• Was kann ich tun um glücklich zu sein?

    Guten Abend :)z , mein Problem ist folgendes: ich bin nicht glücklich. Ich kann nicht mal sagen, warum es so ist, da ich eigentlich ein gute "Basis" zum Leben habe. Ich bin 18, mache zur Zeit eine Ausbildung zur PKA und bin damit ganz zufrieden. :-) Zudem habe ich Haustiere und auch Hobbys (Sims, Klavier, Filme etc). Mit meiner Familie verstehe ich mich gut, in…
  • 61 Antworten

    Fluvoxamin ist zwar dem Fluoxetin ähnlich aber eben nicht gleich.


    Und dass Antidepressivum wie eine Droge wirken ist absoluter Unsinn. Leider schreiben hier Leute,


    die gar keine Ahnung von AD haben. Bei Depressionen vermutet man einen Serotoninmangel im Gehirn,


    da das Serotonin zu schnell abgebaut wird. Das ist jetzt etwas laienhaft ausgedrückt. Sorry.


    Aber aus diesem Grund helfen eben Serotonin-Wiederaufnahmehemmer in der Regel bei


    Depressionen. Klar, wenn man handfeste Probleme hat, werden diese durch das Medi nicht beseitigt.


    Aber durch die Verbesserung der Stimmungslage kann man die Probleme besser lösen.


    Denn Depressionen zerstören den Willen und die psychische Kraft.


    Also mit Entspannungsübungen und dergleichen kommt man bei wirklichen psychischen Erkrankungen


    nicht weit.

    Sollte ich lieber das Fluvoxamin ausprobieren oder ein komplett anderes AD, was würdest du mir empfehlen?


    Ja, das stimmt mit der Stimmungslage. Solange sie sich nicht verbessert, bleibt das ganze andere Zeug liegen, die Motivation etwas zu tun, zu leben, ist dann einfach am Abgrund.


    Ich habe mal ein paare Tage versucht zu meditieren, einen kleinen Erfolg hat es keinen gebracht.

    Zitat

    Aber aus diesem Grund helfen eben Serotonin-Wiederaufnahmehemmer in der Regel bei Depressionen

    Ich könnte mir in dem geschilderten Fall auch ein SNRI (Serotonin und Noradrenalin-Hemmer) vorstellen, falls das SSRI zu wenig antriebssteigernd gewirkt hat.


    Am besten gehst du, liebe TE, mal zu einem vernünftigen Psychiater. Manchmal muss man einige ADs ausprobieren, um auf das Richtige zu kommen @:)

    Das Fluoxetin hat meinen Antrieb schon gesteigert, irgendwie.. also anfangs war ich ziemlich unruhig, ich habe gehofft, dass das ein Zeichen dafür ist, dass es in ein paar Wochen wirken würde, aber Pustekuchen. Denkst du, ein SNRI wäre besser in meinem Falle? Mir geht es nicht unbedingt um fehlenden Antrieb, sondern um eine schlechte Grundstimmung. Kannst du mir einen Wirkstoff empfehlen, mit welchem hast du Erfahrungen gemacht?

    Hallo Cenible,


    erstmal tut es mir leid, dass dich deine Stimmung so drückt und von glücklichen Gefühlen abhält :°_ , aber ich finde es auch gut, dass du aktiv nach einer Änderung suchst - das wird sich irgendwann auszahlen und findest deinen Weg ins Glück. :-) @:)


    Auf der medizinischen Seite würde mich interessieren, wie denn dein Blutdruck ist, ist der vielleicht sehr niedrig?


    Auf der mentalen Ebene sind mir ein paar Fragen/Ideen gekommen


    - wissen deine Eltern von deiner schlechten Grundstimmung? Kannst du mit ihnen ganz du selbst sein? Strahlen sie eine positive Stimmung aus?


    - welche erfüllbaren Wünsche könntest du uns mal nennen, über deren Eintreffen, du dich freuen würdest?


