Verschiedene Charakter erkennen/analysieren

    Hi,

    ich bin sehr gerne eine Menschen Beobachterin. Ich frag mich, aber dann immer was für ein Charakter dahinter steckt.


    Z.B wenn jemand laut stampfen durch die Wohnung läuft egal welche Uhrzeit, was ich niemals machen würde weil ich das unhöflich finde, was sagt das über die Person und Charakter aus? Oder ist das ein Zeichen des Extrovertiert sein? Oder ist das einfach einen gleichgültig auch wenn alle noch schlafen?


    Oder wenn man als einzige wach ist während alle schlafen, laut zu sein und alles in normaler Lautstärke zu tun als ob es schon Nachmittag wäre? So nach dem Motto: "Ich bin jetzt wach! Also müssen die anderen auch wach werden!". Kennen diese Leute nicht respektvoll zu sein?


    Oder mir ist aufgefallen, dass viele sehr oft Geschichten immer wieder erzählen obwohl man sie schon über tausendmal gehört hat und die Person weiß das auch auf jeden Fall, weil man sie drauf anspricht. Und immer wieder amüsiert man sie sich über diese Geschichten. Und ich rede nicht von älteren Leuten. Dieses immer wiederholen, heißt das dass die Leute sich bestätigt fühlen möchten dass das Erlebnis wirklich so toll war wie erlebt?


    Oder wenn man zum Essen am Tisch sitzt und andere Familienmitglied für dich entscheiden ob du noch ein Nachlag möchtest und schwups ist etwas auf dem Teller. Ohne das man zu Wort kommt. Oder es wird speziell auf dein Essverhalten oder Teller gekuckt und so bald man langsamer isst oder der Teller leer ist, wird gleich darauf hingewiesen, dass man sich doch bedienen soll und den letzten Rest noch essen soll. Zählt das nur zur Gastfreundschaft oder ist dieses entscheiden für andere eine Bestätigung dass das Essen gut schmeckt oder man sich Mühe gemacht hat?


    Das sind nur einige Beispiele die mir so aufgefallen sind. Da Frage ich mich immer, was für ein Chatakterzug sich dahinter verbirgt. Habt ihr das mal auch bemerkt und euch gefragt, warum die Leute so sind wie sie sind und so reagieren?


    Was meint ihr? *:)

  • 101 Antworten

    Wer laut stampfend durch die Wohnung rennt macht das nicht absichtlich.

    Meist sind es Schwergewichte mit schlechteren Ohren.

    Menschen die ein und dieselbe Geschichte immer wieder erzählen fühlen sich einfach wohl dabei. Sie erleben diese Geschichte gedanklich noch einmal.

    Bestätigung dass da was tolles erlebt wird scheint mir nicht der Grund zu sein.

    Dass mit der Aufforderung noch was zu nehmen rührt meist daher dass der Gastgeber möchte dass die Schüsseln leer werden, damit man nichts wegwerfen muss, bzw. am anderen Tag neu kochen kann. War zumindest bei meiner Mutter so,

    Die hatte einfach keinen Bock die letzten zwei Kartoffeln aufzuheben und deshalb wurde jeder am Tisch genötigt noch mal zuzugreifen.

    Du interpretierst meiner Meinung nach zu viel in diese Dinge hinein,

    Menschen die so verfahren sind meist sehr pragmatisch veranlagt.

    Nein. Viele Menschen schließen von sich auf andere Menschen, was nur sehr selten wirklich funktioniert. Wenn jemand situativ mitdenken kann, befindet man sich auf ähnlicher Wellenlänge. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit, und diese ist der Tatsache geschuldet, dass viele Menschen Individualisten sind. Ein ungesunder, rücksichtsloser Egoismus aber führt oft zu Unbill und Ärger. Ob nun hier oder da. Mir ist klar, dass man sich nicht immer mit den Menschen umgeben kann, mit denen man zurecht kommt. Aber man selbst kann da mit entsprechen Leck-mich-am-a Filter gegenarbeiten. Gelassenheit.

    Plüschbiest danke für dein Kommentar:)*

    Trifft das mit den schlechten Ohren dann auch bei jungen Menschen zu?


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen die vielleicht in einem Haus wohnen und im Erdgeschoss noch nie Nachbarn hatten, auch laut stampfen durch die Flure laufen. Das interessante ist ja, sie können das wenn sie zu Besuch sind auch nicht abstellen auch wenn man drauf hinweist dass unten Nachbarn sind. Da ich immer Nachbarn hatte, könnte ich niemals laut stampfen durch die Zimmer laufen egal wo ich bin, auch wenn ich weiß unten ist niemand. Das ist bei mir so eingestellt.


