Wieder zunehmend Suizidgedanken

    Hey ihr! @:)


    Hm, wo fange ich an?


    Ich habe wieder stärker werdende

    Suizidgedanken.


    Zu meiner Vorgeschichte: ich hatte bereits zwei Suizidversuche und auch zwei Klinikaufenthalte. Eine ambulante Therapie habe ich seit Oktober nicht mehr.


    Eigentlich habe ich mich in so einem Fall immer an meine Therapeutin gewandt, aber das fällt wohl flach.


    Ausgelöst wurde meine aktuelle Krise ca. Mitte Januar 2015. ??Da habe ich erfahren, dass eine aus meiner Jahrgangsstufe versucht hatte sich umzubringen. Sie hat Gott sei Dank überlebt??


    Mich hat die ganze Geschichte jedoch total mitgenommen, wohl auch aufgrund meiner eigenen Versuche. Als ich das erfahren hatte, hatte ich auch erst mal einen kleinen Zusammenbruch.


    Ich dachte bishe das gibt sich wieder, sobald ich alles etwas sacken lassen hab. Fehlanzeige. Ich kann bis heute an kaum mehr was anderes denken.


    Meine eigenen Suizidgedanken haben jetzt dadurch einiges an Nahrung erhalten und ich kann damit nicht umgehen. Ich kann mit der ganzen Situation nicht umgehen. Außer meine Therapeutin hab ich keine wirklichen Ansprechpartner. Eventuell noch die Psychiaterin, wobei ich bei ihr noch nicht so lange bin und auch deshalb auch nicht weiß wie ehrlich ich zu ihr sein kann.


    Mich mit dem Thema hier ans Forum zu wenden ist ein letzter Hilferuf. Eigentlich wollte ich das vermeiden, aber ich kann damit einfach nicht mehr alleine bleiben.


    Was würdet ihr in so einer Situation tun? Gibt es Anlaufstellen, die ich nicht bedacht habe?


    LG,

  • 1 Antworten

    Lass dich erstmal drücken :°_ Im Zweifelsfall kannst du dich in die Klinik bringen lassen.


    Aber hierzu:

    Zitat

    Eigentlich habe ich mich in so einem Fall immer an meine Therapeutin gewandt, aber das fällt wohl flach.

    Warum denn? Mittlerweile ist es doch so geregelt, dass du 3mal im Quartal zu deiner Therapeutin gehen kannst, auch wenn du keine Stunden mehr hast. Die Kk übernimmt das dann. Ruf sie doch einfach mal an :)*

    Vielen Dank euch! :)_

    Zitat

    Warum denn? Mittlerweile ist es doch so geregelt, dass du 3mal im Quartal zu deiner Therapeutin gehen kannst, auch wenn du keine Stunden mehr hast. Die Kk übernimmt das dann. Ruf sie doch einfach mal an

    Das mit der Therapie ist eine komplizierte Sache, die sich bis heute nicht geklärt hat.


    Das genaue Drama ist *http://www.med1.de/Forum/Psychologie/694809/ hier* nachzulesen. Bitte sei nicht böse, wenn ichs selbst nicht nochmal schilder, aber ich habe gerade nicht so den Nerv dazu. @:)

    Zitat

    Geh bitte umgehend in eine Klinik mit psychiatrischer Abteilung!!! Jetzt sofort!!! Dort wird dir geholfen.

    So akut ist es dann doch nicht. :-/


    Ich kann mich im Moment noch distanzieren.


    Und Klinik wollte ich eigentlich vermeiden..... hm. Habe da unter anderem mal eine nicht so gute Erfahrung gemacht. Außerdem: Mein Schuljahr :°(


    Und wie soll ich das meinem Vater erklären?


    Gerade erst gestern grinst er mich an und sagte, dass ich so gute Fortschritte gemacht habe und dass es mir ja gut geht zur Zeit.


    Ich habe nicht getraut ihm das Gegenteil mitzuteilen. %:|

    Zitat

    Das genaue Drama ist *http://www.med1.de/Forum/Psychologie/694809/ hier* nachzulesen. Bitte sei nicht böse, wenn ichs selbst nicht nochmal schilder, aber ich habe gerade nicht so den Nerv dazu. @:)

    Den Faden hatte ich damals sogar verfolgt. Seitdem hat sich in der Richtung nichts mehr getan? Willst du nen Rat? Schreib deiner alten Therapeutin und gib ihr und dir eine neue Chance. Du brauchst Begleitung!