    - könnte vielleicht folgende Idee eine kleines Training sein, in deine Vorstellungswelt mehr Helligkeit zu bringen: versuch doch mal, jemand anderes aus deiner Umgebung (Ausbildung, Einkaufen) zum Lächeln zu bringen :)_


    Alles Gute wünsch ich dir :)z und ich bin gespannt wie es weitergeht :)^

    Mein Blutdruck ist in der Tat etwas niedrig, inwiefern hängt das mit der Stimmung zusammen?


    - meine Eltern wissen Bescheid (ich war ja in der Geschlossenen..), sie behandeln mich aber nicht als kränkliches Weichei oder so, was ich gut finde


    - ich möchte unbedingt im Frühjahr in meine erste eigene Wohnung ziehen :-)


    - ich mache bereits gerne Anderen eine kleine Freude :)z


    Danke @:)

    Schade, dass dir die Psychotherapie nicht geholfen hat.


    Vielleicht es mal bei jemand anderem versuchen oder eine andere Art der Therapie?

    Ich habe das Gefühl Gesprächstherapie ist nicht so mein Ding, ich kann mich da nicht so öffnen bzw. reden tue ich sowieso nicht so viel. :-/

    Hallo Cenible

    Zitat

    - ich möchte unbedingt im Frühjahr in meine erste eigene Wohnung ziehen

    Was erhoffst Du Dir davon?

    Zitat

    Mit meiner Familie verstehe ich mich gut, in meiner Freizeit verbringe ich die meiste Zeit mit meinen Haustieren oder alleine, also ich treffe mich (sehr) selten mit alten Schulfreunden, habe aber auch kein besonderes Bedürfnis nach mehr Sozialkontakten.

    Mit einer eigenen Wohnung, in der Du alleine wohnst, werden die sozialen Kontakte eher noch stärker reduziert. Darf ich Dich hier fragen, weshalb Du nicht besonders viel redest? Es geht ja nicht darum, "viel" zu reden, sondern es scheint wirklich sehr wenig zu sein, wie ich Dich lese.


    In Verbindung dazu kann ich mir vorstellen, dass andere Menschen quasi reden "müssen", um mit Dir in Kontakt zu kommen, wenn sie Kontakt mit Dir aufnehmen möchten. Sorgt da eine eigene Wohnung denn nicht für noch mehr Distanz? Ich sehe Menschen als soziale Wesen an und glaube, das Bedürfnis nach Verbindung zu anderen Menschen wird manchmal sehr unterschätzt.

    Glücklich "sein" klingt für mich sehr statisch, klar kann ich einen Moment des Glücks auf ein Foto "bannen", ich glaube aber, in Berufen, die permanent "gute Laune" zeigen müssen, wird der permanente Versuch, einen fröhlichen Ausdruck zu zeigen, mitunter sehr anstrengend.


    Dabei denke ich gerade an eine Situation, in der ein Gruppenfoto gemacht wurde und der Fotograf eine Bemerkung machte, die bei den meisten Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht "zauberte". Diese Stimmung aber permanent halten zu wollen, schaffe ich nicht.


    Natürlich gibt es Menschen, die wie gemacht dafür scheinen, Gefühle aber sind nichts statisches. Auch ist nicht alles, was bei jemand anderem Glücksgefühle oder ähnliche Empfindung auslöst, geeignet, bei mir Freude auszulösen.


    Vielleicht liegt ja eine Schwierigkeit darin, auf mentaler Ebene Vergleiche zu ziehen, wo ich gerade sehe, wie sich jemand sehr freut und unbewusst meine Situation damit vergleiche und dem nichts entgegen setzen zu können? Dann befinde ich mich auf einer bewertenden Ebene und "denke", wie sieht es aber ohne diese Bewertungshaltung aus? Kann ich in diesem Moment von einer Bewertung auf mit-fühlen "umschalten"?

