Wie lerne ich ruhig zu bleiben?

    Ich habe seit ich denken kann ein großes Problem, das mit steigendem Alter immer schlimmer wird.


    Meine abartige Nervosität.


    Ich bin bei ALLEN Standartsituationen nervös, U bahn fahren, einkaufen, ZUM ARZT GEHEN <--- ganz schlimm!


    Um ein paar Beispiele zu nennen,


    1. ich hatte vor längerer Zeit einen Nebenjob in einer Disco, alle Mitarbeiter mussten sich bei Arbeitsbeginn und Ende mit ihrem Fingerabdruck anmelden (elektronisch).


    Es war meinem Arbeitgeber fast 20 Minuten lang nicht möglich meinen Daumen zu scannen, weil ich so gezittert habe.... ab dem mom wenn ich merke andere sehen das ich zittere, wird es noch schlimmer!


    2. Ich sollte für Halloween einen Bekannten schminken, ich konnte es fast nicht, weil ich wieder nervös war – meine Hände zitterten, er bemerkte es, sie zitterten noch mehr....


    3. Mein Abschluss vor 6 Jahren, wir mussten alle einzeln vor zum Lehrer und Direktor und uns wurden dort unsere Noten gesagt, die wir selber aufschreiben mussten, vor der ganzen Klasse (ich kannte diese Klasse seit mehr als 5 Jahren, ich war beliebt, hatte nichts zu befürchten) trotzdem bin ich so nervös geworden das es mir NICHT MÖGLICH WAR meine Noten aufzuschreiben... alle haben es gesehen, mein Direktor hat iwan Mitleid bekommen und mir den Stift aus der Hand genommen und mir die Noten aufgeschrieben.


    4. Ich brauche nur mir bekannte Personen zu BESUCHEN! selbst wenn ich zu extrem guten Freunden fahre, bin ich vorher Nervös.


    5. Es klingelt an meiner Türe – NERVÖS


    6. Das Telefon klingelt – NERVÖS


    es gibt keinen Bereich mehr in meinem Leben den ich ruhig angehen kann...


    ab dem moment wo ich das Haus verlasse fängt es an.


    Blutdruck messen beim Arzt ist fast nicht möglich... :(v


    Ich schäme mich und ich weiß ich habe keinen Grund dazu nervös zu sein.


    Meine Mama meinte immer "tu die Dinge die dir Angst machen, je öfter du sie machst desdo normaler werden sie" – ich fahre seit bestimmt 20 Jahren U bahn alleine... es hilft nicht! ich kaufe natürlich auch ein, es hilft nicht.


    Mittlerweile lasse ich mir immer irgend eine Krankheit einfallen wegen der ich so zittere, total daneben :(v


    Das Vorstellungsgespräche für mich nicht möglich sind brauche ich warsch. nicht erwähnen.


    Das steht mir bald wieder bevor – ich muss mich bewerben und dann natürlich auch ein Bewerbungsgespärch führen. Natürlich gehe ich hin und gebe mein BESTES, ich scheitere aber, immer, ich kann mich nicht sammeln, keinen klaren Gedanken fassen und bringe wirklich keinen wenigstens ansatzweise INTELLIGENT klingenden Satz herraus... mein Gegenüber muss wirklich denken ich bin extrem blöde – ich habe noch nie die Chance gehabt mich gut zu verkaufen, zu zeigen wer ich bin oder was ich drauf habe – ich disqualifiziere mich immer selbst.


    Was soll ich tun?


    Tief durchatmen hilft nicht, sie mir nackt vorstellen übrigens auch nicht 8-)

  • 23 Antworten

    Wie alt bist du? Und wie bist du denn bisher klar gekommen, was sagst du, wenn dich jemand fragt? Lebst du eher zurückgezogen oder hast du viele Freunde? Gehst du viel unter Menschen? Was hast du nach der Schule gemacht? Und gibt es bestimmte Auslöser oder bist du auch generell unruhig?