    Zitat

    Außerdem: Mein Schuljahr :°(

    Kannst du wiederholen ;-)

    Zitat

    Und wie soll ich das meinem Vater erklären?

    Notfalls per Brief, wenn du es ihm nicht direkt sagen kannst. Aber er sollte es wissen.

    Zitat

    Den Faden hatte ich damals sogar verfolgt. Seitdem hat sich in der Richtung nichts mehr getan? Willst du nen Rat? Schreib deiner alten Therapeutin und gib ihr und dir eine neue Chance. Du brauchst Begleitung!

    Ich habe ihr schon geschrieben. Daraufhin hat sie mir einen Termin gemacht, bei dem ich leider nicht kommen konnte und habe abgesagt. Seitdem hat sich nichts mehr getan.


    Und wenn die mich so wiederbekommt, dann schießt sie mich gleich wieder aufm Mond. %:|

    Zitat

    Kannst du wiederholen ;-)

    Leider nicht mehr. Es ist schon die absolute Sondergenehmigung, dass ich die Klasse jetzt zum 3.Mal mache.


    Wenn ich dieses Schuljahr nicht durchziehe, muss ich gehen.

    Zitat

    Notfalls per Brief, wenn du es ihm nicht direkt sagen kannst. Aber er sollte es wissen.

    %:| ICh weiß nicht so recht. Klar sollte er das wissen.... Aber über Gefühle reden? Mein Vater und ich?


    Und ich glaube es wäre auch kontraproduktiv, weil er dann mit seiner Überbesorgtheit mich wieder nervt.

    Hallo Heym,


    Bei dem kleinsten Zweifel:


    Ruf bitte SOFORT eine der Nummern aus den nächsten Links an, ist egal welche!


    Notfallnummern und Anlaufstellen:


    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/suizid-hilfe-und-selbsthilfe-bei-gedanken-um-tod-auch-anonym-a-919068.html


    http://www.leben-ohne-dich.de/notfall.htm


    http://www.suizidprophylaxe.de/Hilfsangebote/liste%20der%20einrichtungen%20zur%20suizidpraevention.htm


    http://www.onmeda.de/psychische_erkrankungen/selbstmord-anlaufstellen-15782-8.html


    Hier sind 3 Foren, bei denen du Leute finden kannst, denen es so ähnlich geht wie dir. Vielleicht können sie dir auch nebenher helfen mit ihren Erfahrungen und ihrem Verständnis. Auch und gerade was Therapien und Therapeuten betrifft. Ich wünsche es dir!


    Selbsthilfeforen Borderline


    http://borderline-forum.net/


    http://www.borderline-selbsthilfeforum.com/


    http://www.blpl.de/forum.php


    Bitte vergiss nicht, dass das, was du momentan fühlst, in Zukunft anders sein kann.


    Du kannst andere Dinge fühlen, schöne Dinge, du kannst dich in eine ganz andere Richtung entwickeln, als das, was du bisher gewohnt warst. Alles kann ganz anders werden und sich zum Guten wenden.


    Das ist so, weil niemand die Zukunft kennt.


    Aber dafür musst du dir selbst auch eine Zukunft erlauben.


    Ich wünsche dir, dass du dich daran immer erinnerst! @:)

    :)^ Danke lieber Albedo für deinen Beitrag.


    Mir gehts heute etwas besser. Glaube ich. Aber irgendwie lässt mich die Sache trotzdem nicht los. Immer muss ich an sie denken.


    Und ab morgen ist wieder Schule und ich habe einfach nur Bauchweh. %:|


    In einem Borderline-Forum bin ich schon, aber ich habe expliziert hier gepostet, weil... naja, hier ist es größer, weniger familiär und dadurch auch etwas anonymer. ??Ich kenne aus dem BL-Forum auch ein paar persönlich?? Und außerdem will ich niemanden zur Last fallen.


    Und was sollen die schon machen? Und ja, was sollt ihr machen? Irgendwie war das ne doofe Idee hier zu posten.


    Ich schau einfach mal wie lange ich durchhalte und was bei rauskommt. ":/

    Zitat

    Bitte vergiss nicht, dass das, was du momentan fühlst, in Zukunft anders sein kann.

    Ich weiß. :°(


    Ich hatte eigentlich zumindest bis November eine sehr gute Zeit und bis Januar eine halbwegs gute. Aber das ist jetzt alles irgendwie aus meinem Kopf draußen.

    Zitat

    Mir gehts heute etwas besser.

    Wunderbar :)^

    Zitat

    Immer muss ich an sie denken.