    Zitat

    Ich bin bereits seit 2 Jahren in Therapie, jedoch fehlt mir irgendwie die Grundmotivation, was wahrscheinlich an meiner Stimmung liegt.. ich habe das Gefühl niemand kann mir helfen außer ich mir selbst. Außerdem war ich auch 4 Wochen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (geschlossene Station), das hat mir aber auch nicht geholfen.

    War diese Situation in Deiner Therapie schon einmal im Gespräch, also dass Du Dich nicht so öffnen kannst, wie Du es für wichtig (emp-)findest?

    Irgendwie ist das indirekt ganze Zeit in der Therapie das Thema, dass ich mehr öffnen soll und dass sie mir sonst nicht helfen können und so.


    Es gibt einmal eine 'gute' Seite in mir, die denkt, dass mit einer neuen Wohnung kann ich so einen richtigen Neustart anfangen, wo ich alles Schlechte hintermirlasse und glücklich werde und dann gibt's einmal die 'böse Seite, die nur seine Ruhe möchte und sich von der neuen Wohnung erhofft, sich ungestört schneiden zu können wie viel man will, ohne Maß sich vollzuessen zu können & zu kotzen ohne diese ganze Heimlichtuerei oder tagelang nichts zu essen, ungestört Tabletten missbrauchen usw....


    Ja, das stimmt, dass man erstmal anfangen muss selbst zu reden, bevor ich irgendwas von mir sage. Wir haben den Spieß mal umgedreht und jetzt darf ich ihr ganz viele Fragen stellen, vllt hilft das mir, wenn ich irgendeine kleine Verbindung/Basis mit ihr habe, um mich mehr öffnen zu können. Soo viele soziale Kontakte brauche ich nicht, mir geht alleine mit meinen Tieren gut, was das angeht bzw. mir ist das eher zu viel, ich muss ja tagsüber auf der Arbeit auch unter Menschen sein, zuhause auch..


    Glücklichsein ist für mich irgendwie ein Zustand von allgemeiner Zufriedenheit mit sich und der Welt, nicht unbedingt zB diese Freude beim Geschenkeauspacken oder so, das ist nur ein kleiner Moment, den jeder anders empfindet.

    Hello again *:)


    hallo Cenible, :-)


    wenn ich so deinen letzten Post lese, denke ich, dass du einen glasklaren Verstand haben kannst, überhaupt machst du dir viele Gedanken, was dir etwas Wert ist und vieles anderes. Und dein Leben erfüllt dir tatsächlich viele grundlegende Gegebenheiten, von denen andere nur träumen können - Tiere, Ausbildung, nette Familie, eigentlich ein prima Lebensweg, wie er sein soll. Das ist schonmal eine gute Ausgangslage, um sich mit "dem Eingemachten" zu beschäftigen.


    Denn irgendwas scheint sich - noch - in dir zu verstecken, dass sich auf Umwegen in deinem "Unglücklichsein" bemerkbar macht. Es gilt, dies zu ent-decken - ich hoffe wirklich, dass du den Weg dahin mit der Psychologin finden wirst - darin steckt der Schlüssel zur Lösung. Und zur Befreiung von dämpfenden, traurig machenden Stimmungen.


    Lass dir Zeit dabei, aber bleibe am Ball, nur Mut! Es ist für DICH. Ich finde es toll, dass du die Psychologin fragen darfst als "Lockerungsübung" :-). Könnt ihr über deine Umzugsträume und -ängste, wie du sie hier beschrieben hast, reden?


    Erstmal liebe Grüße an dich und deine Tiere (hattest du schon geschrieben, welche du hast? Ich weiß es grad nicht mehr).


    Und bis bald *:) @:) :)*

    Was mir gerade einfällt, du sicher ja einen Weg mit deiner Psychologin über deine Essstörung zu sprechen. Wäre nicht eine Möglichkeit zu fragen, wenn du gerade eh Fragen an sie stellst, ob sie solche Probleme schon mal hatte, also absichtlich erbrochen, sich dick gefühlt, obwohl sie untergewichtig ist, etc.

