nicht, was jedoch ein guter Versöhnungsansatz ist.

    Ich denke du hast mit dieser Aussage recht, so sah das auch mein Therapeut. Ich habe mehrmals meinen ganzen Mut zusammen genommen und meinen Vater konfrontiert, aber unsere Beziehung ist sehr schwierig. Ich bin früh von Zuhause raus, ich musste auch es war einfach nicht mehr auszuhalten. Mit 18 sagte ich mir: Raus hier ! Sofort !


    Seitdem streitet sich auch die ganze Familie darum wer wie wo Schuld an meinem psychischen Zustand ist (wobei ich momentan nicht suizid-gefährdet bin). Insgesamt weiss niemand von meinem Doppelleben außer ihr jetzt hier.

    Zitat

    Du suchst väterliche Liebe von diesen Männern, weißt aber, dass Du nur Sex bekommen wirst und nimmst dann lieber den, als gar keine Zuwendung.

    Das stimmt, komischerweise hat mein Therapeut auch mal ausgeschweift und das Thema Sex und Affären angesprochen weil bei ihm öfters Frauen sind die auch immer wieder Opfer von Affären werden. Er meinte diese Frauen haben ein kaputtes Selbstwertgefühl und gieren nach Zuwendung und Bestätigung. Er sagte einen vergebenen Mann zu erobern ist natürlich für vielerlei Frauen reizender und pushender für das Ego-Gefühl als einen Single rumzukriegen.


    Ich glaube ich habe dasselbe System. Bestätigung, Bestätigung und nochmals Bestätigung.

    Ich kann das schon sehr gut nachvollziehen, lieber TE (Farce nenne ich dich jetzt mal nicht, denn das bist du sicher nicht ^^). Ich kenne ähnliche Gefühle, allerdings sehe ich in manchen Menschen nicht einen Vater, den ich vermisst hätte, sondern Geschwister. Ich hätte mir immer Geschwister gewünscht, die mich beschützen und mit denen mich etwas verbindet. Vertrauenspersonen eben. Das waren meine Eltern nie für mich oder konnten es nicht sein. Ich bin Einzelkind.


    Ich denke jedoch, dass es nicht so gut ist, so eine Sache rein sexuell anzugehen. Ich meine, du kannst mit diesen Männern Sex haben - schließlich sind sie nicht dein Vater, sondern du siehst sie nur in manchen Aspekten in dieser Rolle. Der sexuelle Aspekt muss da nicht dazugehören zu den väterlichen (oder bei mir geschwisterlichen) Gefühlen. Allerdings bekommst du durch den Sex ja eben nicht wirklich das, was du suchst. Du suchst ja nach Nähe und Geborgenheit und deswegen wäre es vermutlich sinnvoller, eine freundschaftliche Beziehung zu solchen Männern anzustreben. Das gelingt dir vermutlich am Besten, indem du außerhalb des Internets und außerhalb von Bars in Vereinen o.ä. nach älteren Männern suchst, die dir freundschaftlich/väterlich begegnen.


    Sprich ruhig mit deiner Psychologin - sie wird es sicherlich verstehen :)* !


    Woher deine Depressionen kommen, weiß ich nicht, aber wenn du in diesen Männern etwas auf emotionaler Ebene suchst, aber nur ("auch" wäre ja nicht schlimm) Sexuelles zurückbekommst, kann das sicherlich dazu beitragen.

    Ich glaube, dir fehlt ganz stark einerseits bedingungsloses Vertrauen/sich öffnen können und andererseits Bestätigung, bzw. geht beides Hand in Hand. Bist du momentan in einer Beziehung und haben dir die damaligen nicht geholfen, dass es dir seelisch besser geht? Warum hast du dich in der Sache noch niemandem (außer uns) anvertraut (Stichwort enge Freunde)?

    Zitat

    Bist du momentan in einer Beziehung und haben dir die damaligen nicht geholfen, dass es dir seelisch besser geht?