    Das ist normal. Quäl dich nicht, wenn es so ist, dann ist es eben so. Wichtig ist nur, dass du keine falschen Schlüsse daraus ziehst. Morgen oder übermorgen denkst du vielleicht an ganz andere Dinge, vergiss das nicht. Deine Gedanken und Gefühle sind "nur" Momentaufnahmen. Sie waren nicht immer dieselben und sie werden nicht immer dieselben bleiben. Du weißt das auch, du musst dich nur daran erinnern. :)*

    Zitat

    Und ab morgen ist wieder Schule und ich habe einfach nur Bauchweh.

    So quälend es für dich in der Schule unter anderen auch immer sein mag: Denk daran, dass DU du bist! Du bist nicht besser, aber auch nicht schlechter, als irgendwer dort. Du musst dich nicht verstecken, du musst nichts in dich hinein fressen, du musst nicht schweigen und du musst nicht leiden. Erwarte nicht von Heranwachsenden, dass sie die Empathie und Verständnis eines Erwachsenen hätten. Sie sind noch keine Erwachsenen. Dein Selbstwert ist nicht abhängig davon, was andere dort oder sonstwo denken. Ob du es glaubst oder nicht: Man kann sich auch dann selbst lieben, wenn man sich selbst im Moment hasst! Nein, einfach ist es nicht - aber was ist schon einfach? :)z


    Du wirst es trotzdem schaffen, glaube an Dich! @:) :)*

    Zitat

    Und außerdem will ich niemanden zur Last fallen.

    Also, mir fällst du nicht zur Last. Ich habe übrigens selbst Borderline, nur ohne SVV. Seit gut...überlegen...30 Jahren circa. Mit den zielgerichteten Therapien habe ich erst vor ein paar Monaten begonnen. Selbstmordversuche hatte ich ebenfalls zwei. Den ersten, als ich vier war, den zweiten mit 23. Einen dritten wird es nie wieder geben, denn ich habe mit 23, als es damals fast "geklappt" hätte - also fast ins Auge gegangen wäre - kapiert, dass ich das Leben liebe! Inklusive aller Probleme, die dazu gehören. Es geht, glaub mir das bitte! Was ich kann, liebe Heym, kannst du ebenfalls! Du bist eine Frau, ihr könnt viel mehr ab, als wir Männer. Das ist nichts Neues :-)

    Zitat

    Und was sollen die schon machen?

    Das weiß ich nicht. Weißt du es? Probier es einfach. Was hast du schon zu verlieren?

    Zitat

    Aber das ist jetzt alles irgendwie aus meinem Kopf draußen.

    Ja, das glaube ich dir.


    Aber denk daran: Das ist nur im Moment so!


    Das kann schon morgen anders sein. Und wenn es nicht morgen ist, dann eben übermorgen.


    Keine Sorge, ich spiele nichts runter, ich nehme dich ernst und glaube dir, dass es dir nicht gut geht.


    Aber das muss nicht so bleiben - und das wird es auch nicht!


    Fühl dich von mir verständnisvoll gedrückt :)_

    Wie kann Dein Vater "überbesorgt" sein, wo es doch in Dir so ernst ausschaut? Vielleicht bist Du ja sogar positiv überrascht, wenn Du ihn teilnehmen lässt an dem, was in Dir vorgeht.


    Du solltest mit diesen Gedanken wirklich nicht allein Dir selbst überlassen bleiben. :°_ Wäre nicht wenigstens eine enge Freundin oder Verwandte einzubeziehen, wenn schon nicht die Therapeutin?

    Danke ihr beiden. @:)

    Zitat

    Ich habe übrigens selbst Borderline, nur ohne SVV.

    Endlich mal ein männlicher Borderliner. :)_


    Mein Vater... es war bisher schwierig, wenn er mit einbezogen wurde. Hobbypsychologe und so. Und dann mit Sachen um sich geschmissen - ne! Er meinte es sicher gut, aber naja. %:|


    Enge Freunde und Verwandte habe ich leider nicht wirklich, also fällt das weg.


    Jetzt gegen Abend komme ich wieder ins Grübeln über ganz dumme Dinge. :-(

    Heym :°_ :)* :)* :)*


    Kann dir leider im Moment keine große Hilfe sein, bin selbst in der Klinik. Nur soviel: wenn es wirklich nicht mehr geht, geh bitte in die Klinik, bevor du etwas tust, was du später bereust oder nicht mehr bereuen kannst! :°_


    Ich denk an dich und werde hier weiter mitlesen.


