zu deiner Mutter:

    Die Thematik Flüchtlinge ist leider ein ziemlich aufwühlendes und lagerspaltendes Thema. Ich denke die Situation macht den meisten einfach große Angst und sie reagieren daher schnell über und entwickeln daher auch schnell eine sehr ablehnende Haltung zu dieser Thematik.


    Wobei es mich bei deiner Mutter ja doch etwas wundert, da sie genau genommen ja selbst einmal eine Einwanderin war (oder liege ich da falsch?).

    Zitat

    Was für Möglichkeiten bleiben mir? So weiter machen, obwohl mich ihr Verhalten so anwidert? Kontakt abbrechen? %:| Beides nicht das Wahre. Ich weiß einfach nicht...

    Wenn eine sachliche Diskussion in dieser Thematik mit ihr nicht möglich ist, würde ich versuchen das Thema mit ihr zu meiden. Ansonsten wenn sie das Thema aufbringt, versuchen es gleich im Keim zu ersticken. Vielleicht ein kurzes übertriebenes Kommentar wie z.B. - naja fällt mir leider grad nichts ein ;-D - und vielleicht noch übertriebenes Augenrollen. Das sollte ihr ja signalisieren dass dich das gerade nicht interessiert und am besten auch gleich das Thema wechseln.


    Bei manchen hilft auch einfach komplettes ignorieren von diversen Themen. Einfach so tun als ob man die Frage zu einem Thema nicht gehört hat und über komplett was anderes weiterreden ]:D . Braucht aber leider etwas Übung und Talent.


    Jedenfalls solltest du nicht zulassen dass diese Thematik zu viel negatives in die Beziehung zwischen dir und deiner Mutter bringt. Da du dich ja ansonsten gut mit ihr verstehst sollte dies kein Keil zwischen euch treiben!


    Auch zwischen guten Freunden kann es immer wieder mal zu Zwiespälten kommen, was ja auch sein soll. Wie du ja geschrieben hast, ist jeder Mensch anders und hat somit auch seine eigene Meinung.

    zu deiner Seminarwoche:

    Toll dass es im Großen und Ganzen eine tolle Woche war. Vor allem die positive Erfahrung mit den anderen Seminarteilnehmern freut mich sehr. Ich denke die meisten Menschen werden mit dem Alter generell rücksichtsvoller und sind andersartigen Personen (Diese Formulierung gefällt mir nicht, aber leider fällt mir aktuell keine bessere ein.) nicht so kritisch gegenüber.


    Die schlimmste Zeit ist hier für Personen wie uns denke ich die Schulzeit, wo wir leider halt auch ein paar der prägendsten Phasen unseres Lebens durchlaufen.


    Dein großes Gefühlschaos wird momentan vermutlich durch die große Unsicherheit ausgelöst, ob diese Zeit nur eine kurzes momentane Phase ist oder ob es gleich wieder bergab geht. Dies ist denke ich ein Schutzmechanismus vor der möglicherweise drohenden Talfahrt.


    Ich kann was mir da so durch den Kopf geht gerade leider nicht besser ausdrücken aber ich vermute du verstehst was ich versuche zu sagen. @:)


    Kopf hoch und bleib am Ball. :)_

    Huhu!


    Also die Arbeit ist immer noch recht gut.


    Am Sonntag ist die erste Bewohnerin gestorben, seit ich da bin. Schon irgendwie ein komisches Gefühl. Gerade wenn ich ihr leeres Bett sehe. Mit ihr hatte ich aber nicht wirklich viel Kontakt, da sie bettlägerig war. Ich habe ihr nur einmal vorgelesen. Aber ich muss sagen, bis jetzt komme ich damit gut klar.


    Mal schauen wie es ist, wenn jemand stirbt, mit dem ich viel zu tun habe...


    Aber Altersheim bleibt Altersheim. Der Tod gehört hier nunmal dazu.


    Ansonsten habe ich mit fast allen Betreuungskräften einmal gearbeitet.


    Meine eigentliche Anleiterin ist im Urlaub und deshalb waren immer andere bei mir. Vorteil ist, ich kenne die meisten nun. Und es sind alle wirklich ganz lieb. :)z


    Die Erschöpfung besteht immer noch. Schlafe nach der Arbeit meist. Aber das tut auch irgendwie gut. Naja. Blöd ist es nur, wenn ich wieder in das nur-schlafen rutsche. Aber da ist ja nicht gesagt. ]:D



    Zitat

    Ich beginne mich auch immer sofort zu fragen: "Bin ich Schuld?", "War es mein Fehler?", "Habe ICH überreagiert und nicht mein gegenüber?"


