• Vaterkomplex als Junge?!

    Hallo, ich hab leider niemanden dem ich das aus dem privaten Umfeld anvertrauen mag, ich bin auch ehrlich und habe das meinem Therapeuten verheimlicht. Ich denke ich bin bisexuell, ich weiss auch es gibt ein Hetero, Bi, Homo Unterforum aber meine Frage geht eher in die psychologische Richtung. Ich hatte bisher immer Beziehungen zu Mädels, auch sexuell.…
  • 35 Antworten

    @ olimo

    Zitat

    Die Zahl junger Männer, die sich zu weit aus älteren Männern hingezogen fühlen ist größer als man denkt.

    Ja, das stimmt. Hat aber mit dem hier beschriebenen Fall nichts zu tun. Es ist ja nicht so, dass Farce Sex mit älteren Männern hat und das genießt. Es klingt eher so, dass Farce Sex mit älteren Männern hat, obwohl er das im Grunde nicht will. Weil sich der Glaubenssatz in ihm festgesetzt hat, dass man die Zuneigung älterer Männer mit Sex bezahlen muss - Farce, bitte korrigier das gern, wenn mein Eindruck falsch ist. Wenn mein Eindruck richtig ist, lass mich wiederholen, dass man sich Zuneigung nicht erkaufen kann, auch nicht mit Sex.

    @ Farce

    Zitat

    Das weiss ich auch das so gut wie keiner die perfekten Eltern hatte, nebenbei gibt es sowas überhaupt? Denke eher nicht.

    Nein, aber irgendwann haben die meisten ihren Eltern verziehen oder entschieden, dass sie selbst ihren Weg gehen - egal was ihre Eltern davon halten.

    Zitat

    Mein Therapeut sagte zu mir: Mein Junge trenn dich von deiner Kindheit und lass los du hast was im Leben erreicht und bist alt genug deinen Weg zu gehen.

    Da hat er sehr Recht. Es ist dein Leben - mach was draus.

    Zitat

    Wie m a r v i n geschrieben hat, ich werde trotzdem schwach wenn es passiert. Ich kann es bewusst nicht mehr ändern, mein Unterbewusstsein kontrolliert mein Handeln.

    Na ja, das bedeutet ja trotzdem, dass du es zulässt. Du willst schwach werden. Aber warum?


    Wann gehst du zurück zu einer Therapie?

    @ Marvin

    Mir ist nicht ganz klar, was Farce eigentlich will. Deine Interpretation könnte aber bei genauer Analyse, besonders seiner folgenden Texte, eher zutreffen.

    Zitat

    Ich denke ich bin bisexuell

    schreibt er zwar schon gleich zu Anfang, Daddies würden ihn reizen, was reizt ihn, auch das Sexuelle?

    Zitat

    das (dass) ich Sex hinnehme für Zuneigung älterer Männer?


    Leider kriegen mich manche einfach rum, das schlechte Gewissen habe ich immer hinterher.

    Hier widerlegt er doch seine bisexuellen Vermutungen. Er schließt auch ein Verliebtsein zu einem älteren Mann aus, kein Gefühl wie es bei seinen Mädels war, schreibt er.


    Nun ist er aber auch noch in die "Fänge" des Vaters seines guten Freundes geraten und diese "Beziehung" scheint ja auch noch unter Feuer zu stehen, wenn der letzte Kontakt gerade mal 7 Tage zurückliegt. Mir scheint, dass seine eigene Seele hier Schaden nimmt, wenn das andauern sollte.


    Da hilft nur, sich Rat beim Fachmann zu holen. Ein guter Therapeut könnte der Sache sicher näher kommen.