    Wenn die Symptome nicht nachlassen macht sicher eine Therapie Sinn, helfen tun in der Regel auch Medikamente wie Citalopram und Opipramol etc. Diese sind normalerweise gut verträglich und nebenwirkungsarm. Hier dürfte sich ein Psychiater am besten auskennen.

    ich bin 26 Jahre alt – Bisher habe ich mich zu allem überwinden müssen, neue Schulen, Arbeiten mit fremden, ich habe es sogar geschafft eine Zeitlang an einer Kasse zu arbeiten, ich stand sehr unter Druck und musste schnell sein – ich konnte es nicht länger als 6 Monate – ich bin regelmäßig nach der Arbeit Zuhause gesessen mit Herzrasen und das Gefühl einer Ohnmacht... weil ich so gestresst und unter Strom stand, es ist extrem schwer zu beschreiben, ich stehe unter enormem Druck, den ich mir selber mache – wenn dieser dann nachlässt, könnte ich oft einfach nur zusammenklappen, bekomme Herzrasen und fühle mich dem "sterben nahe". Das passiert aber nur äußerst selten, wenn ich wirklich etwas tun musste vor dem ich PANISCHE Angst habe.


    Wenn mich jemand anspricht auf mein Zittern behaupte ich immer ich hätte ein Leiden durch eine Sportverletzung meiner Arme... total daneben, aber ich fühle mich besser wenn Menschen denken es wäre ein körperliches Problem und kein psychisches, ich zeige ja quasi dann meine ANGST und dass in den unmöglichsten Situationen.


    Nach der Schule habe ich eine Ausbildung gemacht, die ich aber nur bekommen habe weil die Firma meiner eigenen Tante gehört – danach habe ich 2 Kinder bekommen und meinen Mann geheiratet. Heute gibt es die Firma nicht mehr und in diesem Job bekomme ich keine Arbeit mehr, möchte ich aber auch gar nicht, es gibt so viele Dinge die noch lernen möchte! Ich würde sehr gerne wenn der kleine 3 ist nochmal eine Ausbildung machen... aber ich weiß ich schaffe es nicht, ich werde nicht genommen – ich versage KOMPLETT in Bewerbungsgesprächen... ":/ – ich stehe mir so sehr selbst im Weg das ich mich oft einfach nur Ohrfeigen möchte... kennst du das? Wenn man extrem verliebt ist? Und in Gegenwart des Schwarms NUR Blödsinn redet? Weil man extrem aufgeregt ist aber trotzdem beeindrucken möchte?... so sehen bei mir Bewerbungsgespräche aus :(v


    Ich bin generell ein sehr unruhiger Mensch, ich halte es nicht aus mit offenen Fragen zu leben. Selbst wenn ich mich mit Freunden verabrede und sie mir nicht sofort zusagen können werde ich unruhig und möchte endlich eine klare Antwort "CHILL DOCH ENDLICH MAL" höre ich ganz oft.


    Und das Zittern beginnt eig ab dem mom wo ich etwas in der "Öffentlichkeit" tun muss vor allem wenn andere Menschen mich beobachten... und das wirklich in jedem Bereich, einkaufen, spazieren gehen.... ich mache es alles trotzdem, ich habe ja auch Kinder – die kann ich schlecht einsperren – aber ich mache es nicht gern, auch sehe ich keinerlei Verbesserung "learning by doing" funktioniert bei mir nicht ":/


    Sind das Psychopharmaka??? :-o :-o davor habe ich extrem Angst!

    Ohne ärztliche Abklärung kann man dir keinen Rat geben denn die Sache ist zu ernst für ein Internetforum. Es gibt da eine ganze Menge an Medizin die hilft da musst Du nur mal mit Sportschützen reden die nehmen vor Wettkämpfen schon gerne mal etwas um eine ruhige Hand zu bekommen ein beliebter Wirkstoff ist Propranolol. Der richtige Ansprechpartner für Dein Problem ist zunächst mal ein Neurologe.

    wie geht das jetzt am besten weiter? was sind meine nächsten schritte?


    gehe ich erst zu meinem hausarzt und schildere dem das?


