mond+sterne

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    Ja, genau. Es kann uns nicht immer gut gehen, weil gut gehen hat seine Zeit, schlecht gehen hat seine Zeit.


    Der Satz drückt für mich auch die Schicksalhaftigkeit des Lebens aus, die in unserer modernen Kultur leider zu kurz kommt. (Meine Meinung)

    Stimme zu. Sehe ich auch so. Es ist wohl bei anderen Kulturen oder auch einzelnen Individuen tatsächlich so, dass sie Schicksal besser akzeptieren können, weil sie gleichfalls akzeptieren, dass "totale Freiheit" (gleichbedeutend mit Tod, Willenlosigkeit und Empfindungslosigkeit) eine Illusion ist. Oder wie es so schön heißt: "Wo der Tod ist, da ist der Mensch nicht, und wo der Mensch ist, da ist der Tod nicht."


    Ein Dilemma und Verschwendung geistiger Kapazitäten (bis hin zur geistigen Krankheit) ist dann gegeben, wenn man nicht akzeptiert, dass man zur Abwendung bestimmter Schicksale und Schicksalsschläge gar nicht die Möglichkeit hat oder hatte. Gewissermaßen ein unfüllbares Loch, mit dem man ständig herumläuft. Je nach Intensität kann das "okay"/förderlich oder pathologisch/zerstörerisch sein.

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    In einem starken Kontrast steht dann ganz allgemein der Umstand, dass sich viele Menschen im Leben wohl nicht zuhause fühlen, gar alleine, einsam, verloren, verängstigt, wütend, unbefriedigte Bedürfnisse erleidend und Anspruchshaltungen ungenügend.

    Ja, so ist es bei mir. Bei Dir auch?

    Ich denke, dass das bei den meisten oder zumindest vielen Menschen so ist. Allerdings muss man da sicherlich auch jeweils die Intensität und die Geartetheit betrachten.


    Ich selbst habe da so mein ganz eigenes "System" entwickelt, um mit mir und meiner misslichen Lebenslage umzugehen. Sieht zwar zumindest oberflächlich (noch) nicht wirklich gut aus, aber ich denke, dass ich zumindest innerlich mit vielen kleinen Schritten schon ziemlich weit gekommen bin, was einer Menge verschiedener Dinge zuzuschreiben ist. Das Ganze aber in einem "kurzen Abriss" darzustellen, würde wahrscheinlich ein oder zwei Bücher füllen.


    In Summe: Ich bin auf dem Weg, meinem Weg.

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    So ist das wohl teilweise, und mehr, was aus meiner Sicht zusammen mit dem "Zuhause(sein)" einen "Spannungsbogen" des Lebens darstellt, in dem auch ich mich befinde. Und ja, zugegeben, ein sehr weites Feld...


    Ich denke aber auch, dass sich viel Ungelöstes im Leben erkennen und aufdröseln/lösen lässt. So mein aktueller Stand der Dinge, also eine recht prekäre Situation, die ich versuche auf allen Ebenen wieder "ins Lot zu bringen".

    Das habe ich jetzt noch nicht rezipiert. Vielleicht später noch....

    Vielleicht konnte ich mit dem Vorhergehenden ein wenig ergänzen/erläutern, was ich meine.


    "Alle Ebenen" ist natürlich mehr, um nicht zu sagen unendlich, aber stark verkürzt ist mein bis auf weiteres geltender Ansatz wie folgt: Ich bringe meinen Körper und meinen Geist in Ordnung, nachrangig meine Lebensumstände. Der Rest ergibt sich.




    Ganz allgemein vielleicht noch:


    Mir persönlich hilft und half es immer, möglichst viele Wege zu kennen. So kann ich mich besser verorten und meinen Weg besser wählen bzw. beschreiten. Es hat viel mit den Oberflächlichkeiten der Welt zu tun, und mit Introspektion, gleichfalls mit entsprechenden Abgleichen. Aus meiner Sicht kann man über die Welt sich selbst verstehen, oder über sich selbst die Welt. Überschneidungen nicht ausgeschlossen, wahrscheinlich sogar wünschenswert.


