@ a.fish:

    ja kann gut sein. habe ich so noch nicht gemacht und ich bin auch keine typische emanze ala alice schwarzer, aber vl findet sich das eine oder andere vorbild :)

    @ erkönigs.tochter:

    teilweise hab ich das gefühl, als müßte ich diese vorbilder erfüllen - aber vermutlich aufgrund des gesellschaftlichen drucks und der eigenen unsicherheit, wer ich bin (in sachen frau). ich kenn mich aus anderen bereichen, wo ich bereits gesellschaftliche normen abgelegt habt (mithilfe der therpaie).


    weißt eh, wenn man keine eigene meinung hat, dann nimmt man sich gerne die allgemein gültige zu hilfe... und so wird es auch bei mir sein, nur dass mich die allgemein gültige eben zunehmend belastet


    ich habe mir grad ein buch über das thema "regretting motherhood" gekauft. das ist ein derartiges tabu-thema in unserer gesellschaft - noch mehr als postpartale depression - dass ich total verwundert war,d ass ich offenbar nicht die einzige bin, die mit diesem thema so hadert. in dem buch wird eben genau die oben beschriebene thematik beschrieben: dass mutter sein mit so vielen klischees behaftet ist (in unserem christliche-katholischen umfeld), dass das bei manchen frauen zu einem echten problem führt, weil sie es nicht fühlen und sich damit als "krank" vorkommen.


    und ähnlich geht es mir mit dem übergeordneten thema "frau sein"...


    ich glaube ganz einfach, dass unsere generation total im umbruch ist. wir haben -gefühlt- das erste mal die möglcihkeit so zu sein, wie wir wollen. auch wenn es rollenbilder gibt müssen wir diesen nicht mehr entsprechen, wenn wir nicht wollen. das ist ein großer großer großer vorteil, macht die sache aber auch schwieriger, weil wir uns außerhalb dieses rahmens bewegen und das schafft (bei mir) unsicherheit.


    wenn wir eben nicht diese rolle sind, wer sind wir dann? und vor allem: sind wir dann noch wer?? ist man noch immer frau, wenn man nicht in diese schublade paßt? natürlich, aber diese sicherheit muß man/frau :-) erst mal aufbringen. mit dieser ist leider nicht jeder gesegnet... und ich schon gar nicht.... :-/


    versteht ihr, was ich meine?

    du stellst das ja auch alles sehr negativ dar.


    in diesem Tenor "müsste" ein mann jeden samstag Fußball glotzen, vor die Eisdiele in angebermanier vorfahren und an Selbstüberschätzung leiden.


    vielleicht hilft es zu prüfen, ob du typisch weibliche eigenschaften wie geschickterer umgang mit Mitmenschen dank höherer Empathie oder ausgefeiltere kommunikationstechniken oder virtuosere Sprachbeherrschung oder ... gut fändest oder hast.

    @ dummschmarrer74

    wenn man die gängigen männereigenschaften heranzieht, dann stimme ich dir zu. aber natürlich weiß ich, dass das nicht stimmt und mit sicherheit nicht auf alle zutrifft.


    und bin mir aber sicher, dass männer teilweise ähnliche fragen im kopf haben - wenn ich nicht sport schauen will und kein bier mag, was bin ich dann für ein mann?


    das trifft sicher auf beide geschlechter zu, aber ich befasse mich halt grad nur mit meinem geschlecht ;-)


    witzig, heute dachte ich, dass ich definitv eine hohe empathie habe und ich das als (für mich) typisch weiblich ansehe. und zwar ausnahmsweise im positiven sinne.


    in sachen kommunikation bin ich sicher auch gut bzw. wenn es darum geht, dem gegenüber mit worte das gefühl zu geben, dass ich ihn verstehe,was mir in meinem job auch sehr zu gute kommt.


    ob das jetzt typisch weiblich ist weiß ich nicht... ???

    Zitat

    versteht ihr, was ich meine?

