Wie finde ich die richtige Therapeutin?

    Liebe Community,


    Ich bin auf der Suche nach einer Psychotherapeutin, die tiefenpsychologische Therapie macht. Das Problem ist, dass ich ein Kriterium habe, das mir sehr wichtig ist, und nach dem ich nicht gezielt suchen kann. Ich möchte, dass die Therapeutin älter ist als ich (45) und möglichst Kinder hat (das ist kein Muss). Der Grund ist, dass ich gerade 25 Sitzungen bei einer Therapeutin hinter mir habe, die 10 Jahre jünger war, kinderlos, und sich mit meinen Problemen offensichtlich nicht identifizieren konnte, ihre Kommentare und ihre Kommunikation war "erlernt" und lehrbuchartig. Ich suche eine weibliche Therapeutin, mindestens 55 - 60 Jahre alt. Bitte keine Urteile, das ist einfach was ich jetzt brauche :-) Ich suche Tipps, wie oder auf welcher Plattform ich suchen soll (übrigens geht es um Berlin). Auf den Gängigen wie Jameda sind alle super jung... Danke!

  • 12 Antworten

    Das wird sicher etwas schwierig werden. Lebst du in Deutschland? Du könntest einmal bei der Therapeutenvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigung in deinem Bundesland anrufen. Ob da besondere Wünsche berücksichtigt werden, dazu bin ich überfragt. Alles Gute für dich!

    Geh' zu einer gesetzlichen Krankenkasse (muss nicht die sein, bei der Du versichert bist) und schildere dort Dein Anliegen.

    Gelbe Seiten oder Liste der Krankenkasse und dann genauer auf die Namen achten. Gerade bei TP d+rfte das mit dem Alter nicht so schwierig werden. Kinder schon, zumal kein Therapeut verpflichtet ist, das anzugeben.


    Und Du solltest hinterfragen, warum ein professioneller Helfer sich mit Deinen Problemen "identifizieren" können muss. Ist nämlich eher kontraproduktiv.

    Naja, identifizieren ist vielleicht das falsche Wort.

    Aber Verständnis für z.B. die Lage einer Klientin mit Kindern fände ich schon wichtig.


    Ich habe mal gehört, wie eine junge Sachbearbeiterin meinte, „Mutter ist man ja zeitlich begrenzt, mit 18 sind die Kinder ja volljährig.“

    Ja klar, ab dem 18. Geburtstag hat man mit seinen Kindern nix mehr zu tun...:|N


    Wäre ich Mutter und bräuchte eine Therapie, würde ich eine Frau mit solchen Vorstellungen ganz sicher nicht als Therapeutin wollen...


    Aber ich meine, nicht jede kinderlose oder jüngere Therapeutin hat so wenig Verständnis für Mütter. Da muß man auch differenzieren können, das könnte bei einer anderen Therapeutin ja auch ganz anders laufen, selbst wenn diese nicht selbst Mutter ist...

    Sunflower_73 schrieb:

    Und Du solltest hinterfragen, warum ein professioneller Helfer sich mit Deinen Problemen "identifizieren" können muss. Ist nämlich eher kontraproduktiv.

    sehe ich nicht so, dass man das unbedingt hinterfragen muss. Nur als Bsp. ein Mann wird Regelschmerzen niemals nachempfinden können und wir Frauen niemals einen Tritt in die ***;-)

    Es kann halt nur passieren, dass sie dann dennoch enttäuscht wird, auch wenn alle "Randkriterien" passen.


    Mein Tipp: alle möglichen Therapeuten anschreiben (e.Mail)und gleich die "Kriterien" (vielleicht mit kurzer Begründung) nennen. Das erspart viele Wege.


    Und ansonsten vielleicht doch ein paar Abstriche machen. ES gibt wirklich gute Therapeuten! (aber eben auch echt Schlechte)

    Und dann halt durchprobieren, man hat ja nicht umsonst diese Probestunden. Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche und ganz viel Erfolg bei der Therapie!

    Sich in die Lage des Patienten hineinversetzen ist ein Muss. Sich zu identifizieren nicht. Kleiner, aber feiner Unterschied.

    Wenn jemand so genaue Erwartungen hat, ist es aber wichtig zu hinterfragen, wo die herkommen. Welches Bedürfnis dahintersteckt. Tiefergehend. Denn streng genommen wird eine ältere Therapeutin mit eigenen Kindern auch nur eine tiefenpsychologische Behandlung anbieten. So wie ein jüngere kinderlose Therapeutin. Vorausgesetzt, den Patienten zu verstehen und anzunehmen ist beiderseits gegeben.

    Sunflower_73 schrieb:

    Sich in die Lage des Patienten hineinversetzen ist ein Muss. Sich zu identifizieren nicht. Kleiner, aber feiner Unterschied

    und genau auf diesen Unterschied legt die TE wert. Ist doch ihr gutes Recht.

    Die Frage ist, ob sie fündig wird.

    Es ist ihr gutes Recht , nur schränkt das die Suche noch mehr ein und gute Therapeuten sind verdammt selten. In meiner langen Therapiekarriere gab es nur einen mit dem ich wirklich über alles reden konnte. Und bei mir spielt dazu eine spezielle Problematik mit rein, in die sich niemand so hineinversetzen kann. Aber ich habe mich trotzdem verstanden gefühlt