Warum stehen manche Menschen nie hinter ihren Entscheidungen?

    Aktuell fällt es mir wieder öfter auf. Man entscheidet für oder gegen etwas und jammert im Nachhinein darüber, im besten Fall sind andere Schuld.


    Ich bin nicht der Mensch dafür, ich habe mir sprunghafte Handlungen in den letzten Jahren abgewöhnt und überlege nun gründlich, bevor ich mich für oder gegen etwas entscheide.


    Allerdings beobachte ich immer wieder, dass andere Personen eben nicht so entscheiden.


    Im Bekanntenkreis wurde ein Auto gekauft, welches so gefallen hat. Ich habe - die finanziellen Möglichkeiten der Person bedenkend - geraten, sich zu überlegen, ob es wirklich dieses Auto sein muss. Ob man nicht an Ausstattung, PS, Getriebe sparen kann, um die Rate kleiner zu halten. Natürlich wollte man das nicht, es hieß, man würde das Auto nun wieder ausreden wollen. Ich sagte mehrfach: Du sollst einfach in Ruhe überlegen, ob du so viel Ausstattung und so ein teures Auto wirklich brauchst.


    Ende vom Lied: Das Auto wurde gekauft. Nun wird gejammert. Das Auto ist so teuer. Das macht so viel allein (hat wirklich alle erdenklichen Assistenten, die es in der Mittelklasse gibt). Und ganz allgemein ist es eigentlich total doof und das alte Auto war viel besser.


    Das ist nur eine von mehren Entscheidungen. Das ist halt das eine Mal das Auto, ein anderes Mal ein teurer Teppich, der dann doch im Keller landet, weil man ihn nicht verwenden kann oder ein Kleidungsstück, an dem man dann doch noch die nächsten Tage rum meckert.


    Auch bei anderen beobachte ich, dass zB ein Computerspiel gekauft wird, bei dem man sich schon beim Vorgänger sagte "Nie wieder, so ein Schrott" und dann doch 60 € für die neue Version ausgibt, die genauso Müll ist und man wieder schimpft.


    Ich frage mich, warum man nicht einfach mal zu seiner Entscheidung stehen kann. Warum sind dann die anderen Schuld? Warum der Exmann, der nie Unterhalt gezahlt hat. Warum der Mechaniker im Bekanntenkreis, der einfach wichtige Tipps gibt und es nur gut meint? Warum die Kumpels, die ein Spiel schon immer klasse fanden, welches man aber nie wirklich mochte.


    Kennt ihr das auch? Wie geht ihr mit solchen "Jammer-Themen" um?


    Wie geht ihr mit Entscheidungen um? Steht ihr prinzipiell dazu oder hadert ihr eher, ob die Entscheidung richtig war?

  • 15 Antworten
    Zitat

    Das ist halt das eine Mal das Auto, ein anderes Mal ein teurer Teppich, der dann doch im Keller landet, weil man ihn nicht verwenden kann oder ein Kleidungsstück, an dem man dann doch noch die nächsten Tage rum meckert.

    Das hat meiner Ansicht nach aber nichts damit zu tun, dass man nicht hinter seinen Entscheidungen steht. Sondern im Grunde einfach damit, dass man sich manchmal falsch entscheidet oder im Nachhinein bemerkt, dass eine eher impulsive Entscheidung eben doch nicht das gewünschte Ergebnis hat.


    Und das halte ich für absolut normal, was ist so schlimm daran? ":/


    Man ärgert sich eben, meist ja eher über einen selbst. Aber wie eine Entscheidung sich auswirkt kann man nunmal nicht immer vorher wissen.


    Wie gehst du denn mit Entscheidungen um, die sich als eher schlecht herausstellen? Was machst du anders?

    Ich denke das liegt an der eigenen Erwartungshaltung.


    Ich mein, wenn ich erwarte, dass das 60k € Auto sich super fährt und in aaaaaallem besser ist...und am Ende ist es halt auch nur ein Auto, zwar mit schnickschnack, aber mit welchen den ich nicht nutze...


    Ich zBsp... ich entscheide mich seit 2 jahren FÜR meine Faulheit und GEGEN das Winterreifengewechsel. Wenn ich jetzt erwarten würde, dass meine Reifen sich von selbst wechseln, dann würd ich meckern...


    So hocke ich da...sehe Schnee oder Glatteis und denke mir "Hoffentlich ist es morgen trocken, sodass ich einkaufen fahren kann..." oder "Ok fahr ich halt mit der Bahn".


    Ich könnt natürlich auch meeeeeeckern, aber dann sollte ich mich selbst anmeckern :)


    Ich glaub viele erwarten eine eierlegende Wollmilchsau.


    Habe mir gestern einen Staubsaugroboter gekauft... hat 100€ gekostet. Meine Erwartung ist, dass ich die ersten Tage damit beschäftigt bin ihn aus Situationen zu befreien und Sachen wegzuräumen. Wer sich aber einen kauft und denkst "Super von nun an ist es immer sauber!" der wird halt enttäuscht sein...und jaaaaammern.

