Zitat

    Achtsamkeit habe ich auch schon versucht. Aber irgendwie bekomme ich da keine Ruhe rein. Der Kopf mischt zu sehr alles auf.

    Verständlich. Das ist am Anfang auch sehr schwer. Und wenn Dein Weg Dich über Panikattacken geführt hat ist es vielleicht auch momentan noch nicht das richtige Tool. Ich weiss nicht ob the work schon was für Dich wäre. Das ist mehr bewusstseinsarbeit - aber etwas speziell. Falls es Dich ansprechen sollte, besprich es auf jeden Fall mit Deiner Therapeutin.


    Es wird manchmal als "Lebenstool" missverstanden, ist zumindest meiner Erfahrung nach aber ein "Mindtool" was sich indirekt tatsächlich dann auf das eigene Leben auswirken kann - positiv, weil es den Umgang mit selbstgemachten Ängsten anleiten kann. Ich hab schon den einen oder andere gesehen, der das als "Wunderheilung" misdeutet hat - das ist es sicher nicht! Es ist auch wichtig das "richtig" zu lernen. Dann kann es bei der Bewusstseinsbildung helfen. Solltest Du das benutzen wollen - auf alle Fälle mit der Therapeutin durchsprechen und nicht allein versuchen. Angeleitet kann es ein Tool werden was den Weg in die Achtsamkeit leichter macht, weil es bewusst begrenzt mit Gefühlen arbeitet. Dann geht das öffnen der Pandorabüchse leichter, weil sie sich - zumindest meiner Erfahrung nach - sehr viel leichter anfühlt.

    Ich leider noch nicht dazu gekommen mir die Seite im Internet anzusehen, werde ich aber tun.


    Ich habe heute mit meiner Therapeutin über das Thema gesprochen und sie findet gut, dass ich das zumindest jetzt so annehmen kann, dass mein Vater meine Wahrnehmung total verzerrt hat. Sie meint auch, dass ich jetzt nicht in Aktionismus verfallen soll, sondern es einfach mal annehmen. Das wäre im Augenblick schon ein wichtiger Schritt. Sie sagt auch, dass ich keine Narzisstin bin, aber eben durch meinen Vater anerzogene Denkweisen.


    Irgendwie fühle ich mich jetzt gerade besser.

    Hallo Alias,


    ich habe Deinen Eingangspost gelesen, kurz nachdem Du ihn gepostet hattest. Es fällt mir schwer, etwas dazu zu schreiben. Deshalb hat es etwas gedauert, und ich will es jetzt einmal versuchen.

    Zitat

    Vielleicht hatte hier jemand die Muße den ganzen Beitrag zu lesen und möchte sich mit mir austauschen.

    Ja, ich hatte die Muße Deinen Beitrag zu lesen und ich würde mich gerne mit Dir austauschen, auch wenn es mir nicht leicht fällt.


    Deshalb fange ich vielleicht einmal mit dem an, was es in meinen Augen so schwer macht: Narzissten sind immer die anderen.


    Also wir können uns jetzt über Deinen bösen Vater austauschen und Du bist das arme unschuldige Opferlamm. Genau genommen können wir es nicht, weil ich derartige Diskussionen nicht mag.


    Also will ich einmal versuchen zu schreiben, worüber wir uns von mir aus austauschen können.


    Du hast am Ende eine Erziehungsfrage angesprochen. Diese Frage betrifft mich nicht persönlich. Aber von mir aus können wir darüber gerne diskutieren.


    Was mich persönlich am meisten beschäftigt, ist das Thema Charakterkunde, das ich hinter dem Thema weiblicher Narzissmuss sehe, weil Narrzissmus und Weiblichkeit Charaktereigenschaften sind.


    Mein Eindruck von Dir: Du nimmst Dich als Mensch an wie Du bist, mit einer kleinen Ausnahme, dem weiblichem Narzissmus.


    Das ist etwas, was Dir anscheinend an Dir selbst nicht gefällt. Deshalb warst Du froh als Du ein Buch gelesen hast, in dem stand, ja, so etwas gibt es. Man nennt es weiblichen Narzissmus.


