• Was kommt nach dem Tod?

    hallo alle, ich bin neu hier und weiß nicht recht wie ich anfangen soll… deswegen fange ich jetzt einfach mal an mit einem Thema das mich interessiert: was glaubt ihr passiert mit euch nachdem ihr gestorben seid? ich wünsche mir so sehr das paradies aber ich kann nicht recht dran glauben...
  • 852 Antworten
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    Die Diskussion ist doch was nach dem Tod kommt und nicht wann er nun faktisch eingetreten ist.

    Wie soll man diskutieren, was nach dem Tod kommt, wenn man sich nicht vorher erklärt hat, wann der Tod eingetreten ist? Allerdings ist die Sache mit dem "faktisch" tricky. "Tod" ist nur ein Wort, eine mehr oder weniger willkürliche Setzung auf dem Zeitstrahl. Aber von dieser Setzung hängt nun mal ab, was danach kommt.

    @ LovHus:

    Was willst Du uns denn damit sagen ? Hat für Dich ein persönlicher Gott die Erde in 6 Tagen erschaffen ?? Solche Reflexantworten von "Gläubigen" sind typisch.....

    Jeder, der reanimiert werden konnte, war nicht tot. Der Tod ist etwas endgültiges.

    Zitat

    Den Tod sollte man nicht mit Nahtoderfahrungen in irgend einen Zusammenhang bringen.

    Dem stimme ich zu.


    Logischerweise wird das einigen quergehen, weil damit an der Illusion, der Tod wäre etwas schönes, gekratzt wird. Mag sein, dass der Körper durch Hormonausschüttung das nahende Ende versüßt, sozusagen als Trostpflaster, aber über den Tod selbst kann niemand etwas sagen ohne etwas zu behaupten, von dem er keine Ahnung hat.

    Zitat

    Was willst Du uns denn damit sagen ?

    Vanilla, worauf bezieht sich "damit"? Ich habe zwei Beträge geschrieben. Im Ersten wende ich mich gegen jede Art von Dogmatismus, also Erklärungen, die Erfahrungen nicht ernst nehmen. Wenn ich so etwas bei Gläubigen wahrnehme, wende ich mich ebenfalls dagegen.


    Im zweiten Beitrag habe ich Sprachrelativierung betrieben. Nichts was einem "Gläubigen", wie du ihn offenbar vor Augen hast, naheliegt ;-) .


    Also bleibt die Frage: Welcher Reflex kam bei dir zum Zuge, als du den Beitrag eben schriebst?

    Zitat

    den Tod selbst

    Da haben wir es wieder: Die Illusion, der so schwer auszuweichen ist, dass es, nur weil wir ein Wort dafür haben, dieses auch "an sich", "selbst" existieren müsste.


    Epikur hat es auf den Punkt gebracht: Bin ich, ist der Tod nicht. Ist der Tod, bin ich nicht.


    Der Tod - so aufgefasst - und ich haben also nichts miteinander zu schaffen. Um ein interessantes Diskussionsthema abzugeben, müssen wir uns schon auf das subjektiv mögliche Erleben einlassen. Mit oder ohne Hormonausschüttungserklärungen. Und die empirisch anthropologische Fundgrube, die da auszuwerten und weiter zu befüllen wäre, sind Berichte von Nahtoderfahrungen und Rückführungserfahrungen.

    Zitat

    Um ein interessantes Diskussionsthema abzugeben, müssen wir uns schon auf das subjektiv mögliche Erleben einlassen. Mit oder ohne Hormonausschüttungserklärungen.

    8-)

    Es ist doch außer Frage, dass kein Mensch wirklich fundiert beschreiben kann was nach dem Tod kommt oder nicht kommt. Agnostizismus in heutzutage ja ziemlich sexy, aber diese "alles-ist-möglich"-Einstellung zeugt nicht gerade von aufgeklärtem Denken. Wer sich das Leben und die Welt auf Grundlage der heutigen Erkenntnisse erklärt, wird zur Schlussfolgerung kommen, dass die Existenz des Menschlichen Individuums mit dem Exitus unwiederbringlich und ohne Verlängerung endet. Da muss man sich nicht rechtfertigen, warum man diese Auffassung vertritt. Eher erklären sollten sich diejenigen, die behaupten es gibt ein Leben nach dem Tod. Vor allem die Leute, die diese Auffassung auf Basis religiöser Schriften vertreten.

