Warum haben Frauen ihre Emotionen weniger im Griff?

    Hallo Zusammen.


    Ok, der Thread-Titel klingt vielleicht etwas böse, ist aber harmloser gemeint als er klingt.


    Ich beobachte es bei manchen Frauen immer wieder: Emotionen spielen eine extreme Rolle, während Männer sich, außer bei Wut, ziemlich zurückhalten können und man ihnen selten etwas anmerkt.


    Ich hab da das extreme Beispiel von meiner Beziehung.


    Während ich bei schönen und traurigen Stellen in Büchern und Filmen losheule und mir selbst bei diesen kitschigen Familien-Werbespots über Weihnachten und Zusammenhalt sofort die Tränen in die Augen schießen und allgemein echt leicht am Wasser gebaut bin (Gibt es da eigentlich auch was von Ratiopharm? :[] ), ist mein Mann das ganze Gegenteil. In unserer gesamten Beziehung hab ich ihn noch nie mit Tränen in den Augen gesehen, nicht einmal in den schlimmsten Streit-Momenten, wo ich schon völlig aufgelöst da saß.


    Aber auch in meiner Familie kann ich es eher beobachten, dass die Frauen ihre Emotionen deutlicher zeigen und sich teilweise schon Sprüche anhören dürfen.


    Ich frage mich nur: Warum ist das so? Warum haben sich Männer so unter Kontrolle und Frauen eher weniger? ":/ ??Ich weiß, Ausnahmen gibt es überall??

  • 42 Antworten

    Weil Männer nicht weinen dürfen, lach .


    Das macht ihr Ego nicht mit , wir Frauen sind eben viel Emotionaler als Männer .


    Wobei ich finde , ein Mann ist erst ein Mann , wenn er auch weinen kann überall .


    Alles andere sind Proletten oder möchte gern Matchos , tief im inneneren würden sie auch gern weinen kommt aber nicht gut wenn ein Mann heul.


    Zum glück hab ich einen zuhause der auch weinen kann.

    Es wird dir von klein auf abtrainiert, sprich geschlechterbezogene Erziehung: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" ist so ein Spruch den man z.b. oft hört. Wenn du als Junge dann in der Schule mal flennst dann bist du zudem noch der häme der anderen ausgesetzt "guck mal der heult wie ein Mädchen". Von daher lernt man ziemlich schnell Emotionen in sich abzutöten. Nur so kann der große hinterher z.b. auch Soldat werden und ohne zu Zögern auf andere ballern.


    Das durchzieht dann dein ganzes Leben weil es auch hinterher nicht gern gesehen wird wenn man als Mann schwäche zeigt oder generell schwach ist. Das ist der soziale Tot weil du nur an deiner Leistung gemessen wirst: Verdienst, Tore, Auftragsabschlüsse, Überstunden. Nicht nachdem was du denkst und fühlst.

    Gegenfrage: Warum deckeln Männer ihre Emotionen so oft?


    Soll heißen: Wo setzt Du die Norm an? Sind Frauen zu emotional oder Männer zu unemotional?

    Noch dazu kommt das Frauen ihre Emotionen gerne zeigen um sie indirekt als Waffe einzusetzen. Spontanes losheulen damit man keine Argumente bringen muss und um dem anderen zu zeigen "Schau, wegen dir muss ich jetzt weinen - so weit hast du mich gebracht".


    Voll zum Kotzen übrigens.

    Ich finde es gut, wenn ich keine Heulsuse zuhause sitzen habe. Es reicht ja, wenn einer heult ;-D Ich habe meinen Partner auch noch nie weinen sehen. Ich fände das auch irgendwie schräg. Kenne es von zuhause auch nicht, dass der männliche Part wegen Kleinigkeiten los flennt.


    Jedoch finde ich es gut, dass man merkt, ob er sauer/wütend/enttäuscht ist. :)z

    Zitat

    Ok, der Thread-Titel klingt vielleicht etwas böse, ist aber harmloser gemeint als er klingt.

    Naja, da Du Dich für einen roten Nick entschieden hast, wirst Du damit wohl durchkommen.


    Aber, um Deine Frage zu beantworten: Es ist eine Frage des Charakters. Der weibliche Charakter ist näher am Wasser gebaut. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.


    Auch kann man trefflich darüber streiten, inwieweit das eine Frage der Erziehung ist. Denn solange Frauen Männer als Weicheier abtun, wenn sie weinen, werden sie es tunlichst unterlassen, wenn eine Frau dabei ist.


    Also, man könnte auch behaupten, Männer haben ihre Emotionen genausowenig im Griff. Sie lassen es Euch nur nicht merken, weil ihr große starke Männer wollt.


    :)D

    Zitat

    Zum glück hab ich einen zuhause der auch weinen kann.

    Naja, ich hoffe dass er vielelicht spätestens beim ersten Kind mal ne Träne verdrückt. Also wenn er DANN auch nicht emotional werden würde, wüsste ich auch nicht. ":/

    Zitat

    Soll heißen: Wo setzt Du die Norm an? Sind Frauen zu emotional oder Männer zu unemotional?