    @ olimo

    Die Wahrscheinlichkeit für Co-Abhängigkeit mit einem alkoholkranken Elternteil ist hoch. Deshalb hilft es Farce nicht wenn hier jemand Rat gibt, der nicht auf seine spezielle Situation eingeht, die er ja in all ihrer Zerissenheit beschreibt, sondern erzählt das Beziehungen mit großem Altersunterschied gut funktionieren können. Im Gegenteil. Das machts noch schlimmer, weil eine der Grundproblematiken in so einem Fall ist, dass das Vertrauen in die eigenen Gefühle in der Kindheit abtrainiert wurde indem erzählt wurde wie man zu fühlen hätte. Für jemanden wie Farce ist das "natürliche" ( weil zum überleben antrainierte) Verhalten anderen zu glauben wie er sich zu fühlen hätte. So kriegen in seine Daddys und so redet jeder, der ihm was erzählt hat wie Du in Deinem ersten Beitrag weiter ein, das alles ganz normal ist obwohl farces Gefühlswelt sagt: stimmt nicht. Jeder Kommentar wie Deiner zementiert bei ihm alte falsch erlernte Strukturen.


    Da er im realen Leben - gerade von Menschen die nichts über seine Umstände wissen - sowieso schon immer gesagt bekommt das Sex zwischen alt und jung normal ist - ist die Versuchung mit seinem Mindset gegen seine Gefühlswelt anzuleben sehr stark, weil vertraut. Aber es hilft ihm halt nicht. Überhaupt nicht. Es macht ihn innerlich kaputt.


    Beispielartikel


    http://www.t-online.de/eltern/…die-co-abhaengigkeit.html


    Farce, es nutzt nichts: Es geht um Dich! Wenn Du nicht enden willst wie Dein Vater, ergründe warum Du Dich nach dem Sex mies fühlst und hör auf Deine Verantwortung für Dich selbst an andere abzuschieben. Die können Dir nicht sagen was Du fühlst. Du hast schon viel erkannt. Es ist nicht einfach Verhaltensmuster zu durchbrechen. Nur wenn Du es nicht tust bist der einzige der darunter leidet Du. Keiner sonst.


    Zeit für Dich zu kämpfen! Packs an!

    @ NotMichaelCaine

    Das ist natürlich das letzte, was ich hier wollte, falsche Ratschläge zu geben. Du scheinst Dich in der Phsychologie besser auszukennen.

    Zitat

    Das machts noch schlimmer, weil eine der Grundproblematiken in so einem Fall ist, dass das Vertrauen in die eigenen Gefühle in der Kindheit abtrainiert wurde indem erzählt wurde wie man zu fühlen hätte.

    Erstaunlich so eine Erkenntnis, als ob Du nebendran gestanden hättest.


    Ich bin Laie und frage mich gerade, ob man als solcher hier in diesem Forum überhaupt was verloren hat, wenn so komplexe Dinge diskutiert werden, zumal ich gerade reingeschaut habe, wieviele Fäden der TE parallel noch hier eingestellt hat, von denen ich nur die Überschriften gelesen habe.


    Da muss ich passen und verweise erneut auf die Fachleute.

    Zitat

    Erstaunlich so eine Erkenntnis, als ob Du nebendran gestanden hättest.

    Been there - done that. ;-)

    Zitat

    Ich bin Laie und frage mich gerade, ob man als solcher hier in diesem Forum überhaupt was verloren hat, wenn so komplexe Dinge diskutiert werden, zumal ich gerade reingeschaut habe, wieviele Fäden der TE parallel noch hier eingestellt hat, von denen ich nur die Überschriften gelesen habe.

    Ich wollte Dich nicht direkt entmutigen (Du warst ja auch nicht der Einzige der so argumentiert hat ), sondern etwas wachrütteln. Psychologie ist ein merkwürdiges Fachgebiet weil wir alle irgendwie das Gefühl haben das wir zumindest Teile davon beherrschen. So schwierig ist da ja schliesslich nicht - jeder hat ja eine Psyche ;-). (überspitzt gesagt)


    Das verleitet dann oft dazu nicht sooo genau hinzuschaun sondern ein Stichwort aufzunehmen und aus eigener Erfahrung zu antworten. Das muss nicht immer zwangsläufig falsch sein und kann manchmal auch andere Perspektiven bringen, die dem Betroffenen helfen. Manchmal kanns eben auch nach hinten los gehen. Deshalb wäre aus meiner Sicht gerade in diesem Unterforum einfach ein deutliches Lesen und wirklich überlegen: kann ich mich da rein versetzen oder kann ich nur mit einem eh schon bekannten Gemeinplatz antworten? sehr angebracht. Das ist einfach ähnlich wie wenn jemand im Haut Unterforum von einem Ekzem schreibt und einer antwortet: Ah ich hatte auch mal einen Pickel! Da wirst Du auch schnell ein paar Spezialisten finden, die darauf hinweisen, dass Ekzeme keine Pickel sind und so weiter.