    Nein ich bin seit 4 Jahren Single, eher unglücklich damit aber vor genau 3 Jahren bin ich in ein tiefes Loch gerutscht. Ich hatte auch die anfänglichen Symptome nicht wahrgenommen die darauf hindeuten wie unglücklich ich mit meiner Kindheit / Jugend war. Habe dann auch den Kavaliersfehler gemacht wie viele andere psychisch angeschlagenen Menschen: Verdrängen und so tun als ob alles in Ordnung ist. Seitdem wollte ich mich drauf konzentrieren mein Leben in einen Lage zu bringen wo ich weiss ich bin Fit und stabil genug für eine Beziehung.


    Bisher hatte ich "nur" 2 Beziehungen zu Mädels. Einmal 2 Jahre 16 - 18 und von 19 - 20 knapp 8 Monate. Es waren wirklich Gefühle dahinter: Liebe. Sowas kann ich einem Mann gegenüber wohl nicht aufbringen. Zumindest war noch nie dieses Gefühl vorhanden. Ich hatte auch nie das Gefühl in den Beziehungen Geborgenheit zu bekommen. Es fühlte sich eher an als ob ich nur zur Ergänzung der Mädels und deren Leben beitrage. Eine starke Schulter zum Anlehnen dafür war ich gut.


    Jetzt bin ich selber nicht mehr stark und mir fehlt die Schulter zum anlehnen. Vielleicht habe ich auch einfach keine richtige Beziehung bisher geführt wenn ich mal so genau nachdenke. Momentan ergeben sich zwar einige Dates mit Mädels, enden aber oft im One-Night-Stand oder auch in einer Affäre.

    Zitat

    Obwohl es auch homosexuelle Männer gibt, die das gesamte Paket liefern, samt Beziehung und Umsorgung.

    Es mag absurd klingen aber eine Beziehung ohne Liebe (die ich nicht aufbringen kann warum auch immer) ist für mich kein Thema. Rein homosexuelle Männer sind für mich ohnehin sehr unreizend. Nicht abwertend gemeint, aber die meisten sind mir zu verweichlicht / unmännlich. Ich stehe auf gestandene Kerle, Männer die selbstbewusst sind, wissen was sie wollen. Die anpacken bei Probleme und wissen wo es lang geht. Und keine sektschlürfenden Schwätzer die sich ständig Sorgen machen über Shopping, Aerobic Kurse und Fashion - nicht meine Welt. (obwohl ich nebenberuflich als Fitness-Model arbeite und Werbung für Trainingsklamotten mache)

    Zitat

    Warum hast du dich in der Sache noch niemandem (außer uns) anvertraut (Stichwort enge Freunde)?

    Ich hatte bisher mich vereinzelt ein paar Freunden geöffnet was meine Diagnose betrifft und die Reaktionen waren sehr nüchtern bis hysterisch. Die Mädels waren eher offener und brachten mehr Einfühlungsvermögen in die Sache, boten mir an wenns mir schlecht geht soll ich anrufen oder vorbei kommen. Bei Jungs ist das eher schwieriger, ich bin zwar nicht auf Ablehnung meiner Krankheit gestoßen aber ich spürte schnell das die meisten nicht wussten wie Sie mit der Situation umgehen sollten.


    Es passiert auch nicht alle Tage das einer aus der Gruppe herausspringt und sagt: Hallo ich habe Depressionen.


    Habe auch sehr schnell gemerkt das viele Menschen gar keinen realen Bezug zu Psychosen / psyischen Krankheiten haben. Die meisten sind sehr verdutzt weil heute medial alles überspitzt und überdramatisiert wird. Tenor: Wer heute nicht versucht hat sich von der Brücke zu werfen und den ganzen Tag emotionslos im Bett verwahrlost, der könne gar nicht Depressionen haben.


