• Warum giftet mich meine family so an? Verletzende Kommunikation

    Mich würde die Meinung eines breiteren Publikums interessieren und zwar geht es um das Kommunikationsverhalten zwischen meiner Kernfamilie und mir. Aspekt I. Ich hatte nun schon des öfteren Stress mit meiner Schwester, bei dem ich immer ein paar Tage wohne, dass er mich vor anderen rund macht. 1. Vor ein paar Tagen waren wir spazieren und sein Hund hatte…
  • 102 Antworten
    Paritu schrieb:

    Was ich auch denke und erlebe - in einer Familie hat jeder seine "Rolle" - und es kann ganz schön schwer sein aus dieser zugewiesenen Rolle auszubrechen.

    wir leben seit jahrzehnten nicht mehr zusammen, meine schwester sehe ich dreimal im jahr, wir telefonieren, klar... also kontakt ist da...

    ich weiß echt nicht, was in den letzten Jahren passiert ist, was ich denn gemacht habe, dass ich ständig so "in Schach gehalten" werden muss....


    wir haben eine cousine....die ist eher von der ruppigen art...

    wir waren mal alle zusammen... meine cousine meinte zu mir, ich solle jetzt das und das machen, damit das klappt.... (ging um tisch decken)....

    meine mutter war davon wohl total beeindruckt, sie meinte hinterher zu meiner (erwachsenen) Tochter sie wünschte, sie "hätte mich auch so im Griff" (!)

    ist das nicht seltsam, wenn sich die mutter wünscht, mich, ihre tochter, "an der Leine zu führen"?????


    ich meine, wenn ich sie ständig angreifen würde (warum?) - aber im Gegenteil behandele ich die beiden auf allen ebene wie rohe Eier, ich gebe immer nach, ich verbessere sie nicht, ich unterbreche sie nicht, ich sage nur was, wenn es zu schlimm wird, siehe Bespiel 1 und 2 - aber es wird immer schlimmer.

    Mal so kurz und knapp aus der Ferne betrachtet. Die Situation, die du schilderst kommt in den sogenannten besten Familien vor. Du bist ein rotes Tuch für deine Schwester und Mutter, weil du etwas/alles geschafft hast, was sie, ihrem Gefühl nach, nicht geschafft haben.

    Dieses nagende Gefühl reagieren sie an dir ab, weil sie es nicht schaffen, mit sich selbst, ihren Ansprüchen, Vorstellungen, usw. zurecht zu kommen. Alles was du geschafft hast, gilt quasi nichts, solange sie das nicht auch geschafft haben. Alles wird mies gemacht und wenn du dagegen argumentierst wird dir der Mund verboten.

    Das hast du nun schon ziemlich lange mitgespielt. Wieso, weshalb, warum, ist natürlich auch eine Betrachtung wert.

    Zur Situation als solche, was kann man da machen? Nicht viel. Man ändert keine anderen Menschen, vergebliche Liebesmüh. Man muss sich abgrenzen und lernen es auszuhalten. Jeder darf so dumm, bekloppt, unverschämt, was auch immer, sein, wie er möchte.

    Wenn mir so eine Person zu viel wird, pflege ich keinen Kontakt mehr mit ihr, natürlich mit Ansage: Wenn ich hier immer wieder runtergemacht werde, dann komme ich nicht mehr. Punkt. Ende. Keine Diskussion.

    Hm, ich finde es klingt schon extrem, auf der anderen Seite kenne ich es tatsächlich auch ein bisschen.


    Ein Beispiel : außerhalb, bei Freunden und im Beruf usw galt und gelte ich als leise und eher schüchtern. In meiner Familie bin ich dann "auf einmal" die Freche, Selbstbewusste, Starke. Das ist meine "Rolle" und so wird zumindest von einigen alles was ich sage interpretiert.


    Und für eine Mutter bleibt man ja immer das Kind und im Extremfall auch das "zu erziehende" Kind. Da hilft nur drüber Schmunzeln...

    Evoluzzer schrieb:

    Du bist ein rotes Tuch für deine Schwester und Mutter, weil du etwas/alles geschafft hast, was sie, ihrem Gefühl nach, nicht geschafft haben.

    das sagt mein Mann auch - aber ist es denn so "einfach"?

    criecharlie schrieb:
    Evoluzzer schrieb:

    Du bist ein rotes Tuch für deine Schwester und Mutter, weil du etwas/alles geschafft hast, was sie, ihrem Gefühl nach, nicht geschafft haben.

    das sagt mein Mann auch - aber ist es denn so "einfach"?

    Kann sein. Aber ich glaube auch, dass dabei eine Rolle spielt was für eine Rolle du in der Familie spielst.