    Vor allem wollte ich auch Farce demonstrieren, wie er selbst solche Ratschläge und Situationen zukünftig für sich innerlich in Relation setzen könnte, um "normalen Meinungen" die eben auf einer "normalen Kindheit" beruhen nicht mehr unreflektiert zu übernehmen bis er selber ein gesundes Abgrenzungsverhalten gelernt hat, das ihm ermöglicht seine eigenen Interessen wirklich zu schützen und auszudrücken. Sowas läuft therapeutisch nur über Bewusstmachen und umlernen, was ein Forum nicht leisten kann. Das ist halt leider die Krux wenns gründlich schief gegangen ist.


    Auf der positiven Seite haben viele die eine so belastete Kindheit hatten und früh ein hohes Maß an emotionaler Empathie erlernen mussten, um das zu überleben, später, wenn sie erst mal auf gesunden Füssen steht und ergänzt um kognitive Empathie, deutliche Vorteile im gesamten zwischenmenschlichen Bereich (und dadurch zwangsläufig auch beruflich). Viele die sich der Aufarbeitung stellen und das geregelt bekommen, liegen in ihrem Verständnis von zwischenmenschliche Zusammenhänge deutlich über dem Durchschnitt und haben es später deutlich leichter. Interessant dazu ist die sog. Grant Study- eine der ersten psychologischen Langzeitstudien überhaupt.


    Ja, Farce, diese Chance aus dem vergangenen Leid großen Vorteil zu ziehn ist drin, wenn Du jetzt aus der "Ich kann nicht anders" Ecke kommst und Dich in Richtung "Ich kann und will gestalten" aufmachst.

    Zitat

    Meine erste Therapie hat nun vor 2 Monaten geendet. Es war diese tiefenpsychologische Therapie bei einem Psychologen (Zeitraum kurzfristig https:// 25 Sitzungen) Habe das Thema verheimlicht, ich bin selber im Disput. Ich denke auch es war falsch von mir, denn der Therapeut hat gemerkt das ich mich nicht so ganz öffne und er tat sich dann und wann reichlich schwer einen Zugang in mein Innerstes zu finden.

    Laut Wikipedia werden dabei etwa 50 Stunden Therapie angesetzt. Es hätte meinem Verständnis noch mehr "bearbeitet" werden können.


    Wenn der Therapeut merkte, dass Du Dich nicht öffnest, liegt bei mir der Gedanke an einen Abbruch nahe. ":/


    Eigentlich sind die wieder hochgekommenen Erinnerungen, Emotionen und Bilder noch sehr "frisch" und es werden vermutlich manchmal wieder welche auftauchen. Es wäre demnach meinem Verständnis sinnvoll, wenn Du Dir selbst angemessen Zeit einräumst, das Ganze erst einmal sacken zu lassen, Dich um Dich und Dein Gefühlsmanagement zu sorgen.

    Zitat

    Mit 18 sagte ich mir: Raus hier ! Sofort !


    Seitdem streitet sich auch die ganze Familie darum wer wie wo Schuld an meinem psychischen Zustand ist

    Die "alte" Dynamik wirst Du kaum ändern können und so lange die aufrecht erhalten wird, bleiben die darin verwickelten Mitglieder in ihren "Rollen" fest verankert. Wenn es nur darum geht, "Schuld" zu verteilen und anderen zuzuschieben, findet sich diejenige Person, die sich ihrem Anteil an der Aufrechterhaltung des Streits stellen möchte, bei den anderen schnell in der Rolle des "Sündenbocks" (wieder).

    Zitat

    Es mag absurd klingen aber eine Beziehung ohne Liebe (die ich nicht aufbringen kann warum auch immer) ist für mich kein Thema.

    Du musstest mit 8 Jahren gewiss Gefühle abweisen, zurückstellen, verdrängen - und vermutlich kommst Du da ohne professionelle Hilfe/Therapie auch nicht selber ran.