    So sind für mich bspw. auch Supermärkte/Discounter interessant. Nicht nur weil man damit ganz praktisch oft befasst ist, sondern weil Supermärkte/Discounter auch eine direkte Verkettung mit bspw. Konsumverhalten, Ernährung, Landwirtschaft, Tierschutz, Kapitalismus und Politik aufweisen. "Durchläuft" man also alleine diesen Themenkomplex und schaut genau hin, so kann man hier eine Menge Erkenntnisse über Psychologie, Soziologie, Gesellschafts- und Bewusstseinsformung sammeln. Und diese Erkenntnisse wiederum können einen beachtlichen Effekt auf die persönlichen Wahlmöglichkeiten und Lebensgestaltung haben, wobei in holistischer Sichtweise natürlich nur ein Teilaspekt des Lebens berührt ist. Größere Themenkomplexe wären mit Schlagwörtern wie bspw. Geld, Liebe, Gesundheit, Gott, Glück oder Sinn des Lebens berührt.


    Das Leben geht wohl immer weiter. Die Frage ist wohl nur, ob und wie wir steuern.




    Eine aus meiner Sicht interessante Reportage:


    China: Geboren ohne Recht auf Leben


    Und vielleicht noch ein aus meiner Sicht aufheiterndes Lied:


    Warrior

    Wo stehe ich gerade? Hmm, interessant. Zumindest nicht da, wo ich gestern, vor einem Jahr oder einem Jahrzehnt stand. Mühselig und fast kaum wahrnehmbar, aber schon durchaus Verbesserungen, würde ich sagen.


    Was aber sind schon Verbesserungen? Ich schlage immer wieder meinen Weg ein, meine Wege. Muss ja anderen nicht gefallen, sondern mir.


    Ich denke, ich bin mein ganz eigenes Experiment, zumindest teilweise. Gewiss, die Lage ist prekär, aber ich habe noch "Großes" mit mir vor. Ob natürlich klappt, was ich mir vorstellen kann, ist eine andere Frage. Wie ich meiner Mutter schon sagte: "Ich gehe so weit und so lange, wie ich gehen kann."


    Ich verändere gerade Teilaspekte meines Lebens hin zu Minimalismus und Veganismus. Typische Berliner Trends. Das scheint zumindest auf mich abzufärben. Vielleicht hat das mit Berlin aber auch gar nichts zu tun. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich ein ziemlich bewegtes bzw. umfangreiches Leben gehabt, womit ich nicht mehr so viel anfangen kann.


    Warum andere tun, was sie tun, weiß ich natürlich nicht. Ich selbst will im Endeffekt wohl nur ein einfaches Leben leben, welches ich verantworten kann und mit welchem ich glücklich bin. Und daran arbeite ich.


    ~~~


    Ihr erinnert euch an die 45 Millionen Küken im Jahr, die in Deutschland geschreddert oder vergast werden? Aus meiner Sicht nicht verantwortbar.


    ~~~


    Wünsche einen schönen Sonntag allerseits. *:)

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    Zumindest nicht da, wo ich gestern, vor einem Jahr oder einem Jahrzehnt stand. Mühselig und fast kaum wahrnehmbar, aber schon durchaus Verbesserungen, würde ich sagen.

    Staendige Verbesserung ist sicherlich nicht moeglich.


    In welchem Sinne findest du, hat sich deine Situation verbessert?


    Ich denke, Veraenderung ist immer noetig, aber nicht unbedingt zur "Verbesserung", sondern weil sich alles drumherum auch immer veraendert, und wenn man sich nicht veraendert, geht sozusagen die Harmonie mit der Welt verloren, wenn man still steht. (Also gut, man koennte meinen, man muesste ueberhaupt erstmal eine Harmonie mit der Welt haben, bevor dieser Gedanke zum Tragen kommt.)

    Lewian

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    Staendige Verbesserung ist sicherlich nicht moeglich.

    Ich denke schon, dass das möglich ist. Kommt natürlich ganz auf die Perspektive an, die man einnimmt. So könnte man beispielsweise zwischen holistischer und persönlicher Sichtweise unterscheiden.


