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    Woher kommt diese "Verachtung" gegenüber dem Leben? Ich denke, es hat gar nicht so viel mit der Evolution, der Politik oder gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun, sondern viel mehr mit der Eltern-Kind-Beziehung – also über lange und engste Zeit davon geprägt zu werden, wer man sein kann und was wirklich möglich ist.

    Meine Eltern haben sich trotz Vollbeschäftigung mit Sicherheit mehr um mich gekümmert als das in anderen Familien der Fall ist, wo Kinder teilweise einfach vor den Fernseher gesetzt werden. Ich verachte das Leben, weil mir klar geworden ist, dass es völlig egal ist ob wir alle Krankheiten heilen können, zu entfernten Planeten reisen oder etwas über die Anfänge des Universums erfahren werden. Uns unterscheidet im Endeffekt nichts von einem Zebra oder einem Igel.

    Denke ich auch, es ist eine Prägung, die schon sehr früh entstanden sein muss. Nur ist das leider völlig irrelevant, wenn jemand keine Änderung will und sich sträubt, zu sehen, dass es Möglichkeiten GIBT, die Welt anders zu erleben (dass er sie trotzdem wünscht, steht nicht im Widerspruch).


    Lpuan, ist es für Dich eine intellektuelle Herausforderung, hier zu widerlegen, dass es auch für Dich diese andere Sicht geben könnte?

    Zitat

    Denke ich auch, es ist eine Prägung, die schon sehr früh entstanden sein muss.

    Nur wäre es herzallerliebst, wenn nicht ständig Leute versuchen würden dies auf meine Familie zu schieben.

    Zitat

    Nur ist das leider völlig irrelevant, wenn jemand keine Änderung will und sich sträubt, zu sehen, dass es Möglichkeiten GIBT, die Welt anders zu erleben (dass er sie trotzdem wünscht, steht nicht im Widerspruch).

    Die Änderungen die nötig sind würden bedeuten, dass ich mich und meinen Charakter komplett verrate.

    Zitat

    Louan, ist es für Dich eine intellektuelle Herausforderung, hier zu widerlegen, dass es auch für Dich diese andere Sicht geben könnte?

    In einem Online-Forum mit wildfremden Personen Gedanken auszutauschen und sich gegenseitig Vorwürfe zuzuschieben entspricht nicht dem was ich als intellektuelle Herausforderung bezeichnen würde.

    Klar, das Leben ist an sich banal. "Den" Sinn des Lebens (außer Arterhaltung) sehe ich auch nicht. Alles, was darüber hinaus geht (Musik und anderweitige Unterhaltung) dient halt dem vorübergehenden Wohlbefinden und der Entspannung der Individuen zur Aufrechterhaltung der Kräfte, um weiter funktionieren zu können.


    Das kann man verteufeln, aber auch begrüßen. Wie man will. Hauptsache es geht einem gut.

    Louan

    Zitat

    Meine Eltern haben sich trotz Vollbeschäftigung mit Sicherheit mehr um mich gekümmert als das in anderen Familien der Fall ist, wo Kinder teilweise einfach vor den Fernseher gesetzt werden. Ich verachte das Leben, weil mir klar geworden ist, dass es völlig egal ist ob wir alle Krankheiten heilen können, zu entfernten Planeten reisen oder etwas über die Anfänge des Universums erfahren werden. Uns unterscheidet im Endeffekt nichts von einem Zebra oder einem Igel.

    Und dennoch unterscheidet dich alles von allem anderen. So gleich bist du also gar nicht.


    Vielleicht solltest du aus diesem Umstand einen Nutzen ziehen.

    Zitat

    In einem Online-Forum mit wildfremden Personen Gedanken auszutauschen und sich gegenseitig Vorwürfe zuzuschieben entspricht nicht dem was ich als intellektuelle Herausforderung bezeichnen würde.


    Louan

    Verstehe. Das war aber gar nicht meine Frage. ;-) Macht nichts.