    Lieder ist es schwer sich in solchen Situationen von der Richtigkeit zu überzeugen. Da meist ja auch jemand fehlt dem man um seine neutrale Meinung fragen könnte bzw. sich das vielleicht auch nicht traut.

    Ja, total! Ich suche die Schuld immer erst bei mir. Klar ist es gut, wenn man nicht gleich alles auf andere schiebt. Aber das andere extrem - eben die Schuld immer bei sich zu suchen - ist auch nicht viel besser. ;-D


    Ich hoffe das ändert sich mit der Zeit und neuen Erfahrungen.




    Zu meiner Zeichnung: Danke für dein Lob. x:)


    Mir fällt beobachten recht leicht. Das ist ein großer Vorteil beim Zeichnen. Mit der Umsetzung, da gibt's noch ein paar Ecken. Aber ich will mich durchaus weiter verbessern.


    Leute, die wirklich hyperrealistisch zeichnen können, bewundere ich auch sehr. Oftmals steckt da auch gaaanz viel Übung und Erfahrung dahinter. Aber ich finde es einfach faszinierend. x:)


    Die letzten Tage bin ich übrigens leider nicht zum zeichnen gekommen.




    Joa, meine Mutter ist in dem Sinn Einwanderin, dass sie selber in den USA und jetzt in Südamerika Ausländerin war/ist. Insofern finde ich ihre Denkweise noch befremdlicher. Gerade weil sie gerne die Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der Einheimischen lobt. Aber naja.


    Ich werde versuchen das Thema zu meiden. Irgendwie. ]:D



    Zitat

    Ich denke die meisten Menschen werden mit dem Alter generell rücksichtsvoller und sind andersartigen Personen

    Ohja!


    Bis zur Pubertät und auch teilweise bis in die Pubertät ist es eher schwieriger. Da ist man schnell außen vor.


    Aber so das Alter 16-23 ist okay(Altersspanne der Seminarteilnehmer). Generell weiß niemand von meiner Erkrankung und ich will es auch nicht preisgeben.


    Weil ich denke, es sollte einfach keine Rolle spielen bei meinem Umgang mit anderen. Oder anders ausgedrückt: Die müssen es nicht wissen und warum dann sagen?


    Ich bin generell niemand, der sowas jedem auf die Nase bindet. ]:D


    Falls ich drauf angesprochen werde... vielleicht. Kommt auf die Situation drauf an. Aber das werde denke ich nicht. Jedenfalls freue ich mich doch irgendwie auf das Seminar im November. x:)

    Zitat

    Die schlimmste Zeit ist hier für Personen wie uns denke ich die Schulzeit, wo wir leider halt auch ein paar der prägendsten Phasen unseres Lebens durchlaufen.

    :)z


    Ja, leider war diese Zeit sehr schwierig. Aber ich lebe noch, also kann es nicht so schlimm gewesen sein. ]:D ;-D

    Zitat

    Dein großes Gefühlschaos wird momentan vermutlich durch die große Unsicherheit ausgelöst, ob diese Zeit nur eine kurzes momentane Phase ist oder ob es gleich wieder bergab geht. Dies ist denke ich ein Schutzmechanismus vor der möglicherweise drohenden Talfahrt.

    Durchaus. :)z


    Ich möchte halt sooo sehr, dass alles glatt läuft. Dass ich einfach wie jeder andere in meinem Alter das Jahr durchziehe, neue Erfahrungen sammeln...


    Aber erstmal bin ich schon erleichtert, dass meine Horrorvorstellung - vonwegen ich komme da nicht zurecht, mit den Mitarbeitern auch nicht - nicht eingetreten ist.


    Leider merke ich schon wieder vermehrt Stresssymptome. bzw. psychosomatische Beschwerden.


    Aber ich denke im gewissen Grad ist das nachvollziehbar und auch normal. Mal schauen.


    Zwangsgedanken habe ich wieder verstärkt, was aber irgendwie auch nachvollziehbar ist.


    Ich habe ja immer noch den Waschzwang und dort, wo überall an jeder Ecke Desinfektionsmittel steht und man immer ermahnt wird die Hände zu desinfizieren (braucht man bei mir nicht mal. Ich mache es freiwillig viel viel öfter als nötig ]:D ).


    Schön, wenn dann in der Pause das Gespräch auf MRSA fällt. Und dann so Aussagen kommen wie "Ich wette, dass wir alle MRSA-Träger sind" etc. Naja.


    Ich versuche mir dann klar zu machen, dass MRSA kein Problem darstellt, solange es nicht in den Körper kommt. Außerdem, wenn man ein halbwegs gutes Immunsystem hat, lässt sich eine MRSA-Erkrankung auch relativ gut überstehen

    .


