Es gab mal eine Teilnehmerin mit dem Namen "that girl". Sie meinte, dass ich bereits alles wüsste, und es von daher keinen Sinn macht, dass ich mit anderen Menschen diskutiere. Obwohl ich die Frau sehr schätze, halte ich den Ansatz für vollkommen falsch. Der Punkt ist wahrscheinlich viel eher, dass ich immer noch auf Wanderschaft bin, um alles zu lernen, was man auf dieser Welt lernen kann. Und ja, zugestanden, sehr oft begegne ich in diesem Leben mehr tausendfach gesehenen Dingen als irgendetwas Neuem. Ich meine, geht es euch denn anders?

    Unabhängig meiner konkreten Lebenssituation, die nicht ganz einfach ist, ödet mich dieses Leben einfach nur ungeheuer an. Die Menschen, wie sie leben, wie sich die Welt entwickeln wird - das ist alles so berechenbar.

    Wir alle haben wohl ganz gut gefeuert. Bei mir geht es aber eher um Leben und Tod. Zwar fürchte ich den Tod nicht, aber so es in meiner Macht steht, soll er von meinen Mitmenschen, Familie und Mutter als angenehm empfunden werden. Und selbst das schaffe ich wohl nicht.

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    Nachdem ich jetzt wohl fünfzehn Jahre dafür trainiert habe, denke ich, dass ich so ziemlich jedes Problem lösen kann, zumindest meine eigenen.

    Hilft es denn, das zu "koennen", wenn man es dann nicht auch tut?

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    Wir alle haben wohl ganz gut gefeuert. Bei mir geht es aber eher um Leben und Tod. Zwar fürchte ich den Tod nicht, aber so es in meiner Macht steht, soll er von meinen Mitmenschen, Familie und Mutter als angenehm empfunden werden. Und selbst das schaffe ich wohl nicht.

    Du solltest dir dringend Hilfe suchen.

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    Und ja, zugestanden, sehr oft begegne ich in diesem Leben mehr tausendfach gesehenen Dingen als irgendetwas Neuem. Ich meine, geht es euch denn anders?

    Nö, es ist eigentlich alles immer dieselbe öde, berechenbare scheisse.


    Aber das ist auch weitgehend egal, solange einem das Leben trotzdem irgendwie Spaß macht. Gedanken dieser Art und Verzweiflung über den fehlenden Sinn etc treten erst auf, wenns keinen Spaß mehr macht.


    Man kann da auch einfach hedonistisch werden.

    Danke. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich denke, vieles scheitert auch am eigenen Kopf, also überzogenen Erwartungen und Ansprüchen, wo auch immer man die herhat. Wenn man das Leben so sieht, wie es ist, und dann noch 50 % abzieht, dann ist man aus meiner Sicht eher auf der "sicheren Seite". Und wer weiß, hin und wieder wird man dann auch positiv überrascht.

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    Hilft es denn, das zu "koennen", wenn man es dann nicht auch tut?

    Fuchs du. Ich stimme dir zu, Lewian. Etwas zu können und nicht(s) zu tun, ist tatsächlich etwas unproduktiv, zumindest auf den ersten Blick. Hier tangieren wir dann wieder kurz Taktik und Strategie, im weitesten Sinne. Manchmal, natürlich nicht immer, kann es höchst effizient sein, "die Füße stillzuhalten" bzw. "ein Problem auszusitzen". Zumindest hin und wieder soll das funktionieren, obwohl ich davon selbst nicht so überzeugt bin. Jedoch, so würde ich sagen, dass es geistige Arbeiten, also oftmals unsichtbare gibt, die den körperlichen nicht zwingend nachstehen.


    Um aber kurz zusammenfassend zu ergänzen, so würde ich sagen: "Zuerst kommt das Können, dann das Tun." (gewagte Aussage, ich weiß) ~~~ Manche Menschen bekommen das in einer Woche oder einem Monat erledigt, andere wiederum schaffen es in ihrem ganzen Leben nicht. Ich selbst befinde mich irgendwo dazwischen.

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    Du isst freiwillig diese fürchterlichen Nashi Birnen ??? {:( %:|


    Ich esse gerade :p>

    Ja, ich mag die halt, weil sie wenig süß, nicht sauer und sehr saftig sind, aber mir liegt fern, einen Religionskrieg über Obst zu führen. Alles nur eine Frage des Geschmacks. Dachte mir halt, dass ich als grundsätzlicher Obstverweigerer Obst essen sollte, und nach langer Überlegung fiel meine Wahl auf Nashis.

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    Du solltest dir dringend Hilfe suchen.

    Jaaaaaa, das stimmt natürlich. Ich habe bereits Hilfe. Meine Kavallerie ist bereits da, Verstärkung ist im Anmarsch. Alles natürlich ausgehend davon, dass ich mich nicht täusche.


    Im Übrigen beschäftige ich mich viel und gerne mit dem Tod. Aus meiner Sicht ist es der beste Weg, die Angst vor dem Tod zu verlieren und ihn als Freund zu sehen. Für mich ist der Tod nunmehr nicht mehr als der längste Schlaf aller Zeiten, und ein wohliger. Und das heißt nicht, dass ich suizidgefährdet bin, sondern eben nur, dass ich keine Angst vor dem Tod habe. Und das ist gut so. Eine Angst weniger, die mich tagtäglich begleiten und im Leben einschränken würde.

    Ich denke, dass es zwei Dinge gibt, die von grundlegender Wichtigkeit bzw. Bedeutung sind:


    1) Wenn du deine Träume darüber verlierst, wer du bist bzw. mal sein wirst, verlierst du damit nicht nur deine Träume. Insofern sollte man tunlichst behutsam mit den Träumen anderer Menschen umgehen, bzw. sich seine eigenen nicht zerstören lassen.


    2) Wenn man neugierig ist, lernt, versteht, reflektiert, dann wird man früher oder später, vielleicht im Alter von 60, 70 oder 80 Jahren, sein Leben Revue passieren lassen und feststellen, dass sich Familie, Freunde, Partner und alle anderen Menschen auf eine gewisse und prägende Weise verhalten haben, und man selbst ist dem Ganzen mit seinen ganz eigenen Gefühlen, Gedanken und Handlungen begegnet. Weiters wird man feststellen, dass es eine Kette kausaler Zusammenhänge war und ist ("das eine führt zum anderen"), welche einen exakt dort hin gebracht hat, wo man gerade ist. Geburt, Land, Sprache, Bildung, Religion, Politik und Philosophie - auch alles das. Das ist die Macht kausaler Zusammenhänge, gewürzt mit einem Schuss von Freiheit.

    Vielleicht als Bonus noch ein Gedicht von William Butler Yeats, von mir eigens übersetzt:




    Er wünscht sich die Kleider des Himmels


    Hätte ich die bestickten Kleider des Himmels,


    beschrieben mit goldenem und silbernem Licht,


    das blaue und das dämmrige und das dunkle Kleid


    der Nacht und das Licht und das Halb-Licht,


    ich würde die Kleider unter deinen Füßen ausbreiten:


    Aber da ich arm bin, habe ich nur meine Träume;


    Ich habe meine Träume unter deinen Füßen ausgebreitet;


    tritt leicht auf ihnen, es sind meine Träume.