    Wie geht es Dir, wenn Du liest, was ich schreibe? Kommt es Dir vor, wie von einem anderen Stern? Gibt es auch etwas, was Du nachvollziehen kannst? Könnte dieser Beitrag in irgendeiner Weise der Einstieg in einen Austausch sein?
    Mond+Sterne

    Zitat

    Wie geht es Dir, wenn Du liest, was ich schreibe? Kommt es Dir vor, wie von einem anderen Stern? Gibt es auch etwas, was Du nachvollziehen kannst? Könnte dieser Beitrag in irgendeiner Weise der Einstieg in einen Austausch sein?

    Ganz ehrlich: Nein.


    Ich hab nämlich absolut keine Ahnung, was du mit deinem Beitrag eigentlich sagen willst.


    Es sind viele verschiedene, für mich verwirrende Aussagen darin, aber nichts klares über das ich reden könnte. Nicht mal der Ansatz eines Denkanstoßes. Allenfalls noch Vorwürfe, weil ich mich als Opferlamm sehe (was ich aber nicht tue)

    Ich wollte mit meinem Beitrag sagen, dass ich mich gerne mit Dir austauschen würde.


    Ich hatte deshalb ein paar Themen benannt, die mir dazu einfielen. Und ich hatte ein Thema benannt, über das ich mich nicht austauschen möchte.


    Mein Anliegen war es nicht, Dir Denkanstöße zu geben. Wenn Du jemanden brauchst, der Dir Denkanstöße gibt, bin ich offensichtlich kein geeigneter Gesprächspartner für Dich.


    Also, nichts für ungut, es war nett, darüber geredet zu haben. ;-)

    Ich würde mich schon gern austauschen. Nicht nur Denkanstöße.


    Es wäre mir nur hilfreicher wenn du mir schreiben würdest ob du Erfahrungen mit narzissmus hast oder wie du über das Thema denkst. Ich brauche irgendwas auf das ich eingehen kann....einen Faden zum weiterspinnen....

    Alias


    Du hast ein Problem mit Deinem Selbstwertgefühl, was auch verständlich ist, wenn man nur geliebt wird weil man Leistung zeigt. Wie ein narzisstischer Mensch wirkst Du (Deine Zeilen) nicht auf mich. Narzissten geben nie ihre Selbstzweifel zu und wie schon geschrieben wurde, begeben sie sich selten von selbst in Therapie.

    Zitat

    Für ihn zählte immer Leistung und die wurde mit Geld belohnt. Wenn ich nicht gut war, dann gab er mur das Gefühl versagt zu haben. Ich wollte immer ihm gefallen. Egal was ich getan habe. Und oft hat er mir durch seinen Tonfall zu verstehen gegeben dass das was ich gerade tue aus seiner Sicht nicht gut ist. Er kann da ganz toll mit seiner Stimme spielen und mit blicken.

    Ich kenne zwei Narzissten, die haben es immer leicht gehabt im Leben. Wurden in Ihrer Kindheit für jeden Pups gelobt, man kann sich nur mit Ihnen treffen wann es Ihnen passt und das ändern sie auch gerne nochmal 5min vor der Verabredung. Kritik weisen sie vollends von sich. Sie haben auch keine Ahnung wie das Gegenüber tickt, vermutlich interessiert sie das auch nicht. Was sie interessiert ist Ihr eigens Selbst und danach haben sich alle zu richten, so wie ihre Eltern früher auch getan haben.


    Trotzdem merkt man ihnen die Selbstzweifel auch an, sie haben sich nichts erkämpfen müssen, sie haben sich genommen nicht durch Leistung, sondern weil sie sich gut selbst darstellen können.

    Zitat

    Wie ein narzisstischer Mensch wirkst Du (Deine Zeilen) nicht auf mich. Narzissten geben nie ihre Selbstzweifel zu und wie schon geschrieben wurde, begeben sie sich selten von selbst in Therapie.

    Ich kann die Gedanken der TE nachvollziehen. Kinder von NE's haben immer diese Zweifel.


    Und es ist auch wahr, dass sich Kinder von NE's selbst zu Narzissten entwickeln oder zumindest starke narzisstische Tendenzen entwickeln.


    Bei mir ist das auch so gewesen oder ist es auch immer noch so. Mal setze ich mich damit auseinander, manchmal habe ich keine Lust dazu. In Therapie war ich nie.

    Zitat

    Und es ist auch wahr, dass sich Kinder von NE's selbst zu Narzissten entwickeln oder zumindest starke narzisstische Tendenzen entwickeln.

    da fehlt das "können". Natürlich ist das nicht die Regel sondern nur eine Möglichkeit...