    und er überweißt mich dann an einen psychologen/psychater – wo wäre der unterschied in der behandlung für mich?


    oder soll ich mir selber einen neurologen und einen psych.doktor suchen?


    kann ich mich überhaupt einfach so zu einem psych.doktor setzen und ihm meine "probleme" erzählen.


    ich muss sagen das ich extreme hemmungen habe das jemandem zu erzählen... ich habe keine ahnung von solchen ärzten, vieleicht kommt ein "moment.. da sind sie hier bei mir nicht richtig" ich würde vor scham im boden versinken :-o

    Meiner Ansicht nach setzt sich dein Problem aus zwei Komponenten zusammen:


    1. Du besitzt ein übererregbares Nervensystem, der Sympathicus dominiert stark gegenüber dem Parasympathicus.


    2. Du hast deine Ängste regelrecht trainiert – siehe die Situation mit dem Lehrer vor der ganzen Klasse; das war ein Auslöser, ein negativer "Anker", der dann immer wieder neuen Impuls dazu gab, dass sich das Ganze manifestieren konnte.


    Ein leichtes Mittel könnte dir vorübergehend helfen, allerdings besteht u. U. die Gefahr, von so etwas abhängig zu werden – also: Vorsicht. Eine psychologische Beratung wäre auf jeden Fall anzuraten.

    Um den Gang zum Hausarzt wirst du nicht herumkommen. Keine Bange, für den ist so etwas nichts Ausgefallenes! Wenn du gar zu scheu bist dafür, hol dir direkt einen Termin bei einem Neurologen/Psychologen. Der kennt dich noch nicht, so ist es manchmal einfacher.

    Zitat

    1. Du besitzt ein übererregbares Nervensystem, der Sympathicus dominiert stark gegenüber dem Parasympathicus.

    ich leide auch so hin und wieder unter zittern, ohne auslöser. oft zittern meine hände oder sogar meine arme, nur wenn ich abends alleine fernsehe – wenn ich wirklich weder nervös bin noch angst habe, könnte das auch etwas damit zu tun haben?


    also du meinst, zum hausarzt, dem erzählen was los ist und der sagt mir dann wo ich mich am besten hinwende.


    sind wartezeiten für psychologen sehr lang?


    sind das dann wöchentliche sitzungen? kann man da wirklich auf wunderheilung hoffen, oder werde ich für den rest meines lebens auf hilfe angewiesen zu sein?


    ich weiß das mir dass warsch keiner genau sagen kann... aber das bin ich auch typisch ich, ich möchte vorbereitet sein, oder wenigstens eine ahnung haben was mir passiert und wie es weitergehen könnte

    Eine Therapie wirkt in der Regel langsam. Du wirst stark mitarbeiten müssen. Die Erfolge sind je nach Schwere des Problems begrenzt.


    Wenn es keine körperlichen Ursachen für dein Problem gibt kann der Einsatz von Psychopharmaka dir durchaus sehr helfen. Mir helfen sie sehr, hab keine Nebenwirkungen. Sie sind in der Regel sehr gut verträglich und machen keine Langzeitschäden.


    Helfen können


    pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut mit schwacher Wirkung


    Antidepressiva wie Citalopram oder das beruhigend wirkende Opipramol oder andere. Beruhigend wirkende mittel dürften sich bei Nervosität besser eignen


    Akutmittel wie lorazepam in Akutsituationen


    Unter Umständen Betablocker wie Metropolol gegen schnellen Herzschlag


    Ich nehme seit vielen Jahren citalopram/fluoxetin, opipramol und metoprolol ohne Beschwerden und es hilft sehr gut..

    Zitat

    Ohne ärztliche Abklärung kann man dir keinen Rat geben denn die Sache ist zu ernst für ein Internetforum. Es gibt da eine ganze Menge an Medizin die hilft da musst Du nur mal mit Sportschützen reden die nehmen vor Wettkämpfen schon gerne mal etwas um eine ruhige Hand zu bekommen ein beliebter Wirkstoff ist Propranolol. Der richtige Ansprechpartner für Dein Problem ist zunächst mal ein Neurologe.