    Na ja: Haben, haben, haben wollen. Eine etwas kindliche Verhaltensweise, wenn die Konsequenzen erst später bedacht werden: viele laufen vorher in die Schuldenfalle. (Eine einschlägige TV-Serie berichtete eindrücklich von solchen Schicksalen, da muss man dann erst mal wieder rauskommen …)


    Warum das so ist, ist sicher pauschal nicht zu beantworten. Menschen versuchen, für sich zu sorgen. Und laufen in die Irre, wenn das gepaart ist mit wenig Voraussicht und manchmal auch wenig Verantwortungsgefühl.

    Hm, ich bin der Ansicht, dass man seine Meinung jederzeit ändern kann oder sich nochmal umstimmen lassen/umentscheiden kann. Warum auch nicht? Ich nenne das eher Flexibilität.


    Man könnte ja auch sagen, dass die erste, impulsive Entscheidung nicht unbedingt die Beste ist? Lieber nochmal alles in Ruhe überdenken.


    Und überhaupt, was hätte man denn davon, wenn man das Auto oder das Nachfolgespiel jetzt nicht kauft, weil man im ersten Moment nicht so angetan war? Bloß, um zu einem Ideal zu stehen? Das fände ich eher etwas borniert. :)z


    Für mich klingt das eher, als hättest du ein paar sprunghafte Bekannte im Umfeld, von denen du verständlicherweise etwas den Papp auf hast. Kann das sein? :-)

    Ich verstehe aber schon, dass es nerven kann, jemanden dann auch noch trösten zu sollen, wenn man vorher schon gewarnt hat. %-|

    Zitat

    Das hat meiner Ansicht nach aber nichts damit zu tun, dass man nicht hinter seinen Entscheidungen steht. Sondern im Grunde einfach damit, dass man sich manchmal falsch entscheidet oder im Nachhinein bemerkt, dass eine eher impulsive Entscheidung eben doch nicht das gewünschte Ergebnis hat.


    Und das halte ich für absolut normal, was ist so schlimm daran? ":/


    Man ärgert sich eben, meist ja eher über einen selbst. Aber wie eine Entscheidung sich auswirkt kann man nunmal nicht immer vorher wissen.

    Das waren ja nur ein paar Beispiele, die materiellen Dinge häufen sich nur. Erst der Teppich, zwei Wochen später ein anderer, ein Monat später wieder ein anderer, dann jedes zweite Paar Schuhe, aber eben auch teurere Investitionen. Das Auto, welches man 5 Jahre finanzieren muss, die Couchgarnitur, die dann doch komisch ist, die neue Wandfarbe, die noch 5 mal getauscht wird, bis man sie an die Wand bringt.


    Wenn es ein "manchmal" wäre, wo man falsch entscheidet - klar kommt das vor. Aber wenn schlichtweg 90 % aller Entscheidungen im Nachhinein bemängelt werden und dann die anderen (der Mechaniker, der Verkäufer, die Firma, der Baumarkt, der Vermieter, der Hausmeister, etc.) Schuld sind. Also das empfinde ich schon als sehr anstrengend. :-D

    Zitat

    Wie gehst du denn mit Entscheidungen um, die sich als eher schlecht herausstellen? Was machst du anders?

    Mich kurz aufregen (und nicht tage- oder wochenlang) und dann versuchen das beste daraus zu machen. Wenn etwas zu retten ist, dann retten was geht. Wenn das nicht geht, dann muss man es halt akzeptieren.

    Zitat

    Ich mein, wenn ich erwarte, dass das 60k € Auto sich super fährt und in aaaaaallem besser ist...und am Ende ist es halt auch nur ein Auto, zwar mit schnickschnack, aber mit welchen den ich nicht nutze...

    Das Auto fährt sich ja besser. Diese Person kam nur mit der Mechaniker-Kritik nicht um, dass das Auto so, wie es aktuell gefahren wird, nicht gut gefahren wird und schnell die ersten Reparaturen anstehen. Natürlich hat der Mechaniker aber keine Ahnung, weil sie ja so super fährt und bei dem anderen Auto war es auch kein Problem. (Doch, da hat es bei der 16 Jahre alten Karre nur keinen interessiert. ]:D ) Und jetzt ist das Auto natürlich totaler Mist und man hätte es nie kaufen dürfen, weil man bei Minusgraden den Turbo nicht bis Ultimo drücken darf, bevor er warm ist. :=o

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    Na ja: Haben, haben, haben wollen. Eine etwas kindliche Verhaltensweise, wenn die Konsequenzen erst später bedacht werden: viele laufen vorher in die Schuldenfalle. (Eine einschlägige TV-Serie berichtete eindrücklich von solchen Schicksalen, da muss man dann erst mal wieder rauskommen …)

    Ich beobachte es leider vermehrt, in der Familie gab es schon die Schulden inklt. Schufa und beinahe Privatinsolvenz. Dennoch wird auch Jahre später wieder eher impulsiv gekauft und das Geld reicht nicht bis Monatsende. ":/

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    Hm, ich bin der Ansicht, dass man seine Meinung jederzeit ändern kann oder sich nochmal umstimmen lassen/umentscheiden kann. Warum auch nicht? Ich nenne das eher Flexibilität.