    Absolut. :)z Ich habe da für mich bisher keine abschließenden Antworten gefunden. Mich mit Gendertheorie und Feminismus zu beschäftigen, hat mir persönlich bisher am meisten geholfen. Ich glaube auch einfach, weil ich da gemerkt habe, dass ich mit meiner Verwirrung und meinen Fragen nicht alleine bin, ganz im Gegenteil. Das macht irgendwie den Rücken etwas stärker, um gesellschaftlichem Druck und Zwängen zu begegnen. Und das es viele mögliche Antworten gibt, schenkt mir ein bisschen Vertrauen, dass ich meine schon noch finden werde - aber auch bis dahin vielleicht ganz okay bin.


    Jede Woche interessante Kurzbiographien über Frauen aus allen Bereichen und Berufen gibt's z.B. hier.

    Es ist wie mit allem im Leben. Das, was eine Sache ausmacht, merkt man erst dann, wenn es nicht mehr da ist. Der Mensch ist ein Gewohntheitstier und neigt dazu selbstverständliche Dinge nicht als Geschenk, sondern eben als selbstverständlich hinzunehmen.


    Wenn man als Frau immer Brüste hatte, dann ist das halt so und nichts besonders. Hatte man die aber nie, weil wie in meinem Fall ein Hormondefekt das Wachsen solcher verhindert hat, dann ist der Stellenwert ein ganz anderer und Brüste sind etwas extrem weibliches. Jede Frau identifziert sich mehr oder weniger über die so entstehende Figur. Wenn man keine Brüste hat, dann fragt man sich ganz oft, ob man überhaupt Frau ist. Das gleiche passiert mit den vielen anderen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen genauso. Es gehört zu einer gelebten Körperidentität, ohne die man schnell den Bezug zu seinem Geschlecht verliert. Auch wenn man typische Eigenschaften wie Empathie, Fürsorge usw. mitbringt, so rüttelt das doch schnell am weiblichen Bild.


    Was im Endeffekt die soziale Rolle damit macht - Gender - ist eine andere Geschichte. Jeder darf doch leben wie er will und anziehen. Das macht doch keine Frau oder Mann aus. Auch nicht, wer wie Karten liest oder auch nicht. Solange nämlich die eigene Körperidentität nicht stimmig ist, braucht man alles soziale gar nicht besprechen, wer wie Sex hat, wen heiratet, wo mit wem ausgeht.


    In erster Linie macht den Mensch (den Mann/die Frau) das aus, was er als Individuum für sich empfindet und ob seine Körpermerkmale genau mit dieser Vorstellung konform gehen. Im Fall von Trans-Mensch ist es ja nun ganz verrückt, weil da ja prinzipiell alles nicht stimmt - das damit lange Leidenswege verknüpft sind, ist quasi vorprogrammiert.

    Vielleicht, wenn es um die Fokussierung von Schönheitsidealen geht. Es gibt aber auch simple, weibliche Attribute, die biologisch seinen Sinn haben. Dazu zählen z.B. die Brüste, die Hüfte/Taille und auch volle Haare. Es geht hier um das simple Paarungsverhalten, ohne das wir uns ja nicht vermehren würden. Männer schauen einerseits auf diese Merkmale, um so eine gewissen Fruchtbarkeit und Gesundheit auszumachen, Frauen möchten natürlich irgendwie eben dies bieten. Das sind unsere Gene und Triebe. Mit Liebe hat das auch nicht viel zu tun - der Eizelle ist es egal, ob sie mit Liebe gemacht wurde, aber sehr wohl, ob sie aus einem gesunden Genpool stammt.


    Sicherlich haben wir heute gelernt uns darüber hinwegzusetzen und Triebe zu unterdrücken. Irgendwo in uns sind dann aber eben diese Ursprünge und die rein biologische Wiblichkeit ist eben mit einer hohen "Fortpflanzungserwartung" verbunden. Heute leben wir das anders aus, aber selbst das Haarstyling ist Ausdruck dessen ... hohe Schuhe, figurbetonte Kleidung. Irgendwo gehts immer noch darum diese weibliche Reize auszuspielen. Klar, mag da nicht jeder aufspringen, was völlig legitim ist. Aber die konstruierten Genderrollen haben mit Weiblichkeit im biologischen Sinn nicht sooo viel zu tun.