    Vielleicht hilft es dir auch, den Krisendienst (falls es den in deiner Stadt gibt) oder die Telefonseelsorge anzurufen. Hab ich neulich mal gemacht. Du kannst natürlich auch immer hier schreiben :)_


    Hast du zufällig Bedarfsmedikamente? Wenn nicht, frag mal deine Psychiaterin :)_ :)*

    @ Heym

    Zitat

    Endlich mal ein männlicher Borderliner. :)_

    Zitat

    Jetzt gegen Abend komme ich wieder ins Grübeln über ganz dumme Dinge. :-(

    Ich weiß nicht, ob es dir etwas bringt, aber du kannst bei den nachfolgenden Links Auszüge aus meiner Story finden. Vielleicht findest du dich irgendwo wieder, vielleicht auch nicht. Es geht mir nicht um "Wettbewerb" oder ähnlichen Schwachsinn. Jeder Mensch ist verschieden, jeder trägt seinen eigenen Schmerz in sich, es gibt keine "Hitparaden". Ich versuche dir damit nur zu zeigen, dass man es dennoch "schaffen" kann. Im Sinne von sich anders, sich besser zu fühlen, Fortschritte zu machen, sogar sehr grosse. Auch wenn es schwer ist, auch wenn es weh tut, auch wenn man sich selbst hasst und sich auf die eine oder andere Art und Weise verletzen möchte. Auch wenn man etwas "spüren" möchte - und sei es den Schmerz der Selbstbestrafung. Auch wenn man sich leer fühlt und nichts mehr einen Sinn zu ergeben scheint.


    Es geht dennoch!


    Ich weiß aus ureigener Erfahrung, wie wahnsinnig schwer es ist mit dem Verstand gegen die eigenen Gefühle anzukommen. Aber so hoffnungslos es auch meistens ist - es ist nicht völlig sinnlos.


    Jeder Erfolg zählt, völlig egal, ob er bleibt oder nicht. Völlig egal, wie winzig er ist. Die Dinge können sich wirklich im Laufe der Zeit ändern, glaub mir das bitte!


    http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/698868/3/


    http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/696567/3/


    Du bist nicht allein und du verdienst genauso Liebe und Respekt, wie jeder andere Mensch.


    Angefangen von dir selbst dir selbst gegenüber! :)* @:)

    Zitat

    bin selbst in der Klinik. Nur soviel: wenn es wirklich nicht mehr geht, geh bitte in die Klinik, bevor du etwas tust, was du später bereust oder nicht mehr bereuen kannst! :°_

    Höre auf Juley's Worte, sie hat völlig Recht!

    @ Juley

    Dir auch alles, alles Gute :)* @:)

    Zitat

    Du quälst Dich mit diesen Gedanken? Würde es Dir denn helfen, sie an uns hier zu schreiben?

    Hm, ich wüsste nicht, was ich schreiben sollte. Eigentlich habe ich schon alles geschrieben. ":/

    Zitat

    bin selbst in der Klinik

    **Gaaanz, gaaanz viel Kraft für die Woche und auch danach. @:)


    Wenn du magst, können wir mal schreiben... :) **

    Zitat

    bevor du etwas tust, was du später bereust oder nicht mehr bereuen kannst!

    Und wenn ichs nicht bereuen würde? %:|


    Es ist immer so ein hin und her zwischen leben wollen und lieber sterben.

    Zitat

    Hast du zufällig Bedarfsmedikamente?

    Jop. Tavor. :-D


    Aber das nehme ich jetzt nicht, meine Schlafmedikamentation ist fast genauso gut. Und wenns morgen nicht besser sein sollte, überlege ich mir das mit der Tavor nochmal.

    Zitat

    Wenn nicht, frag mal deine Psychiaterin

    Apropos Psychiaterin. Ich habe am Dienstag einen regulären Termin. Aber wie gesagt, ich weiß nicht wie ehrlich ich zu ihr sein kann. Offenheit fällt mir generell schwer und dann kenne ich sie noch nicht sooo gut.


    Wahrscheinlich wird da mehr als ein "Momentan nicht so gut" herauskommen und das kann alles heißen oder nichts. :-/


    Krisendienst und Telefonseelsorge gibt es, aber ich habe sowas wie eine Telefonphobie. %:|

    Zitat

    Die Dinge können sich wirklich im Laufe der Zeit ändern, glaub mir das bitte!

    Ich bin auch fest davon überzeugt, dass es das durchaus kann. Frage ist, ob es sich wird. Das wird sich wohl zeigen müssen.


    Aber die Situation ist gerade so verfahren. So weiter machen? Geht irgendwie nicht. Ich kann gerade weder vor noch zurück.


