Von der Lerche zur Eule: Den Schlafrythmus ändern

    Hallo!


    Habe mal eine (wahrscheinlich langweilige) Frage. Ich wurde so erzogen, dass es bei uns üblich war, früh ins Bett zu gehen. Um 20 Uhr nach der Tagesschau war bei uns Ruhe im Karton, auch meine Eltern schliefen. Leider hat sich das bei mir manisfestiert: Noch heute bin ich um 20 Uhr hundemüde und morgens um 5 topfit.


    So weit so gut, klingt ja nicht schlecht, schließlich kann ich morgens gut aufstehen, was viele andere nicht können.


    Allerdings ist das nicht sehr beziehungsförderlich: Mein Partner kommt gegen 19 Uhr nach Hause, wir essen schnell noch zusammen und ich gehe ab ins Bett. Ab und an bemühe ich mich noch, mit ihm den 20.15-Spielfilm zu gucken oder tickere noch im Internet rum, innerlich bin ich aber mehr als müde - und mein Partner enttäuscht, weil wir kaum gemeinsame Zeit miteinander verbringen können, geschweige denn unter der Woche abends noch Sex haben..


    Meine Frage: Kann man von der Lerche zur Eule werden? Kaffee hat bei mir nichts gebracht.


    Ist der Biorythmus manipulierbar?

  • 87 Antworten

    Wenn du dir an einem Wochenende einen seeehr ruhigen Tag gönnst, wäre es doch wahrscheinlich, dass du länger aufbleiben kannst, dann wachst du später auf und das kannst du ja so lange wiederholen, bis du in deinem "Traum"- Rhythmus bist @:)

    Ich glaube das kann mich nicht wirklich ändern. Du hast ja diesen Rythmus in dir und der ist nicht nur anerzogen sondern vielleicht auch genetisch, wenn es bei deinen Eltern ja auch so ist. Ich glaube manche Menschen machen das einfach nicht so, weil sie es nicht durchhalten würden. Du kannst nur versuchen, einfach später ins Bett zu gehn oder um 5 nochmal liegenbleiben und versuchen weiterzuschlafen... das ist ja nicht so schwer, weil es da meist noch nicht hell ist, also kannst du da schon zumindest noch ne Weile liegen bleiben.


    Aber bei machen Menschen ist der Rythmus eben so... da muss man das mit dem Partner irgendwie hinkriegen... du kannst ja nichts dafür, dass du eher müde bist und zeitig aufstehst und könntest genauso meckern, wenn dein Freund immer bis 3 Uhr wachbleibt und dann morgens keinen Sex will... ;-)


    Aber du hast doch sicher auch schonmal ne Party gemacht oder warst in der Disco, oder nicht? Dann bietet es sich doch an, vielleicht am nächsten Tag auch wieder erst später ins Bett zu gehn und dann kannst du dich zumindest Phasenweise dran gewöhnen. Wenn du dann mal drei Tage wegen Arbeit eher rausmusst, wirst du wohl wieder in deinen Rhythmus fallen, aber in den Ferien kannst du dich ja mal zwingen, länger wachzubleiben. Vielleicht gehst du einfach auch zu zeitig ins Bett, viele werden ja nachmittags oder abends mal müde (ich z.B. oft 19 Uhr in der Badewanne) und danach nochmal hellwach (bei mir z.B. 22 Uhr, da krieg ich nochmal hunger und will aufbleiben und kann gar nich ans Schlafen denken). Also sitz einfach die Müdigkeit mal aus und geh nicht immer gleich ins Bett. Oder bau ein Mittagsschläfchen ein... das gabs in dem strengen Rhythmus bei deinen Eltern sicher auch nicht, machen aber ganz viele Leute, die abends nicht schlafen können/wollen, aber irgendwie trotzdem um 8 Uhr rausmüssen. ;-)

    Zitat

    Meine Frage: Kann man von der Lerche zur Eule werden? Kaffee hat bei mir nichts gebracht.


    Ist der Biorythmus manipulierbar?

