Wer hat Erfahrungen mit Depersonalisation/Derealisation?

    (Urspr. Titel: "Depersonalisation/Derealisation überwunden Erfahrungen")




    Hallo ich habe im Zuge von Krankheitsängsten, Stress, Überforderung und der letzten Panikattacke eine Depersonalisation/ Derealisation vor 2 Monaten entwickelt. Es ist schon um die Hälfte besser geworden.


    Habt ihr Tipps für mich bzw. Erfahrungen damit wie ihr selbst wieder rausgefunden habt. Wichtig sind mir Beiträge von Menschen, die es rausgeschafft haben.


    LG

  • 23 Antworten

    Hallo Kellercinderella!


    Danke für deine Antwort. Da es mir am Abend immer sehr gut geht und die DP/DR eigentlich so gut wie weg ist, genieße ich natürlich die Zeit und gehe erst um Mitternacht oder danach ins Bett. Ich schlafe zwar oft vom Fernseher ein, komme aber im Schnitt auf 7 Stunden Schlaf. Was hat dir geholfen darüber hinweg zu kommen?


    Lg Stefan1978

    Erfahrung. mit Depersonalisation/Derealisation was hilft?

    [Dieser Beitrag war ursprünglich der Beginn eines eigenständigen Fadens]


    So ich starte jetzt nochmals diese Thema und hoffe das ich mit der abgeänderten Überschrift viele Betroffene erreichen kann.


    Seit Mitte Oktober habe ich immer wieder einmal mehr einmal weniger mit diesen Gefühlen und Symptomen zu tun. Wobei es bei mir zwischen Derealisation und Depersonalisation schwankt.


    Ich mache seit Oktober eine Therapie und nehme seit ca. Mitte November ein Antidepressivum ein. Ich hatte in meiner Kindheit im Alter zwischen 8-12 Jahren 3 einschneidende Erlebnisse die mit allein sein, verlassen sein und Tod zu tun hatten. Vor 30 Jahren liefen die Uhren noch anders. Ob und in welchem Ausmaß diese Dinge mich heute als Erwachsenen Menschen beeinflussen, darüber streiten sich sogar die Experten und Therapeuten. Ich denke mal, dass hier der Grundstein für ein überängstliches Empfinden und Verhalten als Erwachsener gelegt wurde.


    Ich hatte in den letzten 11 Jahren beruflich bedingt immer wieder Phasen von Überarbeitung, Stress, Zukunftsängsten und großer Verantwortung zu tun. Phasen von einem kurzzeitigen "Neben sich stehen und Konzentrationsverlust kannt ich aus der Vergangenheit nur als Begleiterscheinung von Panikattacken, also vielleicht für ein paar Minuten bis max. eine halbe Stunde. In Phasen wo sich bei mir/uns das Leben völlig veränderte, hatte ich solche DP/DR auch, mitunter mit Schwankungen für mehrere Wochen.


    Ich habe mir letzte Woche das Buch DEPERSONALISATION/DEREALISATION - Die Entfremdung überwinden von Dr Matthias Michal gekauft und auch schon diverse Tests aus dem Buch heraus gemacht. Da kommt überall raus, dass ich weit unter dem Druchschnitt von Betroffenen bin. Ungeachtet dessen sind diese momentanen Befindlichkeitszustände nicht seyy!


    Heuer kam einfach viel zusammen. Schwierigers Firmenjahr, Auszug der ältesten Tochter, Schwägerin beim Hausbau geholfen und so gut wie kein Urlaub. Im Sommer waren es eher noch die psochsomatischen Beschwerden (Magendruck, Schwäche, Verspannungen, innere Unruhe, vermehrtes Schwitzen usw). Nach und nach merkte ich aber, dass es auch mit der Konzentration weniger wurde und ich wieder leichte Panikanfälle/Attacken bekam. Die letzte Panikattacke war dann so stark, dass ich im nachhinein anfing alles an mir selbst verstärkt wahrzunehmen und ich irgenwie ein "war wäre wenn" Gefühl und Denkweise zu allen Dingen entwickelte.


    Komischweise half mir sehr das Mountainbikefahren und wenn ich alleine bin und Ruhe habe.