    Zitat

    Klar, das Leben ist an sich banal. "Den" Sinn des Lebens (außer Arterhaltung) sehe ich auch nicht. Alles, was darüber hinaus geht (Musik und anderweitige Unterhaltung) dient halt dem vorübergehenden Wohlbefinden und der Entspannung der Individuen zur Aufrechterhaltung der Kräfte, um weiter funktionieren zu können.

    Du bist die erste Person welche dies einsieht.

    Zitat

    Das kann man verteufeln, aber auch begrüßen. Wie man will. Hauptsache es geht einem gut.

    Damit komme ich eben nicht zurecht. Wozu existiert das Bewusstsein über die Selbstexistenz, wenn ich im Endeffekt den selben Zwängen unterliege wie einem Insekt oder Tier?

    @ Mollienchen

    Zitat

    Klar, das Leben ist an sich banal. "Den" Sinn des Lebens (außer Arterhaltung) sehe ich auch nicht.

    Zitat

    Irrtum.

    Ich müsste dies akzeptieren und mich dem fügen, also widerspricht es sich.

    @ Renessance

    Zitat

    Verstehe. Das war aber gar nicht meine Frage. Macht nichts.

    Meiner Ansicht nach habe ich nur ein "Nein" umschrieben.

    Zitat

    In einem Online-Forum mit wildfremden Personen Gedanken auszutauschen und sich gegenseitig Vorwürfe zuzuschieben entspricht nicht dem was ich als intellektuelle Herausforderung bezeichnen würde.

    Wer macht denn hier wem Vorfürfe? Und was ist der Inhalt der Vorwürfe?

    Zitat

    Du bist die erste Person welche dies einsieht.

    Vielleicht in diesem Thread, aber auf der Welt garantiert nicht. ;-)

    Zitat

    Damit komme ich eben nicht zurecht. Wozu existiert das Bewusstsein über die Selbstexistenz, wenn ich im Endeffekt den selben Zwängen unterliege wie einem Insekt oder Tier?

    Die Frage kannst Du dem lieben Gott stellen, wenn Du im Himmel bist. Das wird Dir wahrscheinlich niemand beantworten können. Gestellt habe ich mir diese Frage natürlich auch schon, allerdings ohne zufriedenstellende Antwort.

    Zitat

    Ich müsste dies akzeptieren und mich dem fügen, also widerspricht es sich.

    Etwas zu akzeptieren und sich (äußerlich) zu fügen heißt ja nicht, dass man seinen Charakter ändern muss. Die Gedanken sind und bleiben frei.


    Und die Wahl, Dich zu fügen oder Einsiedler zu werden oder was auch immer, hast Du ja trotzdem.

    Louan

    Zitat

    Damit komme ich eben nicht zurecht. Wozu existiert das Bewusstsein über die Selbstexistenz, wenn ich im Endeffekt den selben Zwängen unterliege wie einem Insekt oder Tier?

    Die Frage ist klar. Und dir fällt wirklich keine Antwort darauf ein?

    Zitat

    Etwas zu akzeptieren und sich (äußerlich) zu fügen heißt ja nicht, dass man seinen Charakter ändern muss. Die Gedanken sind und bleiben frei. Und die Wahl, Dich zu fügen oder Einsiedler zu werden oder was auch immer, hast Du ja trotzdem.

    Ich kann aber nicht aufhören zu atmen, bis zum Grund des Marianengrabens tauchen oder mich in pure Energie verwandeln und durch den Weltraum zu gleiten um das mal etwas extremer zu umschreiben.

    Zitat

    Die Frage ist klar. Und dir fällt wirklich keine Antwort darauf ein?

    Nein mir fällt keine Antwort darauf ein.

    Okay, also "nein".




    Schade, ich hätte Dir wahnsinnig gern – obwohl wildfremd – ein wenig Hoffnung vermittelt. Aber ich sehe ein, das wird nichts.


    Übrigens "schiebe" ich es nicht auf die Familie – vielleicht bist Du ja außerhalb einer solchen aufgewachsen – aber auch Du bist nun mal in bestimmten Umständen groß geworden, und DIE prägen, ob man es will oder nicht. Es gibt schlicht keine Lebenseinstellung, die nicht mit den ersten Lebensjahren zu tun hat.