    Sei froh das du ne Lerche bist, als Eule hat mans sowas von schwer im Altag.... zzz


    Zu Deiner Frage: Nein ich denke nicht das man sich da umdrehn kann, fals jemand ne Methode findet bitte mitteilen. ;-D

    Also ich denke, in einem gewissen Maße ist der Schlafrhythmus tatsächlich angeboren :-/ Vielleicht hast Du das teilweise eher von Deinen Eltern geerbt. Ich gehöre auch zu den Lerchen, wenn auch nicht ganz so extrem (gehe so gegen 22.00 - 23.00 schlafen und stehe um 6 auf).


    Und ich schaffe es ehrlich gesagt nicht, morgens wesentlich länger zu schlafen. Ich brauche auch gar keinen Wecker, und stehe auch am Wochenende und Urlaub so früh auf, ganz einfach, weil ich munter bin. Selbst wenn ich ein paar Tage hintereinander erst deutlich nach Mitternacht ins Bett gehe, bin ich allerspätestens um 7 wach. Für zwei, drei Nächte habe ich damit kein Problem (ich kann also durchaus abends aufbleiben), nur wenn sich das häuft, merke ich es natürlich tagsüber, dass ich müde bin.


    Außerdem merke ich, dass ich tatsächlich den Schlaf "um Mitternacht" brauche. Wenn ich meinetwegen von 23.00 Uhr bis 3.00 Uhr schlafe (weil ich zum Flughafen muss oder so .....), bin ich tagsüber deutlich fitter, als wenn ich von 3.00 bis 7.00 Uhr schlafe, obwohl eigentlich ja beides 4 Stunden sind.....


    So 1-2 Stunden kannst Du das vielleicht verschieben (wie ja etwa die Umstellung Winterzeit - Sommerzeit), aber zur "Nachteule" wirst Du wohl nie werden....

    Zitat

    Ich wurde so erzogen, dass es bei uns üblich war, früh ins Bett zu gehen.

    Wirklich anerziehen kann man einen Schlaf- bzw. Biorythmus nicht, das ist Veranlagung. Meine Eltern haben versucht mich zur Lerche zu erziehen, sind damit aber kläglich gescheitert... ]:D


    Von dem her, jeder muss mit dem leben was ihm gegeben wurde. :)z

    Ich glaube schon, dass der Schlafrythmus veränderbar ist. Es kommt ja öfter vor, dass man sich den Umständen anpassen muss, und einen anderen Schlafrythmus in Kauf nehmen muss. Zum Beispiel wenn man in Schichten arbeitet. Oder wenn man Kleinkinder hat.


    Ich ging auch immer früh zu Bett - bis zur Geburt unserer Kinder. Für mich war es sehr wichtig, am späten Abend Zeit für mich zu haben, und so manches aufzuarbeiten, was tagsüber nicht möglich war.


    Tja - und seither gehöre ich zu den Nachteulen ;-)

    Ich bin recht sicher, daß der Rhytmus veränderbar ist. Aus der einfachen Begründung heraus, weil man festgestellt hat, daß er beim Menschen nicht 24, sondern knapp 25 Stunden beträgt (es gab da Versuche in Höhlen ohne Tageslicht). Der scheinbare 24-Stunden-Rhytmus muß also täglich korrigiert werden. In der Regel geschieht das unbewußt (Arbeitszeiten, Essenszeiten, Fahrplan, Fernsehprogramm usw.).


    Versuche mal, die Uhr, nach der Du lebst, um eine Stunde nachzustellen. Mach Dir Deine private Winterzeit, passe vor allem Deine Essenszeiten dem an (sofern es geht). Wenn Du dann wie immer gegen 20 Uhr müde wirst, ist es für Deinen Partner schon 21 Uhr :-)

    Zitat

    Ich glaube schon, dass der Schlafrythmus veränderbar ist. Es kommt ja öfter vor, dass man sich den Umständen anpassen muss, und einen anderen Schlafrythmus in Kauf nehmen muss. Zum Beispiel wenn man in Schichten arbeitet. Oder wenn man Kleinkinder hat.