    Das stimmt schon mit dem auffordern mehr zu essen. Ich persönlich könnte es nicht machen. Weil ich nicht für andere entscheiden kann ob sie nun satt sind oder nicht. Mir wäre das zu aufdringlich, jeder soll selbst entscheiden und das Essen ohne Zustimmung auf den Teller zu klatschen würde absolut nicht in Frage kommen. Anbieten ja, aber nicht entscheiden.

    DrumBlue schrieb:

    Nein. Viele Menschen schließen von sich auf andere Menschen, was nur sehr selten wirklich funktioniert. Wenn jemand situativ mitdenken kann, befindet man sich auf ähnlicher Wellenlänge. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit, und diese ist der Tatsache geschuldet, dass viele Menschen Individualisten sind. Ein ungesunder, rücksichtsloser Egoismus aber führt oft zu Unbill und Ärger. Ob nun hier oder da. Mir ist klar, dass man sich nicht immer mit den Menschen umgeben kann, mit denen man zurecht kommt. Aber man selbst kann da mit entsprechen Leck-mich-am-a Filter gegenarbeiten. Gelassenheit.

    Das interessante ist ja, wenn man sie drauf anspricht wie z.B mit der immer wiederholenden Geschichte da wird nur mit einem "Achso" geantwortet. Ich denke, die Menschen merken es nicht mal mehr wenn sie das tun.


    Wiederum wenn man ihnen dann das Essen auf den Teller legt, wird energisch betont das man nichts will. Aber andersrum ist das in Ordnung 8-( Ich denke da anders, was ich unhöflich finde wird vielleicht auch jemand anders unhöflich finden.

    Das Problem bei diesen "Analysen" ist, dass man viel zu wenig Infos über den Menschen hat, und darum dazu neigt sich allzu schnell ein Urteil zu bilden.


    Dir würde ich sehr raten, aufzupassen, dass du nicht vorschnell urteilst... Deine Analysen sind zu schubladenartig in meinen Augen.


    Das ist es, was mir beim Lesen deiner Zeilen durch den Kopf gegangen ist.


    Ich kann dich aber verstehen. Ich arbeite als Schulbegleiter unter anderem deshalb, weil ich Menschen einfach spannend finde.


    Eines kann ich aber sagen: Menschen sind zu komplex als das man vom schweren Gang eines Menschen gleich auf den Charakter schließen könnte.

    Violetta22 schrieb:

    Da Frage ich mich immer, was für ein Chatakterzug sich dahinter verbirgt.

    Was hättest du denn davon, wenn du es wüsstest?

    Dorfnixe schrieb:
    Violetta22 schrieb:

    Da Frage ich mich immer, was für ein Chatakterzug sich dahinter verbirgt.

    Was hättest du denn davon, wenn du es wüsstest?

    Dann könnte man die Person besser einschätzen. Wenn ich z.B sehe, dass diese Dinge in meinen Augen ich nicht ganz ok finde aber wiederum die Person es absolut in Ordnung findet und es nicht anders kennt, wir in den Punkten nie die selbe Meinung haben werden. Mich interessiert einfach zu wissen, ohne das man mit der Person viel reden oder sie überhaupt reden muss, durch ihre Dinge eine eher extrovertierte Person oder eher eine introvertierte Person gegenüber zustehen.

    Eigentlich stecke ich niemanden in eine Schublade. Dass ist das was ich denke wenn ich diese Dinge bei verschiedenen Personen sehe. Andere wiederum fällt es gar nicht auf auch wenn ich ihnen erzähle was ich beobachtet habe. Ich will niemanden etwas böses unterstellen, ich weiß nur manchmal nicht wenn es wie oben beschrieben um das gemeinsame Essen geht, man sich absichltich auf den Gast stürzt der ja anscheinend alles leer essen soll bis er platzt. Weil ich wiederum würde dann als Gast denken : "Um Gottes willen, da werde ich nie wieder essen gehen!". Andere wiederum denken: "Ach, wie schön es gibt viel zu essen und die sind nicht geizig". Das ist ja das komplexe. Wenn man es dann umdreht und das bei den betroffenen Personen tut, dann Essen sie z.B auch nicht mehr als man kann und bei drängen lehnen sie energisch ab. Wie gesagt, ich würde das meinen Gast persönlich nie antun. Das sind so meine Beobachtungen.

