Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte.


    Wie ich es geschafft habe? Gute Frage. Ich war schon immer jemand, der sich ganz stark selbst beobachtet hat (oft auch eher unbewusst). Mit einer verzerrten Wahrnehmung kann das böse Folgen haben (wie es wohl auch hatte), aber ich denke es ist auch der entscheidende Baustein, dass es mir jetzt so viel besser geht.


    Das habe ich auch als Rückmeldung bei meinen Klinikaufenthalten bekommen: ich bin jemand, der sein Verhalten immer stark reflektiert und analysiert.


    Ich wusste nicht, dass es so ein Vorteil sein kann.


    Zusammen mit der DBT, in der ich das WIE gelernt habe, war das anscheinend eine echt gute Kombination. Ich liebe die DBT und wenn man sich etwas reinhängt, es nicht nur über sich ergehen lässt, sondern aktiv mitarbeitet und was ändern will, dann kann man ganz, ganz viel daraus mitnehmen.


    Ich habe immer noch Down-Phasen, aber ich erkenne sie rechtzeitig und kann entsprechend gegensteuern und auch diese Down-Phasen in positive Energien umleiten (Stichwort Zeichnen).


    Ich achte viel stärker auf mich und weiß jetzt auch recht gut wo meine Grenzen sind, die ich nicht überschreiten sollte.


    Bei weiteren Fragen gerne einfach Fragen.


    Wünsche euch noch ein schönes Osterfest. @:)


    LG,


    Heym

    Ein Nachtrag noch, der mir gerade eingefallen ist:


    Klinik!


    Klinik finde ich wirklich sinnvoll, wenn es ganz akut ist und man sonst wirklich keine andere Möglichkeit gibt.


    Ich für mich habe aber in meinem Prozess festgestellt, sobald die geringsten Probleme auf mich zukamen, hatte ich in Gedanken sofort: Klinik!


    Ich habe immer gegen den Gedanken angekämpft, weil ich es suboptimal finde.


    Klinik ist ein stark geschützter Rahmen und wenn man immer in eine Klinik geht, sobald eine kleine Krise auftritt, dann geht man den Weg des geringeren Widerstandes, d.h. man läuft quasi davon vor der Krise. Ich finde es essentiell wichtig, dass man kleinere Krisen (natürlich nicht wenn man suizidal ist, o.ä.) zuhause aussteht. Gegebenenfalls mit amubalnter Hilfe, aber sich der Krise stellt und nicht wegläuft. Nur so lernt man auf Dauer mit Krisen umgehen.


    Und nochmal, dass man mich nicht falsch versteht: Ist es wirklich akut, dann ist eine Klinik sehr sinnvoll, man sollte aber hinterfragen was man als akut empfindet. Manchmal muss man sich einfach den Sachen stellen, auch wenn es verdammt schwer ist ("The only way out is through").


    Wirklich akute Krisen mit Suizidalität: Klinik (so lang wie nötig, so kurz wie möglich).


    Wenn man speziell an einem Problem arbeiten will, außerhalb von akut, und man es stationär machen will: Super! Psychosomatische Kliniken, im denen es wirklich Therapie gibt, finde ich klasse.


    Vor jeder kleineren Krise davonlaufen, weil man den Weg des geringeren Widerstandes gehen will: Absolut nein!