    Nun zu meine Symptomen bei DR/DP


    1. Fallweise nehme ich meine Stimme anders wahr (meine Nase ist auch seit einiger Zeit zu)


    2. Auch das Autofahren strengt mich mehr an als sonst und ich bin irgenwie dabei angespannter


    Bei Auswärtsterminen passiert es mir gerade am Anfang das ich das Gefühl habe nicht


    richtig da z sein, bei der Sache zu sein, obwohl ich weiß, das alles um mir herum real ist.


    3. Ich analysiere mich selbst am Anfang beim reden, was aber mit der Zeit wegfällt.


    4. Je länger ich bei der Sache bleibe und mich nicht auf mich fixiere, desto besser wird es und


    mit der Zeit ist alles vollkommen normal.


    5. Am besten bzw. so gut wie selten bzw. gar keine DP/DR habe ich wenn ich Zuhause bin und


    da auch speziell am Abend wenn es ruhig wird und ich mit meiner Frau einfach nur relaxen


    kann.


    6. Ich gehe viel Wandern bzw. Spazieren und das beruflich bedingt am Abend. Auch hier bin ich voll in meiner Mitte und habe keine Symptome der DP/DR.


    Meine Psychiaterin sagte das diese Symptome eine Begleiterscheinung einer Depression/Burnout aber auch von Ängsten/Panikattacken sein könne und diese mit der Zeit wieder vergehen. Ich merke auch wie es von Woche zu Woche besser wird und es ist kein Vergleich zu Anfang November.


    Wie gehts es euch mit DEPERSONALISATION/DEREALISATION?


    Was hat euch geholfen?


    Wie wurde es bessser?


    Würde mich über Antworten von euch sehr freuen


    LG

    Bin heute Abend in unserem Kurzurlaub angekommen. Ich war die letzten 2 Monate viel Zuhause. Bin die 3 Stunden selbst gefahren. Aber jetzt in der Hütte bin ich sehr unruhig und nervös und durcheinander. Ich weiß es kann nichts passieren, aber so weit von Zuhause bin ich immer unbegründet ängstlich. Die Aufmerksamkeit fällt in den Keller und ich Depetsonalisiere schnell. Kann mir jemand einen Tipp geben bzw. Wie geht ihr in solchen Situationen um.


    Danke euch

    Danke ja ich habe heute mit einer Atemmeditation angegangen das hilft sehr aber wie bei anderen Dingen bringt erst das tägliche Üben den Erfolg.


    Danke sehr für deine Zeilen.


    Ja es ist eine unterschwellige Angst das Gefühl " was wäre, wenn was passiert"! Bei Angst gibt es entweder Flucht oder Kampf. Diese Ängste in mir habe ich anscheinend noch immer nicht ganz überwunden. Wie gesagt ich nehme jetzt seit 23 Tagen mein Antidepressiva und bin sicher noch nicht übern Berg. Aber 3 Stunden Auto fahren bin ich seit 2 Monaten nicht mehr.


    gerade im Urlaub will man alles genießen und sich nicht immer über alles Gedanken machen.


    Mein Therapeut sagte auch zu mir ich muss wieder Vertrauen in meinen Körper gewinnen und da möchte ich dazufügen auch in meine Seele.


    Leider hat sich bei mir anscheinend seit der Kindheit eine übertriebene Körperwahrnehmung eingeschlichen. Und Gerade in stressigen oder ängstlichen Phasen verliere ich das Vertrauen in mich und meinen Körper und Werte und bewerte jedes Zipperlein als große Gefahr und das will ich ablegen.


    Dann brüte ich wieder eine Krankheitsfantasie aus.


    In letzter Zeit geistert mir wieder das durch den Kopf was wenn ich einen Kopftumor habe, weil ich öfters so einen diffusen Stirndruck habe.

    Wenn du einen Hirntumor hättest, dann wäre ein leichten Druck die kleinster deine Probleme.


    Hirntumoren tun erst weh, wenn sie gross sind. Das Gehirn selber spürt kein Schmerz. Meins war so gross wie eine Pflaume. Bis ich Kopfschmerzen hatte, hatte ich ein deutliches Hörverlust, Bewusstseinsverluste und Spasmus im Gesicht. Ich wusste auch teilweise nicht mehr, wo ich wohnte. Habe die Symptome als Stress abgetan.


    Ich denke, du kannst diese Idee abhaken.