    Man könnte ja auch sagen, dass die erste, impulsive Entscheidung nicht unbedingt die Beste ist? Lieber nochmal alles in Ruhe überdenken.

    Natürlich kann man das. Denn genau der Meinung bin ich ja auch. Die erste, impulsive Entscheidung ist meist nicht die Beste / Logischste und man sollte erst einmal in Ruhe überlegen (und je nach Wert oder Konsequenzen länger oder kürzer), ob die impulsive Entscheidung richtig wäre.


    Aber dann jeder impulsiven Entscheidung nachgeben und im Nachhinein jammern... :=o

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    Und überhaupt, was hätte man denn davon, wenn man das Auto oder das Nachfolgespiel jetzt nicht kauft, weil man im ersten Moment nicht so angetan war? Bloß, um zu einem Ideal zu stehen? Das fände ich eher etwas borniert. :)z

    Klar, aber wenn man sich ein Auto kauft, was Dinge hat, die man gar nicht nutzen will, dann muss man es ja auch nicht kaufen. Vor allem dann, wenn es eine Investition für Jahre ist. :)z


    Und wenn dann der 3. Nachfolger des Spiels Schrott war, darf man wirklich auch mal aufgeben. Ich habe aber diesbezüglich inzwischen den Auftrag, diese Person mit allen Mitteln, notfalls Gewalt, vom Kauf des Spiels abzuhalten. ]:D

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    Für mich klingt das eher, als hättest du ein paar sprunghafte Bekannte im Umfeld, von denen du verständlicherweise etwas den Papp auf hast. Kann das sein? :-)

    Ja, das stimmt. @:) Leider kann man diesen Themen nicht wirklich entgehen und gut gemeinte Ratschläge werden gekonnt ignoriert. ":/

    Ich glaube, so jemand möchte nicht auf Ratschläge hören. Er muss in die Irre laufen, um die Quittung am eigenen Leib zu erfahren, und viele müssen das mehrfach oder andauernd, leider.

    Beim Auto dürfte es ne Mischung aus Unwissen, Desinteresse an technischen "Details" und dem "haben wollen" Reflex gewesen sein. Gerade die Kombination "ich hab keine Ahnung aber es interessiert mich auch nicht was Fachleute sagen" ist bei jedem technischen Gerät tödlich, sowas geht immer schief. Aber gut, spätestens wenn der erste Turbo in Stückchen im Motorraum landet und nen kapitalen Motorschaden verursacht interessiert man sich vielleicht dafür.


    Viel mehr als "gute Tipps geben" kann man hier nicht, es gibt nunmal Leute die erst aus Schaden klug werden. Wobei, wenn der finanzielle Schaden bei Teppich, Couch usw. nicht ausreicht dann wird auch ein kaputtes Auto nichts daran ändern, dann ist halt der Hersteller doof und nicht man selbst.

    Und wenn das ne ganze Familie betrifft dann würde ich sagen das dieses Verhalten prima von einer Generation an die nächste "vererbt" wurde. Scheinbar ist es immer irgendwie gut gegangen und hatte nie ernsthafte Konsequenzen, außer eben für die Geldgeber die ggf. auf ihren Schulden sitzen bleiben.

    @ Nodi84:

    Ja, du hast es ziemlich gut erfasst. :)=


    Wir, die das alles miterleben, sind dementsprechend wirklich angenervt. Vor allem der Fachmann, dem nicht geglaubt wir.d %-|


    Ein und die selbe Familie ist es nicht. Es sind mehrere Familien.


    Leider bin ich zB auch hier für eine Person Geldgeber, damit andere Schulden bezahlt werden können und warte nun schon seit Mai auf Rückzahlung. Ich hatte ja wirklich auf die Versprechen zur Besserung gehofft, die nicht eingehalten wurden - trotz vergangener Negativerfahrungen mit Schulden, bei der Person. :-/

    Naja, sowas hat doch fast jeder schonmal mit (vermeintlichen) Freunden erlebt. Hab auch schon mal 200€ "verliehen" und bis die Person "verschwunden" ist nie wieder gesehen. Ok, war jetzt nur nen kleiner Betrag und halt einfach ärgerlich, wenn man größere Beträge verleiht tut sowas natülich richtig weh. Ist für mich auch der Grund wieso ich nicht mal mehr 50€ verleihe.

    Ich habe zum Glück "nur" innerhalb der Familie Geld verliehen und auch wenn es nicht nur 50 € sind, so kann ich hier dann doch mehr Druck machen. Er kann sich ja nicht einfach verdrücken, wie es manche "Freunde" dann tun. ]:D


    Im Übrigen: Das Auto, welches dann gestern den Tag über wieder total schlimm war, war nach einigen Komplimenten von Wildfremden dann plötzlich doch ein kleiner Schatz. %-| Da war der Mechaniker dann als Kontaktperson für den Kauf eines solches Auto und als Vermittler zu diesem Auto wieder hochgelobt. >:(


    Wir konnten darüber nur mit dem Kopf schütteln.