Das hier

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    Und klar solltest du gerade ihre "Allüren" ernst nehmen, denn hinter diesen verbirgt sich womöglich auch ein ernster Hintergrund. Sie legt ja nicht ohne Grund regelmäßig das Verhalten an den Tag, was du hier kritisierst. Und wenn sie ständig übertrieben nach Aufmerksamkeit "schreit" zeigt das eigentlich, dass in der Erziehung irgendwas schief gelaufen sein muss. Gut, du bist immerhin zur Erziehungsberatung gegangen, aber das war wahrscheinlich schon zu spät.

    finde ich nicht in Ordnung. Die gute, alte Mutti-ist-an-allem-Schuld-Keule, hm?


    Wenn die Tochter der TE nur halb so allürenbehaftet ist wie meine, dann muss da nicht zwangsläufig "was schiefgelaufen" sein - es gibt junge Menschen, die sind einfach so, siehe hier:

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    Denn wie gesagt, ein Splitter im Zeh erfordert einen Verband und ein 30-minütigges Beruhigungsgespräch. Das war mit 2 jahren so und ist es auch heute noch.

    Meine verhielt und verhält sich, wie gesagt, sehr ähnlich, über den Splitter musste ich echt lachen, weil mir das so verdammt bekannt vorkam.


    Und ja, wenn ich meine Tochter dann ab und zu mal zurechtrücke und sage, ist gut jetzt, La Bohème ist für heute beendet, reiß dich mal zusammen, dann heißt das keinesfalls, dass ich ihr nötige Aufmerksamkeit verwehre. Keinesfalls!


    Das heißt nur, dass ich sie ab und zu aus ihren Teenagerdramen in die echte Welt zurückhole. Zum Erwachsenwerden gehört auch, dass ein stets um sich selbst kreisender junger Mensch anfängt, sein Augenmerk auf andere, genauso wichtige Menschen zu richten.


    Und was den Therapiebedarf anbelangt, sehe ich das ähnlich wie Audrey Tattoo:

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    Ich habe das auch nicht überlesen, sehe das aber mehr im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach Aufmerksamkeit und als eine weitere, für sie willkommene Gelegenheit, ihrem von der Mutter gut beschriebenen Geltungsdrang ein Ventil zu verschaffen. So glaube ich auch nicht an den massiven Leidensdruck, der würde sich noch anders darstellen.

    Das Kind erbringt vernünftige Leistungen in der Schule, nimmt keine Drogen, verletzt sich nicht selbst, ist nicht magersüchtig und hat nach allem, was ich hier lese, offensichtlich ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zur Mutter, die sich auch gedanken macht. Darüberhinaus ist ja auch eine Erziehungsberatung im Spiel. Ich denke, das sollte reichen.

    Parvati


    Ich möchte hier die -vor allem letzten - Beiträge der TE/3grazien und gauloise bedingungslos unterschreiben.


    Man mag diesen Kommentar vielleicht als überflüssig ansehen, aber ich betrachte ihn als wichtig zur Unterstützung für 3grazien. Denn, eine derartige Meinung wie die Deine ist nicht nur (offenbar) diesen Beiden schon aus anderen Ecken bekannt, sondern auch mir. Ich kann mich nämlich auch einreihen - sehr viel von dem was hier erzählt wird ist mir selbst auch nicht unbekannt.


    Kinder entwickeln sich nicht ausschließlich über die Erziehung, Aufmerksamkeit die sie bekommen (oder nicht) etc.. Es spielen sehr viel mehr Faktoren mit rein. Kein Elternteil hat die vollkommene Kontrolle über die Entwicklung (s)eines Kindes.


    Wäre, aus einem anderen Blickwinkel ja auch wiederum schlimm....

    @ PradaTeufel

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    Was aber natürlich auch (und ich denke so hast du es gemeint, richtig?) an einer anderen Bezugsperson als der Mama liegen kann... *klugscheisserModusaus*

    Genau. Wir wissen auch nicht, welche Rolle der Vater in der ganzen Geschichte spielt. Irgendwie wurde über ihn kein Wort verloren. Oder hab ich was überlesen? Aber gut, ist jetzt eh nicht mehr wichtig...