    Liebe TE

    Zitat

    Nun gut, meine jetzige Therapeutin und auch die davor haben den Begriff Narzist öfters in Bezug auf meinen Vater erwähnt. Ich sollte mich diesbezüglich auch schlau machen, aber habe nur Wikipedia gelesen und dann gedacht "Passt nicht wirklich".

    passt da irgendwas - ist ein recht guter Artikel:


    http://umgang-mit-narzissten.de/narzissten-in-der-familie/#FA3

    Zitat

    Ich kenne zwei Narzissten, die haben es immer leicht gehabt im Leben. Wurden in Ihrer Kindheit für jeden Pups gelobt, man kann sich nur mit Ihnen treffen wann es Ihnen passt und das ändern sie auch gerne nochmal 5min vor der Verabredung. Kritik weisen sie vollends von sich. Sie haben auch keine Ahnung wie das Gegenüber tickt, vermutlich interessiert sie das auch nicht. Was sie interessiert ist Ihr eigens Selbst und danach haben sich alle zu richten, so wie ihre Eltern früher auch getan haben.

    Das kommt mir ein wenig bekannt vor. Na eigentlich richtig bekannt. Mein Vater ist bis heute genau so. Wenn es ihm in den Sinn kommt, dass wir was zusammen machen könnten, dann möchte er das sofort tun. Wenn wir dann aber nicht können, dann kann er einen auf richtig beleidigt machen und sagen, dass wir ja eh nie wollen. Da schlägt dann sofort mein schlechtes Gewissen durch. Wenn ich ihm dann Alternativen anbiete, dann sagt er "Ja warum nicht", man kann sich aber sicher sein, dass die Alternative nie stattfindet, weil es ihm dann doch nicht passt.

    Zitat

    Wie ein narzisstischer Mensch wirkst Du (Deine Zeilen) nicht auf mich. Narzissten geben nie ihre Selbstzweifel zu und wie schon geschrieben wurde, begeben sie sich selten von selbst in Therapie.

    Das habe ich inzwischen auch gelesen. Von daher danke nochmal für eure Bestätigung. Ich denke, dass ich insgesamt manchmal zu emotional bin.

    @ pinknico

    Zitat

    Bei mir ist das auch so gewesen oder ist es auch immer noch so. Mal setze ich mich damit auseinander, manchmal habe ich keine Lust dazu. In Therapie war ich nie.

    Und wie kommst du damit klar? Oder ist es für dich weiters kein Thema?


    Über die beiden Links war ich auch schon gestoßen und hatte da auch die Seiten "Kinder narzisstischer Väter" gelesen. Ebenso aber auch "Kinder narzisstischer Mütter", weil ich eben sehen wollte, ob ich meine Kinder so behandle.


    Insgesamt muß ich sagen, dass es mir ein wenig besser geht, seit ich mich mit dem Thema auseinander setze. Ich bin nicht mehr der Meinung, dass ich ein weiblicher Narzisst bin. Aber ich habe narzisstische Züge, vielleicht etwas ausgeprägter als andere und vorallem habe ich kein Selbstwertgefühl. Und daran muß ich ganz feste arbeiten.


    Heute hatte ich einen Anruf von meinem Vater. Seit Wochen der erste Kontakt. Meist ging es mir danach schlecht, wenn er mich dann so von oben herunter behandelt hat. Heute war es mir danach egal. Ich habe aufgelegt und die Sache war erledigt. Ich glaube ich kann ihm ein wenig verzeihen, weil er letztendlich wohl auch durch seinen Vater so geworden ist. Ich kenne meinen Großvater nicht, aber nach allem was so erzählt wurde war er kein einfacher Mensch.

    Zitat

    Und wie kommst du damit klar? Oder ist es für dich weiters kein Thema?

    Also meistens komme ich damit klar, bis ich merke, dass ich entsprechendes Feedback von meiner Umwelt bekomme. Meist von meinem Partner oder auch von Freunden und Arbeitskollegen.