    Beides? ]:D Frauen könnten Männer ruhig mal ein paar Emotionen abgeben. So, dass man ein ausgeglicheneres Level hätte. ;-D

    Zitat

    Noch dazu kommt das Frauen ihre Emotionen gerne zeigen um sie indirekt als Waffe einzusetzen. Spontanes losheulen damit man keine Argumente bringen muss und um dem anderen zu zeigen "Schau, wegen dir muss ich jetzt weinen - so weit hast du mich gebracht".


    Voll zum Kotzen übrigens.

    Na gut, wenn man absichtlich heult, um den anderen zu manipulieren, ist das echt Mist. Ich z.B. will garantiert nicht heulen, heule aber trotzdem. Dann ärger ich mich total über mich selbst und heule aus Wut über mich selbst noch mehr. Teufelskreis. :-X

    Zitat

    Ich finde es gut, wenn ich keine Heulsuse zuhause sitzen habe. Es reicht ja, wenn einer heult ;-D

    Na wenn es danach geht, heule ich genug für 4. :=o :-D

    Zitat

    Ich habe meinen Partner auch noch nie weinen sehen. Ich fände das auch irgendwie schräg. Kenne es von zuhause auch nicht, dass der männliche Part wegen Kleinigkeiten los flennt.

    Mir geht es hierbei gar nicht um jede Kleinigkeit. Aber ich bin manchmal baff, wie gefasst man das traurigste und erschütterndste Drama schauen kann. Er guckt schon immer ganz automatisch bei bestimmten Szenen zu mir rüber und grinst, weil er weiß, wann die Tränen kommen.

    Ich halte das größtenteils für eine Sozialisierungsfrage. Jungs und Mädchen wird von Geburt an ganz unterschiedlich begegnet.

    Zitat

    Auch kann man trefflich darüber streiten, inwieweit das eine Frage der Erziehung ist. Denn solange Frauen Männer als Weicheier abtun, wenn sie weinen, werden sie es tunlichst unterlassen, wenn eine Frau dabei ist.

    Das spielt auch mit rein.

    Bei mir macht die Einnahme von Hormonen da einen extremen Unterschied, deswegen kam ich auf die Annahme der hormonellen Ursache.

    Also ich bin nich besonders nah am Wasser gebaut, es ist aber schon vorgekommen, dass ich aus Hilflosigkeit oder Traurigkeit geweint habe. Allerdings nicht oft und schon laaaaange nicht mehr. Viel öfter heule ich beim Zwiebeln schneiden ]:D

    Zitat

    Ich vermute, es ist eine hormonelle Angelegenheit.

    Ich gehe auch davon aus, dass das (mit) eine Rolle spielt. Bei mir selbst kann ich was die eigene Empfindsamkeit angeht deutliche Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Zyklushälfte erkennen. In der Zeit vor dem Eisprung kann mich so gut wie nichts erschüttern und ich bin gnadenlos optimistisch und selbstbewusst, nach dem Eisprung sackt das alles mehr oder weniger ab. Ich bin dann empfindsamer und auch empfindlicher, fühle mich weniger gottgleich, dafür aber makelbehafteter.


    Generell bin ich aber der Meinung, dass Hormone nichts hervorholen können, was nicht ohnehin schon da ist. Heißt: es ist alles gleich wie vorher und wird nur in einer unterschiedlichen Intensität wahrgenommen. Und wie man mit Dingen umgeht, was man wie nahe an sich heran lässt und ob man komplett aus der Fassung gerät, das hat man ja unter Kontrolle. Man lernt sich im Laufe des Lebens ja kennen, ebenso wie Auslöser für bestimmte Verhaltensweisen etc und kann dann dementsprechend reagieren.


    Auch als Frau ist man doch kein willenloses Opfer seiner Emotionen, Tränen und Hormone.

    Ich bin mir sicher, dass es hormonell bedingt ist. Zumindest wurde mir das von vielen Transsexuellen in meinem Freundeskreis auch bestätigt. So berichteten mir so manche Transfrauen von schlimmen Heulatacken und Gefühlausbrüchen, sobald sie mit der Hormontherapie begonnen haben. Andererseits hat mir ein Transmann berichtet, dass er durch das Testosteron regelrecht gefühllos geworden ist(im Vergleich zu vorher). So musste er vor der Therapie oft bei Filmen oder anderen bewegen Momenten weinen, nach der Hormongabe hatte er oftmals nicht mal mehr Verständnis gegenüber Anderen die darauf reagierten.


    Jedenfalls haben mir beide Seiten unabhängig voneinander berichtet, dass ihre Gefühlswelt durch die Gabe der Hormone komplett neu gestaltet wurde.

    Ja, das kann ich unterschreiben. Vor der Hormonersatztherapie hat mich fast nichts berührt, nach ein paar Monaten Hormongaben war ich dann extrem nah am Wasser gebaut. Kannte ich mein ganzes Leben hindurch überhaupt nicht, diese Rührseligkeit. Geht mir auch auf den Keks ohne Ende. %-|