    Zitat

    Der Tod - so aufgefasst - und ich haben also nichts miteinander zu schaffen. Um ein interessantes Diskussionsthema abzugeben, müssen wir uns schon auf das subjektiv mögliche Erleben einlassen.

    Wer den Tod "erlebt" hat, kann nicht mehr darüber berichten.

    Zitat

    Um ein interessantes Diskussionsthema abzugeben, müssen wir uns schon auf das subjektiv mögliche Erleben einlassen. Mit oder ohne Hormonausschüttungserklärungen. Und die empirisch anthropologische Fundgrube, die da auszuwerten und weiter zu befüllen wäre, sind Berichte von Nahtoderfahrungen und Rückführungserfahrungen.

    Dann müsste der Thread aber umbenannt werden: Was habt ihr für Nahtoderfahrungen? Dann kann die kleine Prinzessin wieder einsteigen.....

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    und was kommt nun, schon was rausgefunden ?

    Na klar. Jenseits aller dogmatischen Unmöglichkeitsbehauptungen, gibt es schließlich eine große empirische Erfahrungsfundgrube, die Basis aller Wissenschaft, der man nur dann entgeht, wenn man auf der Basis von Vorurteilen die Augen vor diesem Datenmaterial verschließt. Allerdings reagiert heute die dogmatische Wissenschaft auf dieses Material so, wie damals der Papst auf Galileis Aufforderung, doch mal einen Blick durch sein Fernrohr zu wagen. Ansonsten finde ich Kristina Weitzels Sammlung - siehe Link in einem früheren Beitrag von mir - einen brauchbaren Start und Zugang, weil sie nicht nur "Rausgefundenes" beschreibt, sondern auch methodische Reflexionen erhält, denn mir ist klar, dass die oben gelobte Erfahrungsfundgrube jede Menge Müll enthält. Auch das ist zentral für alle Wissenschaft: Rauschen und Signal zu unterscheiden.

    Zitat

    Vor allem die Leute, die diese Auffassung auf Basis religiöser Schriften vertreten.

    Nun, dieses Weg finde ich nun weniger fruchtbar ;-) . Wenn die Wissenschaft weiter vorangeschritten ist, mag sie ein erweitertes Licht auf Inhalte religiöser Schriften werfen, umgekehrt erwarte ich nicht all zu viel.

    Zitat

    Dann müsste der Thread aber umbenannt werden

    Muss er gar nicht. Es reicht, wenn du einen weit genug gefassten Todesbegriff zulässt. Und die Beschränkung auf Nahtodeserfahrungen ist zu eng. Seelenwanderung wird damit nicht mehr erfasst.

    @ Lovehus,

    dein Zitat von Epikur passt auch zu meiner Einstellung.


    Was Nahtoderlebnisse betrifft, so habe ich meine eigenen Erfahrungen, was das Hirn mit einem anstellen kann. Als Bipolarer kam und komme ich vielleicht wieder in den Genuss einer Manie. Das kann ein Gefühl von absoluter Macht und Größe sein, das geht unbehandelt so weit, das manche aufs Dach steigen und sich total sicher sind, fliegen zu können. Jegliche Ratio ist weg.


    Das Gehirn ist ein unerforschter Kosmos, das Spielchen mit einem treibt ich musste das selbst erfahren, seitdem habe ich Respekt davor und habe immer meine Bedenken wenn man etwas ins mystische oder transzendente abgleitet. Oft sind es nur Spiegelungen der Gedanken die in einem verschütteten Bereich des Gehirns schlummern und einem als real vorgespielt werden.