    Wie etwas bei einem "ankommt" hängt ja auch sehr von der eigenen Interpretation an und auch, ob man es jetzt "wichtig" findet, dem anderen unbedingt zu gefallen ;-)


    Kennst du "Miteinander reden" von Friedemann Schulz von Thun?


    Das finde ich zur "Interpretation" von dem, was in der Kommunikation abläuft, sehr aussagekräftig und spannend, weil es deutlich zeigt wie sehr selbst vermeintlich "eindeutige" Aussagen doch sehr interpretierbar sind.


    Da kann man zum Beispiel


    "da läuft jemand mit schweren Schritten durch die Wohnung" gleich sehr viele "Informationsebenen" ziehen. (auch über sich selbst, wenn man feststellt, was man daraus abzulesen meint ;-)

    Verhaltensweisen lassen wenig auf Charakterzüge Rückschlüsse ziehen, wenn man die Person nicht sehr gut kennt.

    Das Verhalten ist oft das Ergebnis von Erlebten und Erziehung, der eigene Charakter dahinter wenig erkennbar.
    Wenn man sich da zu viele Gedanken drüber macht, könnte man sehr schnell

    in unpassende Schubladen einsortieren.


    Dieses „Erzählt die gleichen Geschichten mehrmals“ beobachte ich öfter bei Menschen, mit denen man nur in einem größeren Zeitabstand Kontakt hat und sich eigentlich nicht so viel Persönliches zu erzählen hat.

    Violetta22 schrieb:

    Dann könnte man die Person besser einschätzen. Wenn ich z.B sehe, dass diese Dinge in meinen Augen ich nicht ganz ok finde aber wiederum die Person es absolut in Ordnung findet und es nicht anders kennt, wir in den Punkten nie die selbe Meinung haben werden.

    Also möchtest du eine Anleitung, wie du Leuten möglichst schnell und ohne mit ihnen reden zu müssen treffsicher einen Stempel verpassen kannst, der dir erklärt, "was das für einer ist"?Wozu soll das gut sein?

    Paritu schrieb:

    Kennst du "Miteinander reden" von Friedemann Schulz von Thun?


    Das finde ich zur "Interpretation" von dem, was in der Kommunikation abläuft, sehr aussagekräftig und spannend, weil es deutlich zeigt wie sehr selbst vermeintlich "eindeutige" Aussagen doch sehr interpretierbar sind.

    Schulz von Thun ist super, aber sie will ja mit keinem reden ;-);-D

    Zitat

    ich weiß nur manchmal nicht wenn es wie oben beschrieben um das gemeinsame Essen geht, man sich absichltich auf den Gast stürzt der ja anscheinend alles leer essen soll bis er platzt. Weil ich wiederum würde dann als Gast denken : "Um Gottes willen, da werde ich nie wieder essen gehen!". Andere wiederum denken: "Ach, wie schön es gibt viel zu essen und die sind nicht geizig". Das ist ja das komplexe. Wenn man es dann umdreht und das bei den betroffenen Personen tut, dann Essen sie z.B auch nicht mehr als man kann und bei drängen lehnen sie energisch ab. Wie gesagt, ich würde das meinen Gast persönlich nie antun. Das sind so meine Beobachtungen.

    Ich glaube, dass Menschen, die ihre Gäste überhäufen, darin Bestätigung für sich suchen, weil sie diese fürs eigene Seelenheil brauchen, aber unter Umständen anders nicht sonderlich oft bekommen. (Zumindest nach ihrem Empfinden.)

    Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass es auch darum geht, hinterher nicht noch ewig die Reste verbrauchen zu müssen. Aber das ist nicht das Problem der Gäste. Hätte man vorher eben nicht so viel zubereiten sollen. Ich kenne es sogar in dem Extrem, dass Essen vorbereitet wurde, obwohl gar nicht abgesprochen war, dass die Gäste noch zum Essen bleiben. Teilweise ist der Gastgeber dann tatsächlich auf seinen aufgedrängten Köstlichkeiten komplett sitzengeblieben, weil die Gäste vorher gingen.

    Ich finde das nicht unhöflich seitens der Gäste, sondern eher aufdringlich seitens des Gastgebers. Und da bin ich ganz bei dir. Da gehe ich möglichst nicht mehr essen. Ich kenne aber auch niemand, der sich überschäumend drüber freut, wenn es viel zu essen gibt. Es geht bei den meisten eher um das Zusammensein.

    Und ja, selber was aufdrängen lassen sich diese Personen nichts, wenn sie satt sind. Mache ich aber auch nicht.