    Wie soll ich dann bitte den Jungs erzählen das ich zweigleisig rumvögel? Da gibt es eh momentan eine ganz schwierige Situation, wovon ein guter Freund betroffen ist... :-(


    Habe eine Selbsthilfegruppe regelmäßig besucht und verblüffenderweise haben auch alle diesselben Erfahrung gemacht.


    Auch hier riet mir jeder: Such dir gut aus wem du dich öffnest, einmal getan gibts keinen Schritt mehr zurück.


    Hinzukommt das einige Freunde beim selben Arbeitgeber sind, ich befürchte berufliche Benachteiligung sollte sich das rumsprechen das ich Depressionen habe. Ich arbeite in einem großen deutschen Konzern, wie das in den großen Betrieben mit den dünnen Bürowänden und Gang-Gesprächen auch immer ist: Alles spricht sich irgendwann rum. Was hab ich schon alles auf Umwege mitbekommen, Personalien, Krankengeschichten, Mobbing-Gerichts-Prozess. Aber hallo... in den Topf möchte ich nicht rein.


    Zumal ich beruflich eine Weiterbildung anstrebe die sehr begehrt ist und nur pro Jahr 2 Personen genommen werden (aus einem Pool von hunderten potentiellen Jungmitarbeiter)


    Mit meinen Eltern wie gesagt sehr schwierig. Mein Vater streitet alles ab. Wenn er wenigstens ein wenig Einsicht hätte dann könnte man sich "versöhnen" aber dazu fehlt seine Bereitscheift und mir die nervliche Kraft da weiter dran rumzuschrauben.

    Du schreibst relativ klar, trotzdem bringst du einiges durcheinander. Sex mit Männern, wird weder deinen Vaterkonflikt lösen, noch alte Geborgenheitsdefizite ausgleichen. On Top hast du mit Depression zu tun. Ich würde den Blick mehr nach vorne richten. Definiere Ziele für dich und überlege, was zu tun ist, um diese zu erreichen.


    Den Vaterkonflikt wirst du nicht von heute auf morgen lösen können, brauchst du auch gar nicht, denn der relativiert sich nämlich i.d.R. mit den Jahren. Der Kampf um etwas, was dein Vater nicht "liefern" kann, ist vergebliche Liebesmüh. Investiere deine Energie in DEIN Leben, deinen Vater wirst du nicht umkrempeln, dazu scheint die Situation, so wie du schreibst, eh noch viel zu verkorkst.

    @ Farce

    Zitat

    Mit 18 sagte ich mir: Raus hier ! Sofort !

    Das war auch gut so.


    Wie alt bist du eigentlich?

    Zitat

    Jetzt bin ich selber nicht mehr stark und mir fehlt die Schulter zum anlehnen.

    :°( :°_ :)_

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    Nicht abwertend gemeint, aber die meisten sind mir zu verweichlicht / unmännlich. Ich stehe auf gestandene Kerle, Männer die selbstbewusst sind, wissen was sie wollen. Die anpacken bei Probleme und wissen wo es lang geht. Und keine sektschlürfenden Schwätzer die sich ständig Sorgen machen über Shopping, Aerobic Kurse und Fashion

    ej, das gehört zusammen. aerobic mache ich nie - ich mag das rumgehopse nicht. aber fashion ist wichtig ... und sekt erst recht.


    und ja, wir packen dinge an, wenn wir das für nötig halten - heteros machen das ja doch nur, wenn ihre frauen oder freundinnen es ihnen sagen. so, genug klischee-isiert. ;-D

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    Bei Jungs ist das eher schwieriger, ich bin zwar nicht auf Ablehnung meiner Krankheit gestoßen aber ich spürte schnell das die meisten nicht wussten wie Sie mit der Situation umgehen sollten.

    Das kann ich nur bestätigen ... aber ich kann das auch nachvollziehen, denn das ist ja auch alles andere als leicht, oder? Versetz dich mal in deren Situation.