    Das ist aber erzwungen, man wird nicht wirklich von der Lerche zur Eule, oder andersrum. Letztendlich lebt man dann eben gegen seinen Biorythmus, was das "Schicksahl" der meisten Eulen ist...

    Zitat

    Sei froh das du ne Lerche bist, als Eule hat mans sowas von schwer im Altag.... zzz


    Zu Deiner Frage: Nein ich denke nicht das man sich da umdrehn kann, fals jemand ne Methode findet bitte mitteilen. ;-D

    Ich schließe mich da vollkommen Ginny an ;-D

    Zitat

    Ich bin recht sicher, daß der Rhytmus veränderbar ist. Aus der einfachen Begründung heraus, weil man festgestellt hat, daß er beim Menschen nicht 24, sondern knapp 25 Stunden beträgt

    Nein, eben nicht. Wenn man eine Eule ist, läuft die innere Uhr länger als die 24 h, wenn man eine Lerche ist, kürzer. Und das ist angeboren, das ist einfach so, ob man will oder nicht. Die Versuche "in der Höhle" waren Studenten, die einige Wochen ohne Tageslicht und ohne Uhr leben sollten und bei denen stellte sich sozusagen deren natürlicher Rhythmus ein, weil sie kein Sonnenlicht mehr hatten, an der sich die innere Uhr nach richten konnte.


    "Chronotyp" ist die wissenschaftliche Bezeichnung für "Eule" oder "Lerche", Prof. Dr. Till Roenneberg von der LMU München ist ein bekannter Forscher auf diesem Gebiet: Spätaufsteher und der "social jetlag"


    Also Fazit: liebe Physikerin, Du wirst Deinen Chronotyp nicht ändern können. Du kannst nur versuchen, Dich bestmöglich anzupassen, also evtl. eine Stunde oder so zu verschieben, das ist dann nicht ganz so schlimm ;-)


    Ich könnte niemals mit einem Mann zusammensein, der keine Eule ist, dann würden wir uns ja niemals zu Gesicht bekommen :-p

    Zitat

    Ich könnte niemals mit einem Mann zusammensein, der keine Eule ist, dann würden wir uns ja niemals zu Gesicht bekommen :-p

    Beziehungen zwischen Eulen und Lerchen sind generell oft problematisch, zb weil man als Eule die "motivierte gut gelaunte Art" der Lerche am frühen Morgen meist nicht ab kann, abends nervt dann die Eule mit ihrer Fitness die Lerche. ;-)

    @ Ginny

    Ja, bäh, diese Leute die am frühen morgen schon wach sind - schrecklich ;-)


    Ich war einmal mit einer "Möchtegern-Lerche" zusammen, der hat sich eben immer den Wecker gestellt, um früh aufzuwachen. Allein das hat mich schon total angekotzt ;-D

    Ich bin vor 8 Wochen Mama geworden und kann gerade dabei zusehen, wie mein Sohn seinen eigenen Eulen-Rhythmus entwickelt. ;-D


    Seitdem bin ich mir sicher, dass es angeboren ist, ob man Eule oder Lerche ist.

    Zitat

    Und ich schaffe es ehrlich gesagt nicht, morgens wesentlich länger zu schlafen. Ich brauche auch gar keinen Wecker, und stehe auch am Wochenende und Urlaub so früh auf, ganz einfach, weil ich munter bin. Selbst wenn ich ein paar Tage hintereinander erst deutlich nach Mitternacht ins Bett gehe, bin ich allerspätestens um 7 wach. Für zwei, drei Nächte habe ich damit kein Problem (ich kann also durchaus abends aufbleiben), nur wenn sich das häuft, merke ich es natürlich tagsüber, dass ich müde bin.

    :°( Ich bin jeden Tag müde! Vermutlich geht das den meisten Eulen so..?

