@ Louan:

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    Ich wundere mich nur, dass bei einer solchen Fragestellung jemand überhaupt auf den Gedanken kommen soll, dass es dem Fragesteller psychisch gut geht. Was soll ich schon schreiben. Mitte der Zwanziger, halbes Jahr vor dem Ausbildungsende (Breche jedoch diese Woche ab), keine sozialen Kontakte, Messie, keine Interessen, findet das Leben an sich abstoßend.

    Warum soll man da an eine psychische Erkrankung denken? Ich habe das leben auch mal gehasst, als alles schief ging. Jeder hat seinen moment gehabt an "dem er alles hinschmeissen wollte und keinen bock mehr auf nichts" hatte. Das kann ein Gemütszustand wie jeder andere auch sein.


    Das es bei dir eine psychische erkrankung ist, ist bedauerlich und so muss es nicht bleiben. Dafür gibt es spezialisten, die dir helfen können! Du musst nur willig sein dir helfen zu lassen...Tu dir selbst den gefallen und such einen arzt auf oder geh direkt ins Krankenhaus, die schicken dich da auch nicht direkt wieder weg. Es gibt auch genug psychische Notfalleinrichtungen.

    Dies ist nicht nur ein depressiver Satz, sondern mittlerweile ein Hauptbestandteil von dem geworden was an meiner Identität übrig geblieben ist. In Behandlung bin ich nicht, habe jedoch Anfang Mai einen Termin beim Psychiater. Nur wie gesagt bin ich schon jetzt entschlossen auch den Rest meiner Existenz zu sabotieren, weil ich eben diese Existenz nicht ertrage. Eigentlich, um ehrlich zu sein, ertrage ich die Existenz von Leben an sich nicht. Ich empfinde es als widerwärtig und eine Seuche.


    "Wieder zu Kräften kommen" kann nicht funktionieren, wenn man einerseits nicht mal die simpelsten Tagesroutinen in den Griff bekommt und andererseits jegliches Leben verachtet.

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    Das es bei dir eine psychische erkrankung ist, ist bedauerlich und so muss es nicht bleiben. Dafür gibt es spezialisten, die dir helfen können! Du musst nur willig sein dir helfen zu lassen...Tu dir selbst den gefallen und such einen arzt auf oder geh direkt ins Krankenhaus, die schicken dich da auch nicht direkt wieder weg. Es gibt auch genug psychische Notfalleinrichtungen.

    Dies ist doch genau das Problem. Ich habe diesen Willen gar nicht mehr. Wie gerade geschrieben bin ich so kaputt im Kopf, dass sogar mene Instinkte und Triebe langsam flöten gehen.

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    Darf ich mal fragen, was dich in deinem Leben so gezeichnet hat?

    Klar darfst du das und im Endeffekt ist es eigentlich mein ganzes Leben an sich. Als Kind besaß man natürlich noch nicht die Erfahrung um bestimmte Situationen richtig zu bewerten und nahm bestimmte Dinge einfach so hin, aber trotz einer lieben Familie wurde ich sonst eigentlich schon in der Grundschule sehr schnell ausgegrenzt. Das zog sich mein ganzes Leben lang durch bis meine anderen kaputten Eigenschaften alle zum Vorschein traten. Getroffen hat es mich zwar schon vorher, aber damals sagte mir mal jemand auf dem Nachhauseweg von der Schule ganz im Vertrauen, dass er mich in Ordnung fände, aber andere mich für "komisch" halten. Es ging trotzdem immer weiter abwärts. Sitzenbleiben und ein schlechtes Abi sind ja noch Alltäglichkeiten, genauso wie ein abgebrochenes Studium, aber es geht ja um die Dinge welche nicht im Lebenslauf stehen.


    Wie ich denke, wie ich mich verhalte, alles so gestört und krank. Konnte ich bisher nur immer sehr gut unter einem Mantel aus "Der ist einfach nur schüchtern", "Der will seine Ruhe" und Co. verdeckt halten.

    Du kannst auch direkt ins Krankenhaus gehen, manchmal ist das auch einfach nötig...

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    "Wieder zu Kräften kommen" kann nicht funktionieren, wenn man einerseits nicht mal die simpelsten Tagesroutinen in den Griff bekommt und andererseits jegliches Leben verachtet.

    Das ist wahr. Ich hab mal in ner Klinik geschrieben, was ich auf die Reihe bekommen habe an einem Tag. Es war viel, wenn da drin stand: Zähne geputzt, Haare gekämmt...Zimmer verlassen, den Gang entlang gelaufen zu sein.


    Es geht tief, so tief dass man nicht einmal mehr in einem Forum schreiben kann, bzw. überhaupt schreiben kann...wenn ich denke wie ich heute lebe, kann ich das gar nicht glauben.


    Fang klein an.

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    Das ist wahr. Ich hab mal in ner Klinik geschrieben, was ich auf die Reihe bekommen habe an einem Tag. Es war viel, wenn da drin stand: Zähne geputzt, Haare gekämmt...Zimmer verlassen, den Gang entlang gelaufen zu sein.