    Im Zweifelsfalle kann ein Forum keinen Arzt ersetzten. Für Rat und Ideen ist dieses Forum aberda. So extrem ernst ist es nun auch nicht. Und nur das Zittern zu dämpfen ist doch sinnlos. Dann sieht man es nicht mehr, Probleme wie Herzrasen, Panik und quälende Gedanken bleiben. Die gilt es, in den Griff zu bekommen.


    Wenn einen Arzt aufsuchen, dann würde ich es psychotherapeutisch versuchen und nicht gleich mit Psychopharmaka draufschießen. Die kann man, wenn man möchte, sicher ergänzend nehmen. Aber allein darauf würde ich nicht setzen und auch nicht auf den Hausarzt (die öfter mal was verschrieben was mMn nicht ihr Gebiet ist..) Ich persönliche würde gleich zum Psychologen oder Neurologen gehen.

    Liebe Sära.Fine,


    dein Beitrag hier hätte auch fast von mir stammen können! :-)


    Ich habe ein sehr sehr ähnliches Problem. Ich denke auch immer, dass ich das wohl niemandem erzählen kann, dass ich nervös bin, sobald das Telefon klingelt.


    Bei mir geht die Nervosität dann halt auch gut und gerne mal in Übelkeit und Panikattacken über.


    Ich habe das ganze schon seit ca. 20 Jahren, war damit früher auch bei Ärzten.


    Gut, ich habe tatsächlich einen zu hohen Blutdruck, der ist aber nun gut eingestellt und bei der 24h-Messung und auch sonst zu hause habe ich richtig gute, oft sogar ideale Werte. Gehe ich jedoch zum Arzt, habe ich dort nicht selten Blutdruckwerte, die normalerweise für eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus sprechen würden!


    Wenn ich generell einen Arzttermin oder auch nur sonst irgendeinen Termin habe, bin ich davor so aufgeregt, dass ich erstmal furchtbaren Durchfall bekomme.


    Und ich könnte noch 1000 mal mit der U-Bahn fahren - ich wäre auch beim 1001. Mal noch genauso nervös beim Einsteigen wie jetzt!


    Als mir kein Arzt so wirklich helfen konnte bzw. ich das Gefühl hatte, dass kein Arzt das eigentliche Problem versteht, habe ich beschlossen, mir in dieser Angelegenheit selber zu helfen.


    Ich habe für mich selber "diagnostiziert", dass meine Nerven einfach sehr sehr sensibel auf Reize reagieren, worauf ich aber einfach keinen Einfluss habe, quasi eine Art "Überempfindlichkeit". Ich mache sehr sehr viel Sport, da das einen sehr gut "runterbringt". Vor wichtigen Terminen helfe ich mir mit Baldrian/Johanniskraut/Magentropfen. Ich versuche allzuviele Reize zu vermeiden, also abends nach der Arbeit lieber ins Grüne gehen, wo's menschenleer ist, anstatt in der Großstadt auszugehen.


    Ich muss hier allerdings betonen, dass ich es durch meine "Selbsttherapie" schaffe, (zumindest nach außen hin) ein komplett "normales" Leben zu führen, mit dem ich im großen und ganzen auch zufrieden bin und meine Berufstätigkeit (fast) nicht darunter leidet. Wie "schlimm" das bei dir ist, kann ich natürlich nicht beurteilen und will dir deshalb nicht grundsätzlich von einer professionellen Therapie abraten, auch wenn ich das für mich selber ablehne.


    Ich kann dir halt nur als Tipps geben:


    1. Abklären (durch 24h-Messungen) ob nicht doch ein Bluthochdruck vorliegt und ggf. einstellen lassen - das kann wirklich schon viel ausmachen!