    Zitat

    Wie soll ich dann bitte den Jungs erzählen das ich zweigleisig rumvögel? Da gibt es eh momentan eine ganz schwierige Situation, wovon ein guter Freund betroffen ist... :-(

    öhmmm, wenn du es erzählen willst, raus da mit. Wenn du es nicht erzählen willst, was soll dann die Andeutung?

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    Aber hallo... in den Topf möchte ich nicht rein.

    Getratscht wird so oder so - aus dem Topf kommst du nicht raus. Das schafft niemand. Was man aber lernen kann, ist darüber zu stehen - so ein bisschen, wie die ärzte es empfehlen: Lasse reden.

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    Wenn er wenigstens ein wenig Einsicht hätte dann könnte man sich "versöhnen" aber dazu fehlt seine Bereitscheift und mir die nervliche Kraft da weiter dran rumzuschrauben.

    Ja, lass das sein - das ist auch ziemlich vergeblich. Andere Leute ändern wollen, kostet in der Regel nur unnötig viel Energie ... und man hat eh nicht unter Kontrolle, ob sie sich ändern. Seine eigene Einstellung zu dem Thema ändern ist in der Regel zielführender. Es ist auch besser, wenn man sein eigenes Glück nicht von anderen abhängig macht.

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    Wie soll ich dann bitte den Jungs erzählen das ich zweigleisig rumvögel? Da gibt es eh momentan eine ganz schwierige Situation, wovon ein guter Freund betroffen ist... :-(

    Zitat

    öhmmm, wenn du es erzählen willst, raus da mit. Wenn du es nicht erzählen willst, was soll dann die Andeutung?

    Weil ich befürchte ich kriege gleich Schelte mit der Moralkeule von euch. Aber nun gut.. ich hatte eine sexuelle Affäre mit dem Vater des sehr guten Freundes... !!


    Ich kenne meinen Freund und seine Familie schon seit den Kindheitstagen, und besonders auf seinen Vater war ich immer neidisch gewesen. Er ist sehr erfolgreich, vermögend, [...] war sich immer um seinen Sohn bemüht und sah auch sehr gut aus: männlich, markant, sportlich, [...]. Auch andere Freundeskinder hat er immer offen und barmherzig empfangen. Für mich damals Balsam für meine Welt ohne Vaterliebe.


    Er war so gütig gewesen. Aber dann...


    Vor gut 7 Monaten [...] bot [er] mir dann noch an eine Kleinigkeit in einer Bar was trinken zu gehen, denn mein Zug kam ca. 2 Stunden später und es war schon abends und kalt draußen.


    Ich gehe gerne mal auf einen Absacker weg und er bot mir ohne weiteres an mich auf ein, zwei Trinks einzuladen. Ich hatte mir nichts dabei gedacht, verstand das auch rein "freundschaftlich". Einfach ein schlichter Abend ausklingen lassen und ein nettes Männergespräch führen.


    In der Bar angekommen dann merkte ich dann doch recht schnell, womöglich auch durch den Einfluss des Alkohols, wie er sehr musternd mich begutachtete. Mir war etwas komisch denn ich verstand die Geste zuerst nicht so richtig. Er fing dann an mir Komplimente zu machen, [...]. Ich war sehr verlegen, mir schmeicheln natürlich Komplimente sehr, auch weil ich viel Arbeit und Sport darin investiert habe. |-o


    Er meinte dann gleich: Es müsse mir absolut nichts peinlich sein, so ein attrakriver junger Kerl wie ich verdiene doch ein paar ehrliche Meinungen. [...]


    Oh Gott... mein Herz pocht gerade wenn ich das schreibe.


    Das Gespräch verlief dann so weiter, der Alkohol floss vor sich hin, ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Ich weiss noch wie er seinen Arm um mich legte und mir tief in die Augen sah. Dann flüsterte er mir in mein Ohr, das er gesehen habe das ich auf Planetromeo angemeldet sei und ich ihm nicht mehr aus dem Kopf gehe. Irgendwo in meinem ertrunkenem Kopf hörte ich noch mein Gewissen... Tu es nicht !!