    Es geht tief, so tief dass man nicht einmal mehr in einem Forum schreiben kann, bzw. überhaupt schreiben kann...wenn ich denke wie ich heute lebe, kann ich das gar nicht glauben. Fang klein an.

    Hätte ich keine Ausgaben und keine Ausbildungsstelle im dritten Lehrjahr, würde ich es vielleicht mit einer Klinik versuchen. Nur leider existiert daneben immer noch ein, mittlerweile angepisster, Ausbilder, da ich mich so oft krankschreiben ließ und mein Notendurchschnitt in der Berufsschule sank von vielversprechenden 1,2 auf irgendwas im 4er-Bereich. Mit Wissenslücken die ich nicht mehr füllen kann und möchte.

    Nachtrag: Mit Ausgaben sind natürlich Miete, Versicherungen und Verträge gemeint welche sich nicht von alleine bezahlen. Da ich bereits bei einem Träger arbeitete und später selbst ALGII beantragen musste, habe ich auch für den ganzen JobCenter-Stress keinen Nerv mehr. Das ging damals bis in juristische Auseinandersetzungen hinein. Mal davon abgesehen, dass meine Miete viel zu hoch ist als das irgendein Amt diese übernehmen würde.

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    Hätte ich keine Ausgaben und keine Ausbildungsstelle im dritten Lehrjahr, würde ich es vielleicht mit einer Klinik versuchen.

    Geht es jetzt gerade nicht erstmal ums überleben?


    Manchmal braucht es die Reset-Taste. Krankheit kann man sich nicht aussuchen...scheiße ist aber so...Wenn du gesund werden willst, dann ist es Zeit. Gesund oder zumindest klarer im Kopf, sieht die Welt auch schon wieder anders aus.

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    Geht es jetzt gerade nicht erstmal ums überleben?


    Manchmal braucht es die Reset-Taste. Krankheit kann man sich nicht aussuchen...scheiße ist aber so...Wenn du gesund werden willst, dann ist es Zeit. Gesund oder zumindest klarer im Kopf, sieht die Welt auch schon wieder anders aus.

    Man muss doch dabei einfach mal realistisch bleiben? Natürlich bin ich vollkommen gestört und kaputt im Kopf, aber das bedeutet doch nicht, dass ich meinen kompletten Verstand verloren hätte. Wer bezahlt denn meine Wohnung, wenn mein ohnehin überzogenes Konto der nächsten Lastschrift eine Abfuhr erteilt? Was sagen denn all die anderen finanziellen Verpflichtungen? Davon mal abgesehen, was wird eigentlich mit meiner Ausbildung? Ich habe einfach keine Kraft mehr noch ein weiteres Jahr dran zu hängen. Es ist ein Wunder, dass ich diese bisher noch nicht abgebrochen habe, im Gegensatz zu meinem Studienversuch.

    Davon abgesehen habe ich ja gar nicht mehr den Willen überhaupt zu überleben. Ich bin nur kein Masochist und deswegen gestalten sich einige Dinge nun mal schwieriger ... Schließlich bezieht sich darauf die Frage in dem Fadentitel hier. Je länger ich über menschliches Leben nachdenke, desto mehr stößt es mich ab.

    Ich würde dir empfehlen, das halbe Ausbildungsjahr durchzuziehen und die Ausbildung so gut es eben geht abzuschließen. Wenn du sie jetzt hinschmeißt, dann musst du später wieder ganz von vorne anfangen. Du bist so kurz vor dem Ziel, 2 1/2 Jahre hast du hinter dir, ein halbes liegt noch vor dir. Bestehe sie lieber – auch mit mittelmäßigen Noten. Später kannst du dich dann komplett auf deine Genesung konzentrieren und in eine Klinik und zur Therapie gehen,aber das wird dann dein Psychiater mit dir besprechen. Wenn du jetzt alles hinschmeißt, dann landest du erst recht bei der Arge und das für eine wesentlich längere Zeit. DIr erscheint JETZT alles sinnlos, aber später wirst du es bereuen, das halbe Jahr nicht zu Ende gemacht zu haben und damit viel mehr Probleme an der Backe zu haben.

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    Warum teure Wohnung ?

    Teuer ist relativ, aber ich gebe definitiv mehr als 33%, also ein Drittel meines Gehaltes dafür aus. Nun habe ich als Kind zwar noch die ganz normale Wohnung mitbekommen, durfte sogar noch noch beim Handabwasch in der Küche mithelfen, lebte danach aber bis zu meinem Auszug in einem Haus. Ob es vielleicht damit zusammenhängt? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war mir meine letzte Wohnung zu klein und überhaupt. Ständige Probleme mit dem Gaserhitzer, Wasserdruck, ... Mögen ja alles First-world-problems sein wie man das so nennt, aber irgendwann habe ich mich einfach nach etwas anderem umgesehen.