    Ich habe ebenfalls starke narzisstische Tendenzen, bin eher unsicher und tendenziell wenig selbstbewusst. Trotzdem habe ich mir eine starke Außenhaut zugelegt, die durchaus oft sehr harsch und kaltschnäuzig ist. Ich fühle oft auch eine unverhältnismäßige Wut in mir, dann empfinde ich die ganze Welt ziemlich ungerecht. Ich bin überempfindlich, dünnhäutig und ziemlich ungerecht und ungeduldig anderen gegenüber. Ich akzeptiere kaum Menschen, die schwach und kränklich sind, sie sind in meinen Augen oft faul oder willenlos.... Mitgefühl und Empathie habe ich wenig, auch wenig von zuhause aus mitbekommen. Ich war sehr früh auf mich alleine gestellt, mein Vater in seiner Selbstherrlichkeit versunken, meine Mutter brauchte eher mich und meine Schwester als seelische Stütze, da ihr das Leben oft böse mitgespielt hat.


    Auch meiner Mutter gegenüber war ich oft sehr gefühllos und kalt.


    Heute mit zunehmenden Alter kann ich besser reflektieren, ich arbeite hart an mir und meist kann ich mich gut steuern. Ich habe einen Partner, der mich gut aushält und der sich nichts gefallen lässt aber mich trotzdem liebt. Ich bin sehr froh, dass ich ihn habe. Mit ihm arbeite ich viel auf, was in der Kindheit schiefgelaufen ist, vor allem mit meinem Vater. Mein Vater war immer mein Held, ihm habe ich hinterhergeeifert. Trotzdem war er es, der mich immer kleingemacht hat und mir mein Selbstwertgefühl bei jeder sich bietenden Gelegenheit angeknackst hat.


    Heute erkenne ich ihn, als den der er ist. Er hatte es auch nie leicht, er hatte eine sehr dominante Mutter. Führte ein Leben, das seinen Eltern nicht gepasst hat und hat nie Nähe und Wärme erfahren. Seinen eigenen Vater konnte er (er war dabei als er starb) nicht körperlich berühren oder ihm etwas nettes sagen zum Abschied. Er hat ihn schweigend immerhin begleitet.


    Mein Vater ist heute sehr schwer krank, ich weiß nicht, wie lange er noch da sein wird.


    Ich nehme ihn hin, wie er ist. Ich habe aber auch nicht die Kraft, Dinge mit ihm aufzuarbeiten, er will das auch gar nicht. Er verlangt absolute Unterwürfigkeit, die ich ihm nicht geben kann. Wir akzeptieren uns und tun unser Nötigstes, um "danach" ohne schlechtem Gewissen weiterleben zu können. Meine Schwester hat den Kontakt zu ihm abgebrochen. Ihr geht es seelisch damit besser. Sie und ihre Familie hat mein Vater seelisch fast gebrochen. Wir sprechen nicht mehr über meinen Vater, aus ihrem Leben ist er weg. Das ist bitter... ich bin nicht so, um so weit zu gehen. Ich dulde ihn in meinem Leben, hab ihn irgendwo ganz tief in mir verschlossen noch irgendwie lieb.


    Ich bin mir aber bewusst, dass er nichts zurückgeben kann.


    Es bleibt nur an mir, an mir selbst zu arbeiten, mein Leben versöhnlich zu leben, mich und andere zu schätzen. Ich möchte das Leben leben und das Schöne darin für mich filtern.


    Ich bin jedoch froh, keine Kinder zu haben. Wer wüsste, ob ich nicht die gleichen Fehler machen würde....


    Du, liebe TE musst auf Dich achten und lernen Dir zu vertrauen. Gut, dass Du in Therapie bist. Du wirst wahrscheinlich viel über Dich lernen und erfahren. Für Dich und Deine Kinder und Deinen Mann, damit ihr es besser macht.


    Ich wünsche Dir viel Glück dabei :)_

    Zitat

    Heute hatte ich einen Anruf von meinem Vater. Seit Wochen der erste Kontakt. Meist ging es mir danach schlecht, wenn er mich dann so von oben herunter behandelt hat.

    So geht es mir auch oft, nie im Leben fühlte ich mich nach einem Gespräch so schlecht. Nur bei meinem Vater dachte ich oft, meine Welt bricht auseinander, ich bin einfach zu nichts nutze, ich bin ein niemand....ganz ganz klein....

    Zitat

    Heute war es mir danach egal.

    :)^ So soll es sein ;-)


    Mir ist es auch immer häufiger egal. Aber oft unterdrücke ich das eigentliche Gefühl. Ich muss lernen dahinter zu stehen.