    Aber er war so ein toller Mann: optisch / mental... die Versuchung war zu groß und wir sind in ein Hotel...


    Am nächsten morgen bin ich mit einem sehr großen Schädelweh aufgewacht, mein Hintern tat mir weh, ich habe meine Sachen zusammen geschmissen in einen Koffer und bin fluchtartig aus dem Hotel gestürmt. Auf dem Weg zum Bahnhof sind mir soviele Bilder hochgekommen. Ich nahm den frühstmöglichsten Zug und bin los [...].


    Hatte dann zuerst gedacht es wäre was einmaliges, ein Art Ausrutscher. Aber er schrieb mir noch am Folgetag zurück, er muss weiter an mich denken, ich solle keine Angst haben was passiert ist - es würde niemand erfahren. Ich war ein wenig beruhigt. Wir haben viel geschrieben, sehr viel über privates, über mich, über Ihn. Es war... wie soll ich sagen eine Vater-Sohn-Beziehung - es fühlte sich so an... er hat mir soviel Tipps gegeben über alles so was Man(n) sich so einen Kopf macht... Freunde, Frauen, Studium, Hobbies...


    Immer wieder wollte er mich sehen, und ich hab es einfach gemacht. Es war freiwillig, ich genoss die Momente.


    Jetzt dann 6 Monate später, und viele Treffen später, Ich kann nicht so tun als ob da nix passiert ist, jedes mal wenn ich meinen Freund sehe dann kommen die Bilder und der Sex mit seinem Vater auf.


    Seitdem kamen sehr viele Nachrichten von ihm, er muss immer wieder an mich denken, der Sex wäre so gut. Wenn es für mich nicht reichen sollte, das er das Versteckspiel mit mir treibt, dann würde er auch seine Familie für mich aufgeben. Er hat mir Pläne geschickt wie wir zu 2 in der Art durchbrennen. Er wäre reich genug mich finanziell auszuhalten...


    Mir ist so schlecht geworden, ich glaube ich habe eine Familie zerstört... :°(


    Habe seit 7 Tage zu seinen fanatischen Ideen nicht mehr geäußert.


    Mein Kopf sagt das, mein Bauch das andere. Ich weiss nicht was ich tun soll.


    Ich will nichts kaputt machen, wenn das rauskommt was da passiert ist dann verliere ich alles. Ihm der mir die Geborgenheit gab, seinen Sohn mit dem ich gut befreundet bin, und mein Gewissen das ich eine ganze Familie zerstört habe.


    [...]




    (Beitrag anonymisiert.)

    Überlegst du eigentlich immer erst hinterher bei dem was du tust? Wenn ich mir deinen Fadenstart betrachte, fehlt mir ehrlich gesagt etwas die Linie, nämlich deine Linie. Mit obigen Beitrag generierst du geradezu zum Erzählonkel. Inwiefern gehört diese Indiskretion zu deinem Problem? Mit ein paar Mausklicks ist bald jeder auf deinem GR-Profil und der hoch angesehene Mr. Traumvater wird bald die ersten Blicke hinter sich spüren. Mehr Konzentration und mehr Diskretion kann ich nur anraten. Klatsch und Tratsch ist nämlich die Profession von "Tunten", die du ja wohlweislich verschmähst. Für meinen Geschmack schießt dein Mitteilungsbedürfnis über das Ziel hinaus, welches du hoffentlich noch nicht aus den Augen verloren hast.

    kann dem Evoluzzer nur zustimmen: der Satz "ich hatte eine sexuelle Affäre mit dem Vater des sehr guten Freundes" hätte völlig gereicht, um (a) meine Rückfrage zu beantworten und (b) zu wissen, dass das mit dem von dir gesetzten Thema im Grunde nichts zu tun hat und deine Andeutung eigentlich nur ein äquivalent zum gemeinhin bekannten Clickbaiting war ... aus welchem Grund auch immer.