    Ich habe nur verstärkt Angst vor einer Ansteckung, bei eventuellen SVV-Wunden. Mal schauen. ]:D




    Ansonsten war ich gestern bei meiner Psychiaterin.


    Sie ist nicht ganz zufrieden, wie es so läuft. Dass ich immer noch sehr gedrückt wirke.


    Und erst recht nicht damit, dass meine Therapie jetzt von zwei-Wochen-Rhythmus auf vier Wochen erhöht wurde.


    Sie meinte, 1 mal die Woche mindestens. Besser zwei oder drei mal. :-o Sie ist auch wieder mit stationären Aufenthalt gekommen, aber versteht durchaus, dass ich den BFD nicht abbrechen mag, nachdem mein Lebenslauf eh schon im Eimer ist. ]:D


    Da ich das Vertrauensproblem in der Therapie immer noch habe, ich schon ein Jahr dabei bin und wir noch nicht wirklich was "wichtiges" besprochen haben, ich ungerne hingehe und wir uns sowieso nix zu sagen haben.... Sie hat geraten, ich soll die Therapie abbrechen. Ihre Unterstützung habe ich dabei.


    Weil "Therapie soll ein geschützter und auffangender Rahmen sein und nicht eine zusätzliche Belastung".


    So. Jetzt muss ich schauen, ob ich mich traue die Therapie zu beenden. Ich bin ja immer noch sehr in der Schiene 'Nur die Bedürfnisse der anderen zählen und ich muss meine automatisch immer hinten anstellen".Und ich will ihn ungern verletzen. Ich denke schon, dass er ein guter Therapeut ist und er ist ja auch nett... aber ich kann, warum auch immer, kein Vertrauen aufbauen. :-(


    Meine Psychiaterin meinte, er ist einfach nicht der richtige. Ich brauche einen Therapeuten, der Initiative ergreift und mir konkrete Hilfestellungen gibt und weniger das 'erzählen-sie-mal', da ich bei sowas immer verstumme - wo sie ja auch recht hat.


    Da er aber eh schon gefragt hat, ob wir es noch weiter machen sollen... werde ich wohl bei der nächsten Gelegenheit sagen, dass ich keine Therapie mehr brauche/will. Ohne eben das Vertrauensproblem anzusprechen. Ich denke, das wäre für mich sogar machbar, mal schauen.

    Hey ihr!


    Es ist ja jetzt ca. 1,5 Jahre her, das ich das letzte Mal geschrieben habe.


    Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch ein kleines Update geben:


    Mein Leben hat sich unglaublich zum positiven verändert.


    Ich habe den Bundesfreiwilligendienst durchgezogen, was mich zugegeben oft bis an meine Grenzen oder auch drüber hinaus gebracht hat. Ich habe gemerkt, dass ein sozialer Beruf einfach nichts für mich ist aufgrund der immer noch vorhandenen zwischenmenschlichen Probleme.


    Nichtsdestotrotz war das Jahr eine super tolle Erfahrung und hat mir in meiner persönlichen Entwicklung einiges gebracht.


    Gerade auch zu erfahren, dass ich gar nicht so sozial inkompetent bin, wie ich immer dachte. Im Gegenteil, ich war dort bei Schwestern und Bewohnern sehr beliebt. (Dennoch Stande ich quasi unter Dauerstrom aufgrund meiner zwischenmenschlichen Probleme. Daher leider auch kein Beruf im sozialen Bereich).


    Ja, ich habe es abgeschlossen und ein super Zeugnis bekommen.


    Jetzt bin ich zur Zeit in Ausbildung zu meinem absoluten Traumberuf und bisher läuft es super.


    Meine Psychiaterin meinte letztens zu mir: "Dachten Sie, dass sie jemals arbeiten könnten?" Und die Frage habe ich ehrlicherweise mit Nein beantwortet und meine Psychiaterin hat auch gemeint, sie hat mich als arbeitsunfähig gesehen.


    Aber im Gegenteil, mir geht es gut damit, vor allem jetzt in der Ausbildung und ich bin einfach mega Happy.


    Natürlich bin ich jetzt nicht plötzlich komplett gesundet, ich habe immer noch mit dem ein oder anderen zu tun, aber einfach kein Vergleich zu "damals".


    Und gerade die Ausbildung ist mir sehr wichtig, weil ich es als Chance sehe noch weiter in meiner persönlichen Entwicklung zu kommen.


    Ich habe seit einiger Zeit keine Suizidgedanken mehr und habe mich nicht mehr verletzt, seit September 2016.


    Das alles habe ich geschafft durch viel Selbstbeobachtung, durch die verschiedenen Therapien und auch weil ich was ändern wollte. Ich hoffe ich kann damit den ein oder anderen ein bisschen Mut machen. :)z


    Ich weiß nicht wie es weiter gehen wird, bin aber frohen Mutes, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzen wird.


