Von welcher psychischen Erkrankung könnte ich betroffen sein ?

    Guten Abend verehrte Ratgebende,


    Mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, was mit mir in psychischer Hinsicht nicht in Ordnung ist und ob ich gegebenenfalls an einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung leiden könnte. Mein Umfeld leidet offenbar enorm


    unter meinem nachstehend geschilderten Verhalten.


    Wenn ich es so recht betrachte, reicht mein sogenanntes abnormes Verhalten bis in meine Kindheit zurück und erstreckt sich bis heute.


    Ich komme aus einer normalen Familie und wurde nicht vernachlässigt oder ähnliches. Zudem hatte ich Freiheiten, aber auch Regeln, an welche ich


    mich ebenso zu halten hatte.


    Zu meinem Verhalten zählen Gefühlskälte, völliges Fehlen von Empathie, im Gegenteil, es freut mich, wenn anderen etwas schlimmes widerfährt, aggressives Verhalten, leichte Reizbarkeit, mangelnde Fähigkeit Gefühle auszudrücken und mich in andere Menschen hineinzuversetzen, nachtragendes Verhalten, starke Ich-Bezogenheit, ausbeuterisches Verhalten, Unvermögen tiefgehende und langfristige Beziehungen aufrechtzuerhalten, Egoismus, ausgeprägter Erlebnishunger, verantwortungsloses Verhalten, impulsiv, keinerlei Empfinden von Gefühlen wie Reue oder Schuld, Hypersexualität, oberflächlicher Charme und andere bezeichnem mein Verhalten als anstößig, Fehlinterpretation im Bezug auf das Verhalten anderer (Feindseligkeit) und eine erhöhte Risikobereitschaft, eloquent, belesen und gebildet. Seit 5 Monaten bin ich in einer festen Beziehung, aber in allen vorangegangenen Beziehungen war ich untreu und habe mir selbst eingeredet, dass ich die Frauen lieben würde. Bei meiner jetzigen Partnerin ist das anders, weil ich denke, dass sie mir geistig


    folgen kann und mich versteht. Ich habe zwar sehr viele "Freunde", was aber nicht bedeutet, dass ich irgendeine Art von Gefühlen für diese Menschen habe. Im Grunde, hasse ich Menschen abgrundtief.


    Bereits in meiner Kindheit geriet ich mit dem Gesetz in Konflikt, aufgrund von Diebstahl und versuchter Brandstiftung. Auch heute gerate ich mit dem Gesetz in Konflikt. Die Straftaten sind breit gefächert. Bisher bin ich ohne eine Art von Strafe (Verurteilung, Sozialstunden oder ähnliches) aus den


    Verfahren herausgekommen und um ehrlich zu sein, gibt mir das ungestrafte Davonkommen


    eine Art "positiven Kick".


    Ich leide seit längerem an Schlafstörungen, dem verfallen in Tagträume, rezidivierende Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen im Form von Erinnerungslücken, Albträume, temporär verschlechtertes Gehör, Müdigkeit bzw. Ermüdbarkeit, ab und an stark beschleunigten Herzschlag ohne einen


    irgendwie ersichtlichen Grund.


    Was könnte ausschlaggebend bzw. ursächlich für mein Verhalten sein ?


    Mit freundlichen Grüßen


    Ratlos 91

  • 33 Antworten
    Zitat

    Mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, was mit mir in psychischer Hinsicht nicht in Ordnung ist und ob ich gegebenenfalls an einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung leiden könnte. Mein Umfeld leidet offenbar enorm


    unter meinem nachstehend geschilderten Verhalten.

    Wichiger ist: Leidest du auch darunter und willst du an deinem Verhalten etwas ändern? Wenn nicht, dann hat es auch keinen Sinn zu ergründen, warum und weshalb du so handelst.


    Warum du so bist, kann auch nur ein Fachmann beurteilen. Und Ferndiagnosen, vor allem von Laien, aus dem das Forum haupsächlich besteht, sind eh fragwürdig und bringen dich auch nicht weiter.

    Hallo Ratlos,


    ich würde auch Schecke zustimmen. Das hört sich nach einer Persönlichkeitsstörung an.


    Kennzeichnend für Persönlichkeitsstörungen ist - im Gegensatz zu psychischen Störungen - das der Betroffene sich selbst nicht als "gestört" empfindet.