    2. Ausdauersport! Ausdauersport! Ausdauersport! Am besten jeden Tag (natürlich nur sofern nicht sonstige gesundheitlichen Einschränkungen dagegen sprechen)


    3. Falls du rauchen solltest, aufhören! Denn Rauchen kann einen EXTREM nervös machen!


    4. Bevor man daran denkt, das irgendwie mit heftigen Medikamenten zu behandeln - teste einfach mal die Baldrian-Tabletten, die jeder Discounter im Sortiment hat, bei mir wirken die bombastisch! (Habe das Gefühl, die wirken bei mir genau so übermäßig stark beruhigend, wie andere Reize mich übermäßig stark nervös machen.)


    5. Seinen Lebensmittelpunkt ggf. nach Möglichkeit in eher "reizärmere" Gegenden verlagern.


    Alles Gute! :)*

    Ich kenne das auch, obwohl mir das früher ein Fremdwort war. Es kann viele Gründe dafür geben, warum man zittert, bei dir habe ich eine Vermutung. Ganz banal: Angst!


    Ich kann das leider nur an meiner eigenen These erklären, weil das unter Depressionen besonders schlimm ist und auch schonmal in einer Angststörung geendet hat, aber dank Medikamenten weg ging und ich deshalb nie mit einem Therapeuten darüber gesprochen habe.


    Also meine These anhand deiner U-Bahn:


    An einer U-Bahn ist nichts natürliches und viele Menschen genauso wenig. Weder in U-Bahnen noch in Supermärkten. Unter der Erde, nur zwei Ausgänge usw. Gruselig... Der Mensch ist von seiner Natur her, gar nicht für viele moderne Dinge und Lebensumstände geschaffen. Wir kommen damit klar, weil wir dahin erzogen werden, das von diesen Dingen keinerlei Gefahr ausgeht. Scheinbar wird dieses anerzogene Sicherheitsgefühl aber durch psychische Erkrankungen blockiert. Dadurch bekommen wir in erster Linie mal unsere natürlichen Ängste zurück und unser Körper macht das einzig Richtige. Er schüttet Hormone wie z.B. Adrenalin aus, was gerne für Zittern verantwortlich ist. Das Problem bei den Erkrankungen ist allerdings, das diese sich scheinbar gerne steigern und aus den verständlichen Urängsten dann auch Ängste vor Banalitäten entstehen. Der berühmte Kloß im Hals, kaum Atmen können, Schweißausbrüche, Puls hämmert usw. sind natürliche Reaktionen deines Körpers auf eine Gefahrensituation und die daraus resultierende Angst.Anfällig scheinen besonders Menschen zu sein, die von Natur aus die etwas ängstlicheren Typen sind.


    Aber schon alleine vor dem Hintergrund, das du zwei Kinder hast (und die Verantwortung) solltest du dringend einen Arzt konsultieren. Alleine der Satz: "Spätestens wenn ich das Haus verlasse, fängt es an". Es gibt Menschen, bei denen wurde es so schlimm das die wirklich nicht mehr das Haus verlassen konnten. Also besser jetzt reagieren.


    Meine Mutter hatte das beim Autofahren bekommen. Der wurde schon schlecht wenn die nur an die nächste Autofahrt gedacht hat. 7km zum Supermarkt war für sie schon die Hölle. Wurde scheinbar durch die Krankheit meiner Schwester losgetreten, bzw. durch den Stress und die Anspannung. Sie hat ein halbes Jahr Spritzen bekommen und ist sogar vor kurzem die kompletten 350km zu mir alleine gefahren.

    Ich kann dir leider nicht weiterhelfen bezüglich Medikamenten. Ich wollte dir nur schreiben, dass ich weiss, wie ätzend diese ständige Nervosität sein kann, und dir Mut zusprechen.


    Es gibt immer Wege und Möglichkeiten. Bei mir hat damals eine sehr langwierige Behandlung beim Heilpraktiker geholfen.


    Wichtig ist aber schon, auch die Ursache für die Nervosität zu finden. Bei mir war das damals eine komplette Überforderung mit jeglichen Erwartungen anderer Menschen, weil ich nicht umhin konnte, diesen dann auch zu entsprechen. Nur zuhause alleine fühlte ich mich noch wohl und sicher. Aber wehe, etwas Unerwartetes ist passiert.


    Natürlich bin ich heute auch noch ab und an nervös, aber ich kann mich heute tatsächlich viel besser beruhigen.