    Das wünsche ich Dir, dass Du hinter all dem stehen kannst, was Du tust. Das erleichtert soo viel :-D

    @ pinknico:

    vielen Dank erstmal für deinen sehr ausführlichen Bericht. In vielem finde ich mich wieder.

    Zitat

    Trotzdem habe ich mir eine starke Außenhaut zugelegt, die durchaus oft sehr harsch und kaltschnäuzig ist. Ich fühle oft auch eine unverhältnismäßige Wut in mir, dann empfinde ich die ganze Welt ziemlich ungerecht. Ich bin überempfindlich, dünnhäutig und ziemlich ungerecht und ungeduldig anderen gegenüber. Ich akzeptiere kaum Menschen, die schwach und kränklich sind, sie sind in meinen Augen oft faul oder willenlos.... Mitgefühl und Empathie habe ich wenig, auch wenig von zuhause aus mitbekommen. Ich war sehr früh auf mich alleine gestellt, mein Vater in seiner Selbstherrlichkeit versunken, meine Mutter brauchte eher mich und meine Schwester als seelische Stütze, da ihr das Leben oft böse mitgespielt hat.

    Unterschreibe ich fast komplett. Den Teil mit dem Mitgefühl sehe ich bei mir so, dass ich das fast zuviel habe. Sobald jemand etwas hat oder leidet, dann beschäftigt mich das gleich total und ich überlege, wie ich helfen kann. Allerdings schleicht sich da auch immer wieder gleich meine Frage ein: Möchte ich da nun helfen, weil es mir um den Menschen geht oder hoffe ich so, dass ich Aufmerksamkeit und Anerkennung von ihm und den anderen bekomme.


    Meine Mutter war schwer krank und ist vor ein paar Jahren gestorben. Sowohl die Ärzte als auch ich hatten die die Vermutung, dass mein Vater meine Mutter krankgedoktert hat. Ich wusste aber ehrlich gesagt nicht, was ich tun sollte und die Ärzte haben immer gesagt, so lange sie es mit sich machen lässt (sie war geistig fit), können sie nicht eingreifen. Im KH hat man oft versucht den psychologischen Dienst einzuschalten, aber das wurde von meinen Eltern immer abgelehnt. Mein Vater hat die Krankheit gebraucht um sich selbst Aufmerksamkeit und Anerkennung zu verschaffen. So lange er darüber reden konnte, mit seinem Wissen prahlen und sagen, was er alles für meine Mutter tut, war er der glücklichste Mensch. Nach ihrem Tod fiel er in ein Loch. Anfangs hat sich noch jeder erkundigt, wie es ihm geht. Inzwischen ist er halt auch nur ein verwitweter Rentner wie viele andere. Ein Normalo. Nix besonderes. Das macht ihm schwer zu schaffen. Er hat sich nun andere Wege gesucht für Aufmerksamkeit. Er lügt nun auch viel und dreht sich Tatsachen zurecht, wenn man ihn dabei ertappt. Am meinem Leben und dem der Kinder hat er nur Interesse, wenn es ihm nutzt. Sprich wenn er irgendwo den Vorzeigeopa machen kann. Wollen die Kinder aber meist nicht.

    Zitat

    Ich nehme ihn hin, wie er ist.

    Mir geht es glaub da eher ein wenig wie deiner Schwester. Woebi so ganz stimmt das auch nicht.


    Ich schaffe es nicht, ihn hinzunehmen wie er ist. Ich fühle mich immer wieder verletzt. Und wenn ich ihm sage, dass ich es gerade nicht schön finde, wie er mich behandelt, dann wird er patzig und sagt, dass er das ja nur macht, weil ich ihm die Vorlagen dazu liefere. Danach fühle ich mich wieder schuldig. Daher denke ich, dass ein Kontaktabbruch das beste wäre. Aber das schaffe ich nicht. Denn es gab natürlich auch viele schöne Erlebnisse mit meinem Vater. Und irgendwo sehne ich mich noch nach seiner Liebe und Aufmerksamkeit. Auch wenn ich wissen müsste, dass ich die nie bekomme. Bzw. bekommen kann ich sie schon....zu seinen Bedingungen. Unterwerfung.


    Vielen Dank für den Austausch pinknico. Es ist für mich unheimlich erleichternd zu lesen, dass es jemandem genau so geht wie mir und dass ich nicht so falsch bin.