    Wow, jetzt bin ich baff, wie gesagt ich mache mir durch die unterschwellige Ängstlichkeit und Anspannung selbst das Leben schwer und führe mich auf wie ein Hypochonder. Trotzdem reagiert jeder anders und ich Werte leider noch jede Reaktion meines Körpers als Bedrohung und fange dann schnell an Krankheitsfantasien zu entwickeln. Ich arbeite daran.


    Lg

    Ich bin kein Profi, aber die Punkte die du da beschreibst klingen für mich eher wie schwelende Panikattacken.


    Bei Derealisation sehe ich mich selbst wie durch ein Fenster in meinem Kopf. Oder, als säße ich im Fernseher und beobachte die Welt draussen. Alles ist wattig und surreal wie im Traum. Interaktion mit anderen ist dann ganz kompliziert, weil ich mich nicht nur auf das Gespräch selbst konzentrieren muß, sondern auch dran denken muß, mich vernünpftig zu verhalten. Zum Beispiel nicht einfach die Hose ausziehen, weil die gerade drückt. Oder irgendwo kratzen, wenns juckt etc.


    Also, arbeite an deiner Angst. Gesprächstherapie, autogenes Training, Yoga, gesunde Ernährung, genug Schlaf. *:)

    Zitat

    Aber jetzt in der Hütte bin ich sehr unruhig und nervös und durcheinander. Ich weiß es kann nichts passieren, aber so weit von Zuhause bin ich immer unbegründet ängstlich.

    Der Urlaub ist in gewisser Weise immer eine Extremsituation weil man eben vieles an Kontrolle zB über"Haus und Hof" verliert. Und auch in einer neuen fremden immer auch schwierigen Situation ist.


    Das ist schon für völlig gesunde Leute eine Herausforderung. Nicht umsonst bricht in vielen Familien gerade im Urlaub die grösste Krise aus. "Hast Du auch nicht dies vergessen??" usw.usw.


    Alles Gute!

    So bin gerade mit der ergänzenden Hüttenbeleuchtung fertig geworden. Die wird heute Abend leuchten wie ein Las Vegas Casino :-D


    Na ja wir sind über die Jahre schon so oft auf unserer Hütte gewesen und wir haben hier unser 2 Zuhause gefunden.


    Ich mache alles und schränke mich nirgends ein, es ist halt im Moment die Aufmerksamkeit gerade unter Menschen oder bei der Unterhaltung mit Menschen fallweise sehr herabgesetzt.


    Im Buch von Klaus Bernhardt (Panikattacken endlich loswerden) steht das sich das Gehirn aufgrund seiner Plastizität täglich neu vernetzt. Und wenn man immer wieder Ängste und Sorgen hat bzw. viel negatives bewußt oder unbewußt denkt und sagt dann hat man irgendwann im Hirn ein große negative Datenautobahn 80spurig und die postiven Gefühle sind dann nur mehr ein verwachsener Trampelpfad.


    Heißt ja nichts anderes wenn das Angstzentrum des Gehirnes (Amygdala) ständig in Alarmbereitschaft versetzt wird, darf es einen nicht wundern das über kurz oder lang der Geist und Körper auf so ziemlich alles neue und schon wo man ängstlich war gewesene mit Alarm und Kampf-Fluchtreaktion reagiert.


    Bernhardt schreibt weiter in seinem Buch das dann irgendwann des Angstbereich im Gehirn das Kommande übernimmt und man dann seinen Reaktionen sprichwörtlich ausgeliefert ist.


    Bestimmt habe ich auch eine tolle negative Datenautobahn im Gehirn! :-D


    Ich glaube das alles bei mir eine Rolle spielt, Arbeit, Kindheit, Familie.


    Weißt du ich bin seit ca. 8 Wochen bei einem Therapeuten in Österreich in Behandlung. Der hat über Ängste und Panik ca. 16 Bücher geschrieben und ist eine Koryphäe auf dem Gebiet. Es hilft mir sehr und ich merke auch Fortschritte. Er ist knallhart und spricht Tacheles, dass gefällt mir.


    Ich frage mich halt, was wenn ich doch ein Bunrout habe dann sollte ich doch eine längere Auszeit nehmen. Aber beide Psychiaterin und Therapeuth sagen nichts dazu. Die Psychiaterin meinte ich solle mal auch REHA gehen, der Therapeut meint das würde mir nichts bringen und mich noch mehr in die Spirale ziehen.