    Zitat

    Wenn man eine Eule ist, läuft die innere Uhr länger als die 24 h, wenn man eine Lerche ist, kürzer.

    Das ist sehr interessant! Das würde ja aber bedeuten, dass Lerchen unabhängig von der Uhrzeit, zu der sie schlafen gehen, eher ausgeschlafen sind, und Eulen eher unausgeschlafen (DAS wiederum kann ich für mich bestätigen! zzz )?

    Hallo ihr Lieben, entschuldigt, dass ich erst jetzt antworte. Durch das Schneechaos ging bei uns weder Telefon, noch internet oder Fernsehen komplett störungsfrei.


    Ihr habt interessante Aspekte geliefert. Leider weiß ich jetzt immer noch nicht wer von euch recht hat :-/ Ich werde aber eure Tipps beherzigen und versuchen, es zu trainieren. Ich will meinen Freund schließlich länger sehen.


    Und mit einem habt ihr recht: Eulen haben es mit Lerchen nicht leicht. Wenn ich morgens gut gelaunt durch die Wohnung schwebe ("siehst du diesen herrlichen Morgen, Schatz?"), schon zwei Stunden Hausarbeit gemacht habe, dann sieht er mich entgeistert und genervt an. ("Oh, lass mich doch ma in Ruhe!!!").


    Also, gestern habe ich versucht bis 23 Uhr aufzubleiben, das war wirklich schwierig. Ich fühlte mich dabei nicht gut, weil ich mich fragte, warum ich mir das antue. Wenn mein Körper schlafen will, will er schlafen...


    Obwohl ich durchgehalten habe, war ich heute morgen um 4.30 topfit, habe das Bad geputzt, gefrühstückt, Prospekte durchgelesen, die Katzen versorgt und und und. Topgelaunt.


    Als ich aufwachte und auf die Uhr schaute, dachte ich erst: Ich bleibe einfach liegen, vielleicht schlafe ich noch einmal ein.


    Pustekuchen. Ich wollte raus aus dem Bett, nicht untätig sein, was erleben. Das Schöne am Morgen ist eben auch, dass ich da so alleine mit der Welt bin. Alle schlafen noch, niemand ruft an. Der Morgen begrüßt mich ganz alleine.


    Wie gesagt: Die Morgende sind kein Problem, die genieße ich. Übrigens hatte jemand von euch gefragt, ob ich nicht ab und an in Diskos bin / war. Die Antwort lautet: Relativ selten, weil ich um 21 Uhr schon so müde bin, dass ich nix mehr lustig finde. Unser soziales Partnerleben schläft langsam ein, weil ich abends einfach keine Lust auf Treffen habe. Darunter leidet mein Freund, und das will ich ändern.


    Aber die Abende....:-/ Heute versuche ich es wieder bis 23 Uhr. Drückt mir die Daumen.


    P.S. Liebe Eulen: Schlaft noch schön aus!

    Das Gefühl kenn ich, da hat man Hummeln im Hintern *lach*


    Mein Freund ist definitiv eine Eule, aber er kann seinen Rhythmus zumindest ein bisschen umstellen, von 2 Uhr auf 24 Uhr und 10 Uhr auf 8 Uhr.


    Ich war früher immer eine Lerche, aber seit dem Studium gehe ich frühestens um 22 Uhr ins Bett (damals hab ich noch bei meinen Eltern gewohnt). Jetzt, im 5. Semester, wirds oft 24 Uhr oder 1, je nachdem, wann ich aufstehen muss. Ich wohn jetzt mit meinem Freund zusammen, ich denke, das liegt viel daran. Dann guggt man abends einen Film, dann wirds sowieso schon später.


    Als ich aber Praktikum hatte und jeden Morgen um halb 7 aufstehen musste, war ich spätestens um 22 Uhr beim Fernsehen eingeschlafen ;-D


    Ich brauch einfach meine 8-9h, da ist es egal, wann ich ins Bett gehe. Zur Not reichen auch mal 6 oder 7, aber das geht nur ein paar Tage.