    @ gauliose

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    finde ich nicht in Ordnung. Die gute, alte Mutti-ist-an-allem-Schuld-Keule, hm?

    Weder habe ich geschrieben, dass die Mutter Schuld an irgendwas ist, noch habe ich das gedacht. Schuldzuweisungen helfen in dem Fall eh keinem weiter.

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    es gibt junge Menschen, die sind einfach so

    Menschen entwickeln sich und sind ein Produkt ihrer Gene und äußeren Einflüsse. Da macht man es sich zu leicht, wenn man behauptet, dass Kind ist halt ebenen so wie es ist.

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    Und ja, wenn ich meine Tochter dann ab und zu mal zurechtrücke und sage, ist gut jetzt, La Bohème ist für heute beendet, reiß dich mal zusammen, dann heißt das keinesfalls, dass ich ihr nötige Aufmerksamkeit verwehre. Keinesfalls!

    Klar, schenkt man dem Kind erst mal Aufmerksamkeit, wenn man sagt "Reiß dich mal zusamen", "Stell dich nicht so an", "Hör auf zu heulen.", "La Bohème ist vorbei" usw. Aber das ist manchmal nicht die Art Aufmerksamkeit die ein Kind wirklich braucht. Denn manche Kinder spüren, dass ihre Gefühle durch solche Sprüche nicht ernst genommen werden. Und Kinder wollen ernst genommen werden und sie wollen auch Aufmerksamkeit, auch, wenn sie vielleicht mal übertreiben (aber manchmal eben nicht wissen, dass sie es tun). Ein Kind muss ja auch erst mal lernen die eigenen Gefühle (Ängste, Trauer, Wut etc.) einzuordnen. Es muss erst lernen, wann welches Verhalten angebracht ist und wann nicht. Lernen, wann es genug ist, nach Aufmerksamkeit zu hecheln oder ob es wirklich notwendig ist, bei einem kleinen Splitter im Finger so zu heulen, als wäre der Finger durch die Brotmaschiene amputiert worden.


    Was ich damit sagen will: Das Kind ernst nehmen indem man es eim angemessen Maß tröstet und wenn das nicht hilft, einfach mal Fragen, warum es z.B. wegen dem Splitter im Finger so übermäßig traurig ist. Aber das Verhalten mit z.B. einem "Reiß dich mal zusammen" oder ähnlichem Spruch abzubügeln, ist nicht immer hilfreich.

    @ Isabell

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    Kinder entwickeln sich nicht ausschließlich über die Erziehung, Aufmerksamkeit die sie bekommen (oder nicht) etc.. Es spielen sehr viel mehr Faktoren mit rein. Kein Elternteil hat die vollkommene Kontrolle über die Entwicklung (s)eines Kindes.

    Da hast du natürlich Recht.

    Parvati

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    Und Kinder wollen ernst genommen werden und sie wollen auch Aufmerksamkeit, auch, wenn sie vielleicht mal übertreiben (aber manchmal eben nicht wissen, dass sie es tun). Ein Kind muss ja auch erst mal lernen die eigenen Gefühle (Ängste, Trauer, Wut etc.) einzuordnen. Es muss erst lernen, wann welches Verhalten angebracht ist und wann nicht. Lernen, wann es genug ist, nach Aufmerksamkeit zu hecheln oder ob es wirklich notwendig ist, bei einem kleinen Splitter im Finger so zu heulen, als wäre der Finger durch die Brotmaschiene amputiert worden.

    Es geht hier aber um fast erwachsene "Kinder" und nicht um 5-jährige. Und auf diese fast erwachsenen "Kinder" wird sich hier - auch von gauloise - bezogen.


    Natürlich verhält man sich einem Kleinkind gegenüber anders als einem fast Erwachsenen.


    Wie Du selbst sagst: Ein Kind muß lernen wann es genug ist nach Aufmerksamkeit zu hecheln etc.. Das sollte mit 17 aber schon abgeschlossen sein. Oder soll man eine 17-jährige weiterhin so betüddeln wie eine 5-jährige, sie aber andererseits altersentsprechend wie eine Erwachsene behandeln?