    Also: geh es an. Such dir Hilfe. Und schäm dich nicht, du kannst doch nichts dafür, und der erste Schritt in Richtung weniger Nervosität ist, sie zu akzeptieren. :)*


    Und: du bist stärker als du denkst. Du hast immerhin 2 Kinder, die du groß ziehst! Ich hätte das damals nie und nimmer geschafft!

    Zitat

    An einer U-Bahn ist nichts natürliches und viele Menschen genauso wenig. Weder in U-Bahnen noch in Supermärkten. Unter der Erde, nur zwei Ausgänge usw. Gruselig... Der Mensch ist von seiner Natur her, gar nicht für viele moderne Dinge und Lebensumstände geschaffen.

    So ähnlich ist im übrigen auch meine ganz persönliche These dazu, dass es immer mehr psychische Erkrankungen / Angststörungen bei den Menschen gibt. Das wurde hier in einem anderen Faden auch schonmal so ähnlich erklärt, dass es früher eher möglich war, so zu leben, dass die psychischen Störungen nicht sichtbar wurden.


    Ich persönlich finde es eher fragwürdig, ob wirklich für jeden Menschen, der unter Problemen dieser Art leidet, es immer das beste ist, sich ärztlich / therapeutisch behandeln zu lassen.


    Das hat für mich persönlich immer so einen Hauch davon, dass der Mensch wie eine Maschine arbeiten muss und irgendeiner definierten Norm entsprechen muss, und wenn diese Maschine es nunmal nicht schafft, mit dem modernen Großstadtrhythmus mithalten zu können, so muss er repariert werden.


    Jeder Mensch ist anders. Vielleicht ist es gar keine Schande, nicht mit dem Großstadtrhythmus, mit all den modernen technischen Möglichkeiten, mithalten zu können. Vielleicht ist auch ganz einfach der ein oder andere Mensch eher für ein "langweiliges" Leben auf dem Land geeignet...


    Hoffentlich versteht mich keiner falsch. Das hängt natürlich schon alles vom Schweregrad der persönlichen Situation ab und in sehr schweren Fällen ist eine ärztliche Behandlung wahrscheinlich dringend angezeigt, klar, das will ich gar nicht abstreiten.


    Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sagen, dass es im Bezug auf Angst- / Panikattacken und innere Nervosität schon einen erheblichen Unterschied machen kann, ob man inmitten einer Großstadt lebt, wo man ständig Reize und Menschen um sich herum hat, oder ob man in einem 300-Einwohner-Bauern-Dorf am Waldrand lebt, wo man zumindest abends und am Wochenende, wenn man von der Arbeit (weiterhin in einer Stadt!) nach Hause kommt, von allzu vielen Reizen verschont bleibt und sich regenerieren kann (auch wenn man dafür von vielen belächelt wird... ;-) ).

    Mit 26 Jahren sollte man noch nicht zittern deshalb muss zunächst abgeklärt werden ob körperlich alles in Ordnung ist dafür ist der Hausarzt zuständig und der wird dich vermutlich zunächst zum Neurologen überweisen. Zittern wird nicht von alleine besser und um so früher die Behandlung beginnt bist du das Problem los. Für einen Arzt ist soetwas Alltagsgeschäft davon lebt er ja deshalb keine Hemmungen.

    irgendwie_anders

    Ja, ich stimme dir zu: Heute wird von ALLEN erwartet, dass sie sich dem Tempo der Zeit anpassen, alle Reize bewältigen, multitaskingfähig sind – und wenn nicht, dürfen sie sich selbst mehr oder weniger als Versager einstufen.


    Das setzt unter krassen Druck, und wer nicht so robust gestrickt ist, hat schlechte Karten von vornherein. Ich möchte nicht wissen, wie viele Krankheiten und Störungen genau auf das Konto dieser Umstände gehen.

    Ja, dieser Druck ist immens. Und dazu wird einem durch die ganzen Medien auch noch ständig suggeriert, wie man zu sein hat und was man als erstrebenswert einzustufen hat, um "NORMAL" zu sein.


