Wahrnehmungsstörungen, Habe ich Dissoziationen?

    Hallo zusammen,


    Ich bin Männlich, 18 Jahre alt und leide seit einem halben Jahr phasenweise an seltsamen Wahrnehmungsstörungen, die sehr plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten. Sie sind sehr schwierig zu beschreiben, aber ich versuche es mal: Ich habe in diesen Situationen das Gefühl, die visuellen Reize meiner Umwelt nicht mehr richtig wahrnehmen zu können. Alles ist "zu viel" und sieht sehr unecht aus, ein bisschen als ob alles miteinander verschwimmen würde. Farben wirken greller und Kontraste schärfer als für gewöhnlich. Vor allem, wenn ich irgend eine Arbeit ausübe und auf meine Hände gucke, scheinen diese nicht mehr Teil meines Körpers zu sein. Ich muss dann immer die Augen schließen damit es besser wird und meistens ist es nach zwanzig Minuten vorbei. Nicht nur meine visuelle Wahrnehmung ist verändert, sondern auch mein Bewusstsein. Ich habe in diesen Situationen auch Gefühle der Derealisation/Depersonalisation. Häufig erschrecke ich mich auch davor, dass ich gerade etwas wahrnehme. Mit einem Mal wird mir dann klar, dass ich existiere und damit bin ich dann überfordert.


    Meine Ärztin hat mich neurologisch untersucht und keine Auffälligkeiten festgestellt. Sie sagt, dass es sich dabei um Entwicklungsstörungen handle. Ich bin aber nicht zufrieden, ehe ich von mehreren Menschen, die das auch haben, die Bestätigung erhalte, dass das wirklich nur psychisch/entwicklungstechnisch bedingt ist.


    Schon in meiner frühen Pubertät, mit etwa elf Jahren, hatte ich für einige Zeit diese Zustände, und seitdem nicht mehr bis vor einem halben Jahr.


    Ein anderes Leiden, das ich habe, sind Tourette-artige Tics. Auch diese sollen ja auftreten, wenn das Gehirn sich entwickelt. Besteht da vielleicht ein Zusammenhang? Haben Leute mit Tic-Störung auch häufiger Dissoziationen? Und sind das, was ich habe überhaupt Dissoziationen? ???


    Ich bedanke mich für Antworten. LG

  • 6 Antworten

    Hallo Felix.


    Mit Tourette kenne ich mich nicht aus, deshalb kann ich dir nicht sagen, ob diese Symptome dazugehören.


    Was für eine Ärztin war es, die dich untersucht hat, Hausärztin, Neurologin oder Psychiaterin? Wenn es um psychische Symptome geht, wäre ein Psychiater der Ansprechpartner.

    Zitat

    Und was ist mit meinen "visuals", das ist doch auch nicht typisch für DR/DP, soweit ich weis. Zumindest nicht in dem Ausmaß, dass man die Augen schließen muss, weil man alles nicht mehr aushält

    Du sagst, soweit du weißt. Woher weißt du es denn, von einem Arzt oder hast du es gelesen?


    Vielleicht benutzt du das Augenschließen, um dich aus dem Zustand herauszuholen. Manche benutzen sicher andere Techniken, die sie in Therapie erlernen.


    Hast du denn momentan Stress oder bist du depressiv? Da können diese Symptome auch auftreten.


    Das könnte Derealisation und Depersonalisation sein, so ähnlich kenne ich es auch. Was alles genau zu einer dissoziativen Störung gehört, kann ich dir nicht sagen. Es gibt ja davon auch mehrere. Vor einigen Jahren, hatte ich Dissoziationen aber das hat mir damals meine Psychologin gesagt. Oft konnte ich während der Therapie nicht mehr reden und mich auch nicht mehr bewegen. Ich war wie erstarrt und es war ein sehr unangenehmes Gefühl.


    Dissoziationen können bei Traumata auftreten.


    An deiner Stelle, würde ich einen Facharzt konsultieren, wenn du darunter leidest, er kann dir helfen.


    Liebe Grüße

    Hallo,


    ich habe mir meinen Beitrag noch einmal durchgelesen und möchte eben noch etwas dazu schreiben.

    Zitat

    Zählt DP/DR nicht zu den dissoziativen Störungen?

    Derealisation, Depersonalisation und Dissoziationen können bei verschiedenen psychischen Störungen auftreten, auch bei einer dissoziativen Störung. Das heißt jetzt aber nicht automatisch, wenn eines dieser Symptome auftritt, daß du dann eine dissoziative Störung haben musst.


    Wie ich oben geschrieben habe, hatte ich Dissoziationen. Aber ich habe keine dissoziative, sondern eine andere psychische Störung, wo diese Symptome vorkommen können.


    Liebe Grüße

    Zitat

    Ich schiebe einen Besuch beim Psychologen immer auf, aber ich sollte auf dich hören und wirklich mal hingehen.

    Als ich in deinem Alter war, wusste ich auch, daß ich psychische Probleme hatte aber ich habe lange gewartet, bis ich mir Hilfe geholt habe. Die Symptome werden sich ohne Therapie wahrscheinlich verschlimmern. Außerdem sind die Wartezeiten für eine Psychotherapie doch ziemlich lange, deshalb wäre es ratsam, wenn du dich bald möglichst darum kümmern würdest.