    Mir zumindest hat das oft geholfen Situstionen ein bisschen besser zu verkraften in denen ich echt sonst sauer/traurig gewesen wäre. Deshalb ist für mich das Warum durchaus wichtig.

    ich habe schon den eindruck, die "kennen" mich gar nicht mehr. mag ja sein, dass ich früher provoziert habe oder stur war oder was auch immer,

    aber wir sind schon lange alle erwachsen - und mich irritiert es halt auch, dass es immer schlimmer wird. ich darf gefühlt nicht einmal mehr atmen. und mich ärgert es, dass sie mir unterstellen, ich würde sie für doof halten;

    das habe ich noch nie gesagt und ich korrigiere sie nie, weder semantisch noch inhaltlich. ich sage aber, was ich zu einem thema weiß und das reicht anscheinend schon (mal ganz vereinfacht). das wird dann garantiert verbessert und was ich sage ist:

    "dummes geschwätz" (habe ich schon 1000 x gehört) und "ich weiß nicht immer alles besser" (dabei gebe ich nicht mal meine eigene meinung wieder sondern das, was ich dazu gelesen habe).

    Paritu schrieb:
    criecharlie schrieb:
    Evoluzzer schrieb:

    Du bist ein rotes Tuch für deine Schwester und Mutter, weil du etwas/alles geschafft hast, was sie, ihrem Gefühl nach, nicht geschafft haben.

    das sagt mein Mann auch - aber ist es denn so "einfach"?

    Kann sein. Aber ich glaube auch, dass dabei eine Rolle spielt was für eine Rolle du in der Familie spielst.


    Mir zumindest hat das oft geholfen Situstionen ein bisschen besser zu verkraften in denen ich echt sonst sauer/traurig gewesen wäre. Deshalb ist für mich das Warum durchaus wichtig.

    Ach ja: ich muss aber sagen : so extrem war es bei mir nicht. Ich bin nur eben die ewige Jüngste in einer Reihe von sehr vielen Geschwistern - und da wird man glaube ich auch mit 80 noch die sein, die die Rolle der zu Erziehenden hat.


    In einer Sendung erzählte eine weit über Hundertjährige, was sie so mache. Unter anderem bekam sie regelmäßigen Besuch ihrer "kleinen" Nichte.


    Die "kleine Nichte" war über 80. Und brauchte bestimmt noch eine Menge Erziehung, war ja noch "klein".

    criecharlie schrieb:

    das sagt mein Mann auch - aber ist es denn so "einfach"?

    Japp, Es funktioniert. Merkst du ja am eigenen Leib. Dafür nach Erklärungen zu suchen ist mMn bereits Teil der vergeblichen Liebesmüh.

    Du kannst dich klein wie ein Mäuschen machen, es wird nichts ändern, weil deine Mutter und Schwester sich nicht ändern können/wollen.

    Du müsstest ihnen ihre negativen Gefühle und Gedanken aus ihren Schädeln herausreißen, die sie sich selbst eingepflanzt haben.

    Warum kann sich deine Mutter und Schwester nicht für dich freuen? Sind sie so frustriert und unzufrieden über ihr eigenes Leben? Haben sie diese Fähigkeit nie entwickelt, kennen sie solch ein Gefühl gar nicht und wenn ja, warum ist das so? Da musst du mal in der Familienhistorie nachsehen. Irgend etwas ist im Leben deiner Mutter und Schwester schief gelaufen.

    Weil sie es irgendwie nicht gerade biegen können, behelfen sie sich damit, dich, als Dorn in ihren Augen, madig zu machen, ihr armseliges Mütchen zu kühlen.

    Manche Menschen haben es eben nicht besser gelernt. Und weil wir gerade bei der Familienhistorie sind, welche (unselige) Rolle spielen Vater und Ehemann?

    Ich sage immer: alles hat eine Funktion. Wenn sie dich madig machen, erfüllt es für sie eine Funktion.

    Genau das Wühlen in der Famienhistorie würde ich auch nach suchen nach dem Warum bezeichnen.

    Beide Frauen haben je nach ihrem Vermögen bzw. ihren Bedingungen was geleistet, hätten aber ihren Lebensstandard nun nicht aus eigener Kraft aufgebaut.

    ich aber auch nicht, nur bin ich bildungstechnisch formal weiter gekommen, was ich aber als Ausdruck von Individualität sehe - wenn es ihnen wichtig gewesen wäre,

    hätten sie es ja machen können. für meine mom war immer klar gewesen, dass Abitur nicht nötigt war, denn reiches elternhaus. meine schwester hatte im vergleich zu mir auch abitur, wollte aber nie studieren, da sie "keine lust mehr auf lernen" hatte. nun sind aber alle in der näheren familie studierte leute - aber nie hat sie einer deswegen als weniger wert gesehen;

    aber sie sich selbst wohl schon?

    und wolllen mich deshalb so in schach halten, da ich mir nicht einbilden soll, sie wären weniger wert?

    kann das so sein, ist es "so einfach"?

    das wäre für mich schon ziemlich irritierend :-|

    criecharlie schrieb:

    was geleistet, hätten aber ihren Lebensstandard nun nicht aus eigener Kraft aufgebaut.

    also nicht aus eigener Kraft aufbauen können, meine Mom hat geerbt, meine Schwester einen Gutverdiener geheiratet, klassische Rollenverteilung.

    Du bist weiter weg gezogen, hast dich weiter entwickelt und deine Schwester ist auf ihrem alten Status stehen geblieben?

    persönlich gesehen schon.

    sie hat halt auch geheiratet, haus, kinder.... aber beruflich: ja, alles, wie nach der ausbildung.