    Eure Heym @:)

    @ ms92,

    Richtung Grafikdesign. Mein derzeitiger Planung ist es danach noch zu studieren. Allerdings weiß ich natürlich nicht ob ich es nach der Ausbildung immer noch so sehe, aber mein derzeitiger Wunsch ist es. :)

    Das liest sich voll schön, du kannst wirklich wirklich stolz sein!


    Ich muss zugeben, dass ich immer mal wieder gelesen habe, dann selbst sehr sehr lange in der Klinik war und eben nur ein bisschen zurückgegangen bin, aber das klingt wirklich gut!


    Viel Kraft weiterhin :)*

    Zitat

    Ich habe seit einiger Zeit keine Suizidgedanken mehr und habe mich nicht mehr verletzt, seit September 2016.

    Wäre das für Dich nicht ein Anlaß, den Titel Deines Fadens hier etwas optimistischer zu gestalten?


    Grafik können wir nicht, aber einen Textvorschlag würde Elisada sicher gern umsetzen. ;-)


    *:)

    Habe erst jetzt gesehen, dass der Faden schon älter war. Super, wie du das geschafft hast.


    Darf ich fragen, wie du es erreicht hast, dass sich so viel Gutes ergeben hat? Glückwunsch zu deinem neuen Leben. :)^

    Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte.


    Wie ich es geschafft habe? Gute Frage. Ich war schon immer jemand, der sich ganz stark selbst beobachtet hat (oft auch eher unbewusst). Mit einer verzerrten Wahrnehmung kann das böse Folgen haben (wie es wohl auch hatte), aber ich denke es ist auch der entscheidende Baustein, dass es mir jetzt so viel besser geht.


    Das habe ich auch als Rückmeldung bei meinen Klinikaufenthalten bekommen: ich bin jemand, der sein Verhalten immer stark reflektiert und analysiert.


    Ich wusste nicht, dass es so ein Vorteil sein kann.


    Zusammen mit der DBT, in der ich das WIE gelernt habe, war das anscheinend eine echt gute Kombination. Ich liebe die DBT und wenn man sich etwas reinhängt, es nicht nur über sich ergehen lässt, sondern aktiv mitarbeitet und was ändern will, dann kann man ganz, ganz viel daraus mitnehmen.


    Ich habe immer noch Down-Phasen, aber ich erkenne sie rechtzeitig und kann entsprechend gegensteuern und auch diese Down-Phasen in positive Energien umleiten (Stichwort Zeichnen).


    Ich achte viel stärker auf mich und weiß jetzt auch recht gut wo meine Grenzen sind, die ich nicht überschreiten sollte.


    Bei weiteren Fragen gerne einfach Fragen.


    Wünsche euch noch ein schönes Osterfest. @:)


    LG,


    Heym

    Ein Nachtrag noch, der mir gerade eingefallen ist:


    Klinik!


    Klinik finde ich wirklich sinnvoll, wenn es ganz akut ist und man sonst wirklich keine andere Möglichkeit gibt.


    Ich für mich habe aber in meinem Prozess festgestellt, sobald die geringsten Probleme auf mich zukamen, hatte ich in Gedanken sofort: Klinik!


    Ich habe immer gegen den Gedanken angekämpft, weil ich es suboptimal finde.


    Klinik ist ein stark geschützter Rahmen und wenn man immer in eine Klinik geht, sobald eine kleine Krise auftritt, dann geht man den Weg des geringeren Widerstandes, d.h. man läuft quasi davon vor der Krise. Ich finde es essentiell wichtig, dass man kleinere Krisen (natürlich nicht wenn man suizidal ist, o.ä.) zuhause aussteht. Gegebenenfalls mit amubalnter Hilfe, aber sich der Krise stellt und nicht wegläuft. Nur so lernt man auf Dauer mit Krisen umgehen.


    Und nochmal, dass man mich nicht falsch versteht: Ist es wirklich akut, dann ist eine Klinik sehr sinnvoll, man sollte aber hinterfragen was man als akut empfindet. Manchmal muss man sich einfach den Sachen stellen, auch wenn es verdammt schwer ist ("The only way out is through").


    Wirklich akute Krisen mit Suizidalität: Klinik (so lang wie nötig, so kurz wie möglich).


    Wenn man speziell an einem Problem arbeiten will, außerhalb von akut, und man es stationär machen will: Super! Psychosomatische Kliniken, im denen es wirklich Therapie gibt, finde ich klasse.


    Vor jeder kleineren Krise davonlaufen, weil man den Weg des geringeren Widerstandes gehen will: Absolut nein!