    In einem holistischen Sinne ist schon "alles" besser geworden, würde ich sagen - also besser als vor 500 oder 1000 Jahren beispielsweise. Da kann man natürlich auch geteilter bzw. anderer Meinung sein, ich weiß. Ausgehend davon aber, dass das Ganze bis dato und grundsätzlich ein Verbesserungsprozess war und ist, nimmt man selbst für einen begrenzten Zeitraum an diesem Verbesserungsprozess teil. Ich behaupte einfach mal, dass dieser Verbesserungsprozess "ständig" ist.


    Was nun die Möglichkeit der persönlichen Verbesserung betrifft, so endet diese natürlich mit dem Tod. Es sei denn, man wird reinkarniert, landet im Himmel oder so. Wie es da weitergeht, weiß ich nicht. Im "typischen Leben" aber, so würde ich sagen, besteht grundsätzlich und lebenslang gleichfalls die Möglichkeit zur Verbesserung, beispielsweise von unfähig zu fähig, krank zu gesund, dumm zu intelligent, asozial zu sozial, schlecht zu gut, usw.

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    In welchem Sinne findest du, hat sich deine Situation verbessert?

    Zwar nur begrenzt, aber ich würde sagen, dass ich wieder mal ein bisschen besser sehe und ein paar Dinge dazugelernt habe. Wenn man so will, dann habe ich meine Fähigkeiten erweitert und Belastungen reduziert.

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    Ich denke, Veraenderung ist immer noetig, aber nicht unbedingt zur "Verbesserung", sondern weil sich alles drumherum auch immer veraendert, und wenn man sich nicht veraendert, geht sozusagen die Harmonie mit der Welt verloren, wenn man still steht. (Also gut, man koennte meinen, man muesste ueberhaupt erstmal eine Harmonie mit der Welt haben, bevor dieser Gedanke zum Tragen kommt.)

    Jede Zeit und jeder Ort kommt wohl mit den entsprechenden Eigenarten und immer wieder neuen Veränderungen, heutzutage mehr als je zuvor. Da muss man sich schon zu einem gewissen Grad anpassen, bspw. in der Berufswelt, weil man sonst "auf verlorenem Posten steht". Es sei denn, man kann und will als Einsiedler irgendwo in der Natur und abseits von Zivilisation und technologischem Fortschritt leben. Auch in der Zivilisation kann man sich natürlich seine "Oasen" schaffen, die nicht mit ständiger Veränderung einhergehen. Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen.


    Harmonie mit der Welt ist natürlich ein gutes Stichwort...


    Wie finden? Wie erhalten?


    ~~~


    Vielleicht ein Video, welches man unter "Harmonie mit der Welt" ablegen könnte:


    Living in a Van

    Übrigens, nicht wundern. Ich glaube zwar eher nicht, dass ich schizophren bin, aber ich denke, dass Selbstgespräche ein Teil meiner Persona sind. Was aber sind schon Selbstgespräche? So würde ich es beispielsweise für möglich halten, dass die Gespräche mit Gott von Neale Walsch im Grunde Selbstgespräche mit Gott waren, aber gut, wissen tu' ich das nicht.


    "Warum das alles?" (siehe Fadentitel) Vielleicht werden wir eines Tages alle singen.

    Ich kann den TE durchaus verstehen. Durch solches Denken KANN man sich aber durchaus zerreiben, kaputt machen, verrückt werden. Also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.


    "Jede Kleinigkeit zählt", heißt es ja manchmal. Und das ist wahrer, als es vielen Menschen oft bewusst ist. Elementarteilchen, Gedanken und Gefühle reisen ja bekanntlich mit Lichtgeschwindigkeit. Soll heißen, dass sich jeder wahrnehmbare und nicht wahrnehmbare Aspekt der Vergangenheit auf das Jetzt auswirkt, das Jetzt auf die Zukunft, usw.