    Ich denke auch, dass irgendwas mit mir sen muss, oder kann man wirklich grundlos so traurig sein? Über den Umzug haben wir auch schon etwas geredet (hauptsächlich darüber, dass ich gerne alleine bin) aber alles habe ich natürlich (noch) nicht gesagt, was ich mir genau wünsche/befürchte etc..


    N n, ich habe noch nicht geschrieben, welche Tiere ich habe. Es sind mein Hund (hyperaktiver Dackel ;-) ) und und meine lieben Meerschweinchen. :-)


    Das mit dem Essen & Erbrechen habe ich ihr auf einem Blatt Papier geschrieben, ich konnte es nicht aussprechen.

    Mir ging es genauso. Borderline Persönlichkeitsstörung. Ich habe jahrelang mit Magersucht und SVV gekämpft.


    Ich dachte, es schien hoffnungslos. ABER mein Therapeut hat mich Stück für Stück aus diesem Loch rausgeholt und heute kann ich dir sagen, dass ich glücklich bin! :)_


    Auch ich hab mich unglücklich, unzufrieden und grundlos traurig gefühlt. Mein Leben hat sich hohl angefühlt.


    In der Therapie hab ich gelernt, dass ich mich selbst extrem begrenze und daraus diese Unglücklichkeit entsteht.


    Ich hab mich einmal beschwert, dass mir langweilig sei.


    Mein Therapeut meinte, ich solle etwas machen, was mir Spaß mache. Ich sagte, mir mache nichts Spaß und ich wüsste nicht, was mir gefällt. Meine Hausaufgabe war, 50 Dinge aufzuschreiben, dir mir Spaß machen.


    Meine Fresse. Ich saß bestimmt 4 Stunden an dieser "dämlichen" Aufgabe und habe den Sinn nicht verstanden. Beim nächsten Mal musste ich dann einen Wochenplan anfertigen und jeden Tag 1-2 Dinge von meiner Liste mit Spaß "abarbeiten". Außerdem sollte ich alles, was mir am Tag so an Wünschen, Träumen und Plänen durch den Kopf geht, aufschreiben. Jede Sache, die nützlich scheint, wie zum Beispiel zum Frisör gehen und die Haare färben, sollte ich ebenfalls in meinen Wochenplan einarbeiten.


    Ich bin ganz ehrlich: Dieser Plan hat mich hart genervt. Am Anfang ging es gar nicht. Nach 4 Wochen merkte ich die erste Verbesserung. Ich habe mir endlich Dinge gegönnt und mir Wünsche und Träume zugestanden.


    Je mehr Dinge ich gemacht habe, desto besser habe ich mich gefühlt.


    Früher wäre ich nie zum Frisör gegangen, wenn mir der Sinn danach stand. Früher hätte ich nie ein professionelles Fotoshooting gemacht, weil es mir einmal durch den Kopf gegangen ist. Ja, ich wäre früher nicht mal eine Runde mit dem Fahrrad gefahren.


    Ich hätte systematisch Zuhause gegessen, keinen Zugang zu meinen Bedürfnissen gehabt und mich gelangweilt.


    Heute kann ich das alles ohne Wochenplan. Manchmal mache ich noch eine Liste, damit ich all die tollen Ideen, die ich habe, nicht vergesse. Mir hat das wirklich extrem geholfen, obwohl es am Anfang sinnlos schien und hart genervt hat.


    Diese 4-wöchtige Semantisierung war unbedingt notwendig. Anders hätte ich es nicht gelernt.


    Weil ich jetzt so viele tolle Sachen mache, sie mir regelrecht "gönne", bin ich glücklich. Ich habe gelernt, das Leben zu genießen. Ich erlaube mir jetzt Interessen, Hobbys, Genuss. Das war wirklich ein großer Schritt auf der Suche nach sich selbst. Ich fühle mich jetzt näher zu mir selbst. Ich kann meine Person fassen. Mich spüren. Kopf und Körper sind verbunden. Das ist ein unheimlich schönes Gefühl.