    Das im Moment lästigste ist diese Unkonzentriertheit und das neben sich stehen bzw. fehlende Aufmerksamkeit.


    Eine Betroffene hat es einmal so geschildert


    " Bei meinen BO haben sie definitiv dazugehört


    Meine Therapeut hat mir das mal so erklärt dass meine Festplatte (Gehirn) so voll ist und nichts mehr verarbeiten kann. Diese Unwircklichkeitsgefühle waren dann sozusagen Selbstschutz und vergehen wieder".


    Ich hatte zwischen August und November ca. 7-8 Panikattacken speziell in der Einschleichphasse des Medikamtents waren es 4. Diese Depersonalisations - Derealisationsgefühle und Momente habe ich seit Angang Oktober irgenwie ausgelöst durch einen festen Rotweinrausch. Ist aber bereits um längen besser geworden und ich hatte letztes Wochenende auch mal 2 Tage wo ich smptomfrei war. Die Auslöser dieser DP/DR sind meistens Traumata oder Panikattacken bzw. Drogen und Marihuanamissbrauch.


    Dieser DP/DR kommt sehr oft bei Panikattacken als Begleiterscheinung dazu.


    Nah ja alle sagen beginnend von meiner Frau über 3 Ärzte, Therapeuten und Betroffene das ich Geduld


    Geduld Geduld Geduld Geduld Geduld Geduld Geduld haben muss.


    Ja diese schei................... Geduld ich weiß es eh-


    LG

    Gerade wenn ich weit weg von Zuhause bin kann es noch fallweise passieren, das ich so ein unterschwelliges Schwindelgefühl habe, bin leicht zittrig und habe das Gefühl dass ich schwach auf den Beinen bin. Und genau in dieser Situation rattert die Angstmaschine was das alles sein kann. Was wenn ich jetzt umfalle und sterbe, Schlaganfall bekomme oder das alles von einem Hirntumer ausgeht. Gefühlte 1000mal hatte ich das schon und nur fallweise kann ich es ablegen. Und genau über das will ich drüberkommen loswerden.8 Angstbücher gelesen aber noch immer lerne ich es noch nicht restlos davon zu kommen.


    Wie habt ihr das für euch überwunden?

    Hallo,


    wenn dein Psychologe dir sagt, daß es Begleiterscheinungen von einem Burnout sein können, solltest du dir vielleicht einmal eine Auszeit nehmen und dich krank schreiben lassen.


    Sicher können erlebte Traumata in der Kindheit eine Auswirkung auf deine Psyche als Erwachsener haben.


    Es gab bei mir eine Zeit, als es mir psychische sehr schlecht ging und ich davon betroffen war. Es ging mit der Zeit von selber weg aber erst, als die Ursachen beseitigt wurden.


    Die Derealisation habe ich so erlebt; die Umwelt ist irreal, die Farben teilweise viel stärker ausgeprägt, die Geräusche sind weiter weg, man fühlt sich, als ob man weit weg von den Menschen ist, die neben einem stehen, irgendwie nicht dazugehörend.


    Die Depersonalisation erlebte ich so; den Körper oder Teile, insbesondere den Kopf, nicht zu spüren. Den Körper nicht zu spüren fing meistens mit einem Kribbeln im ganzen Körper an, ich sah alles wie durch Nebel und mein Körper verschwand.


    In der Psychotherapie konnte ich plötzlich nicht mehr reden und mich bewegen, ich musste von meiner Psychologin rausgeholt werden.


    Jetzt habe ich diese Symptome aber nicht mehr.


    Welche Diagnose hat dir denn dein Psychologe oder Psychiater gegeben?


    Das mit dem Schwindel und Zittern, kenne ich bei Ängsten, oder Angststörung. Könnte es sein, daß du das hast?


    Mir hat meine Psychologin geraten Stress abzubauen, mit körperlicher Bewegung. Bin noch dabei es umzusetzen. Früher nahm ich Benzodiazepine aber das rate ich dir nicht.


    Welches Antidepressivum (Wirkstoff) nimmst du denn? Es gibt nämlich welche, die werden speziell bei Depressionen mit Ängsten eingesetzt.


    Liebe Grüße