    Das nachfolgende Beispiel ist zwar grob, aber anschaulicher. Gerade heutzutage sind gewisse Mechanismen des Lebens besser nachvollziehbar. Auf Youtube beispielsweise kann man eine "Geschichte" erzählen, Bilder, Gedanken und Gefühle transportieren, relativ schnell, und damit Millionen und Milliarden von Menschen erreichen. Das geschieht täglich nicht nur millionenfach, sondern unendlich oft - dass wahrnehmbare und nicht wahrnehmbare "Informationseinheiten" rund um die Welt bzw. durch den Äther geschickt werden. Und das wiederum führt hin und wieder, im Grunde ständig, zu Bewusstseinsveränderungen und modifizierten Lebenseinstellungen, welche sich dann etwas greifbarer bspw. auch in Flashmobs, Demonstrationen, Gesetzesänderungen, Politikänderungen, verändertem Ernährungsverhalten, anderen Technologien, anderer Pädagogik, anderer Philosophie, etc., etc., manifestieren. Nichts, rein gar nichts, ist bzw. bleibt ohne Effekt. Manche Effekte sind "kleiner", andere "größer", manche "greifbarer", andere weniger "greifbar". Und jeder Effekt ist auch ein Impuls. Jeder Gedanke und jedes Gefühl ist ein Effekt und ein Impuls, ganz zu schweigen von Handlungen. Es zählt also nicht nur jede Kleinigkeit, sondern "alles", und "alles" hat eine Bedeutung.


    (Was dieser Beitrag für eine Bedeutung hat? Entscheide du...)

    Irgendwann werde ich es alles vergessen haben, daher jetzt:


    Nächste Stufe: Mr. Miyagi


    Kurz mal "ceasefire", damit wir die Fliege fangen können. Bekriegen und vernichten können wir uns immer noch. Das ist uns ja nicht fremd.


    Mensch und Frieden, das schließt sich fast schon aus. Und da das Menschen oftmals bewusst ist, dass sie keinen Frieden mit der Welt und sich selbst finden können, setzen sie auf Beziehungen mit dem Attribut "Liebe", was aber oftmals genausowenig funktioniert.


    ~~~


    Der Umstand, dass der Mensch vielleicht liebevoll und förderlich sein will, aber gleichfalls neidvoll und zerstörerisch handelt, ist sein Dilemma. Wenn man ihm nun sagt, dass er doch selbstbestimmt und selbstverantwortlich handelt, dann sagt er, dass er doch nur mit der breiten Masse geht. Und das ist gleichfalls sein Dilemma.


    ~~~


    Die Sache ist einfach die, dass wenn ein Mensch noch nicht mal Verantwortung für sich selbst übernimmt, nicht zu sich selbst steht, er wahrscheinlich auch nicht geignet dazu ist, zu irgendetwas anderem zu stehen und dafür Verantwortung zu übernehmen - sei es ein anderer Mensch, ein Tier oder das Allgemeinwohl. Es mag Ausnahmen geben, aber in aller Regel müssen wir davon ausgehen, dass Menschen kein Rückgrat haben.


    Menschen haben so eine Art. Nichts Außergewöhnliches oder Großes tun, weil man ja versagen könnte. Und wenn man dann versagt, anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Hauptsache, gut dastehen, zumindest nicht schlecht, auch wenn es dafür keine Rechtfertigung gibt.


    In vieler Weise ist es tatsächlich so, dass Menschen... na ja, euch fällt schon was ein.


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    Gleichfalls kann man etwas gut, besser, richtig machen, aber das heißt ja noch lange nicht, dass man in seiner Gesamtheit gut, besser, richtig ist. Das vielleicht noch mal zum Aspekt "Missionieren".


    Nehmen wir als einfaches und anschauliches Beispiel einfach den Fall, dass ich 100.000 EUR bedürftigen Menschen spende, aber zuvor oder gleichfalls andere bedürftige Menschen im Werte von 1.000.000 EUR ausgebeutet habe. Wo bin ich da summativ ein guter oder besserer Mensch?


    Gut, man könnte sagen, dass ich ein großartiger Unternehmer bin und die Leute ohne mich gar keine Arbeit hätten. Ein durchaus überdenkbares Argument.


    Was ich aber sagen will, ist, dass eine einzelne gute Tat nicht unbedingt den restlichen Müll aufwiegt, den man so denkt, fühlt und tut, oder eben das, was man an Handlungen unterlässt.


    Ist ein ziemliches Glatteis, in diesem Leben ein selbstbestimmter, selbstverantwortlicher und guter Mensch zu sein. Daher nehmen die meisten Menschen lieber davon Abstand.


    Jeder Mensch aber, den man womöglich wirklich als guten Menschen bezeichnen kann, musste einen Anfang machen.