    Und vielen fehlt dann auch der Mut, anders zu sein und anders zu leben. Stattdessen versuchen sie mit dem modernen Rhythmus mitzuhalten, weil es von ihnen erwartet wird, und werden dann krank.

    Ich danke schon mal für die ganzen Beiträge!


    Das mit den Baldriantabletten finde ich sehr interessant, bei gelegenheit werde ich mir mal welche besorgen und sie probieren.


    Das schlimme ist einfach man WEIß das es blödsinnig ist so eine Angst zu haben, aber in diesen Momenten ist es als hätte ich keinerlei Einfluss oder Kontrolle über mich selbst.


    Je mehr ich versuche mich selbst zu beruhigen, desdo mehr steigere ich mich dann hinein :-o.


    Quasi mit jedem Tief durchatmen klopft mein Herz noch schneller...


    Dazu habe ich übrigens auch ein paar Zwänge, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben, ich muss ständig meine Haustüre kontrollieren, ob sie zu ist. Im Kinderzimmer das Fenster ob es richtig geschlossen ist, Heizungen werden mehrmals abgegangen und kontrolliert – Das Angelcare meines Sohnes wird fast 10 min angestarrt .. ich sehe das dass Gerät blinkt, somit eingeschaltet ist, aber trotzdem starre ich darauf ... als könnte ich mir selbst nicht trauen ":/


    Was mich halt am meisten beschäftigt, ist das mit den Bewerbungsgesprächen.. hätte ich damals nicht das Vitamin B meiner Tante gehabt, würde ich warsch heute VERSUMPFEN ohne Ausbildung oder ähnlichem... der Druck der Menschen um mich herrum macht es nicht leichter "du musst jetzt schon mal langsam" "du kannst doch nicht für den Rest deines Lebens Zuhause sitzen" "du bekommst ja auch nur Kinder um nicht arbeiten zu müssen" – das trifft mich schwer, ich möchte und ich mache auch!! Ich bin IMMER zu meinen Vorstellungsgespärchen gegangen, immer, ich habe mich immer meiner Angst gestellt – habe es sogar schon mal in "nächste runden" oder Probearbeiten geschafft .... aber heute reicht es nicht mehr EIN Vorstellungsgespräch zu haben, danach muss man ein Praktikum machen, während des Praktikums nochmal 2 Gespräche führen, nach diesem Praktikum eine Prüfung absolvieren, nach dieser Prüfung zum Assesmentcenter und DANACH (wenn man überhaupt soweit kommt) nochmal ein Abschlussgespräch mit allen 5 Abteilungsleitern... selbst wenn ich mein erstes Gespräch schaffe.. gibt es dann noch so viele Hürden die ich nehmen muss (für eine erneute Ausbildungsstelle) ich stand schon oft einfach davor und hatte das gefühl zusammen zu brechen, weil es mir ZU VIEL ist...


    Arbeiten kann ich übrigens sehr gut – ich bin kein schlechterer Lehrling als andere, ich habe gelernt mich zu verstellen und gut zu Schauspielern! Die wenigsten Menschen wissen davon, ich werde eher als offen und selbstbewusst beschrieben – alleine diese Rolle aufrecht zu erhalten ist für mich enorm anstrengend, aber es klappt!


    Aber geht es um so eine MASSE an Dingen, die ich tun muss um mich zu beweisen – bekomme ich Panik, ich kann nicht mehr richtig sprechen, ich zittere, ich fange an zu schwitzen und versage wegen MIR SELBST ... das ärgert mich!


    Ich möchte auch Chancen, zeigen was ich kann – denn ich kann was!


    Ich kann einem Potenziellen Arbeitgeber ja schlecht sagen beim Gespräch "bitte bitte sein sie nett zu mir, ich bin nämlich nicht so ganz richtig im Kopf".... :°(


    das macht mich oft sehr traurig und ich habe oft Angst das mein ganzes Leben scheitert weil mir alles "zu viel" ist... und ich finde das klingt so extrem lächerlich...