    Schau doch mal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

    Spekulationen sind erwünscht?


    Mich erinnert deine Schilderung an ein Asperger-Syndrom.


    Du kannst dich ja mal testen lassen, auch auf andere Persönlichkeitsstörungen. Jedoch macht es eigentlich nur Sinn, wenn du auch zu einer Therapie bereit bist.


    Hast du denn Leidensdruck?


    Der positive Kick bei deliquentem Verhalten kann auch sehr schnell ins Auge gehen, insofern würde ich dir schon raten, einen Arzt in Anspruch zu nehmen.

    Ehrlich gesagt habe ich mich beim Lesen dieses Beitrages gefragt, ob er echt ist, oder ob jemand aus einem bestimmten, mir nicht ersichtlichen Grund, die Symptome einer antisozialen Persönlichkeitsstörung irgendwo aus dem Internet kopiert hat. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass so jemand auf die Idee kommt sein Verhalten zu hinterfragen, denn das Nichterkennen des Selbst ist ja ein Teil dieser Störung.


    Natürlich kann man auch auf die Idee kommen, dass so ein Verhalten autistische Züge hat und vielleicht sind die Ursachen für beide, ich nenne es mal Erkrankungen, sehr ähnlich gelagert.


    Ich überlege sogar, ob es sich um echte Erkrankungen handelt oder nur Abweichungen von der Norm sind, denn ich denke, dass dieserart von Verhalten und Wahrnehmung der Umwelt neurologisch bedingt sind. Stichwort Spiegelneuronen. Ich kenne mich nicht gut genug aus in dem Thema und es ist vielleicht auch zu wenig erforscht, finde es allerdings sehr interessant.


    Wenn nachgewiesen würde, dass Verbrecher aufgrund ihrer neurologischen Anlagen nicht in der Lage sind gut von böse zu unterscheiden und unfähig sind Empathie zu empfinden, kann man sie dann überhaupt schuldig sprechen? Sind sie krank? Sie sie nur anders? Ist es eine Art von Mutation?


    Vielleicht sind diese Anregungen zur Diskussion an der falschen Stelle, aber mich würde auch interessieren wie der TE darüber denkt.

    @ Stürmchen

    So sehr OT ist es nicht.


    Straftaten, die aufgrund einer Psychischen Störung begangen wurden, können verurteilt werden. Dann mit dem Paragraph 63 StGB.


    Die Personen, die darunter fallen, sind vermindert oder nicht schuldfähig.


    Sicherheitsverwahrung ist hier auch ein Begriff.


    Und wenn der TE sich weiterhin an Straftaten erfreut und tatsächlich eine Störung hat, ist diese Diskussion nicht OT.

    Und da Spekulationen so schön sind, wenn jeder was anderes beiträgt und der TE ja bewusst drum gebeten hatte, mische ich mal noch das Thema Narzissmuss mit rein.


    Das gibt's als Charaktereigenschaft und als pathologische (="krank­hafte") Variante:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Narzisstische_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung


    Was dann als Störung der Selbstwertregulation ab und an in sein Gegenteil umschlagen kann. Und in den Momenten macht er sich so fertig wie oben mit der langen Liste, die er selbst nannte.


    Ein anderes Bild, über das es nachzudenken lohnt, ist vielleicht Hochsensibilität. Was wenn der TE die quasi normalen Schwankungen und eigenen Verhaltensvarianten des Alltags sich selbst sehr annimmt? Wenn die Erwartungen an einen selbst so hoch sind, dass man "perfekte" Empathie erwartet, absoluten Altruismus, und absolut verantwortungsvolles Verhalten, dann muss ja jede Abweichung davon von der Person als das angesehen werden, was der TE beschreibt. So mancher hat als Kind mal gezündelt oder nen Lutscher im Süßwarenladen geklaut. Was der normale vergisst, behält der Hochsensible für lange Zeit. Hier macht es einen Unterschied, ob seine lange Liste von ihm aus dem selbst erlebten erstellt wurde. Oder ob es wie die Wiedergabe einer medizischen Diagnose ist, die quasi bereits gewissermaßen ein stückweit "objektiviert" wurde.


    Hier fehlt "uns" einfach eine Sicht von außen. Indirekt gibt es den Punkt, dass er nie verurteilt wurde.