    Oder besser gesagt, vor kann ich schon.

    Zitat

    Du hast schon wirklich einiges erlebt. :°_


    Aber umso toller finde ich es, dass du deinen Weg gemeistert hast! Respekt!

    @ Heym

    Liebe Heym,


    vor mir musst du keinen Respekt haben!


    Nur vor dir selbst: Du hast gelitten, aber du machst trotzdem weiter.


    Das ist keine Schwäche, das ist unglaubliche Stärke!


    Habe davor Respekt - vor dir selbst. :)= :)^

    Zitat

    Und wenn ichs nicht bereuen würde? %:|


    Es ist immer so ein hin und her zwischen leben wollen und lieber sterben.

    Warum möchte man sterben? Weil man denkt, dann enden alle Leiden, weil man denkt, das Leben wie man es führt ist unerträglich und wird sich niemals ändern.


    Und hier liegen die Gedankenfehler:


    Selbst wenn man alle religiösen Betrachtungen beiseite lässt (was für mich kein Problem ist, ich bin Agnostiker, habe also keine Ahnung, ob und woran ich glaube) hat man KEINERLEI Gewissheit darüber, dass das auch wirklich so ist. Man hat nur Gewissheit darüber, dass der Körper zerfällt. Mehr auch nicht. Wir wissen nicht, was wir sind, ob wir etwas haben, das den Tod übersteht und wie es danach darum bestellt ist. Wir können nichts darüber wissen. Und das heisst, dass wir uns gewaltig irren können mit der Annahme anschliessend wären alle Leiden beendet. Was, wenn es anschliessend erst richtig los geht? Was, wenn man anschliessend doch bedauert - aber nichts mehr ändern kann? Kann man sich über irgendwas dieser Art sicher sein, kann man irgendetwas darüber wissen? Nein, kann man nicht. Man könnte sich richtig irren, richtig scheisse bauen, dann erst so richtig leiden, wenn es keinen Weg mehr zurück gibt! Ganz ehrlich - und das sage ich als jemand, der selbst mal an dieser Schwelle stand - das wäre mir zu gefährlich. Das ist mir damals auch klar geworden, beinahe zu spät. Oder gerade noch rechtzeitig, wie man's nimmt. Wobei ich mehr Glück als Verstand hatte. Ganz ehrlich: Ich würde nicht auf dieses Pferd setzen, dass anschliessend "Ruhe" ist...


    Und der zweite Gedankenfehler ist, dass man ebenfalls unmöglich die Zukunft kennen kann. Woher will man wissen, dass sich das, was man momentan fühlt niemals ändern wird? Wie? Ich kenne nicht die Lotto-Zahlen von nächster Woche. Ich wünschte, ich täte es!


    Und es gibt sogar noch einen dritten Gedankenfehler:


    Selbstmord kann purer Egoismus sein. Denn man denkt nicht daran, was man den Hinterbliebenen damit antut. Man zerstört ihr Leben, reisst sie möglicherweisse mit in den Tod. Möchte man das wirklich? Möchte man Unschuldige dafür zahlen lassen? Und was, wenn in Kombination mit oben etwas dran ist am Ganzen? Was, wenn etwas überlebt? Möchte dieses "etwas" überleben und sehen, was es angerichtet hat - nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei den Menschen, die man liebt? Und dann gibt es vielleicht keine zweite Flucht mehr. Möchte man sich DAS wirklich antun? Das wäre keine Ende des Leids, es wäre ein völlig neuer Anfang - und diesmal ohne Chance dem zu entkommen.


    Ich weiss es nicht, kann es nicht wissen - aber ich weiss, dass man sich verbrennen kann, wenn man mit dem Feuer spielt.


    Ich würde leben wollen, ganz ganz ehrlich!

    Festgefahren, sagst Du…


    Dass sich auch aus noch so festgefahrenen Situationen Auswege finden - das haben schon viele Menschen erfahren.


    Was würdest Du in Deiner Lage einer sehr guten Freundin raten? Doch nicht, es gäbe keine andere Möglichkeit, als sich umzubringen?


    Versteh bitte: lediglich Deine Gedanken, Deine Blickrichtung haben sich festgefahren. Die Möglichkeiten, die doch da sind, kannst Du gerade nicht sehen. Dazu brauchst Du andere Menschen, die objektiver in ihrer Sichtweise sind, und weil emotional nicht eingebunden, auch Auswege sehen.


    Der erste Ausweg liegt dabei immer in einer Änderung des eigenen Denkens.